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Corsair H110i GT – AIO Kompaktwasserkühlung mit dem gewissen Extra

Die Frage nach dem richtigen CPU-Kühler beschäftigt viele PC-Benutzer. Soll es ein Luftkühler sein oder doch eine Wasserkühlung? Reicht der mitgelieferte Lüfter oder doch lieber aufrüsten?

Dementsprechend groß ist das Angebot an Kühllösungen und es wird immer weitreichender. Seit einiger Zeit stark im Kommen sind kompakte Wasserkühlungen, welche wartungsfrei und im Vergleich zu anderen Wasserkühlungen einfach zu montieren sind. Ob diese kompakten Wasserkühlungen ihren Zweck erfüllen und darüber hinaus noch ihr Geld wert sind, werden wir im Folgenden anhand dem jüngsten Ableger der Kompakt-Wakü-Reihe von Corsair in Erfahrung bringen.

Wir werden die H110iGT von Corsair unter die Lupe nehmen und einmal ausprobieren, ob sich der Umstieg lohnt.

Unser Dank geht an Corsair für die Bereitstellung des Testsamples und dem uns damit entgegengebrachten Vertrauen.

Autor: Noah​

Verpackung und Lieferumfang

Die Wasserkühlung kommt in einem normalen Pappkarton an, in welchem sich die eigentliche Verpackung befindet. Diese ist durch eine Polsterung gut geschützt und es gibt nichts zu bemängeln. Es gibt keine losen Teile und alles scheint vernünftig eingepackt zu sein.

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Die eigentliche Verpackung der Wasserkühlung ist in einem relativ schlichten schwarzen Design gehalten. Durch die durchsichte Schutzfolie erkennt man, dass die zusammengebaute Kompaktkühlung auf der Vorderseite abgebildet ist. Am Rand sind die technischen Details angegeben sowie einige Sicherheitshinweise in den verbreitetsten Sprachen. Das Logo und der Name des Produkts fehlen natürlich nicht und sind in Grau und Rot gut sichtbar dargestellt.

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Auch nach dem Öffnen der Verpackung bleibt hier der Eindruck einer gut verpackten Wasserkühlung erhalten. Alle Teile sind zum Schutz vor Kratzern in Folie eingepackt und befinden sich in einer extra Pappschale. Zusätzlich liegt oben drauf noch eine Schicht Styropor, auf welcher sich die Bedienungsanleitung und ein kleines Heft von Corsair befinden.

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Sowohl für Intel als auch AMD befinden sich alle erforderlichen Zubehörteile im Lieferumfang und es gibt nichts zu bemängeln. Die Wärmeleitpaste ist schon auf den Kühlerblock aufgetragen und alle Schrauben befinden sich in einem extra Beutel. Die Anleitung zur Montage ist in mehreren Sprachen verfasst und relativ übersichtlich gehalten.

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Technische Details

Kühlerabmessungen: 140 mm x 322 mm x 27 mm
Lüfterabmessungen: 140 mm x 25 mm
Maximale Lüftergeschwindigkeit: 2100 +/- 10 %
RPM – Maximaler Luftdurchsatz: 113 CFM
Maximaler statischer Druck: 3,99 mm-H2O
Maximaler Lüftergeräuschpegel: 43 dB(A)

Detailansicht

Die Wasserkühlung wirkt sehr gut verarbeitet. Alles scheint ordentlich verschraubt zu sein und auch die Schläuche und Anschlüsse machen einen soliden und vor allem dichten Eindruck. Die Schläuche sind komplett gesleevt, was zusätzlich gegen Brüche bei starken Biegeradien schützt. Der Radiator ist sehr fein und gleichmäßig ohne irgendwelche sichtbaren Fehler gefertigt.

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An seiner Seite befindet sich das Corsair Logo auf einem grauen Streifen. Das schlichte aber hochwertig wirkende Design des Radiators gefällt uns sehr gut. Die Pumpe der H110iGT ist ebenfalls in einem schwarz grauen Design gehalten und fügt sich so wunderbar in das restliche Design ein. Der Rand der Pumpe ist in einem metallischen Grau gehalten, während der Bereich um das Grau unterlegte Logo in einem matten Schwarz gefertigt wurde. Die gute Verarbeitung in Verbindung mit der hübschen Farbgebung machen wirklich etwas her.

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Die Lüfter wirken ebenfalls solide. Sie lassen sich geräuschlos und ohne spürbaren Widerstand bewegen. Die Farbwahl passt zum Radiator und die Lüfter fügen sich nahtlos in das Design ein.

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Die ganze Wasserkühlung ist in einem schlichten aber eleganten Design gehalten. Hier wirkt nichts aufdringlich oder unpassend. Die schwarz-graue Farbwahl mit grauen Akzenten passt in fast jedes Gehäuse super hinein und ist zusammen mit den gesleevten Schläuchen einfach nur super anzuschauen.

Einbau

Die Wasserkühlung werden wir nun in unser Testsystem einbauen.

Als Testsystem benutzten wir folgende Komponenten:

– Mainboard: Asus M5A99X Evo R2.0
– CPU: AMD FX-8350
– Arbeitsspeicher: Corsair Vengance DDR3 1600 MHz 8GB
– GPU: MSI V284-081R NVIDIA N760 Grafikkarte
– Netzteil: Be quiet! Pure Power 630 Watt
– W-LAN-Karte: Asus PCE-AC56
– SSD: Kingston SSDNow V300 120 GB
– HDD: Western Digital Blue 1TB
– Gehäuse: Fractal Design Arc XL

Die Montage der Wasserkühlung erfolgte mit Hilfe der gut illustrierten Anleitung problemlos. Der Austausch der alten Kühllösung durch die neue Kompaktkühlung sollte kein Problem für den normalen Benutzer darstellen. Ihr solltet natürlich vorher sicher gehen, dass euer Gehäuse den 280er Radiator aufnehmen kann.

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Alle benötigten Teile und Schrauben waren beigelegt, ebenso wie alle Kabel. Die Stromversorgung der Wasserkühlung erfolgt über einen normalen SATA-Power Anschluss, die inzwischen deutlich weiter verbreitet sind, als die alten 4pin-MOLEX-Anschlüsse. Die Pumpe lässt sich außerdem noch mit dem Mainboard über USB verbinden. Dafür muss man einen freien USB-Anschluss auf dem Board, wie sie normalerweise fürs Frontpanel vorgesehen sind, verwenden.

Den Radiator bringen wir auf der Oberseite unseres Gehäuses an, was sich auch ohne Probleme bewerkstelligen lässt. Die zwei mitgelieferten Lüfter montieren wir so, dass der Luftstrom in das Gehäuse geht.

Die Wasserkühlung im Betrieb

Im Vergleich zu Vorgänger Modell der H100i von Corsair ist die H110iGT mit 140mm Lüftern und mit einem ebenso größeren Radiator ausgestattet. Der Radiator ist 47mm länger, ansonsten aber in Höhe und Breite gleich. Anders als die H110 ist die H110i GT mit der Steuerungssoftware Corsair Link kompatibel. Die Pumpe der H110iGT entstammt einer neueren Generation und wurde dementsprechend komplett neu designed. Außerdem soll die H110iGT 3 Dezibel leiser sein als ihr Vorgänger.

Beim Anschalten des Computers drehen die Lüfter der Wasserkühlung jedes Mal kurz auf die maximale Drehzahl auf, welche dann aber sofort wieder angepasst wird und spürbar zurückgeht. Dieses Verhalten ist allerdings vollkommen normal. Es fällt nur auf, dass die Lüfter bei hoher Drehzahl anscheinend ziemlich laut sind. Ob das wirklich so ist wird sich noch herausstellen.

Die Kompaktkühlung scheint aber nach der Inbetriebnahme ohne Probleme zu laufen.

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Mit Hilfe des Programmes Corsair Link können wir die Wasserkühlung und sämtliche andere Lüfterdrehzahlen und Temperaturen im gesamten System überwachen. Darüber hinaus lässt sich sogar die Farbe des leuchtenden Schriftzuges auf der Pumpe ändern oder sogar der aktuellen Temperatur anpassen.

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Angenehm zu bedienen und schön anzuschauen ist die Wasserkühlung schon mal, aber was leistet sie?

Beim alltäglichen Betrieb wie zum Beispiel Internetnutzung, Texte schreiben, Musik hören oder Videowiedergabe laufen die Lüfter bei ca. 900-1000 Umdrehungen pro Minute und erzeugen so einen nahezu unhörbaren Geräuschpegel. Die Pumpe läuft ebenso ruhig bei 2100-2300 U/min und erzeugt keinerlei Geräuschkulisse. Unsere CPU-Temperatur bleibt hier bei entspannten 20-30°C. In Abhängigkeit von der Raumtemperatur geht’s sogar noch weiter nach unten.

Wird von Spielen 3D-Leistung gefordert, ändert sich die Lüfterdrehzahl leicht nach oben. Bei längerem Spielen werden es auch gerne mal um die 1400 Umdrehungen, bei aktuellen Spielen manchmal noch mehr. Spiele mit guter KI, welche die CPU sehr fordert, bringen die Lüfter auch auf 1600-1700 Umdrehungen. Bei 1400 Umdrehungen werden die Lüfter schon hörbar und erzeugen ein wahrnehmbares Geräusch, was aber noch nicht störend ist. Je mehr Umdrehungen die Lüfter machen, desto auffälliger wird ihre Lautstärke. Bei 1700 Umdrehungen sind die Lüfter schon deutlich bemerkbar.

Den relativ hohen Lüfterdrehzahlen verdanken wir aber eine niedrige CPU-Temperatur von meisten unter 45°C und weniger.

Wollen wir unsere CPU nun richtig fordern, wie zum Beispiel beim Schneiden von Videos oder mit einem Benchmark-Test, dann brauchen wir auch eine ordentliche Kühlleistung der Lüfter.
Hierzu nehmen wir zunächst die maximale Lüfterdrehzahl, welche sich bei 2200 Umdrehungen die Minute befindet. Nach einigen Benchmark-Tests wie Cinebench oder Everest stellen wir schnell fest, dass die Wasserkühlung eine gute Leistung abliefert. Bei einer maximalen Temperatur von 51°C, welche wir unter absoluter Volllast erreichen, wird uns eine völlig zufriedenstellende Performance geboten. Meistens bleibt die Temperatur bei maximaler Auslastung und maximaler Lüfterdrehzahl bei unter 45°C.

Wie weiter oben schon erwähnt, ist die Lautstärke der Lüfter bei maximaler Drehzahl sehr hoch. Unter Volllast nimmt man die Lüfter stark störend wahr. Wie unsere Tests aber gezeigt haben, braucht man diese Drehzahlen in der Praxis fast nie. Selbst bei reduzierter Drehzahl von 1700 Umdrehungen pro Minute erreichen wir in den Benchmarks nicht die 60°C.

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Darüber hinaus lässt sich mit Hilfe von Corsair Link die Lüfterdrehzahl einstellen. Das ist auch ein Feature, was die H110i GT von der H110 und vielen Konkurrenten unterscheidet. Die H110 Wasserkühlung ist nämlich nicht mit Corsair Link kompatibel. Corsair Link kann kostenlos auf der Website von Corsair heruntergeladen werden, ist aber nicht im Lieferumfang als CD enthalten.

Mit dieser Software kann man Lüfter für Lüfter die gewünschte Drehzahl definieren. Man kann aber auch zwischen Quiet Mode, Balanced Mode oder Performance Mode auswählen, was eine entsprechende automatische Steuerung aktiviert. Natürlich lässt sich auch eine bestimmte Lüfterdrehzahl beziehungsweise ein Prozentsatz der maximalen Leistung festlegen.

Je nach Auswahl des Betriebsmodus variieren die Lüfterdrehzahlen und somit auch die Kühlleistung. Im Quiet Mode zum Beispiel wird die CPU-Temperatur vergleichsweise höher aber dafür bleibt die Lüfterdrehzahl relativ gering. Zu jedem Mode kann man einsehen, bei welcher CPU-Temperatur welche Lüfterdrehzahl verwendet wird.

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Fazit

Mit der H110i GT kommt von Corsair eine neue und interessante Kompaktwasserkühlung. Ihre Verpackung stimmt. Das Zubehör ist ordentlich verpackt und reichlich vorhanden. Die Verarbeitung lässt ebenfalls keine Wünsche offen und es gibt weder beim Radiator noch bei den Anschlüssen der Schläuche etwas zu bemängeln.

Der Einbau lässt sich einfach und schnell durchführen. Zwar benötigt man relativ viel Platz für den Radiator aber das ist bei dessen 280mm-Formfaktor normal.

Besonders gefallen hat uns die detaillierte Lüftersteuerung über Corsair Link. Die Software bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten und bleibt trotzdem übersichtlich und intuitiv in der Benutzung. Die farblich steuerbare Beleuchtung des Kühlers ist dabei natürlich ein besonderes Highlight.

Die Lüfter laufen problemlos und stabil. Obwohl im unteren Bereich noch leise, werden sie im oberen Drehzahlbereich aber schon recht laut. Ab 1700 Umdrehungen pro Minute sind sie deutlich zu hören. Die Pumpe dagegen ist nicht hörbar, bietet aber trotzdem eine ordentliche und konstante Leistung.

Die gelieferte Kühlleistung ist sehr gut und mit Hilfe von Corsair Link kann jeder Nutzer individuell seine Mischung aus niedrigen Temperaturen und Lautstärke definieren. Unser einziger nennenswerter Kritikpunkt ist die maximale Lüfterlautstärke, die in der Praxis aber nur selten erreicht wird.

Für einen Preis von knapp 130 Euro bewegt sich die H110i GT schon im oberen Bereich kompakter Wasserkühlungen, kann sich aber durch Leistung und gebotene Features vor der Konkurrenz behaupten.

Pro:
+ elegantes Design
+ konstante und gute Kühlleistung
+ hochwertig verarbeitet
+ detaillierte Steuerung und farbige Beleuchtung

Contra:
– im oberen Drehzahlbereich recht laute Lüfter

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