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Asus MAXIMUS VIII Extreme – Maximales Skylake-Erlebnis?

Kommt ein neuer Prozessor-Sockel auf den Markt, lassen passende Untersätze nicht lange auf sich warten. Und wie jedes Mal erweckt ein Kandidat ganz besonders viel Aufmerksamkeit. Nicht nur wegen des fürstlichen Preises, sondern auch wegen der kompromisslosen Ausstattung und Leistung. Die Rede ist natürlich von den Extreme-Modellen aus der Maximus-Serie von Asus.

Das aktuelle Modell für den Skylake-Chip von Intel hört auf den Namen Asus Maximus VIII Extreme und bietet wie erwartet ein Feuerwerk an Features. Neben aktuellem USB 3.1 mit Typ C kommen Gigabit-LAN von Intel und a/b/g/n/ac-WLAN mit separater Antenne und 1,3Gbits zum Einsatz. Dazu bekommt man Onboard-Schalter, einen hochwertigen Audio-Chip und einen nagelneuen U.2-Anschluss für kommende SSDs. Für die passende Optik sorgen eine massive Kühlerbestückung mit anpassbarer RGB-Beleuchtung und damit man die Leistung auf Knopfdruck parat hat, stellt Asus wie üblich sein eigenes Kontrollgerät für den Schreibtisch mit Display bereit.

Ist das schwarz-rote Monster im überbreiten ATX-Format seine 400€ wert? Das haben wir für euch herausgefunden und auf den kommenden Seiten dargelegt. Viel Spaß beim Lesen!

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Autor: Kim

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen geht unser besonderer Dank an Asus. Wir hoffen auf eine weiterhin ergiebige und gute Zusammenarbeit.​

Verpackung und Zubehör

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Maximus ist auch bei diesem Board vom ersten Moment an Programm. Schon der Karton fasst etwa das doppelte Volumen herkömmlicher Konkurrenten und bietet neben einer aufklappbaren Front mit Sichtfenster sogar einen Koffer-Griff. Die Front ist im Wesentlichen Rot und mit sehr minimalistischem Inhalt gestaltet. Hier finden sich lediglich Produktbezeichnung und eine Abbildung des modularen OC-Panels, sowie Zertifikate für Produkte von Intel und Multi-GPU-Lösungen von AMD und Nvidia. Hinter dem Deckel erhält man einen ersten Blick auf das Mainboard und eine Auflistung der wichtigsten Features wie Gadgets, OC-Potential, Netzwerk, Software und Optik. Detailliertere Angaben finden sich auf der Rückseite des Kartons. Hier werden die einzelnen Technologien, Anschlüsse und sonstigen technischen Daten übersichtlich in einer Tabelle zusammengefasst.

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Das Innere des Kartons ist in zwei halbhohe Pappkartons untergliedert. Im Oberen findet sich das Board hinter einem transparenten, doppelten Plastik-Deckel, gut eingerahmt von dickem Papprahmen. Das Board ist vom Layout etwas breiter als herkömmliches ATX und wird als E-ATX angegeben, wobei das nicht als E-ATX Industriestandard aufzufassen ist. Die Schraublöcher sind dieselben wie bei ATX, nur der rechte Rand steht 2cm mehr über, was noch in die meisten Gehäuse passen sollte. In dem doppelten Plastikdeckel findet sich auch das große OC Panel II, das sowohl auf den Tisch gestellt, als auch im 5,25″-Schacht untergebracht werden kann. Der untere Karton ist prall gefüllt mit Zubehör. Natürlich findet man hier Handbuch und Treiber-CD, acht SATA3-Kabel und die Blende fürs Backpanel. Bei wertigeren Konkurrenten auch noch üblich sind die Sticker, Türschild, Steckmodul für Frontschalter und -LEDs, SLI- und Crossfire-Bridge und beschreibbare Kabelbinder. Aber dazu bekommt man auch noch Verlängerungskabel fürs Gehäuse-Panel, ein Montagetool für die CPU, eine WLAN-Antenne und eine Fan-Extender-Karte, die bei Bedarf zusätzliche Lüfteranschlüsse bereit stellt. Derart viel Zusatzmaterial ist uns bisher nur bei Boards der Maximus-Reihe untergekommen und steigert jetzt schon die Vorfreude auf den Einbau.

Zu den technischen Daten

Features:

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CPU und RAM:
Ganz wichtig ist natürlich die Unterstützung der neuen Intel-Skylake-Prozessoren mit entsprechendem LGA 1151 Sockel und DDR4-RAM. Letzterer wird im Dual-Channel betrieben und auf den vier Slots sind insgesamt 64GB RAM mit maximal 3866MHz Takt möglich. Für die reibungslose Anbindung der restlichen Hardware sorgt Intels neuer Z170 Chipsatz, der bis zu 20 PCIe 3.0 Lanes zur Verfügung stellen kann und dazu maximal zehn USB 3.0- und sechs SATA3-Ports bietet.

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OC:
Das Board rühmt sich mit nicht weniger als 6 der 8 aktuellen OC-Weltrekorde und bietet für deren Realisierung einiges auf. Am auffälligsten ist da natürlich das OC Panel II, das entweder als System-Monitor im Laufwerksschacht Platz findet oder aufgeklappt neben dem Benchtable OC-on-the-fly ermöglicht und zusätzliche Temperaturfühler und PWM-Anschlüsse bereit stellt. Sogar zwei Sub-Zero Thermometer für Stickstoffkühlungen könne angeschlossen werden. Auch das BIOS und die Software-Suite sind selbstredend fürs intuitive Übertakten optimiert. Für den reibungslosen Betrieb sorgen hochwertige Spannungswandler und Wiederstände und der dedizierte Asus Pro Clock Chip ermöglicht einen BCLK von bis zu 400 MHz. Damit einem die Temperatur dabei keinen Strich durch die Rechnung macht, verfügt das Board über sechs eigene Temperatursensoren und ist mit sieben PWM-Lüfter-Anschlüssen bestückt, die per Extension Card auf zehn aufgestockt werden können.

BIOS-Rettung:
Sollte das System nach dem Übertakten dennoch nicht mehr booten, lässt sich das BIOS auch mit abgeschaltetem PC per Schalter am Backpanel resetten oder flashen. Intern gibt es auf dem Board neben den großen Knöpfen für Start- und Reboot zwei weitere für Safe boot (unterbricht Boot und lädt BIOS mit Standardeinstellungen) und Retry (rebootet und behält OC-Settings bei). Sollte das BIOS trotz allem unerreichbar bleiben, lässt sich per Tastschalter am unteren Boardrand auf’s Backup-BIOS umschalten. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Optionen zur Fehlersuche. Eine kleine Anzeige in der oberen rechten Board-Ecke kann 120 verschiedene Arten von Fehlern anzeigen. Die RAM-Kompatibilität kann durch den MemOK+-Schalter auf dem Board geprüft und verbessert werden und PCIe-x16-Slots und RAM-Bänke lassen sich per Dip-Schalter einzeln abschalten. Oben drauf gibt es noch einen Dip-Schalter für Slow Boot, zahlreiche Status-LEDs auf dem ganzen Board und neun Messpunkte zur Überwachung der wichtigsten Spannungen.

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Erweiterungskarten:
Zur Anbindung von Grafikkarten und anderen Erweiterungen bekommt man vier PCIe 3.0-Slots im x16 Layout geboten. Diese sind von oben nach unten mit x16, x4, x8 und x4 Lanes angebunden. Dabei ist aber zu beachten, dass es zwar 4-Way CrossFireX Support und auch Quad-SLI Support gibt, letzteres funktioniert aber nur mit zwei Dual-GPU-Nvidias. Während AMD-Karten weiterhin Dank x4 Support im Viererverbund genutzt werden können, stehen für Nvidia-Karten nur zwei Mal die benötigten x8 zur Verfügung. In älteren Maximus Extreme Boards wurde die Unterstützung von vier Nvidia-Karten mittels eines PBX-Chips gelöst, auf diesen wird im VIII Extreme allerdings verzichtet. So hängen die vier Lanes des untersten x16-Slots nicht wie die anderen an der CPU, sondern am Chipsatz und müssen sich die Lanes mit SATA-Express und U.2 Schnittstelle teilen. Möchte man mehrere dieser Anschlüsse nutzen, muss man darauf achten, welche bei Mehrfachnutzung deaktiviert werden. Für kleinere Erweiterungskarten gibt es noch drei PCIe 3.0 x1-Slots, die jeweils unter den unteren drei x16-Slots liegen. Der kleine SLI/CFX-Schalter am unteren Board-Rand zeigt bei abgeschaltetem Computer per LED die empfohlenen Slots für ein bis vier Grafikkarten an.

Audio:
Die ROG SupremeFX 2015 getaufte Audio-Lösung vertraut auf hochwertige, geschirmte Komponenten, einen integrierten Kopfhörer-Verstärker und einen enorm störgeräuschfreien Digital-Analog-Wandler. Der 7.1 Sound mit acht Channels wird am Backpanel über vergoldete Audio-Buchsen ausgegeben. Der Kopfhörerverstärker hängt währenddessen am Audio-Frontpanel-Anschluss und ist in der Lage, die Kopfhörerimpendanz automatisch zu ermitteln und die Verstärkerleistung entsprechend zu regulieren. Verwaltet wird das Ganze über die Asus Sonic Studio II Software, die neben den üblichen Equalizer-Settings Entstörfilter für Sprachaufnahmen und Surround-Simulation bietet.

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Festspeicher:
Für Festplatten stellt das Board acht herkömmliche SATA3-Anschlüsse mit 6 GB/s bereit. Jeweils zwei davon lassen sich auch alternativ zu einem der maximal zwei SATA-Express-Anschlüssen mit 16 GB/s bündeln. Sollte das für die heimische SSD immer noch einen Flaschenhals darstellen, bietet der vorhandene M.2 Slot bis zu 32GB/s für SSD-Karten. Ebenfalls mit 32 GB/s ist der neue U.2-Anschluss für SSD-Laufwerke angebunden. Das Maximus VIII Extreme ist dabei unser erstes Board, das diesen neuen Standard fest verbaut.

Peripherie-Anschlüsse:
Am Backpanel findet man überraschend wenig Ports. Dafür sind wird der Platz von zwei neuen Elementen aufgefüllt und zwar von zwei BIOS-Schaltern und den drei Buchsen für die WLAN-Antenne. Die beiden Schalter ermöglichen wie beschrieben BIOS-Reset (ClearCMOS) und BIOS-Update (USB BIOS Flashback) und sollten im normalen Betrieb nicht gedrückt werden. Die Antennenanschlüsse verbinden die modulare Antenne mit drei Kabeln für a/b/g/n/ac WLAN (bis zu 1300 Mbps) und Bluetooth 4.0. Möchte man Monitore über die integrierte CPU-Grafik betreiben, hat man HDMI und Display-Port zur Auswahl. Ein dritter Monitor ist nur mit einer eigenen Grafikkarte möglich, die bei Käufern so eines Boards aber sicherlich zum Programm gehört. USB 3.0 bekommt man vom Intel-Controller vier Mal an der Back und vier Mal an der Front, USB 2.0 sechs Mal an der Front. Den neuen USB 3.1 stellt an der Rückseite zwei Mal der Intel-Controller bereit und zwei weitere kommen vom separaten ASMedia-Controller. Insgesamt also vier USB 3.0 und vier USB 3.1 (einer als reversibler Typ-C Stecker) an der Rückseite. USB 2.0 findet man hier nicht mehr, dafür aber einen alten PS/2 Kombo-Port für entsprechende Eingabegeräte. Neben den vergoldeten Audio-Buchsen findet sich natürlich noch der Gigabit-LAN Anschluss am Backpanel. Dieser wird von einem potenten Intel-Controller versorgt und beugt Stromschlägen mit besonders hoher Absicherung vor.

Software:
Wie auch die Konkurrenz stattet Asus sein Board mit einem umfangreichen Softwarepaket aus. Die AI Suite 3 fasst dabei alle wesentlichen Tools in einer Oberfläche zusammen. Sie ermöglicht manuelles und automatisches Übertakten aus der Desktop-Umgebung, PWM-Lüftersteuerung, schnelles Aufladen, RAM-Disks und vieles mehr. Auch BIOS-Updates und automatische Software-Updates sind integriert. Mit KeyBotll kann man seine Tastatur mit Makros belegen, auch wenn diese es von Haus aus nicht anbietet. Mit Hilfe von Mobo Connect können Eingabegeräte per Smartphone ferngesteuert oder ein Audio-Stream an den PC übertragen werden. Oben drauf gibt es noch eine kleine Home-Cloud und Jahres-Lizenzen für Kaspersky Antivir und Deamontools Pro.

Praxis

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Installation:
Durch die etwas überstehende rechte Kante war der Einbau in unserem Cube-Gehäuse etwas aufwändiger. So verdeckt das Board die Kabeldurchführungen zur Hälfte und wir mussten ein paar Mal ansetzen, bis alles an Ort und Stelle war. War das aber geschafft, war genug Platz für alle Kabel vorhanden und das Board konnte problemlos fixiert werden. Beim ersten Start haben wir das BIOS auf die damals aktuelle Version 1202 gebracht und nach dem initialen Setup ein frisches Windows 10 64bit installiert. Da die Treiber für LAN und WLAN noch nicht in Windows enthalten sind, sollte man sich diese vor der Installation von der Herstellerseite besorgen. Die anderen Treiber für den Chipsatz, Bluetooth und USB 3.1 kann man mit funktionierender Netzwerkverbindung nachträglich herunterladen. Die AI Suite 3 kommt in einem handlichen 150mb Paket, das die meisten Tools zur Mainboardkonfiguration in aktueller Version beinhaltet. KeyBotll für Tastaturmakros am dedizierten KeyBotll-USB-Port neben dem PS/2-Anschluss oder das HomeCloud-Paket können bei Bedarf separat geladen werden. Wer die Farbe der LED-Beleuchtung des ROG-Logos anpassen will, kann das entweder im BIOS tun oder muss sich noch die Lightning Control Software installieren. Wer das OC Panel II nutzen möchte, braucht zusätzlich die Pakete ROG Connect Plus und FRONTBASE. Nach einem Neustart funktioniert alles wie gewünscht und wir können mit dem eigentlichen Test beginnen.

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BIOS:
Zum Release der neueren Version 1303 haben wir diese am abgeschalteten PC geflasht. Dazu benennt man das neue File in M8E.CAP um und kopiert es auf einen USB-Stick und fährt den PC herunter. Der Stick muss an den Flashback-Port (zweiter USB-Port links neben PS/2) angeschlossen sein, bevor man die Flashback-Taste am Backpanel 3s gedrückt hält. Dann wartet man, bis die BIOS-LED am unteren Boardrand aufhört zu blinken und startet den PC. Das hat bei uns funktioniert. Das UEFI-BIOS ist Asus-typisch in Schwarz-Rot mit weißer Schrift gehalten. Das sieht cool aus, beeinträchtigt aber hier und da leicht die Lesbarkeit, besonders da das UEFI noch in der alten 1024×786 Auflösung dargestellt wird, während MSI beispielsweise eine höhere Auflösung verwendet. Die Strukturierung ist recht klassisch gehalten. Man navigiert durch Tabs mit Themengruppen wie allgemeine Einstellungen, OC-Einstellungen oder Boot-Optionen, bekommt das Wichtigste aber ganz am Anfang im „Favoriten“-Tab zusammengefasst. Was an dem BIOS beeindruckt, ist die Fülle an Settings. Besonders bei den OC-Einstellungen fließen die Untertabs über mit Optionen zur Spannungsversorgung, Speicher-Timings und Load-Line-Callibration. Auch der LN2-Modus (Kühlung mit Flüssigstickstoff) weist das Board als Gerät mit Profi-Ansprüchen aus. Die Navigation mit Tastatur ist vertraut und die mit der Maus funktioniert auch ordentlich, braucht aber hier und da etwas länger, um einen Untertab zu öffnen. Durch das klassische Layout sind die wichtigsten Einstellungen schnell gefunden. Neulinge sollten sich durch die Fülle der Einstellungen nicht verwirren lassen, da sie die meisten getrost ignorieren können. Fürs bessere Verständnis wird zu den meisten Settings am unteren Bildrand eine kurze Erklärung (auch in Deutsch) angezeigt, wenn man sie anwählt.

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Software:
Die AI Suite 3 mag einem auf den ersten Blick überladen vorkommen, bietet aber sehr viele sinnvoll gruppierte und nützliche Funktionen. In der Hauptansicht, dem Dual Intelligent Processor 5 werden alle wichtigen Kernbereiche zusammengefasst. Man erhält Infos zur Steigerung der CPU-Leistung, Lüfteraktivität, Spannungsphasen, beschleunigten Apps und aktiven Stromsparmodi. Währenddessen wird am unteren Rand immer Core-Takt, Core-Spannung, Core-Temperatur und PWM-Lüfterdrehzahl angezeigt. Die angebotene 5-Way-Optimazation sammelt vorab ein paar Infos und sucht dann automatisch nach optimalen Settings für einen Zieltakt oder den möglichen Maximaltakt, konfiguriert die PWM-Lüfterkurven und setzt Stromsparattribute. Klappt man das Menü am linken Rand aus, werden einem alle verfügbaren Unterprogramme gelistet. TPU dient zum Übertakten der CPU, mit Turbo-App lassen sich ausgewählte Programme beschleunigen. EPU bietet Stromsparfunktionen und FanXpert bietet Zugriff auf die PWM-Lüfterkurven der maximal zehn PWM-Lüfter, während Digi+ Power Control detaillierte Einstellungen zur Spannungsphase der CPU bereithält. Außerdem gibt es noch Tools zur Beschleunigung von USB 3.1, USB-Schnelladen, Update-Suche, rudimentäre System-Infos, PC-Fernsteuerung per Smartphone, BIOS-Flash und Push-Nachrichten für ausgewählte Ereignisse wie Neustarts oder Statusalarme.

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Audio:
Was die Stereo-Leistung zum Musik-Hören angeht, schlägt sich das Board ordentlich. Der Klang liegt deutlich über dem Niveau herkömmlicher Onboard-Lösungen und zieht klanglich mit Gaming-Soundkarten im Bereich unter 100€ gleich. Diese bieten allerdings meisten keinen Kopfhörer-Verstärker, der hier vorhanden ist. Der Klang wirkt präzise und nicht zu basslastig, von Rauschen und Dumpfheit keine Spur und die Schirmung hält, was sie verspricht. Im direkten Vergleich zum kürzlich getesteten Gigabyte Z170A Gaming 3 unterliegt das Asus Board allerdings spürbar, denn ihm fehlt die Transparenz und Feinfühligkeit in der Wiedergabe, die das Gigabyte-Board zu Tage gebracht hat. Die Anbindung des Kopfhörerverstärkers ans Frontpanel erscheint uns sinnvoll, die automatische Kopfhörer-Impendanzerkennung scheint allerdings nicht so recht zu funktionieren. Unsere beiden 32 Ohm-Kopfhörer werden als +150 Ohm-Modelle erkannt und der Verstärker entsprechend auf die höchste Leistungsstufe gesetzt. Da sollte man den Lautstärke am besten nicht über 30% bringen oder den Verstärker in der GUI von Hand setzen, wenn man eine normale Wiedergabelautstärke wünscht. Die Software zur Audiosteuerung ist eher minimalistisch gehalten. Die optisch modifizierte Realtek-Oberfläche lässt zwischen Kopfhörer und Lautsprechern umschalten, deren Aufstellung und Eingangssignal setzen und Klangänderungen finden in Sonic Studio II statt. Hier gibt es im ersten Tab einen digitalen 10-Band-Equalizer, Bass- und Sprachverstärkung, Lautstärkenangleich, Hall-Effekte und die Surroundsimulation. Der zweite Tab bietet Optionen für Mikrofon-Entstörung und Lautstärkenangleich und der letzte Tab lässt optimiert Audioaufnahmen fürs Streaming. Es lassen sich eigene Profile definieren, leider aber nicht per Tastenkürzel aufrufen. Neben den größtenteils klangverschlechternden Features des ersten Tabs viel uns auf, dass die Surroundsimulation bei diesem Board sehr schwach ausfällt. So war es uns zum Beispiel in Battlefield 3 nicht möglich zu unterscheiden, ob der Gegner von vorne oder von hinten anrückt.

Alltag:
Bei der täglichen Nutzung gibt uns das Board keinen Grund zur Beanstandung. LAN, WLAN und Bluetooth funktionieren, Software und Treiber machen keine Zicken und auch Abstürze gibt es keine. Die Spiele-Performance ist so, wie sie sein sollte und dank der zahlreichen PWM-Anschlüsse und Temperatursensoren kann man auch die Betriebslautstärke im Zaum halten. Wer ein Gehäuse mit Fenster hat, weiß die dunkelgraue Optik mit roten Spotlights und natürlich das beleuchtete ROG-Logo zu schätzen. Hier kann man sich seine Lieblingsfarbe aus dem RGB-Raum auswählen und das Licht pulsieren oder bei steigender CPU-Temperatur immer weiter ins Rote wandern lassen. Absolut alltagstauglich also, aber bei 400€ erwartet man natürlich etwas mehr. Daher geht’s jetzt ans Übertakten.

OC

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Zum Übertakten stehen Optionen im BIOS, in der AI Suite und rudimentäre Einstellungen im OC Panel II zur Verfügung. Am meisten Optionen hält das BIOS bereit. Hier finden sich unzählige Einstellungen in den Untermenüs versteckt. Es lassen sich Profile anlegen und verschiedene Modi von automatisch bis manuell auswählen. Sollten Werte nach der Übernahme zum Absturz führen, zwingt das Board den Nutzer nach einem Neustart ins BIOS, um die kritischen Werte zu korrigieren. Dabei gibt einem das kleine Onboard-Display einen Code aus, der auf den aufgetretenen Fehler hinweist. Das funktioniert so gut, dass wir während des gesamten Testzeitraums keinen einzigen CMOS Reset benötigten.

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In der AI Suite steht eine übersichtlichere Anzahl an Optionen bereit, wenn auch weit mehr, als der Gelegenheitsübertakter verwenden wird. Neben BCLK und Multiplier pro Kern hat man Zugriff auf die wichtigen Spannungen und Spannungsphasen-Optionen. XMP-Profile und Speicher-Timings lassen sich hier allerdings nicht setzen, genau so wenig wie CPU-Features wie Turbo, Speedstep oder C-States. Die Werte werden im Windows-Betrieb übernommen und bleiben nach einem Neustart erhalten. Nur im Falle eines Absturzes werden sie auf den letzten Wert zurückgesetzt.

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Das OC Panel wird über zwei modifizierte USB-Frontpanel-Anschlüsse verbunden. Das Kabel muss dabei richtig mit Druck in das Gerät gepresst werden, da es sonst ständig herausrutscht. Schließt man zusätzlich noch ein SATA-Stromkabel an, können zusätzlich vier PWM-Lüfter und Temperatursensoren an das Panel angeschlossen werden. Der Normal-Modus ist für den Betrieb im DVD-Schacht gedacht und zeigt die aktuelle CPU-Temperatur, Lüfterdrehzahl, BCLK und Multi an. Über die beiden Funktionskeys lassen sich ein paar OC-Profile mit höherem Multi durchschalten und Szenarien für die Lüfterleistung auswählen. Im Fan-Modus benötigt man die zusätzlichen Tasten, die normal im DVD-Laufwerk verschwinden würden. Hier hat man detaillierteren Zugriff auf die Leistung der einzelnen Lüfter. Der Extreme-Modus ist für das Übertakten mit Flüssigstickstoff auf einem Benchtable gedacht. Hier werden die Temperaturen der beiden Sub-Zero-Thermometer angezeigt und man hat Zugriff auf wichtige Spannungen, sowie BCLK und Multi, die schrittweise angehoben werden können.

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Durch die vielen Features und die zuverlässigen Funktionen war das Übertakten auf diesem Board sehr angenehm. Von Haus aus hebt es die sehr konservative Turbo-Leistung des i7 6700K von 4,2GHz auf einem Core / 4GHz auf allen Cores auf 4,2 GHz auf allen Cores an, was auch mit Standard-Spannungen kein Problem darstellt. Wie beim MSI Z170A Xpower Gaming bekamen wir den Prozessor mit 4x 4,7GHz auf 1,36V mit potenter Luftkühlung prime-stable. Die Load Line Callibration hatten wir dabei auf Stufe 5 eingestellt. 4x 4,9Ghz brauchte 1,47V, um unseren Benchmark-Parcour zu überstehen (beim MSI reichten hier 1,43V, allerdings hängt das eher mit unserem neuen 6700k zusammen). Das war allerdings noch lange nicht prime-stable, wofür wir jenseits der 1,5V hätten suchen müssen, was selbst unserer großen Wasserkühlung zu viel wurde. Das automatische Übertakten der 5-Way-Optimization funktioniert schon ganz gut, hängt aber an einer entscheidenden Stelle. Zunächst wird der Multiplier erhöht und mit einem kurzen Lasttest überprüft, bis dieser fehlschlägt. Danach wird eine Stufe zurückgegangen und schrittweise der BCLK erhöht, bis selbiges passiert. So kam das Board in jedem Durchlauf auf 4x 4,85GHz. Danach gab es beim Lasttest aber einen Absturz und beim Reboot nahm das Board plötzlich einen BCLK von maximalen 650 an. Hier sollte man also den letzten stabilen Wert im Kopf behalten und nach dem Absturz eintragen. So bekommt man relativ stressfrei ein gutes OC-Ergebnis, dass allerdings noch lange nicht prime-stable ist. Ansonsten gab es nur beim Setzen des 3000 MHz XMP-Profils Probleme. Danach gab uns das Mainboard die Meldung, es wäre kein RAM installiert. Zugegebenermaßen steht unser 16GB GEIL-Kit nicht auf der Liste unterstützter RAM-Riegel. Setzt man die Werte von 3000MHz, 16-16-16-36 und 1,355V manuell, funktioniert aber alles ohne Probleme.

Beim Übertakten wurde das Board mit soliden Ergebnissen seinem guten Ruf gerecht. Schauen wir uns auf der kommenden Seite an, wie es sich in den Benchmarks schlägt.

Leistung

Schauen wir uns nun an, wie sich unsere gemessen Leistungswerte im Vergleich behaupten können. Getestet haben wir auf folgendem System:

CPU: Intel Core i7 6700K
RAM: GEIL 16GB DDR4-RAM 3000MHz
Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
GPU: MSI GTX 980 GAMING
SSD: Samsung 850 Evo 240 GB
PSU: Be quiet! Dark Power Pro 650W

Wir haben das System zunächst in unseren synthetischen Benchmarks von SiSoft SANDRA und AIDA46 gemessen und danach den etwas praxisnäheren 3D Mark Firestrike in normal und UHD sowie die Benchmarks aus Metro: Last Light Redux und Tomb Raider durchgeführt. Anschließend haben wir dasselbe noch bei 4,7GHz und 4,9GHz wiederholt. In den folgenden Grafiken seht ihr den Vergleich der Werte des Asus Maximus VIII Extreme (kurz Asus M8E) zu unseren bisherigen Messungen:

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In diesen rein synthetischen Prozessor-Benchmarks gelingt es dem Maximus-Board sich in allen Takt-Klassen knapp an die Spitze des 6700K-Felds zu setzen. Mit 4,9Ghz hat man im ersten Test sogar mehr Integer-Leistung als der 1000€ CPU i7 5960X.

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Auch bei den Speicherbenchmarks gewinnt das Maximus gegen unsere beiden bisherigen Boards. Hier scheint die Anbindung hervorragend zu funktionieren.

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Bei diesen etwas praxisnäheren Benchmarks setzt sich das Maximus zwar knapp durch, allerdings ist der Vorsprung noch im Rahmen der Messungsschwankungen und daher nicht wirklich repräsentativ.

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Wie auch schon vorher lassen sich in den Spielebenchmarks bei wachsender CPU-Leistung kaum Leistungssprünge wahrnehmen. Positiv anzumerken ist aber, dass Asus in Metro: Last Light Redux in allen Takt-Klassen Bestwerte liefert.

Fazit

Asus will mit dem Maximus VIII Extreme die Königsklasse dominieren. Das merkt man nicht nur am Preis, sondern besonders an der Ausstattung und Qualität. Das überbreite ATX-Board für den neuen Skylake-Sockel bietet DDR4-Unterstützung mit bis zu 64GB und 3866MHz Übertakt, neueste USB-Standards und Festplattenanschlüsse, ordentliches Onboard-Audio mit Kopfhörer-Verstärker, Intel-LAN und Drahtlos-Verbindungen und ein maximales Übertakter-Erlebnis mit Onboard-Features und einer separaten OC-Station. Die Benchmarks konnte es meist für sich entscheiden und oben drauf gibt es eine starke Optik mit RGB-Beleuchtung und massig Zubehör.

Allerdings gibt es hier und da auch Punkte, die bei dem stattlichen Preis nicht hätten sein müssen. So ist SLI nur mit zwei Nvidia-Karten möglich und im Gegensatz zur Konkurrenz verzichtet man auf Metallschilde auf den PCIe-x16-Slots. Außerdem gibt es nur einen M.2-Slot und es gibt keine Frontanschlüsse für das neue USB 3.1. Auch die dargestellte BIOS-Auflösung könnte heutzutage etwas höher sein und statt der üblichen drei Monitore an der CPU-Grafik lassen sich hier nur zwei verbinden.

Zusammenfassend erhält man mit dem Asus Maximus VIII Extreme ein Board, das in fast allen Bereichen sehr gute, wenn nicht sogar Bestmarken setzt. Die erwähnten Schwächen in der Ausstattung fallen bei dem enormen Preis von 403€ aber schon ins Gewicht und so schrammt es knapp an unserem High-End-Award vorbei und sichert sich dafür unseren Gold- und OC-Award. Es lohnt sich vor allem für engagierte und Extrem-Übertakter, während die meisten Zusatzfeatures für den durchschnittlichen Verbraucher wenig Sinn machen.

Pro:
+Viele OC-Settings im BIOS
+Übersichtliche Software
+Neue Anschlüsse (USB 3.1 mit Typ C, U.2, a/b/g/n/ac-WLAN, Bluetooth 4.0)
+Ordentliches Onboard-Audio + Kopfhörer-Verstärker
+Zuverlässigkeit/OC-Potential
+Separate OC-Station
+Optik mit RGB-Beleuchtung
+Massig Zubehör

Contra:
-Extrem hoher Preis
-Überbreite am rechten Rand
-SLI nur mit 2 Nvidia-Karten
-Kein USB 3.1 an der Front
-BIOS-Auflösung
-Schwache Surround-Simulation

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