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Asus Xonar Essence STX II – Die Königin für audiophile Gamer?

Es gab eine Zeit, da wurden PC-Soundkarten für Spieler im Wesentlichen mit ihren Surround-Modi, den Entstörfiltern und ihrem kräftigen, basslastigen Klang beworben. Das war damals toll, um seine Freunde mit wackelnden Wänden zu beeindrucken, aber mit den Jahren sind diese Nutzer und mit ihnen der Markt erwachsen geworden. Das erkannte Asus und brachte 2009 die ersten Xonar Essence STX Soundkarte für HiFi-Liebhaber und Spieler heraus. Das große Lob der Fachpresse und die begeisterten Nutzer sorgten dafür, dass andere Hersteller nachzogen und Kriterien wie Wiedergabetreue und abgeschirmte Leitungen in aller Munde waren.

High-End-Soundkarten für Audiophile und Produzenten gab es zwar auch schon vorher, doch durch ihre spezielle Zielgruppe kamen sie ohne Gaming-Features daher. Asus wagte den Spagat zwischen HiFi-Wiedergabe und optionalen Spiele-Effekten wie simuliertem Surround und Rauschfiltern. Das fand so viel Anklang, dass die Idee inzwischen einige prominente Nachahmer gefunden hat. Aber auch bei Asus sind seitdem die Uhren nicht stehen geblieben. Mit der aktuellen Asus Xonar Essence STX II wollen sie die Pole Position verteidigen und wir hören uns an, ob das gelingt.

Die Essence STX II bietet neben verbesserten Komponenten von Muses wie der Vorgänger Essence STX ein zeitgemäßes PCIe-x1-Interface, lässt sich aber anders als diese mit einer Zusatzplatine für 7.1-Systeme verwenden. Außerdem befindet sich ein zweiter Satz OpAmps im Lieferumfang, um aus zwei unterschiedlichen Klangbildern auswählen zu können. Dafür geht auch der Preis nach oben und liegt bei aktuell 200€. Ob das Geld hier gut investiert ist, erfahrt ihr in unserem Test. Viel Spaß beim Lesen!

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Autor:
Kim

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples und das uns dadurch entgegengebrachte Vertrauen geht unser besonderer Dank an Asus. Wir hoffen auf eine weiterhin so ergiebige Zusammenarbeit.


Verpackung und technische Daten

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Die neue Essence STX II kommt noch stilvoller daher, als ihre beiden Vorgänger. Der grau-schwarze Karton wird auf der Front nur von Produkt-Bild und -Name verziert und die schlichte Gestaltung kleidet die Karte in pures Understatement. Einen ersten Blick auf das Produkt kann man unter dem Klappdeckel erhaschen. Hier liegt die Karte unter einem transparenten Kunststoff-Deckel, darüber ein Schema mit den wichtigsten Komponenten. Auch auf der Rückseite gibt es kaum Farbe, dafür aber jede Menge vielversprechende Features zu sehen. Im Vordergrund stehen die sehr guten Rauschwerte, der integrierte Kopfhörer-Verstärker für bis zu 600Ohm und die wechselbaren Operationsverstärker.

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Machen wir uns ans Innere. Das besteht aus der oberen Plastikschale mit der Soundkarte und einem Karton für das Zubehör darunter. Anders als noch bei der ST und der STX gibt man sich hier weniger liebhaberisch und stattdessen professioneller. Das hochwertig gedruckte Heftchen mit aufgezeichneten Messwerten ist nicht mehr mit an Bord und man hält sich an das Wesentliche. Neben Installationsanleitung, Treiber-CD, Garantiebeleg und Sicherheitshinweisen finden sich wieder ein vergoldeter Adapter von 6,3mm-Klinkenstecker auf 3,5mm-Klinke, ein Adapter zum Verbinden der getrennten Links/Rechts-Kanäle in eine Stereo-Buchse und ein Adapter für die optische Toslink-Verbindung. Neu dazugekommen ist der Satz aus drei alternativen OpAmps und einer kleinen Spitzzange zum Wechseln.

Technische Daten:

  • Rauschabstand (SNR): 124dB (Lautsprecher-Ausgang), 120dB (Kopfhörer-Ausgang), 118dB (Mikrofon-Eingang)
  • Harmonische Verzerrung + Rauschen bei 1kHz: >0,0003% (Lautsprecher-Ausgang), >0,001% (Kopfhörer-Ausgang)
  • Ausgangsspannung: 2Vrms (Lautsprecher-Ausgang), 0,8-7Vrms (Kopfhörer-Ausgang)
  • Sampling Rate und Auflösung: 44,1/48/96/192kHz @16/24bit (für Wiedergabe, Aufnahme und S/PIDF), 44,1/48/88,2/96/176,4/192kHz @16/24bit (ASIO-Treiber-Support)
  • Analoge Ausgänge: 6,3mm Klinkenstecker (Kopfhörer), 2x RCA (nicht-symmetrisch)
  • Analoge Eingänge: 6,3mm Klinkenstecker (Mic-in/Line-in-Combo)
  • Digital: S/PIDF (Coax/Toslink-Combo), HD-Audio-Frontpanel-Anschluss
  • Schnittstelle: PCI-Express x1
  • Maße: 168x107mm

Erster Eindruck

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Vom ersten Augenblick an vermittelt die Asus Xonar Essence STX II einen hochwertigen Eindruck. Anders als ihre Vorgänger hat sie ein schlichtes silbergraues und kein goldenes Inlay auf der Oberseite. Nur die gelben Hüllen der Kondensatoren setzen kleine farbliche Akzente. Die schlichte Gestaltung macht die Karte zusammen mit dem dunkelgrauen PCB zwar weniger auffällig, dadurch aber optisch deutlich kompatibler mit den meisten Case-Mods. Slotblende und Schild sind aus massivem Metall und die Kontakte der Audio-Buchsen sind vergoldet. Das Layout der Karte wirkt aufgeräumt und man entdeckt viele qualitative Komponenten namhafter Hersteller, die für den perfekten Klang sorgen sollen.

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Das EMI-Schild wird über vier Schrauben auf der Rückseite gehalten und verdeckt die elektromagnetisch anfällige analoge Ausgangssektion der Karte. Unter ihm finden sich neben den Buchsen und Wandlern auch die drei wechselbaren Operationsverstärker. Rechts davon neben dem MOLEX-Anschluss sitzt die Stromversorgung. Im unteren Teil der Karte finden sich links die Buchse für den analogen Eingang und der digitale S/PIDF-Kombi-Ausgang. Durch die getrennte räumliche Verteilung, die EMI-Schilder und das mehrlagige PCB mit zwei Masseschichten zwischen digitaler und analoger Schicht werden beide gegen wechselseitige Störeinflüsse abgeschirmt.

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Stromversorgung: Anders als viele Soundkarten holt die STX II sich ihren Strom nicht über das Mainboard, sondern setzt auf die deutlich stabilere Versorgung mit einem eigenen 4pin-Molex-Stecker.

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Digitale Sektion: Der Asus AV100 Chip übernimmt hier die Rechenarbeit. Er realisiert unter anderem die zusätzlichen Funktionen für virtuellen Surround und Filter. Der Chip ist eigentlich mit einer PCI-Anbindung ausgestattet, die aber wie auch bei der ersten STX über einen Brückenchip PCI-Express-fähig gemacht wird. Durch den besonderen TCXO Taktgeber darunter wird Taktzittern vermieden.

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Analoge Ausgangssektion: Von rechts wird der hochwertige Texas-Instruments PCM 1792A Digital-Analog-Converter von einem Texas Instruments HiFi-LDO-Regler mit Strom versorgt. Er ermöglich sehr gute 124dB Rauschabstand bei der Wiedergabe. Abgeschirmt durch die zusätzliche Schildplatte finden wir links davon die drei wechselbaren Operationsverstärker von Muses vor der linken und rechten Cinch-Buchse. Direkt darunter sitzt der Texas Instruments TPA 6210A2 Kopfhörerverstärker, der die 6,3mm Kopfhörerbuchse und das HD-Audio-Frontpanel befeuert. Mit seinen drei Stufen (+0/+12/+18dBa) ist er auch für hochohmige Studio-Kopfhörer mit bis zu 600Ohm geeignet.

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Analoge Eingangssektion: Hier übernimmt die Analog/Digital-Wandlung der Cirrus Logic S C5831, der einen Dynamikumfang von 120dB bei 192kHz/24bit liefert.

Einrichtung

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Der Einbau geht Steckkarten-typisch schnell von der Hand. Der PCIe-x1-Stecker kann sowohl in einen gleich großen Slot, als auch in größere x4- oder x16-Slots gesteckt werden. Möchte man die Karte in einem freien x16-Slot verwenden, sollte man vorher aber das Mainboard-Handbuch zu Rate ziehen, um nicht versehentlich die Anbindung der Grafikkarte zu halbieren. Der 4pin-Molex-Stecker wird an modernen Netzteilen immer seltener, ein oder zwei sind aber trotzdem meist noch vorhanden. Alternativ kann man sich auch einen kleinen Adapter erwerben. Der Stecker geht wie gewohnt schwer in seine Buchse auf der Rückseite der Soundkarte, hält dafür aber sicher an Ort und Stelle. An die Steckverbindung auf der Vorderseite kann das HD-Audio-Kabel für das Gehäuse-Frontpanel angesteckt werden, wodurch es leider unschön vor dem Schild verläuft.

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Auf der beiliegenden CD und natürlich auch auf der Herstellerseite findet man den geeigneten Treiber für die Karte. Sollte man beim Einbau den Stromstecker vergessen haben, gibt die Installationsroutine eine entsprechende Warnmeldung aus. Ist der Treiber installiert, begrüßt einen die Karte mit ihrem charakteristischen Relais-Klicken, das den Ausgang aktiv schaltet. Die Karte ist jetzt einsatzbereit und über die GUI im Tray lassen sich die gewünschten Einstellungen treffen.

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Die GUI ist leider wie auch bei den Vorgängern der negativste Punkt der ganzen Karte. Sie sieht ganz hübsch aus, ist dafür aber unnötig klein, verschachtelt und bietet keine individualisierbaren Profile. Im ersten Reiter legt man die Anzahl der Eingangskanäle fest (2, 4, 6 oder 8), die Sampling-Frequenz (44,1 kHz, 48 kHz, 96kHz oder 192kHz) und den analogen Ausgang (Lautsprecher, Kopfhörer, Frontpanel-Lautsprecher oder Frontpanel-Kopfhörer). Darunter befinden sich Einstellungen zum virtuellen Surround. Da wir nur Stereo-Geräte angeschlossen haben, können wir die Dolby Digital-Live Effekte nicht nutzen. Dafür können wir auf Dolby Virtual Speaker mit 7.1 Virtual Speaker zur Surround-Simulation auf Stereo-Lautsprechern und Dolby Headphone für die Simulation auf Kopfhörern zurückgreifen

Im zweiten Reiter können die Lautstärke pro Ausgabekanal und der Eingangskanal angepasst werden. In unserem Falle also wieder nur links und rechts. Der dritte Reiter beinhaltet die bekannten Hall-Effekte und einen digitalen 10-Band-Equalizer mit diversen vordefinierten und auch eigenen Profilen. Reiter Vier bietet Verzerr-Optionen für Mikrofonaufnahmen. In Reiter Fünf kann man einstellen, unter welchem Grenzwert die tiefen Frequenzen an einen separaten Subwoofer umgeleitet werden, was bei uns nicht benötigt wird. Im letzten Reiter findet man Filter für Hall und Verbesserungen in den Mikrofonaufnahmen. Rechts von alledem hat man noch einen Lautstärkeregler, einen Schalter für Smart-Volume, der die Dynamik reduziert und vier vordefinierte Profile. Letztere schalten in unserem Szenario allerdings nur die Surround-Simulation an oder ab.

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Gerade die fehlenden individuellen Profile waren mir immer ein Dorn im Auge. Zum Glück gibt es mittlerweile kompetente Community-Lösungen. Der UniXonar Treiber geht einige der programmiertechnischen Treiberprobleme (z.B. den fehlerhaften Upmix von Stereo-Musik und Delay) an und bietet verschiedene Interfaces mit geringerer Echtzeit-Verzögerung. Darauf aufsetzend entstand das Xonar Switch Projekt, das eine neue, große und übersichtliche UI und individualisierbare Profile bietet. Mit dem Tool lassen sich beliebig viele detaillierte Profile festlegen und mit Tastenkürzeln und eigenen Tray-Icons versehen. So kann man passend zum Eingangsmaterial und der gewünschten Wiedergabe Eingabe- und Ausgabechannels wählen, Sampling-Rate und Bittiefe angeben und Surround-Optionen einstellen. Die initiale Lautstärke eines Profils kann man entweder auf einen festen Wert setzen, unverändert lassen oder den letzten Wert dieses Profils laden. Für die Kopfhörer-Ausgänge kann man die Verstärkerstufe festlegen und Hall- und Equalizer stehen natürlich auch zur Verfügung. Ich habe aktuell elf Profile, die ich mit eigenen Tastenkürzeln (z.B. Strg+F1) je nach Anwendungsszenario aufrufe. Ein Profil für Spiele, eins für Filme und eins für Musik jeweils für Lautsprecher und Kopfhörer und für meinen unausgewogeneren Frontpanel-Kopfhörer noch ein zwei zusätzliche Musik-Profile mit Equalizer. All diejenigen, die sich am Funktionsumfang der normalen UI stören, sollten es mit dem Xonar Switch versuchen. Allerdings ist eine fehlerfreie Funktion der Karte dann nicht mehr durch Asus garantiert.

Praxis

Kommen wir zum wichtigsten Teil. Da das Audio-Erlebnis ist eine sehr subjektive Wahrnehmung ist, versuche ich allgemein mein Klangempfinden zu beschreiben, ohne dabei einzelne Passagen mit blumigen Beschreibungen aufzudröseln.

Testsystem:
Soundkarte: Asus Xonar Essence STX II
Lautsprecher: 2x Yamaha HS80m
Kopfhörer: Sennheiser HD600

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Musik:

Getestet mit:

  • Porcupine Tree – In Absentia (DVD-Audio)
  • Dire Straits – The Ultimate Best Of (FLAC)
  • Daft Punk – Random Access Memories (FLAC)
  • Michael Jackson – Thriller (320kbps MP3)
  • Jean Michelle Jarre – Oxygene (320kbps MP3)
  • Hans Zimmer – The Dark Knight OST (320kbps MP3)
  • uvm.

Wie auch die Vorgänger bietet die Essence STX II im reinen Stereo-Betrieb ohne zusätzliche Filter ein sehr gutes Hörerlebnis. Selbst unerfahreneren Nutzern fällt sofort eine Verbesserung im Vergleich zu handelsüblichen Onboard-Lösungen auf. Auch dedizierte Gaming-Soundkarten schneiden für geübtere Ohren merklich schlechter ab, was die Karte besonders zu einer musikalischen Empfehlung macht. Die Bässe sind vollmundig und tief, aber nicht überzeichnet und beeinträchtigen die höheren Bereiche in keiner Weise. Die Mitten sind solide und gut ausgewogen und die Höhen zeichnen sich durch eine schöne Klarheit und Detailverliebtheit aus. Durch die transparente Wiedergabe lassen sich einzelne Tonspuren mühelos heraushören und auch bei schwierigen Überlagerungen wird so gut wie nichts verschluckt. Der integrierte Kopfhörerverstärker macht seine Arbeit ordentlich und bietet das für einige Kopfhörermodelle benötigte Leistungsplus. Möchte man den Klang seiner unausgewogenen Kopfhörer optimieren, ist der Equalizer in kleinen Dosen wirklich brauchbar und sorgt anders als bei vielen Konkurrenten nicht sofort für einen kratzigen Klang. Im direkten Vergleich zur Essence ST fällt die etwas kräftigere Stimmwiedergabe auf und auch die Detailabbildung hat sich minimal verbessert. Das ist aber nur für wirklich audiophil veranlagte Hörer von Belang. Es gibt sicherlich einige etwas bessere Soundkarten, die dann allerdings extern verbunden werden, keine Gaming-Effekte bieten und deutlich teurer sind (z.B. Asus Xonar Essence One 350€, Asus Xonar Essence 3 1600€). Möchte man nicht auf seine hochwertige Audio-Pipeline verzichten, kann die Karte den Klang auch digital per S/PIDF auf Coax- oder Toslink-Kabel an einen Receiver weiterleiten.

Filme:

Getestet mit:

  • The Dark Knight
  • Black Hawk Down
  • Avatar
  • Prometheus
  • Insidious

Hier kann man im reinen Stereo-Modus den ausgewogenen Klang und die vielen Details genießen. Alles wirkt schön plastisch und die Stärken aus dem Musik-Teil setzen sich fort. Die Surround-Simulation bringt anders als gewohnt tatsächlich einen guten räumlichen Eindruck mit hinzu, der das Klangbild nicht unnötig aushöhlt oder abstumpft. Das funktioniert sowohl für Lautsprecher als auch für Kopfhörer und lässt den Hörer noch tiefer ins Geschehen eintauchen. Daher von uns die seltene Empfehlung, die Simulationen beim Filme-Schauen einzuschalten und ggf. mit dem Virtual Speaker Shifter für die eigenen vier Wände zu optimieren.

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Games:

Getestet mit:

  • Titanfall
  • Battlefield 4
  • The Witcher 3
  • Ori and the Blind Forrest
  • Amnesia – The Dark Descent
  • uvm.

Ähnlich wie beim Film genießt man den hohen Detailreichtum und die präzise Wiedergabe. Auch bei ausladenden Explosionen werden die hohen Töne nicht überdeckt und die solide Dynamik ermögliche eine gute Abschätzung der Entfernung. Die tollen Soundtracks von The Witcher 3 und Ori spielen groß auf und in den Shootern hilft die eingeschaltete Surround-Simulation bei der Gegner-Ortung. Die von einigen Creative-Karten beworbenen EAX-Effekte werden nicht direkt unterstützt, über den GX-Button in der UI kann man aber eine Asus-eigene EAX-Emulation aktivieren. Diese ist allerdings hin und wieder fehlerbehaftet. Das Effekt-Paket insgesamt ist definitiv ein Plus für Spieler, die hohe Anforderungen an die Audiowiedergabe und eine gute Surround-Simulation haben. Gerade beim Spielen gibt es im PC-Gehäuse durch die hohe Last viele Störeinflüsse und meine Grafikkarte hat schon einigen Soundkarten Probleme bereitet. Doch hier funktioniert die Schirmung tadellos und man hört keinerlei Fiepen, obwohl die Soundkarte direkt über der GPU steckt.

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Wir haben die Karte mit dem Rightmark Audio Analyzer noch einem synthetischen Test unterzogen. Der Test ist recht anfällig für Störeinflüsse und nicht wirklich genau, bietet aber eine brauchbare Aussage über die ungefähre Güte der Soundqualität. Ganz links sind die Messwerte des Lautsprecher-Ausgangs und mittig die der Kopfhörer-Buchse mit mittlerer Verstärker-Stufe. Rechts ist zum Vergleich die verhältnismäßig gute Onboard-Lösung vom Asus Maximus VIII Extreme Mainboard aufgeführt. Wie man sehen kann, sind vor allem die Dynamik und die Verzerrung bei der STX II spürbar besser, als bei dem hochwertigen Realtek-Onboard-Chip, was unsere subjektiven Höreindrücke bestätigt.

Fazit

Evolution statt Revolution ist das Motto der Asus Xonar Essence STX II. Die klanglichen Verbesserungen zu den Vorgängern ST und STX fallen eher marginal aus. Dafür vereint sie jetzt die zeitgemäße PCIe-x1-Schnittstelle der STX mit der Multichannel-Erweiterbarkeit der ST und liefert einen eigenen Wechselsatz OpAmps mit. Aufbauend auf den Stärken ihrer Vorgänger überzeugt sie mit sehr gutem Klang, der sowohl in Spielen als auch bei der Musikwiedergabe begeistert und den meisten Gaming-Konkurrenten weit überlegen ist. Die einstellbaren Dolby Surround Effekte schaffen dabei den Spagat zwischen HiFi- und Spielebereich. Der interne Verstärker befeuert Kopfhörer mit bis zu 600Ohm ohne zu große Qualitätseinbußen und der digitale Bitstream kann per S/PIDF an andere Geräte weitergegeben werden.

Neben dem für Gaming-Karten vergleichsweise hohen Preis von 200€ (und nur Stereo) bleibt die unpraktische UI der einzige Negativ-Punkt. Doch da hat die Community bereits nachgeholfen und bietet sinnvolle Verbesserungen.

Insgesamt waren wir von der Asus Xonar Essence STX II begeistert. Derzeit wird man wohl keine bessere interne Soundkarte mit Gaming-Features finden, womit sie sich unseren High-End-Award verdient. Da aktuelle Skylake-Boards keinen PCI-Slot mehr besitzen, raten wir von der günstigeren Essence ST ab, während die alte Essence STX für Nutzer ohne Wunsch nach Multichannel-Aufrüstbarkeit eine 50€ günstigere Alternative darstellt.

Pro:
+ sehr guter Stereo-Klang (ausgewogen, detailverliebt, transparent)
+ tadellose Abschirmung der Ausgangssektion
+ gute Surround-Simulation
+ Kopfhörerverstärker
+ zeitlos edle Optik

Contra:
– relativ hoher Preis
– unpraktische UI
– Multichannel-Wiedergabe nur gegen 20€ Aufpreis

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