ASUS sieht sich derzeit mit einem ungewöhnlichen Vorwurf im Zusammenhang mit einem ROG-Netzteil konfrontiert. Ein Kunde behauptet, dass sein über den RMA-Service zurückgesendetes Netzteil nach der Reparatur nicht mit einer ordnungsgemäß eingesetzten Ersatzsicherung versehen worden sei. Stattdessen soll ein Draht die Sicherung überbrückt haben.
Nach Angaben des Kunden fiel das Netzteil nach der Rückgabe erneut aus und löste dabei sogar den FI-Schalter des Haushalts aus. Bei einer anschließenden Untersuchung soll schließlich die ungewöhnliche Überbrückung der Sicherung entdeckt worden sein.
ASUS hat den Fall offenbar zur Untersuchung übernommen. Eine öffentliche technische Stellungnahme dazu, wie es zu der angeblichen Reparatur gekommen sein könnte, lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch noch nicht vor. Ebenso ist bislang unklar, wer die betreffende Reparatur tatsächlich durchgeführt hat.

Überbrückte Sicherung kann gefährlich werden
Eine Sicherung erfüllt in einem Netzteil eine wichtige Schutzfunktion: Bei einem schweren elektrischen Fehler soll sie den Stromkreis unterbrechen und dadurch weitere Schäden verhindern.
Wird diese Sicherung jedoch durch einen einfachen Draht überbrückt, kann diese Schutzfunktion unter Umständen nicht mehr wie vorgesehen greifen. Bei einem Fehler könnten dadurch deutlich höhere Ströme fließen, was wiederum nachgeschaltete Komponenten oder Leitungen gefährden kann.
Allerdings sollte der aktuelle Vorwurf keinesfalls als Hinweis auf eine generelle Reparaturpraxis bei ASUS verstanden werden. Bislang geht es um ein einzelnes gemeldetes Netzteil. Weder die vollständige Reparaturhistorie noch die Herkunft und Echtheit der veröffentlichten Fotos wurden unabhängig bestätigt.
Netzteile niemals selbst öffnen
Für Besitzer eines möglicherweise beschädigten Netzteils gibt es dabei eine besonders wichtige Empfehlung: Ein Netzteil sollte nicht selbst geöffnet werden.
Auch nachdem es vom Stromnetz getrennt wurde, können sich in den verbauten Kondensatoren noch gefährliche Spannungen befinden. Darüber hinaus kann das Öffnen des Gehäuses Auswirkungen auf Garantie- oder Gewährleistungsansprüche haben.
Wer ein verdächtiges oder wiederholt ausfallendes Netzteil besitzt, sollte es daher nicht weiter betreiben und nicht öffnen. Stattdessen sollte der Fall über den Hersteller, Händler oder gegebenenfalls eine zuständige Verbraucherschutz- beziehungsweise Sicherheitsstelle geklärt werden.
Was steckt hinter dem Vorfall?
Zum jetzigen Zeitpunkt sind mehrere Szenarien denkbar. Es könnte sich um einen isolierten Fehler bei einer Service-Reparatur, einen nicht autorisierten Eingriff durch einen Dritten oder möglicherweise auch um eine falsch interpretierte Modifikation handeln.
Entscheidend wird daher die Untersuchung durch ASUS sein. Bis die Hintergründe geklärt sind, sollte der Vorwurf entsprechend vorsichtig formuliert werden: Es handelt sich um eine bislang nicht unabhängig bestätigte Behauptung und nicht um einen nachgewiesenen systematischen Reparaturfehler bei ASUS.
*Quelle: ITHome, ASUS Support





