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Kühlervergleich: Cooler Master Hyper 212x vs. Thermalright Le Grand Macho

Gerade nach Veröffentlichung einer neuen CPU überlegen sich Viele auch einen neuen Kühler/Lüfter anzuschaffen. Dabei lässt sich grob zwischen zwei gewünschten Arten und dem Mix daraus unterscheiden: Der Wunsch nach gleicher bzw. besserer Leistung und keinen Geräuschen und natürlich die beste Kühlleistung unabhängig der Lautstärke.

Der erste Ansatz wäre demnach ein passives System, sprich keine Lüfter nur ein Kühler- Nachteil: wird die CPU heißer als gedacht, muss sie heruntergetaktet werden.

Also begnügen sich Viele mit einem aktiven System und investieren mehr in einen geräuschloses Gehäuse.Hier will Thermalright dem Kunden mit seinem Le Grand Macho weiterhelfen. Er ist ein semipassiver Kühler, sprich man kann Lüfter anbringen, aber es geht auch ohne. Dies wollen wir überprüfen und vergleichen es mit dem von Cooler Master zur Verfügung gestelltem Hyper 212x welcher am 09.02.2016 herauskam. Dieser ist ein aktiver Kühler mit einem hauseigenen Lüfter.

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An dieser Stelle möchten wir uns herzlichst bei PC-Cooling und Cooler Master für die Bereitstellung der Hardware bedanken und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit.

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Autor: AlexJ

Der Le Grand Macho

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Der Le Grand Macho Kommt sicher verpackt bei uns an. Der Kühler wird in gut 2cm Schaumstoff umwickelt geliefert.

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Der Kühler umfasst ca. 150 x 125mm bei einer Höhe von knapp 160mm und wird daher seinem Name gerecht- er ist auf jeden Fall schon mal groß.
Auch die Anzahl an Lamellen fällt auf, welche sich zum Vorgängermodell erhöht haben.

Ebenfalls die 7 Heatpipes auf jeder Seite, die für die Wärmeübertragung an den Lamellen sorgen, stechen hervor. Mit der Schwarzen Oberfläche wirkt es auch in einem System nicht fehl am Platz.

Zudem erkennt man, dass der Kühler leicht versetzt vom CPU- Sockel ist und dass eine Seite Kürzere Lamellen hat. Dies ermöglicht den Einbau von RAM Riegel bis zu einer Höhe von 46mm bzw. man kommt nicht mit den Kühlblöcken des Mainboards in Berührung.

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Das Zubehör umfasst sämtliche Bauteile, die für den Einbau auf einem Intel und AMD Sockel benötigt werden. Auffällig ist der lange Kreuzschlitzschraubenzieher, welcher mitgeliefert wird. Dieser ist notwendig, um eine Schraube durch den Kühler hindurch- dafür ist die Öffnung in der Mitte des Kühler gedacht- zu lotsen und festzuziehen. Da Thermalright den Kühler als semipassiv vermarktet, wird auch kein Lüfter beigelegt, aber dennoch die notwendige Halterungen dafür.

Der Cooler Master Hyper 212X

Sicher in Luftpolsterfolie verpackt kommt der Cooler Master Hyper 212X bei uns an.

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Der Kühler hat eine Fläche von ca. 120x80mm bei einer Höhe von 160mm, was nach dem Le Grand Macho sehr klein wirkt. Dafür liegt aber ein Lüfter bei, welcher von Beginn an, vormontiert ist.

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Am Cooler Master fallen sofort die blitzblanken Lamellen und die vier ebenfalls glänzende Kupfer-Heatpipes und CPU-Kühlfläche auf. Auf der Oberseite ist das Cooler Master Logo eingestanzt.

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Der Lüfter ist der Cooler Master Blade 120, welcher laut Hersteller, zwischen 600 und 1700rpm läuft und dabei eine Geräuschemission von 13-28,6dB(a) hat. Der Lieferumfang beinhaltet die üblichen Gegenstände zur Befestigung an AMD und Intel-Sockeln und zur Befestigung eines 2. Lüfters.

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Um mit dem Le Grande Macho zu konkurrieren, hat uns Cooler Master zudem noch eine weitere hauseigene Wärmeleitpaste beigelegt, den Cooler Gel Maker Nano.

Für einen direkt Vergleich sind hier noch 2 Bilder:

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Einbau
Le Grand Macho

Der Einbau verläuft nicht viel anders als bei anderen Kühler. Die Backplate wird mit 4 Schrauben am Mainboard befestigt. Um den CPU- Sockel kommt ein Rahmen, an dem der Kühler befestigt wird.

Vorher sollte man natürlich die Wärmeleitpaste auftragen bzw. die Alte erst entfernen. Hier stellt Thermalright ihre eigene Paste im Lieferumfang zur Verfügung. Ist dies getan kann der Kühler auf die CPU gesetzt werden. Anschließend muss eine Metallplatte auf die Kühlfläche für die CPU mittels 2 Schrauben am angebrachten Rahmen fixiert werden. Da die Lamellen versetzt vom CPU-Kühler sind (die Heatpipes verlaufen am Anfang schräg), wird dadurch theoretisch die Möglichkeit genommen, die zweite Schraube zu befestigen. Daher hat Thermalright eine kleine Öffnung in der Mitte des Kühlers integriert, mit der man – vorausgesetzt man hat einen langen Schraubenzieher- die Schraube festziehen kann. Da man nicht davon ausgehen kann, dass jeder einen mindestens 13cm langen Schraubenzieher besitzt, wird dieser im Lieferumfang mit beigelegt.

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Einbau Hyper 212x

Der Einbau erfolgt sehr einfach: Wie üblich muss die Backplate mittels schrauben an das Mainboard fixiert werden. Dabei werden die Schrauben auf der CPU-Seite durchgelotst und an der Backplate mittels Muttern montiert. Hierfür legt Cooler Master einen Adapter bei, falls man keinen passenden Schlüssel zur Befestigung der Muttern hat. Anders als in der Anleitung empfehlen wir die Muttern erst per Hand einzudrehen und mittels Schlüssels oder des Adapters (Adapter ansetzen und man kann sie mit einem Schraubenzieher halten) zu Ende festziehen.

Hat man an der sauberen CPU die beilegende Wärmeleitpaste oder wie in unserem Fall die Cooler Gel Maker Nano verteilt, kann der der Kühlerblock mit dem Gestell angebracht werden. Vorher muss man den Lüfter ausbauen, sonst kommt man nicht an die Schrauben heran. Außerdem sollte der Aufkleber vom CPU-Kühlblock entfernt werden.

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Am Ende sollte man nur noch daran denken, dass der Kühler auch an einem CPU-Lüfteranschluss angeschlossen ist.

Test

Der Test findet auf dem folgenden System statt:

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Dabei wird das Gehäuse offen betrieben. Zuerst wird das Verhalten im Idle, dann im Officebetrieb bzw. leichte Flash-Anwendungen, etliche Browser-Tabs offen usw. und natürlich auch einige Benchmark und Spiel Test (The Witcher 3). Zu Letzt werden small FFTs mittels Prime berechnet, welche eine für den normalen Betrieb unrealistisch hohe Menge an Wärme produzieren.

Gemessen wird mittels HWinfo und nach jedem Test wird gewartet, bis die Ausgangstemperatur erreicht wurde. The Witcher 3 wird eine Stunde lang auf sehr hohen Einstellungen in Full HD gespielt.

Als Benchmark nehmen wir den von Metro Last Light, da er immer die gleiche Sequenz benutzt und einen sehr guten Vergleichswert liefert. Dabei werden die Einstellungen alle auf sehr hoch, in Full HD, normaler Motion Blur, mit vierfacher Texturfilterung und ohne die Nvidia Unterstützung gesetzt. Zudem werden dann 10 Durchgängen (Runs) eingestellt.

Resultat
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Der Le Grand Macho wurde zu Beginn nur bei 3 GHz getestet, um eventuelle Schäden zu verhindern. Die Ergebnisse sind nicht atemberaubend, aber liefern Werte, bei denen die Nutzung möglich ist.

Nur musste der Test mittels Prime nach ca. 50min unterbrochen werden, da die Kerntemperatur an die 90°C erreicht hat. Außerhalb vom Prime liegen die Werte bei minimal 45°C und maximal bei 61°C (Benchmark Metro Last Light). Daher kann man sagen, der Le Grand Macho ist für gängige Spiele auf Full HD mit guten Details nutzbar.

Mit diesem Gedanken wurde der Prozessor dann doch noch in 0,1GHz schritten langsam hochgetaktet und bei 3,4GHz einige Test wiederholt. Zum Schluss wollten wir auch die Übertakungsmöglichkeit sehen. Dafür wurden die vorhanden 2 Lüfter von Cooler Master zur Sicherheit am oberen Ende des Gehäuses angebracht und saugen die warme Luft bei geringster Einstellung ab.

Bei 4GHz erreicht die CPU etwa 50°C und bei anspruchsvoller Verwendung, sprich 30 Tabs, mit Flash-Anwendungen, Photoshop, also einer intensiven Office-Nutzung, werden maximal 65°C erreicht, mit durchgeführten Simulationen in MatLab max. 74°C, was die Grenze darstellen sollte, damit man bei intensiverer Nutzung auch noch einen Buffer hat.

Der Cooler Master hat im Gegensatz zum Le Grande Macho den prime Test mit small FFts mit Bravur bei 3,4 GHz gemeistert.
Insgesamt kann man nicht viel gegen ihn aufbringen: sämtliche Werte sprechen für sich und auch nach einer Übertaktung auf 4 GHz steigen die Temperaturen nur knapp um 8°C (mit small FFTs). Natürlich hört man den 120mm Lüfter, aber auch nicht viel mehr als andere gute Lüfter im niedrigen Preissegment. Die Leistung hingegen kann sich auch mit vielen (überteuerten) Lüftern messen, wenn nicht sogar übertreffen.

Fazit

Beide Modelle haben gute Leistungen abgeliefert. Dabei punktet der Le Grand Macho mit seinem geräuschlosen betrieb bei guten Temperaturen.

Der Hyper 212x hingegen ist eine kleine Kälteanlage. Die Temperaturen, bietet viel Spielraum nach oben, genauso wie der Kühler. Hier muss man sich aber mit Luftrauschen und merkbaren Betriebsgeräuschen abfinden. Diese sollten bei gut gedämpften Gehäusen nicht wirklich wahrnehmbar sein. Auch preislich hat Cooler Master die Nase vorn. Für den Hyper 212x werden gerade 33€ fällig wohingegen der Le Grand Macho sich bei 55€ und das ohne Lüfter kostet.

Bei dem Le Grand könnte man schon überlegen, ob nicht eine AIO Wasserkühlung sinnvoll ist, denn die findet man für ca. 60€ schon. Wenn man sich zum Le Grand Macho auch Lüfter holt, kommt man dann auch auf denselben Preis.

Daher gibt es auch nur für den Cooler Master Hyper 212x den Preis/Leistungs und auch den Silberaward. Der Le Grand Macho hingegen kann trotz großem Potential und großem Aufbau nur schwer überzeugen. Auch wenn ein normaler Takt „nur“ Temperaturen bis 70°C erzeugt, bleibt ein mulmiges Gefühl dabei, vor allem wenn man weiß, dass es den Primetest nicht bestand. Daher für kleinere PC bzw. unterdimensionierte (Takt um 3GHz) kriegt es den Silberaward aber da der Trend zu immer mehr Leistung geht bekommt es im Großen und Ganzen nur den Bronzeaward.

Cooler Master Hyper 212x

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Score:8

Pro
+ Sehr gute Leistung
+ Klein
+ Guter Lüfter

Contra
– Die Kabel hätten gesleevt oder einfarbig ummantelt werden sollen

Le Grand Macho

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Score: 6.6

Pro
+ kühlt auch geräuschlos ausreichend
+ gute Leistung

Negativ
– teuer
– ohne Lüfter
– sehr groß

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  • H
    • H
      HerrMueller
    • 25. Juli 2018
    Extrem sinnvoll einen aktiven Kühler (mit Lüfter) mit einem passiven Kühler (ohne Lüfter) zu vergleichen.
    Gebt dem Thermalright Le Grand Macho einen Lüfter oder kauft gleich die RT Version.
    H