ASUS hat mit GPU Tweak III 2.1.8.0 eine neue Sicherheitsfunktion eingeführt, die betroffene Systeme automatisch herunterfahren kann, wenn am Stromanschluss der Grafikkarte ungewöhnlich hohe Spannungen erkannt werden.
Die Funktion richtet sich speziell an Grafikkarten mit Power Detector+, einer ASUS-eigenen Überwachungstechnologie, die in ausgewählten High-End-Modellen der ROG Astral- und ROG Matrix-Serie zum Einsatz kommt.
Überwachung jedes einzelnen Stromkontakts
Im Gegensatz zu herkömmlichen Überwachungssystemen misst Power Detector+ nicht nur die gesamte Leistungsaufnahme der Grafikkarte. Stattdessen werden die Ströme auf allen sechs stromführenden Kontakten eines 12VHPWR- oder 12V-2×6-Anschlusses separat überwacht.
Das ist besonders wichtig, da die Gesamtleistung einer Grafikkarte zwar innerhalb der Spezifikationen liegen kann, einzelne Kontakte jedoch aufgrund eines schlecht sitzenden Steckers oder eines erhöhten Übergangswiderstands deutlich stärker belastet werden können.
Genau solche Situationen gelten als mögliche Ursache für die bekannten Probleme rund um überhitzte oder beschädigte 12VHPWR-Anschlüsse.
Automatische Abschaltung bei kritischen Werten
Erkennt GPU Tweak III über einen längeren Zeitraum eine auffällige Stromverteilung, kann die Software künftig einen kontrollierten System-Shutdown auslösen.
Laut ASUS beginnt die Warnschwelle bei etwa 12,5 Ampere pro überwachten Kontakt, wobei die tatsächlich verwendeten Grenzwerte je nach Grafikkartenmodell variieren können.
Die Funktion arbeitet nicht starr, sondern bietet verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten:
- Automatische Warnmeldungen
- Einstellbare Countdown-Zeiten
- Individuelle Timeout-Optionen
- Kontrollierte Systemabschaltung bei kritischen Werten
Wichtig dabei: Die Funktion ist optional. Nach dem Update wird die automatische Abschaltung nicht zwangsläufig auf jedem unterstützten System sofort aktiv sein. Nutzer sollten die Einstellungen von Power Detector+ nach der Installation überprüfen.
Nur auf ausgewählten ASUS-Grafikkarten verfügbar
Die neue Sicherheitsfunktion setzt spezielle Hardware voraus und ist daher derzeit auf ausgewählte ASUS-Grafikkarten beschränkt.
Zu den unterstützten Modellen gehören vor allem:
- ROG Astral GeForce RTX 5090
- ROG Astral GeForce RTX 5080
- ROG Matrix-Modelle
- weitere Karten mit integriertem Power Detector+
Eine reine Softwarelösung reicht hierfür nicht aus. Grafikkarten, die lediglich die gesamte Leistungsaufnahme auslesen können, verfügen nicht über die notwendigen Sensoren zur Überwachung einzelner Stromkontakte.
Kein Ersatz für eine Sichtprüfung
ASUS betont jedoch, dass die neue Funktion keine beschädigten Stecker reparieren kann und auch keine regelmäßige Kontrolle der Hardware ersetzt.
Nutzer sollten weiterhin darauf achten:
- den Stecker vollständig einzustecken
- starke Kabelbiegungen direkt am Anschluss zu vermeiden
- Verfärbungen oder Schmelzspuren ernst zu nehmen
- wiederkehrende Warnungen nicht zu ignorieren
Zusätzliche Sicherheit für High-End-GPUs
Die automatische Abschaltung stellt dennoch eine sinnvolle Erweiterung dar. Während eine einfache Warnmeldung leicht übersehen werden kann – etwa während eines Vollbildspiels oder einer rechenintensiven Anwendung – kann ein automatischer Shutdown die Last rechtzeitig von der Grafikkarte nehmen.
Gerade bei Grafikkarten mit einer Leistungsaufnahme von mehreren hundert Watt könnte dies helfen, eine anhaltende Überlastung einzelner Kontakte zu verhindern und das Risiko zusätzlicher Hitzeentwicklung zu reduzieren.
Mit GPU Tweak III 2.1.8.0 erweitert ASUS damit seine Sicherheitsmaßnahmen rund um den 12VHPWR- beziehungsweise 12V-2×6-Anschluss und reagiert auf die weiterhin bestehende Diskussion über die Belastung moderner Hochleistungs-Grafikkarten.
*Quelle: ASUS





