Die Strix-Serie bildet innerhalb der Republic of Gamers seit jeher jene Sparte, die sich unmittelbar an Spieler richtet. Während die Crosshair- und Maximus-Modelle vor allem Enthusiasten ansprechen, geht es bei Strix um ein anderes Versprechen: hochwertige Technik in einer Form, die sich im Alltag ohne Umwege erschließt. Mit der ROG Strix LC IV 360 ARGB LCD führt ASUS diese Baureihe in die vierte Generation und stellt dabei eine Neuerung in den Mittelpunkt, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt.
Die Rede ist vom AiO-Q-Connector. Statt Pumpe, Beleuchtung und Display über einzelne Kabel mit dem Mainboard zu verbinden, dockt die Kühlung über ein Kontaktfeld direkt an der dafür vorgesehenen Halterung an. Strom und Steuersignale fließen über diese Verbindung, während das Signal für die Radiatorlüfter verdeckt in der Schlauchummantelung verläuft. Sämtliche sichtbare Verkabelung entfällt damit. Wer schon einmal eine AiO-Wasserkühlung mit drei separat anzuschließenden Lüftern, einem ARGB-Strang und einem USB-Kabel für das Display verlegt hat, erkennt den Reiz dieser Lösung unmittelbar. Vorausgesetzt allerdings, das Mainboard unterstützt sie, denn derzeit gilt dies für lediglich vier Modelle.
Davon abgesehen fällt die Ausstattung aus, wie man es in dieser Klasse erwartet. Ein 360-mm-Radiator aus Aluminium mit drei vormontierten ARGB-Lüftern, die zwischen 800 und 2.500 U/min arbeiten, eine Kupferbodenplatte, textilummantelte Schläuche von 400 mm Länge sowie ein 5,08 Zoll großes IPS-Display auf der Pumpeneinheit, das sich über die ASUS-Software frei belegen lässt. Sechs Jahre Garantie und ein Straßenpreis von rund 200 Euro runden das Bild ab.
Zwei Fragen bleiben damit offen, und um sie dreht sich unser Test. Wie viel Kühlleistung stellt diese AiO-Wasserkühlung tatsächlich bereit, wenn ein Ryzen 9 9950X unter Volllast an ihr hängt? Und in welchem Verhältnis steht diese Leistung zur Geräuschentwicklung, wenn drei Lüfter mit bis zu 2.500 U/min arbeiten dürfen? Beides klären wir in unserem Test.
Verpackung, Inhalt, Daten
Verpackung


Schon die Verpackung lässt keinen Zweifel daran, in welchem Umfeld sich die ROG Strix LC IV 360 ARGB LCD bewegt. Der Karton wirkt stabil und wertig verarbeitet, während die tiefschwarze Grundfarbe dem Produkt eine edle Ausstrahlung verleiht. Die roten Applikationen setzen dazu einen deutlichen Kontrast und tragen die Identität der Republic of Gamers unmittelbar nach außen. Besonders gelungen finden wir die Gestaltung des Schriftzugs. Die Modellbezeichnung ist in feinen Farbverläufen ausgeführt und greift damit bereits auf der Verpackung jenen ARGB-Gedanken auf, der das Produkt selbst prägt.
Während viele Hersteller ihre Kartons in erster Linie als Transportmittel betrachten, verfolgt ASUS hier einen anderen Anspruch. Der Käufer soll bereits vor dem Öffnen das Gefühl erhalten, ein hochwertiges Produkt erworben zu haben. Unter Spielern erfüllt eine solche Verpackung durchaus die Funktion eines Statussymbols, und genau dieses Empfinden stellt sich hier ein.

Auch inhaltlich ist die Verpackung umfassend gestaltet. Eine Seitenfläche listet sämtliche technischen Daten auf, von den Abmessungen und Materialien über Drehzahlbereich, statischen Druck, Luftdurchsatz und Lautstärke bis hin zum Display, der Sockelkompatibilität und dem Garantiezeitraum. Ergänzt wird diese Übersicht um eine piktografische Darstellung des Lieferumfangs sowie einen kurzen Vermerk zu den Personalisierungsmöglichkeiten des Displays über die Aura-Software. Wer vor dem Regal steht, erhält damit sämtliche Informationen, die für eine Kaufentscheidung erforderlich sind.
Eine Angabe vermissen wir an dieser Stelle allerdings. Der AiO-Q-Connector wird als erstes von drei Merkmalen beworben und verspricht dem Käufer einen aufgeräumten Aufbau ohne sichtbare Verkabelung. Dass diese Verbindung ausschließlich mit einer Handvoll aktueller ASUS-Mainboards funktioniert, erfährt man jedoch weder auf der Front noch in der Datenübersicht. Die Liste der unterstützten Modelle erschließt sich erst nach dem Öffnen, über einen QR-Code im Handbuch. Wer kein passendes Mainboard besitzt, greift zum beiliegenden Kabelsatz und erhält damit eine gewöhnliche AiO-Wasserkühlung. Angesichts der Bedeutung, die ASUS diesem Merkmal beimisst, wäre ein entsprechender Vermerk auf der Verpackung durchaus angebracht gewesen.


Nach dem Öffnen setzt sich der positive Eindruck fort. Sämtliche Komponenten sind in separaten Kartonagen untergebracht und liegen sauber sortiert sowie übersichtlich angeordnet in der Grundverpackung. Jedes Bauteil besitzt seinen festen Platz, wodurch sich nicht nur der Transportschutz, sondern auch der Überblick beim Auspacken deutlich verbessert. Gerade bei einer AiO-Wasserkühlung mit umfangreichem Montagematerial ist dies keineswegs selbstverständlich.
Inhalt

Der Lieferumfang fällt auf den ersten Blick übersichtlich aus, erweist sich bei genauerer Betrachtung jedoch als genau auf das Montagekonzept zugeschnitten. Neben Radiator und Pumpeneinheit finden sich die Halterungen für die unterstützten Sockel, ein Kabelsatz nebst Adaptern für die Beleuchtung, der Q-Connector-Plug, eine flexible Schlauchhalterung, das Montagematerial sowie ein Satz ROG-Aufkleber im Karton.

Der wichtigste Punkt erschließt sich dabei erst beim Blick auf den Radiator. Die drei Lüfter sind nicht etwa lose beigelegt, sondern bereits werkseitig zu einer Einheit mit dem Radiator verbunden. Damit entfallen sämtliche Schrauben, mit denen andernorts zwölf Bohrungen einzeln getroffen werden wollen. Übrig bleiben vier Schrauben für die Pumpeneinheit sowie zwölf für die Befestigung der Radiatoreinheit im Gehäuse. Mehr ist nicht erforderlich.
Ebenso konsequent fällt die Lösung für Anwender ohne passendes Mainboard aus. Der Q-Connector-Plug wird auf das Kontaktfeld der Pumpeneinheit gesetzt und stellt über einen USB-C-Anschluss die Verbindung zum beiliegenden Kabelsatz her. Von dort aus gelangen die Signale klassisch an Lüfteranschluss, USB-Header und ARGB-Verteiler. Die Kühlung lässt sich damit auf jeder unterstützten Plattform betreiben, lediglich der kabellose Aufbau bleibt den vier kompatiblen Modellen vorbehalten.

Zwei Kleinigkeiten hätten wir uns dennoch gewünscht. Reinigungstücher und ein Applikationsrahmen für die Wärmeleitpaste sind zwar bei werkseitig aufgetragener Paste nicht zwingend erforderlich, erleichtern jedoch jeden späteren Wechsel des Prozessors erheblich. Schwerer wiegt, dass dem Karton keine vollständige Installationsanleitung beiliegt. Erfahrenen Anwendern erschließt sich der Aufbau zwar ohne Weiteres, wer seine erste AiO-Wasserkühlung montiert, muss die Anleitung jedoch zunächst von der Herstellerseite laden. Bei einem Produkt, das mit einem besonders einfachen Aufbau wirbt, wäre ein gedrucktes Exemplar die naheliegendere Wahl gewesen.
Daten
| Technische Daten – ROG STRIX LC IV 360 ARGB LCD | |
|---|---|
| Water Block Dimension Material | 123,2 x 99 x 91,7 mm (L x B x T) Kupfer |
| Radiator Dimension Material Schlauch Schlauchlänge | 397 x 120 x 27 mm (L x B x T) Aluminium Gewebeummantelter verdichteter Gummischlauch 400 mm |
| Lüfter Größe Dimension Geschwindigkeit Statischer Luftdruck Air Flow Lautstärke Anschluss | 3 x 120 mm 360 x 124 x 26,5 mm (L x B x T) 800 – 2.500 RPM +/- 10% 4,36 mmH2O 82,57 CFM 35,78 dB(A) PWM |
| Features Display AURA Sync Support Treiber | 5,08″ IPS LCD Ja ASUS InfoHub |
| Kompatibilität AMD Intel | AM5, AM4 LGA 1851, LGA 1700 |
| Garantie | 6 Jahre |
| UVP | 234,00 € |
Details
Gesamteindruck
Nimmt man die ROG Strix LC IV 360 ARGB LCD zum ersten Mal aus der Verpackung, fällt unmittelbar auf, dass Radiator und Lüfter keine getrennten Bauteile mehr sind, sondern eine feste Einheit bilden. Diese Konstruktion macht das gesamte System etwas schlanker und sorgt dafür, dass sich die Kühlung angenehm handhaben lässt. Naheliegend erscheint uns dabei, dass ASUS diesen Weg nicht allein aus Gründen der Montage gewählt hat. Erst die feste Verbindung erlaubt es, die Beleuchtung durchgängig in den Rahmen zu integrieren, anstatt sie auf einzelne Lüfter zu verteilen.


Der Verbund wirkt dabei zu keinem Zeitpunkt leichtgewichtig, sondern durchweg massiv. Sämtliche Lamellen des Radiators sind gleichmäßig ausgerichtet und frei von Graten, die Übergänge zwischen Lüftereinheit und Rahmen sitzen spielfrei und die Lackierung ist bis in die Randbereiche sauber ausgeführt. Wir haben an mehreren Stellen genauer hingesehen und keine Auffälligkeit gefunden. In der Verarbeitungsqualität bewegt sich die Strix LC IV damit auf demselben hohen Niveau, das wir zuletzt der Noctua NL-LC1-36 bescheinigt haben.
Ebenso überzeugend präsentieren sich die Oberflächen. Die matt gehaltenen Flächen der Pumpeneinheit nehmen im Alltag keine Fingerabdrücke an, lediglich das spiegelnde Display zeigt sich erwartungsgemäß empfindlicher. Besonders gefallen hat uns der Übergang zwischen Pumpeneinheit und Display. Obwohl es sich um zwei getrennte Bauteile handelt, gehen beide nahtlos ineinander über und vermitteln den Eindruck eines monolithischen Blocks. Von einer aufgesetzten Zusatzkomponente kann hier keine Rede sein.

Auch die Schläuche fügen sich in dieses Bild ein. Sie sind vollständig gewebeummantelt und das darunterliegende Gummi ist ausgesprochen dicht gefertigt, wodurch sie ihre Form behalten, ohne starr zu wirken. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei die Übergänge. Sowohl an der Pumpeneinheit als auch am Radiator bestehen die Anschlüsse aus massivem Metall und sind sauber verarbeitet. Dort, wo andere Hersteller auf Kunststoff zurückgreifen und damit ausgerechnet an der empfindlichsten Stelle des Kreislaufs sparen, vermittelt die Strix LC IV einen ausgesprochen langlebigen Eindruck. Lediglich die Kabel selbst hat ASUS nicht ummantelt. Bei einer Kühlung, deren gesamtes Konzept darauf abzielt, Kabel unsichtbar zu machen, fällt dies zwar kaum ins Gewicht, wäre auf Plattformen ohne Q-Connector jedoch ein schöner Abschluss gewesen.
Ein Detail ist uns beim Blick auf die Auflageflächen der Lüfter aufgefallen. Eine Entkopplung zwischen Lüfterrahmen und Radiator ist nicht erkennbar, die Lüfter sitzen unmittelbar an der Einheit. Genau dieser Punkt hatte bereits bei unserem letzten Testkandidaten Spuren in der Geräuschkulisse hinterlassen, und auch hier bleibt er nicht ohne Folgen. Wie deutlich sich das im Betrieb bemerkbar macht, klären wir im Praxisteil.
Radiator und Lüftereinheit

Der Radiator misst 397 x 120 x 27 mm und besteht aus Aluminium. Für sich genommen wäre das wenig bemerkenswert, denn in diesen Abmessungen bewegen sich nahezu sämtliche Modelle dieser Klasse. Entscheidend ist vielmehr, was ASUS mit den Lüftern gemacht hat. Sie liegen dem Paket nicht einzeln bei, sondern bilden mit 360 x 124 x 26,5 mm eine geschlossene Einheit, die bereits werkseitig mit dem Radiator verbunden ist.

Während andere Hersteller drei separate Lüfter beilegen, die zunächst ausgerichtet, verschraubt und anschließend einzeln angeschlossen werden wollen, entfällt dieser Schritt hier vollständig. Der Anwender erhält ein fertiges Bauteil, das lediglich noch im Gehäuse befestigt werden muss. Zusammen ergibt sich eine Bauhöhe von rund 53,5 mm, was in unserem Antec FLUX Pro Noctua Edition zu keinerlei Konflikten führte. Weder die Kühlkörper des Mainboards noch die Speichermodule kamen der Einheit in die Quere.

Auch elektrisch folgt die Konstruktion diesem Gedanken, allerdings nicht ganz so konsequent, wie es die Produktkommunikation vermuten lässt. Sämtliche drei Rotoren arbeiten als gemeinsamer Strang und werden über ein einziges PWM-Kabel geregelt, das am Anschluss für den Prozessorlüfter endet. Ein zweites Kabel übernimmt die Beleuchtung und wird am ARGB-Anschluss des Mainboards angeschlossen. Beide treten am Radiator aus und lassen sich unmittelbar hinter dem Gelenk hinter den Mainboardtray führen, sodass sie im sichtbaren Bereich überhaupt nicht in Erscheinung treten. Festzuhalten bleibt dennoch, dass der kabellose Ansatz ausschließlich Pumpe und Display betrifft. Die Lüfter werden weiterhin klassisch mit dem Mainboard verbunden.

Deutlich aufwendiger als erwartet fällt die Beleuchtung aus. An der Vorderkante der Lüftereinheit sitzt ein durchgehendes Leuchtband, das keineswegs nur farbiges Licht abgibt, sondern eine aufgedruckte Grafik hinterleuchtet. Pixelmuster, der Schriftzug „Republic of Gamers“ sowie die bekannten Koordinaten des ASUS-Hauptsitzes treten dabei hervor, während sich die Farben als Verlauf über die gesamte Länge ziehen. Ergänzt wird dies um je einen Leuchtring, der das zentral platzierte Logo der einzelnen Lüfter umschließt und sich unabhängig vom Band ansteuern lässt. Das Ergebnis ist ein Lichtbild, das nicht aus drei einzelnen Punkten besteht, sondern die gesamte Einheit als zusammenhängende Fläche erscheinen lässt. In einem Gehäuse mit Sichtfenster zahlt sich dieser Ansatz unmittelbar aus.
So überzeugend das Konzept im Alltag funktioniert, es hat eine Kehrseite. Was fest verbunden ist, lässt sich nicht mehr austauschen. Wer eigene Lüfter bevorzugt oder nach Jahren einen einzelnen defekten Rotor ersetzen möchte, findet hier keine einfache Lösung, denn ASUS hat die Kühlung konsequent als Gesamtpaket konzipiert. Angesichts von sechs Jahren Garantie relativiert sich dieser Punkt erheblich, wer seine Hardware jedoch gern selbst zusammenstellt, sollte ihn vor dem Kauf bedenken.
Schläuche, Anschlüsse und Schlauchhalterung
Die Schläuche der Strix LC IV messen 400 mm und sind vollständig gewebeummantelt. Das darunterliegende Gummi ist dabei ausgesprochen dicht gefertigt, was dem gesamten Strang eine spürbar höhere Steifigkeit verleiht als bei manchem Konkurrenzprodukt. Für sich genommen wäre das ein Nachteil, denn ein steifer Schlauch verlangt beim Verlegen mehr Kraft und neigt dazu, die Pumpeneinheit mitzuziehen.
Genau hier setzt ASUS jedoch an, und das Ergebnis zählt für uns zu den Höhepunkten dieses Tests. Am Radiator sitzen die Schläuche nicht in starren Anschlüssen, sondern in vollwertigen Kugelgelenken, die sich in nahezu jede Richtung um 60 bis 70 Grad bewegen lassen. An der Pumpeneinheit findet sich ebenfalls ein Gelenk, dort allerdings auf eine Achse beschränkt und mit einem Winkelbereich von rund 80 Grad in beide Richtungen. Diese Einschränkung ist keineswegs eine Nachlässigkeit, sondern folgt der Konstruktion, denn an dieser Stelle verläuft der Kreislauf unmittelbar durch die Pumpe.
Die Wirkung dieser Lösung erschließt sich unmittelbar beim ersten Verlegen. Wo andernorts der Schlauch selbst nachgeben muss, übernimmt hier das Gelenk die Bewegung. Die Steifigkeit des Materials wird dadurch nicht nur ausgeglichen, sie verliert schlicht ihre Bedeutung. Die Schläuche sind nicht flexibler geworden, sie müssen es nur nicht mehr sein.
Die Verarbeitung der Anschlüsse fügt sich in dieses Bild. Sämtliche Gelenke bestehen aus massivem Metall, laufen sauber und ohne Spiel und vermitteln einen ausgesprochen langlebigen Eindruck. Während andere Hersteller ausgerechnet an der empfindlichsten Stelle des Kreislaufs auf Kunststoff zurückgreifen, investiert ASUS hier sichtbar in Material.


In unserem Antec FLUX Pro Noctua Edition erwies sich die Schlauchlänge als genau passend. In kleineren Gehäusen dürfte hingegen eine geringe Überlänge verbleiben, die untergebracht werden will. Und genau dafür liegt ein Bauteil bei, das man bei kaum einem Konkurrenzprodukt findet. Die mitgelieferte Schlauchhalterung fasst beide Schläuche und lässt sich in ihrer Breite um bis zu fünf Zentimeter verstellen, wodurch sich der Abstand frei an den Verlauf anpassen lässt. Einmal gesetzt, sitzt sie erstklassig und verrutschte während unseres gesamten Testzeitraums zu keinem Zeitpunkt.

In einem großzügig dimensionierten Gehäuse bleibt dies ein hübsches Detail. In kompakten Systemen hingegen wird daraus ein echter Gewinn, denn die Halterung wirkt als Formgeber und zwingt beide Schläuche in eine saubere, parallele Linie. Dass sich ein Hersteller überhaupt Gedanken darüber macht, wie die Schläuche später aussehen sollen, ist in dieser Produktkategorie keineswegs selbstverständlich.
Die beiden Kabel für Drehzahlregelung und Beleuchtung verlaufen dabei nicht etwa gemeinsam mit den Schläuchen. Sie treten unmittelbar hinter dem Kugelgelenk aus und lassen sich direkt hinter den Mainboardtray führen, um erst in unmittelbarer Nähe der Anschlüsse wieder hervorzutreten. Im sichtbaren Bereich des Gehäuses sind sie damit zu keinem Zeitpunkt wahrnehmbar.
Pumpeneinheit und Kühlplatte


Die Pumpeneinheit misst 123,2 x 99 x 91,7 mm und fällt damit nicht eben zierlich aus. ASUS setzt auf ein Gehäuse aus PPS-Kunststoff, ein Laufwerk mit Keramiklager sowie eine Kupferplatte mit Mikrokanalstruktur. Weiterführende Angaben macht der Hersteller allerdings nicht. Weder zur Fördermenge noch zur Drehzahl findet sich im Datenblatt ein Wert, was bei einer Kühlung dieser Preisklasse durchaus überrascht. In der Praxis lässt sich die Lücke schließen, denn sowohl die Armoury Crate als auch die hauseigene Steuersoftware melden übereinstimmend rund 3.380 U/min im Normalbetrieb.

Die Unterseite dominiert eine großzügig dimensionierte Kupferplatte, die von zehn Schrauben gehalten wird. ASUS verzichtet dabei auf eine Vernickelung und setzt auf blankes Kupfer, was dem Bauteil nicht nur optisch zugutekommt. Den Heatspreader unseres Ryzen 9 9950X deckt sie mit reichlich Reserve ab, sodass auch die Randbereiche vollständig erfasst werden.
Den eigentlichen Moment dieses Kapitels erlebt man jedoch erst, wenn man die Schutzfolie abzieht. Die Wärmeleitpaste ist bereits werkseitig aufgetragen, und zwar nicht als Klecks oder gleichmäßige Schicht, sondern exakt in Form des ROG-Logos. Der Schriftzug steht mittig, flankiert von den charakteristischen diagonalen Streifen, sauber abgegrenzt und offenkundig über eine Schablone appliziert. Was technisch keinerlei Unterschied macht, verändert den Einbau spürbar. Wer schon Dutzende Kühler montiert hat, hält hier einen Augenblick inne, und genau darum geht es. ASUS verkauft kein Bauteil, sondern ein Erlebnis, und dieser Anspruch zieht sich vom Karton bis unter die Schutzfolie.
Ganz ohne Zweifel blieben wir dabei allerdings nicht. Ein Logo bedeckt naturgemäß nicht die gesamte Fläche, sondern lediglich die Struktur aus Schriftzug und Streifen. Beim Aufsetzen der Pumpeneinheit stellt sich daher unweigerlich die Frage, ob diese Menge ausreicht. Vorweggenommen sei an dieser Stelle, dass sich unsere Bedenken vollständig zerstreut haben. Die späteren Messungen zeigen keinerlei Auffälligkeiten, im Gegenteil. Die Optik kostet hier nichts.

Eine Einschränkung gilt es dennoch zu beachten. Die Pumpeneinheit lässt sich nicht in beliebiger Ausrichtung montieren. Vorgegeben wird die Richtung zum einen durch das Kontaktfeld des Q-Connectors, zum anderen durch das Display, das schließlich aufrecht stehen soll. Wer seine Hardware gern frei ausrichtet, verliert hier eine Freiheit, gewinnt im Gegenzug jedoch die Gewissheit, dass am Ende alles so sitzt, wie es vorgesehen ist.

Positiv aufgefallen ist uns hingegen ein Detail, das sich erst im Alltag erschließt. Um an die Speichermodule zu gelangen, muss die Pumpeneinheit nicht demontiert werden. Es genügt, das Display abzunehmen, welches lediglich magnetisch gehalten wird und sich in Sekunden lösen lässt.
Display

Mit 5,08 Zoll liest sich die Diagonale des Displays zunächst unspektakulär. In der Praxis wird daraus jedoch ein Bauteil, das eine ausgewachsene Handfläche verdeckt und die Pumpeneinheit vollständig dominiert. Wer die Zahl im Datenblatt überfliegt, unterschätzt, welchen Raum dieses Element im Gehäuse tatsächlich einnimmt.
Technisch setzt ASUS auf ein IPS-Panel mit 720 x 720 Bildpunkten und einer Bildwiederholrate von 60 Hz. Gerade der letzte Wert verdient Beachtung, denn für ein Pumpendisplay ist er ausgesprochen üppig bemessen. Während vergleichbare Lösungen ihre Inhalte oft sichtbar ruckelnd wiedergeben, lassen sich hier auch komplexe Animationen vollkommen flüssig darstellen. Der Unterschied fällt sofort auf und hebt die Darstellung von einer bloßen Statusanzeige auf das Niveau eines echten Bildschirms.
Ebenso überzeugend fällt die Ablesbarkeit aus. Sämtliche Werte ließen sich während unseres Testzeitraums sowohl bei Tageslicht als auch im abgedunkelten Raum aus nahezu jeder Blickrichtung problemlos erfassen. Lediglich die Hintergrundanimationen treten der Lesbarkeit gelegentlich in die Quere, wenn sich helle Bildbereiche mit der Schrift überlagern. Da niemand dauerhaft auf den Pumpendeckel blickt, bleibt dieser Punkt jedoch folgenlos.


Besonders gelungen ist die Befestigung. Das Display wird ausschließlich magnetisch gehalten und findet dabei eine ausgesprochen gute Balance zwischen festem Sitz und einfacher Handhabung. Da über den Q-Connector keinerlei Kabel zum Display führen, genügt ein Griff, um es abzunehmen. Wer an die Speichermodule gelangen möchte, muss die Kühlung nicht demontieren, sondern lediglich das Display kurz beiseitelegen.
Die Inhalte selbst verwaltet eine eigene Software, die ASUS unter dem Namen ROG Strix LC & SLC IV Series bereitstellt. Sie erlaubt es, Temperaturen, Lüfterdrehzahlen, Spannungen und Taktraten als frei platzierbare Elemente auf der Fläche anzuordnen, dazu lassen sich eigene Inhalte in den Formaten PNG, JPG, GIF, MP4 und AVI einbinden. Ein integriertes Werkzeug zur Ausrichtung des sichtbaren Bildausschnitts sorgt dafür, dass auch Material im falschen Seitenverhältnis sauber sitzt. Das Ergebnis sieht ausgesprochen gut aus. Zu erwähnen bleibt allerdings, dass die Armoury Crate hierfür nicht ausreicht. Sie liest die Sensorik der Kühlung zwar aus, für die eigentliche Konfiguration muss die Zusatzsoftware jedoch separat von der Supportseite geladen werden. Ein Hinweis darauf findet sich weder auf der Verpackung noch im Lieferumfang.
Damit schließt sich der Kreis zu einer Beobachtung, die sich durch dieses gesamte Kapitel zieht. Die Strix LC IV nimmt ihrem Besitzer an mehreren Stellen Entscheidungen ab, die er andernorts selbst treffen dürfte. Die Lüfter sind gesetzt, die Ausrichtung der Pumpeneinheit ebenfalls. Auf dieser Fläche jedoch gibt sie die Kontrolle vollständig zurück. Wer möchte, überwacht hier seine Sensorik, wer lieber Bilder zeigt, projiziert Urlaubsaufnahmen oder Familienfotos über den Prozessor. Was diese Kühlung dem Anwender an Freiheit nimmt, gibt sie ihm auf diesen fünf Zoll zurück.
AiO-Q-Connector

Zum Abschluss dieses Kapitels lohnt ein Blick auf jenes Bauteil, das der Strix LC IV ihre Sonderstellung verschafft. An der Stirnseite der Pumpeneinheit sitzt anstelle der üblichen Buchsen ein Kontaktfeld mit zwölf vergoldeten Federstiften. Das Gegenstück findet sich am Mainboard. Setzt man die Pumpeneinheit auf, schließt sich die Verbindung von selbst.


Übertragen werden darüber sowohl die Versorgungsspannung als auch sämtliche Steuersignale für Pumpe und Display. Ein Kabel wird an dieser Stelle nicht mehr benötigt, und genau darin liegt der Reiz. Wer kein passendes Mainboard besitzt, setzt stattdessen den beiliegenden Q-Connector-Plug auf dasselbe Kontaktfeld und führt die Signale über dessen USB-C-Anschluss klassisch nach außen. Die Kühlung funktioniert dadurch auf jeder unterstützten Plattform, lediglich der aufgeräumte Aufbau bleibt vier Modellen vorbehalten.
Ob dieses Prinzip im Alltag tatsächlich hält, was es verspricht, entscheidet sich nicht am Datenblatt, sondern beim Einbau. Genau dorthin führt uns das nächste Kapitel.
Praxis
Montage

Noch bevor die erste Schraube angesetzt wird, steht eine Entscheidung an, die über den gesamten weiteren Ablauf bestimmt. Die Strix LC IV verlässt das Werk in der kabelgebundenen Ausführung, der Q-Connector-Plug sitzt also bereits auf dem Kontaktfeld der Pumpeneinheit. Wer die kabellose Variante nutzen möchte, muss ihn zunächst entfernen. Dieser Punkt mag banal klingen, entscheidet jedoch darüber, ob der Einbau flüssig verläuft oder ob sich die Pumpeneinheit später noch einmal lösen lässt. Unser Rat lautet daher, diese Frage vor dem Auspacken zu klären. Wer ein Mainboard mit Kontaktfeld besitzt, tauscht zuerst, baut danach ein und spart sich den Umweg.

Die Vorbereitung selbst fällt denkbar kurz aus. Auf AM5 ist die Kühlung werkseitig ausgelegt und nutzt schlicht die Halterung, die ohnehin bereits am Mainboard sitzt. Eine separate Backplate wird nicht benötigt, sie liegt lediglich für Intel-Systeme bei. Wer auf AMD setzt, überspringt damit einen kompletten Arbeitsschritt.


Auch die Radiatoreinheit erwies sich als deutlich handlicher, als ihre Abmessungen vermuten lassen. Trotz der festen Verbindung aus Radiator und drei Lüftern liegt sie griffig in der Hand und ließ sich problemlos einhändig ausrichten und verschrauben. Bewährt hat sich dabei ein Vorgehen, das wir jedem Anwender ans Herz legen möchten. Zunächst wird lediglich eine Schraube an einer Ecke leicht angezogen, anschließend eine zweite an der diagonal gegenüberliegenden Seite. Von diesem Moment an hält die Einheit von selbst, und beide Hände bleiben frei.

Erst danach folgt die Pumpeneinheit. Hier zahlt sich aus, dass das Display lediglich magnetisch gehalten wird. Nimmt man es vor der Montage ab, liegen sämtliche Verschraubungen frei zugänglich vor einem. Die vier Schrauben selbst sind gefedert und bereits werkseitig in der Pumpeneinheit geführt, können also weder verloren gehen noch im Gehäuse verschwinden. Auch an dieser Stelle setzt ASUS konsequent auf ein Prinzip, das sich durch das gesamte Produkt zieht. Was nicht verloren gehen kann, muss auch nicht gesucht werden.


Ein gleichmäßiger Anpressdruck stellt sich dabei ohne Mühe ein. Wir empfehlen dennoch, die Schrauben nach und nach über Kreuz handfest anzuziehen, damit sich der Druck auf den Heatspreader gleichmäßig aufbaut. Einen Moment der Unsicherheit gab es beim Aufsetzen auf das Kontaktfeld zu keinem Zeitpunkt. Da sich das Display abnehmen lässt, liegt die Verbindung offen vor einem und man erkennt unmittelbar, ob alles sitzt.
Anschließend empfiehlt sich ein kurzer Testlauf, bevor die übrigen Schrauben des Radiators angezogen werden. Springt das System an und meldet sich das Display, folgt der Rest. Sollte hingegen etwas nicht stimmen, erspart man sich auf diesem Weg, sämtliche Verschraubungen erneut lösen zu müssen. Geübte Anwender bewegen sich damit deutlich unter dreißig Minuten, sofern sie sich nicht von den vielen Details ablenken lassen, die es unterwegs zu entdecken gibt. Wer hingegen die kabelgebundene Variante wählt, sollte etwas mehr Zeit einplanen, denn das Verlegen der Anschlüsse fällt spürbar aufwendiger aus.
Testsystem und Methodik

Zum Einsatz kam dasselbe System, das bereits unseren vorangegangenen Tests zugrunde lag. Den Unterbau bildet ein ASUS ROG Crosshair X870E Dark Hero mit einem AMD Ryzen 9 9950X, ergänzt um 32 GB Crucial Pro OC DDR5 in zwei Modulen, eine KFA2 GeForce RTX 5070 Ti HOF, eine Samsung 980 Pro sowie ein Antec Signature Titanium mit 1000 Watt. Als Gehäuse dient das Antec FLUX Pro Noctua Edition, dessen sechs Lüfter, drei 140-mm-Modelle in der Front, ein weiteres im Heck sowie zwei 120-mm-Lüfter im Boden, wie gewohnt über die gehäuseeigene Steuerung betrieben wurden. Sämtliche Messungen erfolgten bei einer Raumtemperatur von 21 °C.
Im UEFI war lediglich das Speicherprofil EXPO I aktiv, auf jegliche Übertaktung haben wir verzichtet. Ebenso bewusst haben wir davon abgesehen, die Lüftersteuerung der AiO-Wasserkühlung zu individualisieren. Stattdessen arbeitete die Kühlung durchgehend mit jener Kurve, die das Mainboard von Haus aus vorgibt und die sich anhand der Prozessortemperatur selbst reguliert.
Diese Entscheidung ist erklärungsbedürftig, denn sie kostet Bestwerte. Uns ging es jedoch nicht darum, das theoretische Maximum dieser Kühlung zu ermitteln, sondern jenen Zustand abzubilden, in dem sie bei den allermeisten Anwendern tatsächlich betrieben wird. Wer eine AiO-Wasserkühlung dieser Klasse erwirbt, steckt anschließend selten Stunden in die Feinabstimmung von Lüfterkurven. Genau dieser reale Kontext sollte unseren Messungen zugrunde liegen.
Erfasst wurden sämtliche Werte über HWiNFO64, einmal im Leerlauf und einmal unter voller Prozessorlast im Cinebench. Ergänzend haben wir den Turbomodus der Lüftersteuerung aktiviert, um auch das obere Ende des Drehzahlbereichs zu betrachten. Für den regulären Betrieb war er zu keinem Zeitpunkt erforderlich, was bereits an dieser Stelle einen Hinweis auf die vorhandenen Reserven gibt.
Temperaturen

Im Leerlauf bewegte sich der Ryzen 9 9950X bei einer durchschnittlichen Temperatur von 41,8 °C, wobei der niedrigste erfasste Wert bei 39,2 °C lag. Vereinzelte Spitzen von bis zu 56,2 °C gehen dabei nicht auf die Kühlung zurück, sondern auf die kurzen Lastwechsel, mit denen ein moderner Prozessor auf Hintergrundaktivitäten reagiert. Deutlicher wird das Bild beim Blick auf die einzelnen Chiplets. Das erste CCD pendelte sich bei 32,9 °C ein, das zweite sogar bei lediglich 27,2 °C. Auch die Spannungsversorgung blieb mit 31,0 °C vollkommen unbeeindruckt.

Unter voller Prozessorlast im Cinebench stieg die Temperatur auf maximal 71,6 °C, während sich über den gesamten Durchlauf ein Mittelwert von 61,4 °C ergab. Für einen Prozessor dieser Klasse ist das ein ausgesprochen komfortables Niveau, zumal wir auf jede Optimierung der Lüfterkurve verzichtet haben. Die beiden Chiplets erreichten dabei 73,9 beziehungsweise 70,8 °C in der Spitze, im Mittel jedoch lediglich 57,8 und 54,7 °C. Genau diese Differenz zwischen Spitzenwert und Durchschnitt verdient Beachtung, denn sie zeigt, wie schnell die Kühlung kurzzeitige Lastspitzen wieder abführt.
Ebenso unkritisch verhielten sich die übrigen Sensoren. Der Hotspot des I/O-Dies erreichte maximal 50,0 °C, die Spannungsversorgung der Kernspannung 47,0 °C und jene des SoC 44,9 °C. Sämtliche Werte bewegen sich damit weit entfernt von jedem kritischen Bereich, und eine thermische Drosselung trat zu keinem Zeitpunkt auf.
Noch entspannter fällt das Bild beim Spielen aus. Hier lagen die Temperaturen rund 15 °C unterhalb der Werte aus dem Cinebench und bewegten sich damit im Bereich von etwa 57 °C. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn kaum ein Spiel fordert sämtliche sechzehn Kerne gleichzeitig so vollständig wie ein Renderer. Für die Praxis bedeutet dies, dass die Strix LC IV in ihrem eigentlichen Einsatzgebiet noch nicht einmal in die Nähe ihrer Grenzen gerät.
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieses Kapitels steht jedoch zwischen den Zahlen. Sämtliche Messungen entstanden ohne Eingriff in die Lüftersteuerung, allein mit jener Kurve, die das Mainboard vorgibt. Der Turbomodus wurde zu keinem Zeitpunkt benötigt, weder im Benchmark noch beim Spielen. Die Kühlung hält also selbst unter Volllast noch Reserven bereit, die sich bei Bedarf abrufen lassen. Wie sich diese Reserven akustisch bemerkbar machen, klären wir im folgenden Kapitel.
Lautstärke

Bevor wir über Wahrnehmung sprechen, lohnt ein Blick auf die Drehzahlen. ASUS gibt für die Lüfter einen Bereich von 800 bis 2.500 U/min an und nennt eine maximale Lautstärke von 35,78 dB(A). Dieser Wert gilt jedoch am oberen Ende der Skala. In unserem Testsystem erreichten die Radiatorlüfter unter voller Prozessorlast maximal 1.340 U/min, die Pumpe arbeitete dabei konstant mit 3.407 U/min. Die Kühlung bewegt sich im Alltag also in etwa der Hälfte ihres Drehzahlbereichs, und sämtliche Aussagen zur Lautstärke müssen vor diesem Hintergrund betrachtet werden.
Der Grund dafür liegt in den Temperaturen. Solange der Prozessor unterhalb von 80 °C bleibt, sieht die hinterlegte Lüfterkurve schlicht keinen Anlass, weiter aufzudrehen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Geräuschkulisse zwischen fünfzig und einhundert Prozent Prozessorlast praktisch nicht mehr verändert. Wer sein System fordert, hört deshalb nicht zwangsläufig mehr als jemand, der es nur zur Hälfte auslastet.
Im Leerlauf und bei Teillast unterhalb von fünfzig Prozent bewegt sich der Prozessor unter 50 °C, und in diesem Zustand lässt sich das System schlicht als leise bezeichnen. Auch im Spielbetrieb, und damit in jenem Szenario, für das diese Kühlung entwickelt wurde, pendelte sich die Temperatur im Mittel bei rund 55 °C ein. Die Geräuschentwicklung verschwindet hier vollständig hinter dem Klang des Spiels und spielt im Alltag damit keine Rolle.
Wahrnehmbar bleibt die Kühlung dennoch und an dieser Stelle möchten wir nichts beschönigen. Man hört sie, allerdings ausschließlich als Luftstrom. Ein Brummen, Pfeifen oder einzelne hervortretende Frequenzen konnten wir zu keinem Zeitpunkt feststellen, wofür die Konstruktion der Rotoren verantwortlich sein dürfte. Auch die Pumpe ließ sich aus diesem Geräuschbild nicht heraushören. Wahrgenommen wird der Airflow, nicht die Mechanik.

Anders verhält es sich im Turbomodus. Hier wird die Kühlung deutlich hörbar, und genau an diesem Punkt macht sich bemerkbar, dass die Lüfter nicht vom Radiator entkoppelt sind. Erreicht wird dieser Zustand auf natürlichem Wege allerdings nicht, denn die Lüfterkurve fordert ihn schlicht nie an. Relevant wird er ausschließlich für Anwender, die ihren Prozessor dauerhaft an dessen Grenze betreiben. Wer zu dieser kleinen Gruppe gehört, kann sich mit Gummiringen zwischen Radiator und Gehäuse behelfen, was bereits spürbar hilft. Der eigentliche Anspruch einer Strix-Kühlung liegt jedoch erkennbar woanders.
Damit lässt sich die Frage aus unserer Einleitung beantworten. Es gibt konkurrierende AiO-Wasserkühlungen, die leiser arbeiten, das soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Sie erkaufen sich diesen Vorteil jedoch mit einer Kühlleistung, die rund vier Kelvin unterhalb dessen liegt, was die Strix LC IV erreicht. Für uns ist das ein ausgesprochen tragfähiger Kompromiss, denn wahrnehmbar bedeutet hier eben nicht störend.
Software

Nach dem Einbau folgt die Einrichtung, und hier führt kein Weg an einem separaten Download vorbei. Die Armoury Crate liest zwar sämtliche Sensorwerte der Kühlung aus, für die Konfiguration des Displays stellt ASUS jedoch ein eigenes Programm bereit, das unter dem Namen ROG Strix LC & SLC IV Series auf der Supportseite zu finden ist. Ein Hinweis darauf sucht man sowohl auf der Verpackung als auch im Lieferumfang vergeblich.
Ist die Software installiert, gestaltet sich der Rest angenehm unkompliziert. Zwei Betriebsarten stehen zur Wahl, eine Infoansicht sowie eine reine Uhrenanzeige. Innerhalb der Infoansicht lassen sich sämtliche Elemente per Drag-and-drop frei auf der Fläche anordnen, wobei Temperaturen von Prozessor, Mainboard und Grafikkarte ebenso zur Verfügung stehen wie Drehzahlen von CPU-Lüfter und Pumpe, Spannungen und Taktraten. Farbe der Beschriftung und Farbe der Werte lassen sich dabei getrennt festlegen. Eine Vorschau zeigt das Ergebnis in Echtzeit, bevor es übernommen wird.
Ebenso durchdacht fällt der Umgang mit eigenen Inhalten aus. Über die integrierte Mediathek lassen sich beliebige Dateien hinzufügen und wahlweise in Schleife oder in zufälliger Reihenfolge wiedergeben. Ergänzt wird das um eine Helligkeitsregelung, die Möglichkeit, das Display vollständig abzuschalten, sowie eine Drehfunktion, mit der sich die Anzeige an abweichende Einbaulagen anpassen lässt. Für ein Zusatzprogramm, das man erst suchen muss, ist der Funktionsumfang bemerkenswert vollständig.
Alltag

Im täglichen Spielbetrieb, und damit in jenem Szenario, für das diese Kühlung entwickelt wurde, bleibt von den Höchstwerten der Benchmarks nichts übrig. Der Ryzen 9 9950X pendelte sich über sämtliche Spielesitzungen hinweg bei durchschnittlich 55 °C ein, während die Lüfter kaum über ihr Grunddrehzahlniveau hinausgingen. Akustisch tritt die Strix LC IV damit hinter das zurück, was ohnehin aus den Lautsprechern kommt.
Über den gesamten Testzeitraum arbeitete das System dabei ohne jede Auffälligkeit. Weder mussten wir eingreifen noch gab es einen Moment, in dem die Kühlung von sich reden machte. Sie startet, sie regelt, sie funktioniert.
Einen erheblichen Anteil daran trägt die Beleuchtung. Über Aura Sync lassen sich das Leuchtband des Radiators und die Ringe der Lüfter mit dem übrigen System abstimmen, sodass Mainboard, Arbeitsspeicher und Kühlung als ein zusammenhängendes Lichtbild erscheinen. Für die Zielgruppe dieser Kühlung ist das kein beiläufiges Extra, sondern ein wesentlicher Teil des Produkts. Wer einen Rechner mit Sichtfenster aufbaut, tut dies selten aus Zufall. Das Display setzt dieser Inszenierung die Krone auf und hat sich unter RGB-Enthusiasten längst zu einer Art Statussymbol entwickelt, denn eine individuell bespielbare Fläche mitten im System besitzt nach wie vor nicht jeder.
Bemerkenswert ist dabei vor allem ein Gegensatz. Während die Kühlung akustisch in den Hintergrund tritt, drängt sie optisch mit voller Absicht nach vorn. Das Leuchtband des Radiators, die Ringe der Lüfter und nicht zuletzt das Display sorgen dafür, dass der Blick beim Öffnen des Gehäuses unweigerlich dorthin wandert. Genau darin unterscheidet sich diese AiO-Wasserkühlung von jenen Produkten, die wir zuletzt getestet haben. Sie möchte nicht übersehen werden, und für ihre Zielgruppe ist das kein Widerspruch, sondern der eigentliche Punkt.
Fazit
Mit der ROG Strix LC IV 360 ARGB LCD hat ASUS eine AiO-Wasserkühlung gebaut, die an nahezu jeder Stelle darauf ausgelegt ist, dem Anwender Arbeit abzunehmen. Die drei Lüfter bilden mit dem Radiator eine geschlossene Einheit, die Wärmeleitpaste ist werkseitig aufgetragen, die Befestigungsschrauben sind gefedert vormontiert, das Display hält magnetisch, und mit dem AiO-Q-Connector entfällt auf vier aktuellen Mainboards sogar die Verkabelung von Pumpe und Display. Hinzu kommen Details, die man in dieser Preisklasse selten findet, etwa die Kugelgelenke an den Schlauchanschlüssen oder die mitgelieferte Schlauchhalterung.
Bei der Kühlleistung gibt es nichts zu bemängeln. Unter voller Last im Cinebench erreichte unser Ryzen 9 9950X maximal 71,6 °C bei einem Mittelwert von 61,4 °C, im Spielbetrieb pendelte er sich bei rund 55 °C ein. Eine thermische Drosselung trat zu keinem Zeitpunkt auf, und das ohne jeden Eingriff in die Lüftersteuerung. Bemerkenswert ist dabei weniger der Spitzenwert als die Tatsache, dass die Lüfter dafür lediglich 1.340 ihrer möglichen 2.500 U/min abrufen mussten. Die Reserven sind also vorhanden, sie werden im Alltag nur nicht gebraucht.
Genau daraus ergibt sich das akustische Bild. Die Strix LC IV arbeitet nicht lautlos, das wollen wir nicht verschweigen. Man nimmt sie als gleichmäßigen Luftstrom wahr, frei von Brummen, Pfeifen oder hervortretenden Frequenzen. Im Spielbetrieb verschwindet sie vollständig hinter dem Klang des Spiels. Erst im Turbomodus wird sie deutlich hörbar, und dort macht sich bemerkbar, dass die Lüfter nicht vom Radiator entkoppelt sind. Erreicht wird dieser Zustand im regulären Betrieb allerdings nie. Es gibt leisere AiO-Wasserkühlungen am Markt, sie erkaufen sich diesen Vorteil jedoch mit einer spürbar geringeren Kühlleistung.
Ganz ohne Kritik bleibt auch dieses Produkt nicht. Der Q-Connector wird auf der Verpackung als zentrales Merkmal beworben, ohne dass an irgendeiner Stelle erwähnt würde, dass er nur mit vier Mainboards funktioniert. Eine gedruckte Installationsanleitung fehlt ebenso wie Reinigungstücher und ein Applikationsrahmen, und für die Konfiguration des Displays genügt die Armoury Crate nicht, hier ist ein separater Download erforderlich. Hinzu kommt, dass der kabellose Anspruch ausschließlich Pumpe und Display betrifft, während die Lüfter weiterhin klassisch angeschlossen werden. Sämtliche Punkte trüben den Gesamteindruck nicht ernsthaft, in dieser Preisklasse dürfen sie jedoch benannt werden.
Apropos Preis. Mit rund 200 Euro ruft ASUS einen Betrag auf, der angesichts des Gebotenen angemessen erscheint. Für dieses Geld erhält der Käufer eine ausgezeichnete Kühlleistung, ein 5,08 Zoll großes IPS-Display mit 60 Hz, ein durchgehend inszeniertes Lichtkonzept, den Q-Connector sowie sechs Jahre Garantie. Wer die einzelnen Bestandteile gegeneinander aufrechnet, kommt schwerlich zu dem Schluss, hier zu viel zu bezahlen.
Bleibt die Frage, für wen sich diese AiO-Wasserkühlung tatsächlich auszahlt. Ihre Zielgruppe findet sie bei Spielern, die ihr System hinter einem Sichtfenster aufbauen und Wert darauf legen, dass es nicht nur funktioniert, sondern auch etwas hermacht. Wer bereits im ROG-Ökosystem unterwegs ist und womöglich eines der vier kompatiblen Mainboards besitzt, bekommt zusätzlich einen Aufbau, der ohne sichtbare Kabel auskommt. Ebenso gut aufgehoben ist, wer schlicht eine Kühlung möchte, die nach dem Einbau funktioniert, ohne dass Lüfterkurven optimiert werden müssen.
Weniger glücklich dürften hingegen drei Gruppen werden. Wer absolute Stille sucht, findet leisere Alternativen. Wer seine Lüfter selbst auswählt, wird mit einer fest verbundenen Einheit nicht warm. Und wer seinen Prozessor dauerhaft im Grenzbereich betreibt, stößt im Turbomodus an die akustische Schmerzgrenze. Für alle anderen, und damit für die weitaus größte Zahl der Spieler, ist die Strix LC IV eine ausgesprochen stimmige Wahl.
Die meisten AiO-Wasserkühlungen möchten vergessen werden. Diese hier möchte gesehen werden, und sie hat gute Gründe dafür.
Pro:
+ Ausgezeichnete Kühlleistung
+ Hohe Kraftreserven
+ Hervorragende Verarbeitung
+ Kugelgelenke an den Schlauchanschlüssen
+ Div. vormontierte Teilkomponenten
+ AiO-Q-Connector für Pumpe und Display
+ 5,08 Zoll großes IPS-Display mit 60 Hz und freier Bildwahl
+ Durchgehendes Lichtkonzept
+ Werkseitig aufgetragene WLP
+ Mitgelieferte, verstellbare Schlauchhalterung
+ Sechs Jahre Garantie
Kontra:
– Voraussetzungen des Q-Connectors nicht auf Verpackung genannt
– Konfiguration des Displays erfordert separaten Software-Download
– Lüfter nicht von Radiator entkoppelt
– Lüfter nur schwer austauschbar

















