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Cooltek W2 – Kompakter Cube mit super Optik

Gehäuse im Würfel-Format werden immer beliebter, wie man auch an unseren Reviews sehen kann. Es ist also wenig verwunderlich, dass es sich auch bei unserem neusten Testexemplar um einen Cube handelt. Dieses Mal passt nicht nur miniATX ins kompakte Innere, sondern es können sogar Mainboards im XL-ATX-Format verbaut werden. Und zwar testen wir heute das schwarze Cooltek W2 mit edler Voll-Alu-Verkleidung und 2-Kammer-Layout aus der Designlinie von Jonsbo.

Cooltek hat im Wesentlichen Gehäuse und Lüfterzubehör für preisbewusste Kunden im Portfolio. Für die anspruchsvollere Kundschaft hat man eine Kooperation mit der Designfirma Jonsbo geschlossen und produziert wertige wie optisch ansprechende Gehäuse.

Diese Herkunft merkt man dem W2 wirklich an, denn der konsequente futuristische Look mit gebürsteter Alu-Oberfläche sucht seines Gleichen. Dafür musste zu Gunsten der Optik die Usability an einigen Stellen zurückstecken. Wie sich das 100€ teure Gehäuse bewährt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Viel Spaß beim Lesen.

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen geht unser herzlicher Dank an PC-Cooling. Wir hoffen weiterhin auf eine ergiebige Zusammenarbeit.

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Autor: Kim

Verpackung und technische Details

Das Gehäuse wird in einem kompakten braunen Karton geliefert. Auf der Vorderseite verdeutlicht eine Skizze das Aussehen des Gehäuses und hinten findet man eine technische Zeichnung der einzelnen Bestandteile und ihrer Position im Case. Die Seiten listen technische Features in mehreren verschiedenen Sprachen auf. Von außen beschränkt man sich also auf das Nötigste.

Im Inneren erwartet einen wie üblich das in zwei Kunststoffschalen gehaltene und zusätzlich in eine Kunststofffolie verpackte Gehäuse. Hierbei ist lobend zu erwähnen, dass die Schalen im Karton relativ beweglich sind und man das Ganze einfach herausheben kann, ohne wild schütteln zu müssen. Dabei fallen uns aber die Bedienungsanleitung und ein Karton mit Zubehörteilen vor die Füße. Für die hätte sich im Gehäuseinneren sicherlich eine geeignete Befestigungsmöglichkeit gefunden.

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Schon jetzt wird deutlich, wie leicht das Gehäuse trotz Stahl-Chassis und Alu-Verkleidung im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist. In den Zubehörkartons findet sich neben der mehrsprachigen Anleitung ein magnetisches Staubgitter für das Netzteil, sechs kleine schwarze Kabelbinder, ein Alarm-Pieper, sowie zahlreiche Schrauben. Diese sind in kleine Beutel für Mainboard und HDDs, DVD-Laufwerke und SSDs und besondere Festplattenschrauben für den Mount im Boden unterteilt. Die Lüfterschrauben fliegen leider lose im Beutel herum. Lobend erwähnt seien die hohe Anzahl aller Schraubensorten und die kleinen Unterlegscheiben aus rotem Kunststoff. Diese sind gewiss keine Selbstverständlichkeit.

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Die technischen Daten sehen wie folgt aus:

Gehäusetyp: Kompakter XL-ATX-Tower
Chassis-Material: SGCC-Stahl (0,8-1mm)
Außenmaterial: Gebürstetes Aluminium (2mm)
Mainboard-Formfaktoren: XL-ATX, ATX, M-ATX, Mini-ATX
Netzteil-Formfaktor: ATX
Laufwerksschächte: 1x 5,25″, 3x 3,5″, 3x 2,5″
Vorhandene Gehäuselüfter: 2x 140mm (Front links), 1x 120mm (Rückseite)
Optionale Gehäuselüfter: 2x 120mm (Boden), 1x 80mm (Front rechts)
Höhe x Breite x Tiefe: 385 x 278 x 395 mm
Gewicht: 6,2kg
Maximale Länge VGA-Karte: 320mm (unterer Front-Lüfter muss entfernt werden)
Maximale Länge Netzteil: 250mm
Maximale Höhe CPU-Kühler: 163mm

Eindruck von außen

Wenn es nur wenige Äußerlichkeiten eines Gehäuses aufzuzählen gibt, muss das nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten, wie auch beim W2. Das liegt daran, dass die Optik konsequent und ohne Kompromisse auf Front, Seiten und Decke übertragen wurde. Alle haben den gleichen futuristischen Look in schwarzem gebürstetem Alu und durch die angewinkelte Front sieht das Gehäuse aus, wie ein Designerstück aus einem Sci-Fi-Film. Lediglich das kleine Frontpanel bestehend aus silbernen Power- und Reset-Buttons, 2x USB 3.0 und Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon hebt sich leicht ab. Dafür wurde es möglichst unauffällig in die untere linke Ecke der rechten Seitenwand integriert. Wenn man nicht sucht, fällt es so gut wie gar nicht auf. Auch auf der rechten Seite finden sich einige unauffällige Lüftungsschlitze für das senkrecht montierte Netzteil.

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Da stellt sich natürlich die Frage: „Wo ist denn der versprochene 5,25″-Schacht?“. Dieser ist das erste Opfer der konsequenten Designlinie, denn er steht senkrecht und lässt sich nur zur Gehäuserückseite hin öffnen. Für Leute, die viele optische Medien verwenden und das Gehäuse an die Wand stellen müssen, ist das natürlich ein No-Go. Aber vielen von euch geht es sicherlich wie uns und die Male, die man im Jahr noch eine DVD in den PC schiebt, lassen sich an einer Hand abzählen. Zu verbreitet sind inzwischen Video-Streamingdienste, legale Downloadplattformen für Spiele und Installationsmedien für USB-Sticks. In sofern werden viele Nutzer diese Unannehmlichkeit verschmerzen können.

Auf der Rückseite deutet sich bereits das Zweikammerlayout an. Rechts finden sich die Aussparung für IO-Panel und die Slots für Erweiterungskarten. Diese sind leider im Gegensatz zum Rest der Rückseite nicht schwarz lackiert, sondern schimmern dem Betrachter silbern entgegen. Neben dem IO-Panel sieht man den weißen Lüfter durch das schwarze Gitter schimmern und darüber sind zwei gummierte Schlauchdurchlässe, falls man den Ausgleichsbehälter seiner Wasserkühlung nach außen verlagern will. Auf der linken Seite sitzen der Rahmen für das Netzteil und darüber eine abnehmbare Blende für eventuelle optische Laufwerke. Direkt darüber sitzt ein kleiner dreistufiger Schieberegler für die rudimentäre Lüftersteuerung, mit der man drei Gehäuselüfter auf festen Drehzahlen laufen lassen kann.

Auf der Unterseite erblickt man die vier großen Gummifüße, die von vorn geschickt durch Verlängerungen an Front und Seiten verdeckt werden. Natürlich ist auch der Boden schwarz lackiert und besitzt unter der Hauptkammer Mounts für zwei 120mm-Lüfter, die durch ein Staubgitter verdeckt werden. Das fällt leider nur sehr rudimentär aus und hat keinen Rahmen. Man muss das biegsame Gitter stückweise aus den seitlichen Schienen lösen. Das haben wir schon deutlich besser gelöst gesehen.

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Vom Äußeren bleibt ein sehr wertiger und hübscher Eindruck, zu dessen Gunsten die Nutzerfreundlichkeit leider etwas leiden muss.

Eindruck von innen

Los geht es mit dem Öffnen der Seitenteile. Diese haben eine positive Überraschung für uns parat, denn sie sind nicht verschraubt. Stattdessen werden sie an allen Kanten von zahlreichen kleinen Stiften mit Kugel auf der Spitze gehalten. Diese greifen in die vorgesehenen Löcher der Chassis und werden dort durch Federn gehalten. Zusätzlich dämpft eine Schaumstoffschicht auf dem Rahmen die Seitenteile und koppelt sie von Vibrationen ab. Man muss die Seitenteile mit etwas Kraft an der nach hinten überstehenden Kante anfassen und zur Seite ziehen, wodurch die Kugeln aus den Federn ploppen. Das geht einfach und sitzt trotzdem fest. Eine bessere Lösung zur schraubenlosen Montage haben wir selten gesehen.

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Unter der linken Seite erwartet uns die Hauptkammer für das Mainboard und die drei vormontierten Lüfter. Sie wirkt sehr aufgeräumt und das Kabelbündel für das Frontpanel sowie die Lüfterkabel wurden ordentlich zurecht gelegt. Alle Abstandhalter für ATX sind bereits gesetzt. Allerdings wirken die Kabeldurchlässe etwas klein und nur drei davon sind mit Gummi ausgekleidet. Im Boden sind Mounts für zwei 120mm Lüfter bzw. einen entsprechenden 240mm Radiator vorgesehen. Will man keins von beidem, kann dort eine 3,5″ Festplatte über gummierte Abstandhalter montiert werden. Die beiden Lüfter in der Front können auch durch einen 280mm großen Radiator bereichert werden.

Unter dem rechten Seitenstück sitzt die etwas kleinere Kammer für Netzteil und Laufwerke. Sie bietet auf den ersten Blick erstaunlich viel Platz für die Kabelführung. Ebenfalls auffällig ist die etwas unorthodoxe Lösung für die Laufwerkskäfige. Sie sind nicht entkoppelnd und man muss sie erst über jeh vier Schrauben ausbauen, bevor man sie bestücken kann. Es gibt zur Front hin einen kleinen Käfig für drei 2,5″ SSDs und einen großen Käfig zur Rückseite hin. Auf diesem kann man in der unteren Schiene entweder ein 5,25″ oder 3,5″ oder 2,5″ Laufwerk anbringen. Von oben kann man eine weitere 3,5″ Festplatte verschrauben. Wie laut sich die fehlende Entkopplung bemerkbar macht, werden wir später in Erfahrung bringen. Unten rechts befindet sich der Rahmen mit einem entkoppelnden Schaumstoffüberzug für das senkrecht stehende Netzteil. Von oben rechts ziehen sich ordentlich zusammengefasst die Kabelstränge der Lüftersteuerung. Die drei Gehäuselüfter sind bereits damit verbunden und es fehlt nur die Stromzufuhr über einen SATA-Stromanschluss. In der Front ist noch ein kleiner Mount für einen 80mm Lüfter, wenn man die zweite Kammer ebenfalls belüften möchte.

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Die Gehäusefront ist auch über besagten Stifte verbunden, beinhaltet aber keinerlei funktionale Elemente, sondern dient rein der Optik. Schade, mit etwas Ausprobieren hätte hier sicherlich ein Radiator hin verlagert werden können. Leider nicht entkoppelt sondern fest verschraubt sind die Lüfter dahinter in der Chassis. Sie werden durch zwei kleine Staubfilter geschützt, die zwar an zwei Ecken magnetisch sind, aber aus irgendeinem Grund an den anderen beiden Ecken trotzdem verschraubt wurden.

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Einbau

Los geht es mit dem Netzteil. Das sitzt in der rechten Kammer entkoppelt auf Gummifüßen hinter einem Schaumstoffrahmen und die Schrauben treffen sofort das Gewinde. Nach vorne hat das Netzteil viel Platz und die Kabel finden leicht in die richtige Aussparung. Allerdings sollte man den großen Laufwerkskäfig vorher ausbauen, wofür man einen Schraubenzieher mit langem dünnem Stiel benötigt.

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Danach ist das Mainboard an der Reihe. Durch die bereits vormontierten Abstandhalter muss man nur die IO-Blende einklicken und kann das Board danach einsetzen. Das geht leicht von der Hand und die Schrauben greifen fast alle gut. Einzig ein etwas offenerer Abstandhalter in der Mitte links macht Probleme und braucht etwas Kraft, bis die Schraube greift. Nach rechts und nach unten ist dabei noch erstaunlich viel Platz, den man zum Beispiel durch die erwähnten Radiatoren füllen kann. Stromversorgung und die Kabel des Frontpanels sind schnell gesteckt. Die Kabelführungen mögen klein sein, sind aber gut positioniert und so verschwinden alle Kabel unauffällig auf die Rückseite.

Die Erweiterungskarten kommen als nächstes. Dafür muss man zuerst von außen auf der Rückseite eine zweifach verschraubte Blende über den Slotblenden lösen. Erst dann kann man die gewünschten Slotblenden von außen entfernen. Das finden wir nicht mehr wirklich zeitgemäß. Auffällig ist, dass hier acht anstatt der üblichen sieben Slotblenden vorzufinden sind. Am unteren Ende ist einer hinzugekommen, was dem XL-ATX-Standard geschuldet ist. Dieser benötigt keine zusätzlichen Abstandhalter, bietet nach unten hin aber einen Erweiterungskartenslot mehr. Sind die billig wirkenden Slotblenden entfernt, kommen Grafik- und Soundkarte an Ort und Stelle und werden verschraubt. Nun muss von außen wieder die Blende davor montiert werden. Noch die nötigen Kabel gesteckt und auch dieser Schritt ist erledigt.

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Nun kommen wir zum interessantesten Einbauschritt dieses Gehäuses: Den Laufwerken. Nachdem die beiden Käfige aufwendig über jeweils vier Schrauben gelöst wurden, bestücken wir diese einmal mit DVD-Laufwerk und HDD und einmal mit einer SSD. Von hinten lösen wir die Blende für den 5,25″ Schacht. Ohne den großen Käfig ist der CPU-Sockel zur Kühlermontage von hinten freigelegt. Durch die bereits verlegten Kabelstränge ist es ziemlich fummelig, die Käfige wieder an Ort und Stelle zu bringen. Dementsprechend schlecht gefällt uns diese Lösung. Die vibrierenden Laufwerke sind nicht entkoppelt und der kleine SSD-Käfig ist den Kabelsträngen im Weg. Am Ende haben wir doch alle Kabel ansprechend in die rechte Kammer verlegen können, wo man sie gut in den Zwischenräumen von Käfigen und Netzteilen verstecken kann.

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Dann kann das Gehäuse auch schon wieder geschlossen werden. Der Einbau lief bei diesem Gehäuse durch das große Platzangebot überdurchschnittlich einfach. Einzig die verschraubten und nicht entkoppelten Laufwerkskäfige stellen einen Minuspunkt dar.

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Im Betrieb

Sind alle Peripheriegeräte verkabelt, kann das System gestartet werden. Power- und Reset-Button leuchten dabei in kräftigem Blau. Die Audio-Anschlüsse in der Front sind etwas schwergängig und das Öffnen des DVD-Laufwerks nach hinten löst auch keine Begeisterungsstürme aus. Ganz im Gegenteil dazu die Gehäuseoptik, die auf jedem sichtbaren Zentimeter Wertigkeit und State-of-the-Art-Design ausstrahlt.

Um uns ein genaues Bild von Kühlleistung und Lautstärke machen zu können, haben wir diese gemessen und mit anderen Gehäusen verglichen. Im Temperaturtest hinkt das W2 ein wenig hinterher. Sogar das geräuschisolierte Fractal Design Define R4 ist kühler. Allerdings sind die Werte nicht bedenklich und noch „im Rahmen“.

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Auch bei der Geräuschentwicklung kann das W2 nicht wirklich punkten. Das ist sowohl der fehlenden Entkopplung als auch den lauten Lüftern zuzuschreiben. Es ist zwar nicht so laut wie das Silverstone R05, besitzt aber nicht dessen gute Kühlung. Außerdem klingt das W2 mehr „blechern“ und ist dadurch subjektiv genauso störend. Allerdings ist es auch nicht so laut, dass man permanent genervt ist und die meisten werden es einfach überhören oder in puncto Lüfter aufrüsten.

Fazit

Das Cooltek W2 kann weder bei Temperatur noch bei Lautstärke mit Bestwerten punkten. Dafür ist es kompakt und leicht und bietet trotzdem im Inneren viel Platz für einen angenehmen Einbau und Kabelführung. Das absolute Killer-Feature des Gehäuses ist die umwerfende Optik. Wir haben selten so ein tolles und auch konsequent umgesetztes Design gesehen und allein das macht das Gehäuse seine 100€ Kaufpreis schon wert. Da hat Jonsbo wirklich ganze Arbeit geleistet und auch Casemodder können eine Menge Spaß damit haben. Für die gibt es das Gehäuse wahlweise auch in Silber und/oder mit Fenster.

Auch die Qualität überzeugt. Es bleiben einige kleine Wehrmutstropfen, wie das nach hinten gerichtete DVD-Laufwerk und die minderwertigen Staubgitter. Wenn euch die Optik gefällt, solltet ihr dennoch nicht vor dem Kauf zurück schrecken. Wenn ihr ein von außen kompaktes und von innen großzügiges Gehäuse mit tollem Aussehen wollt und dafür eine durchschnittliche Kühlung und Geräuschentwicklung in Kauf nehmen könnt, macht ihr mit dem W2 alles richtig. Dementsprechend gibt’s noch knapp unseren Gold- und wohlverdient den Design-Award. Hier geht’s zum Preisvergleich.

Pro:
+ wirklich hübsche und wertige Optik
+ kompakt und leicht
+ überzeugende schraubenlose Befestigung der Seitenwände
+ viel Platz im Inneren (auch für 240mm + 280mm Radiator)

Contra:
– Kühlung und Lautstärke in diesem Preisbereich nur durchschnittlich
– optisches Laufwerk nach hinten gerichtet
– umständliche Staubgitter

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