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BitFenix FLO – Das modulare Headset für zu Hause und Unterwegs

[nextpage title=“Einleitung“ ]

Bei dem Namen BitFenix werden die meisten von euch nicht sofort an Audio-Technik denken. Die Marke mit dem geflügelten Logo, das sicherlich nicht zufällig an die Zelda-Reihe erinnert, war mir persönlich aus der Gehäuse- und Modding-Sparte ein Begriff. Doch damit scheint sich der in Taiwan ansässige Hersteller nicht mehr zufrieden geben zu wollen und leistet sich mit dem BitFenix FLO ein sehr überzeugendes Debut auf dem Headset-Markt.

BitFenix will gesehen werden. Man versteckt sich nicht hinter dem Einsatzbereich für Schreibtisch-Gamer, bei denen die Produktoptik kaum eine Rolle spielt. Viel mehr bringt man mit FLO ein technisch sowie optisch überzeugend designtes Produkt, das sowohl daheim im Wohnzimmer als auch auf offener Straße zu gefallen weiß.

Dafür stellt BitFenix dem FLO gleich mehrere wechselbare Audiokabel für das jeweilige Einsatzgebiet zur Seite und verbaut ein Mikrofon-Modul, das sich mit nur einem Klick abklemmen oder justieren lässt. Ein durchdachter Headset/Kopfhörer-Hybrid also, der sich beim Kauf knapp unterhalb der 50€-Marke ansiedelt.

Ob sich diese Lösung nur auf dem Papier gut macht oder auch in der Praxis überzeugt, durfte ich die letzten Tage selbst ausprobieren und will euch auf den folgenden Seiten das Ergebnis präsentieren.

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples und das damit entgegengebrachte Vertrauen geht unser besonderer Dank an CaseKing.

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Wir freuen uns weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit.​

Autor: Kim

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[nextpage title=“Verpackung und technische Daten“ ]

Geliefert wird das Headset in einem ansehnlichen schwarzen Karton mit spritziger Render-Grafik. Durch das bekannte Sichtfenster kann man einen ersten Blick auf FLO werfen. Auf nervige Kleber oder gar Einschweißen hat BitFenix zum Glück verzichtet und der Deckel lässt sich ohne viel Gefummel aufklappen.

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Im Inneren liegt zunächst ein Stereo-Kopfhörer ohne jegliche Verkabelung oder Mikrofon. Diese sind nämlich modular und befinden sich unterhalb des schwarzen Karton-Zwischenbodens. Die sorgfältige Verpackung in kleine Tüten beugt Kratzern vor, ohne das Ganze in eine Auspack-Orgie ausarten zu lassen.

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  • Material: Stahl, Plastik, SofTouch Oberfläche, SoftFeel Ohrmuscheln
  • Varianten: Midnight Black, Arctic White, Fire Red, Cobalt Blue
  • Bauart: Dynamisch, geschlossen
  • Treiber: 16µ, Neodymium-Magnet, Φ40mm
  • Empfindlichkeit: 96db /1mW
  • Spektrum: 20hz-20khz
  • Widerstand: 68 Ω
  • Auflagedruck: Ungefähr 5N
  • Kabel: 1m Audiokabel mit Bedienelement, 2m Y-Stecker, 1m Audiokabel
  • Stecker: Vergoldete 3,5mm Klinkenstecker
  • Gewicht: 200g

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[nextpage title=“Erster Eindruck“ ]

Der Kopfhörer selbst wirkt auf den ersten Blick etwas steif, bietet aber eine hervorragende Optik aus mattem Schwarz mit einigen silbrig-glänzenden Spotlights. Die minimalistische Kopfbügelkonstruktion spart viel Gewicht und liegt eng am Kopf. Dabei ist sie flexibel genug, um starkes Hin- und Herbiegen zu verkraften. Die Ohrmuscheln sind durch ihre Größe knapp ohrumschließend. Sie können nach innen und außen geklappt werden, um sich der Kopfform anzupassen. Die Ohrpolsterung besteht aus angenehm weichem Kunstleder, mit tadellosen Nähten und Einspannung, könnten nach meinem Geschmack aber etwas dicker sein. Die Membran selbst wird wie üblich durch ein Plastikgitter hinter einer Schicht aus schwarzem Schaumstoff geschützt. Unter der linken Ohrmuschel befinden sich 2 unbeschriftete Buchsen für 3,5mm-Klinkenstecker. Der Hintere ist für den Audio-Anschluss vorgesehen und der Vordere für den Mikrofonarm.

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Der Mikrofonarm ist separat verpackt, wie der Kopfhörer selbst in mattem Schwarz gehalten und besticht vor allem durch sein futuristisches Design. Sein mittleres Element lässt sich zur Seite biegen und so den persönlichen Vorlieben entsprechend positionieren. Angeschlossen wird er an die vordere Kopfhörerbuchse mit einem 3,5mm-Klinkenstecker.

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Die Kabel machen durchweg einen super Eindruck. Die Stecker sind vergoldet und in Alu-Kapseln eingefasst, was Kabelbruch vorbeugt und sehr hochwertig aussieht. Die Längen sind angenehm bemessen und die Ummantelung hält auch mal ein schlecht gesetztes Stuhlbein aus. Das geht leider etwas zu Ungunsten der Flexibilität und die Kabel müssen eine Weile hängen, bis sie wirklich gerade werden.

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Zum Anschluss an den PC ist ein 1m langes Kabel mit Bedienelement in Verbindung mit einem 2m langen Y-Verlängerungskabel vorgesehen. Die beiden 3,5mm Klinkenstecker des Y-Kabels verbindet man entsprechend der Markierung mit Kopfhörer- und Mikrofonanschluss seines PCs. Das Kabel mit dem Bedienelement kann nach Belieben mit dem einen Ende in die Buchse der Verlängerung und mit dem anderen in den Kopfhörer-Eingang gesteckt werden. Möchte man das Mikrofon am Handy nutzen, kann man das Kabel mit Bedienelement verwenden.

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Das Bedienelement selbst bietet einen kleinen stufenlosen Schieberegler für die Lautstärke auf der anderen Seite, einen Ein-/Ausschalter für das Mikrofon auf der anderen. Das Ganze ist sehr minimalistisch gehalten und fügt sich unauffällig in die Gesamtoptik ein. Allerdings könnte das Druckgefühl des Mikrofon-Schalters etwas präziser sein.

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Das dritte und letzte Kabel in dem Paket ist für die mobile Benutzung gedacht. Es ist ein einfaches 1m langes Kabel mit 3,5mm-Audioklinken an beiden Enden ohne zusätzliches Bedienelement. Selbstverständlich sind Optik und Verarbeitung hier genauso hervorragend wie beim Rest der Kabel. Möchte man das Mikrofon am Handy nutzen, kann man das Kabel mit Bedienelement verwenden.

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[nextpage title=“Handhabung und Tragekomfort“ ]Der Anschluss geht sehr einfach von der Hand. Man steckt das Y-Kabel in die vorgesehenen Buchsen der PC-Soundkarte, dann das Kabel mit dem Steuerelement in die Buchse des Y-Kabels und mit dem anderen Ende in den hinteren Eingang am Kopfhörer. Dann das Mikrofon in den vorderen Kopfhörereingang und man ist einsatzbereit.

Schwieriger gestaltet sich die Größeneinstellung der Kopfhörer. Man muss die Halterklemmen relativ stark entlang der Drahtbügel nach oben schieben und erreicht dabei auf beiden Seiten nur 1cm Spielraum. Mein Kopf ist normal groß und die kleinste Einstellung passt gut, aber für Leute mit kleineren Köpfen kann das zu Problemen führen. Dafür ist das Polster angenehm elastisch und drückt nicht zu sehr von oben.

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Der Mikrofon-Arm lässt sich etwa 15° vom Gesicht wegschwenken, zusätzlich biegen und befindet sie nie unangenehm im Gesichtsfeld. Die Kabel neigen nicht dazu sich zu verheddern und das Bedienelement ist immer Griffbereit.

Die Ohrmuscheln liegen gut am Kopf an, ein kleiner Bewegungsspielraum entlang der vertikalen Achse würde sich vielleicht noch ein wenig besser anfühlen. Das Material fühlt sich angenehm an, jedoch fängt man unter Kunstleder-Polstern schneller an zu schwitzen, als unter Stoff. Die Ohrmuscheln insgesamt sind auch mein einziger Kritikpunkt an den Kopfhörern, den ich nicht als „Jammern auf hohem Niveau“ werten würde. Denn ich habe große Ohren und durch die geringe Tiefe der Polster liegen meine Ohren permanent an der hinteren Schaumstoffschicht an. Das ist auf Dauer anstrengend und sorgt dafür, dass ich die Kopfhörer nach 1-2 Stunden abnehme. Ich denke, Menschen mit normal großen Ohren werden damit keine Probleme haben, aber für mich ist das Tragen auf längere Zeit unangenehm.

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[nextpage title=“Audio und Multimedia“ ]

Jemand mit einem kleinen Tick für Kopfhörer der Oberklasse wie ich, erwartet eigentlich nicht viel von einem Kopfhörer für 50€. Aber ich bin wirklich positiv überrascht, wie viel Spaß Musik auf dem FLO macht. Die 40mm breiten Membranen mit Neodym-Magnet-Antrieb sind sowohl erstaunlich pegelfest als auch klar in der Wiedergabe.

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Die Abstimmung ist nicht analytisch an ebenen Frequenzgängen interessiert, sondern hat eine deutliche Anhebung im oberen Bassbereich und bei den mittleren Höhen. Das macht gerade Fans von elektronischer Musik oder explosionsgewaltigen Filmen und Spielen Spaß, weil diese Bereiche schön herausgearbeitet werden, ohne die anderen zu sehr zu verschlucken. Bässe klingen kräftig und warm, Stimmen klar und akzentuiert. Auch bei Rock und Pop kommt man auf seine Kosten, während mir die Abstimmung für klassische Musik eine Spur zu tief ist. Hier kann man ggf. mit dem Equalizer des Computers nachjustieren. Verglichen mit dem Sennheiser HD 600 würde ich sagen, dass der Sennheiser nicht so kräftig klingt und mehr Feingefühl hat.

In Filmen empfiehlt es sich, die Surround-Simulation der eigenen Soundkarte zu aktivieren, da das Headset ansonsten zu flach klingt. Mehr dazu findet ihr im nächsten Abschnitt. In diesem Setting leiden Stimmen minimal, da sie etwas mehr blechern wirken.

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[nextpage title=“Gaming und Surround“ ]

Dieser Kopfhörer ist für räumlichen Klang auf eine Software-Simulation der PC-Soundkarte angewiesen, da er nur 2 Membranen hat. Je nach Güte der Simulation ist das aber in vielen Fällen besser, als ein Kopfhörer mit mehreren Membranen pro Ohr in Verbindung mit schlechter Softwareansteuerung (Laufzeitunterschiede etc. müssen von der Software simuliert werden). Bei diesem Test habe ich mit der Soundkarte Asus Xonar Essence ST gespielt, die Dolby Headphone und 7.1 Virtual Speaker zur Surround-Simulation einsetzt.

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Titanfall: Das Spielerlebnis ist um ehrlich zu sein berauschend. In Titanfall bietet der Kopfhörer eine extrem energiegeladene Soundkulisse mit präziser räumlicher Ortung, die einem geradezu intuitiv verrät, wo der gegnerische Schütze momentan steht. Explosionen, Maschinerie und Schusswaffen klingen sehr authentisch und man fühlt sich mitten im Geschehen. Keiner meiner anderen Kopfhörer hat mir in diesem Spiel bisher so viel Spaß gemacht. Auch in anderen Shootern wie Call of Duty 4, Left 4 Dead 2 oder Counterstrike: GO ist die räumliche Ortung gut bis sehr gut.

The Elder Scrolls V: Skyrim: Hier kommt vor allem der Soundtrack bombastisch zur Geltung. Die Stimmen klingen gut und gerade mit Sound-Mods sind die Umgebungsgeräusche sehr detailliert.

Amnesia – A machine for pigs: Ein Spiel, dessen Vorgänger sicherlich viele von euch gespielt haben und das ich wegen seinem unglaublich immersiven Sounddesign liebe. Räumlich Ortung ist in dem Spiel selbst nur teils vorhanden, aber die Soundkulisse klingt mit dem Kopfhörer genau so dicht, klaustrophobisch und verzerrt, wie sie es sein soll.

Flatout: Ultimate Carnage: Ein Rennspiel mit viel Action und tollem Soundtrack: Hier schlucken mir die stark ausgeprägten Tiefen des Headsets zu sehr die Drehzahlgeräusche und Höhen des Soundtracks. Das schränkt auch die akustische Ortbarkeit der Gegner etwas ein.

Kommunikation

Das Mikrofon sollte dicht zum Mund geschwenkt werden, um eine gute Aufnahmelautstärke zu haben. Kommunikation über Skype oder Teamspeak funktionieren tadellos und die Stimmqualität muss sich nicht hinter anderen Headsets verstecken. Ich habe euch mal eine Beispielaufnahme gemacht, um euch einen Eindruck von der Aufnahmequalität zu geben. Es gibt ein durchgängiges Grundrauschen, während meine Stimme sehr dicht am Original ist.

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[nextpage title=“ Fazit“ ]Bei dem BitFenix FLO ist jeder Cent gut investiertes Geld. Man bekommt ein hübsches Headset mit sehr guter Verarbeitung für daheim und unterwegs.

PRO
+ Spaß beim Musikhören und noch mehr beim Spielen mit simuliertem Surround
+ Modulare Kabel und Mikrofon
+ Kompakt
+ Sieht gut aus

Contra
– Drückt bei längerem Tragen

Von mir gibt es für das Headset eine klare Kaufempfehlung, besonders für preisbewusste Gamer. Es hat mein altes Sennheiser PC 333D G4ME ins Regal verbannt und ist zu meinem neuen Spiele-Headset avanciert. Ich wünsche all den glücklichen Besitzern von FLO viel Spaß mit diesem tollen Gerät. Für alle anderen geht’s hier zum Preisvergleich.

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