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Brother HL-L8250CDN – Laserdrucker für den Heimgebrauch?

Heutzutage setzt die Mehrheit der Heimanwender immer noch auf die althergebrachten Tintenstrahl-Drucker. Sie sind günstig in der Anschaffung, verbrauchen wenig Platz und bieten meist nützliche integrierte Features wie einen Scanner und Kopierer. Dafür leidet ihr Ruf unter dem stärkeren Verschmieren und den sehr teuren Tintenpatronen. Laserdrucker hingegen sind, was die Farbe betrifft, deutlich günstiger, dafür kosten sie aber in der Anschaffung mehr. Manch einer fragt sich dann beim Bezahlen von 40€ für gerade mal 400 schwarze Seiten sicherlich wie wir, ob man mit einem Laser-Drucker nicht günstiger fährt. Daher wollen wir im Selbstversuch ergründen, ob sich die Anschaffung eines teureren Laser-Druckers auf absehbare Zeit lohnt, oder ob sie auch weiterhin im Wesentlichen für Unternehmen interessant sind.

Deshalb haben wir unseren alten 50€ Multifunktionsdrucker mit Tintenpatronen in die Abstellkammer verbannt und durch den 150€ teuren HL-L8250CDN von Brother ersetzt. Dieser wuchtige Farblaser-Drucker kommt mit LAN-Anbindung und doppelseitigem A4-Druck, bietet aber leider keine Scan- und Kopierfunktion mehr. Die schwarze Toner-Kartusche für 52€ liefert hier 4000 Seiten. Wir sind gespannt, wie gut er uns in diesem Selbstversuch gefällt und haben unsere Erfahrungen auf den kommenden Seiten für euch zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen!


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Autor: Kim

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples geht unser besonderer Dank an Brother. Wir hoffen auf eine ergiebige und freundschaftliche Zusammenarbeit.

Verpackung und technische Daten

Laser-Drucker und gerade die mit Duplex-Modus sind normalerweise groß und sperrig, da die Toner und die Walzen zum Wenden des Papiers viel Platz benötigen. So überraschte es uns auch beim HL-L8250CDN nicht, dass der Paketbote ihn nur schwer durchs Treppenhaus tragen konnte. Auch gewohnt ist die schlichte Gestaltung der Außenhülle, die mit minimalistischen Abbildungen die wichtigsten Features des Druckers beschreibt.

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Mit viel Mühe lässt sich der Drucker im Styropor-Block aus dem Karton ziehen. Alles ist stoßsicher verstaut und als Beigaben findet man den Kaltgeräte-Stecker, eine Treiber-CD, sowie eine Schnellstart-Anleitung. Letztere besteht hauptsächlich aus der Anleitung zur Entfernung der zahlreichen Kunststoffblockaden. Diese finden sich außerhalb und innerhalb des Druckers, um die empfindliche Mechanik bei Transport zu schützen.

Technische Daten:

  • Typ: Fotoelektrischer Farblaserdrucker
  • Format: A4 und kleiner
  • Druckauflösung: 2400 x 600 Pixel
  • Geschwindigkeit: bis zu 28 Seiten/min simplex und 14 Seiten/min duplex
  • Papierzufuhr: 250 Blatt Kassette + 50 Blatt Multifunktionszufuhr
  • Anbindung: LAN, USB-Passthrough, USB-Stick
  • Maße: 410 x 313 x 486mm, 21,9kg

Einrichtung

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Zur Inbetriebnahme müssen wie beschrieben zahlreiche Klebestreifen und Blockaden gelöst werden. Danach kann man den Drucker an den Ort seiner Bestimmung bringen und verkabeln. Dieser Platz ist idealerweise in einem separaten Zimmer oder an einem gut belüfteten Ort, da Laserdrucker Feinstaub in die Luft abgeben. Dieses Modell verursacht allerdings vergleichsweise wenig Emissionen und trägt deshalb das Blaue-Engel-Siegel. Anbinden kann man ihn entweder lokal per USB-Kabel oder ans LAN per RJ45-Stecker, sodass er allen Netznutzern zur Verfügung steht. Auch der Druck direkt vom USB-Stick über einen Anschluss an der Front ist möglich. Beim ersten Start heulen alle Lüfter laut auf und er riecht unangenehm chemisch. Am meisten Sorgen bereitete uns aber unser Strom-Messgerät, dass in dieser Phase einen Verbrauch von knapp 1000W angezeigt hat. Nach ein paar Minuten war der Spuk aber vorüber und der Verbrauch stellte sich auf akzeptable 6W im Warte-Betrieb und 2W im Standby ein, was exakt den Werten unseres Tintenstrahldruckers entspricht.

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Die Einrichtung des Druckers kann man entweder mit den Steuertasten und dem winzigen Drucker-Display durchführen oder deutlich komfortabler mit der Web-Oberfläche. Bei ersterer Variante zappt man sich zeilenweise durch die Menüs zu Druck-Statistiken, Einstellungen, Netzwerk, Verbrauch usw. und setzt die gewünschten Haken und Werte. Zur Verbindung mit dem Computer sollte man zunächst die Treiber-Software von CD oder aktuell von der Hersteller-Seite installieren. Diese fragt den Nutzer bei der Installation, ob der Drucker per USB oder ans LAN angeschlossen ist. Bei letzterer Auswahl muss man auch noch auswählen, ob eine einfache P2P-Verbindung zum Drucker aufgebaut werden soll, oder ob es einen separaten Druckserver für die Verwaltung der Druckaufträge gibt. Jetzt scannt die Installation nach passenden Geräten im Netzwerk und hat schnell unseren HL-8250CDN gefunden, der sich per DHCP eine eigene IP-Adresse besorgt hat. Nach ein paar weiteren Klicks ist die Installation abgeschlossen und im Tray erscheint das kleine Icon des Brother Status Monitors.

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Im Druckermenü lässt sich unter /Einstellungen/Netzwerk die bezogene IP-Adresse in Erfahrung bringen. Über diese gelangt man in seinem Browser auf den Webserver zur Konfiguration, der sich deutlich komfortabler als das kleine LCD-Display handhaben lässt. Hier hat man Zugriff auf Statistiken und Statusmeldungen, Druck- und Energie-Einstellungen, Geräte- und Nutzersperre und die genutzten Netzwerk-Protokolle. Mit gesetzten Häkchen und Drop-Down-Auswahlen trifft man die gewünschten Einstellungen. Durch die Installation der Treiber-Software ist der Drucker auf unserem Windows 10 automatisch als Standard-Drucker erkannt worden und lässt sich ohne Probleme ansteuern.

Praxis

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Nachdem der Laser-Drucker die ersten Duplex-Seiten mit Text ausgespuckt hat, wird schon mal der Unterschied zu unserem billigen Tintenstrahl-Vorgänger bemerkbar. Kein Verschmieren und keine Aussetzer, sondern ein sauber gedrucktes Schriftbild erfreut unsere Augen. Kopiergeschwindigkeit ist mit 28 Seiten pro Minute einseitig bzw. 14 Seiten pro Minute recht optimistisch angegeben. Die Aufwärmphase mit eingerechnet konnten wir in einer Minute nur 10 Seiten mit Bildern drucken. Das ist aber für den normalen Gebrauch vollkommen ausreichend. Die Treiber-Einstellungen funktionieren so, wie sie sollen und nach getaner Arbeit helfen die automatischen Standby- und Ausschalt-Modi zuverlässig beim Schonen der Stromrechnung.

Die Druckqualität von Bildern ist im direkten Vergleich farbgetreuer und weniger fehlerbehaftet, als bei unserem Tintenstrahler. Jedoch lassen sich auch hier Rasterstreifen bemerken. Wer hochwertige Fotos ausdrucken will, sollte sich also woanders umschauen, aber normalen Ansprüchen wird der Brother-Drucker gerecht.

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Beim Gebrauch können wir abgesehen von dem relativ hohen Platzbedarf trotz nicht vorhandenem Scanner also kaum etwas Negatives berichten. Aber rechnet sich der Aufpreis im Verhältnis zu den günstigeren Druckkosten pro Seite? Wir haben nachgerechnet:

Die XL-Patronen für unseren alten Tintenstrahl-Drucker kosten 18€ für 480 Seiten Schwarz und 20€ für 330 Seiten Farbe. Die XL-Patronen für unseren neuen Brother HL-L8250CDN kosten 52€ für 4000 Seiten Schwarz und jeweils 108€ für Gelb, Magenta und Cyan für je 3500 Seiten (bei 5% Seitenabdeckung in der jeweiligen Farbe). Auf den ersten Blick erscheint es jetzt so, als wäre der Farbdruck mit dem Laserdrucker verhältnismäßig teuer. Allerdings beziehen sich die 330 Farbseiten der Tintenpatrone auf alle Farben, also ca. 110 Seiten Gelb + 110 Seiten Cyan + 110 Seiten Magenta. Damit kommen wir auf folgende Preise pro gedruckter Seite:

Tintenstrahl-Drucker: Schwarz 3,75 Ct/Seite, Farbe 6,06 Ct/Seite
Laserdrucker: Schwarz 1,3 Ct/Seite, Farbe 3,09 Ct/Seite

Im Einkauf war der Laserdrucker 100€ teurer. Diese Differenz holt man (bei etwa gleich vielen schwarz-weißen und farbigen Seiten) nach 3800 Seiten wieder bei den Druckkosten heraus. Die betragen bei dem Tintenstrahler 186€ und auf dem Laser lediglich 83€. Wenn man also innerhalb von zwei bis drei Jahren 4000 Seiten oder mehr druckt, lohnt sich der Laserdrucker. Das kann bei bestimmten Berufsgruppen und Studenten und besonders bei mehreren Leuten im Haushalt der Fall sein. Bleibt man aber spürbar darunter, sind die geringeren Druckkosten kein ausschlaggebendes Kaufargument.

Durch den deutlich höheren Stromverbrauch des Lasers während des Druckes stellt sich die Frage, ob die Stromkosten auch eine Rolle spielen. Während der Tintenstrahler sich mit 15W beim Druck begnügt, sind es beim Laser-Drucker durch das Aufheizen der Rollen rund 850W. Wenn wir 4000 Seiten drucken, verbraucht der Laser bei 10 Seiten/min dementsprechend 5,67 KWh, während der Tintenstrahler mit 6 Seiten/min nur 0,167 KWh benötigt. Das sind für den Laser etwa 1,50€ und beim Tintenstrahler 0,04€. Also sind die Stromkosten im Vergleich zu den Kosten für die Druckfarbe vernachlässigbar.

Fazit

Mit dem HL-L8250CDN beschert uns Brother die ersten soliden Eindrücke von einem Laserdrucker für daheim. Die Druckqualität überzeugt, der Stromverbrauch bleibt durch den guten Standby im Rahmen und besonders die Kosten der Druckerfarbe pro Seite fällt vergleichsweise niedrig aus. Das beidseitige Bedrucken des Papiers möchten wir nicht mehr missen und auch die LAN-Anbindung und die damit verbundene Web-Einrichtung bringen viele Vorteile.

Es gibt aber auch Nachteile. Der Drucker ist bei der Anschaffung 100€ teurer als ein einfacher Tintenstrahl-Drucker und bietet keine Scan- und Kopierfunktion. Dafür ist er ziemlich sperrig und die geringeren Druckkosten sind nur für Nutzer ausschlaggebend, die innerhalb weniger Jahre 4000 Seiten oder mehr drucken. Außerdem sollte man wegen der Feinstaub-Belastung auf eine gute Belüftung achten.

Alles in allem sind wir in unserem Vieldrucker-Haushalt zufrieden mit dem HL-L8250CDN. Auch in einer kleinen Firma macht er sich durch die Netzwerkanbindung gut. Mit 150€ bewegt er sich im mittleren Preissegment vergleichbarer Produkte (100€ – 200€). Wer auf Scannen und Kopieren angewiesen ist, erhält z.B. mit dem teureren Brother DCP-3017CDW für 250€ eine geeignete Alternative. Durch seine gute Leistung freut sich der Brother HL-L8250CDN über unseren Silber-Award und eine Empfehlung für alle Vieldrucker. Wer schnell zuschlägt, sichert sich aktuell noch 20€ Cashback von Brother.

Pro:
+ Druckqualität
+ Kosten für die Druckfarbe pro Seite
+ Duplex-Druck
+ LAN- und USB-Anbindung

Contra:
– Sperrig
– Keine Scan- und Kopierfunktion
– Gedruckte Fotos nur von durchschnittlicher Qualität
– Anschaffungskosten höher als Tintenstrahldrucker

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