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Corsair Vengeance LPX DDR4 im Test – Lohnt sich DDR4-Speicher eigentlich schon?

Im Jahr 2012 lieferte Micron erste Testexemplare des Nachfolgers des 2007 vorgestellten DDR3 Speichers. Heute, 3 Jahre später, ist die neue DDR4-Generation bereit zum Durchstarten. Selbstverständlich hat auch der Speicherspezialist Corsair einige Kits am Start. Angefangen beim moderat getakteten Kit mit 2133MHz bis zum hochgezüchteten High End Speicherkit mit 3300MHz/CL16.

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, die neuen DDR4-Module aus dem Hause des Platzhirsches auf die Probe zu stellen. Für unseren Test greifen wir auf ein 16GB Kit mit 2800MHz zurück. Also die Bauart, welche sich an den Großteil der Gaming-Community richtet. Ob bei den angegebenen 2800MHz schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist, oder ob wir ein übertaktungsfreudiges Kit von Corsair erwarten können, wollen wie auf den nächsten Seiten ergründen. Unsere Erwartungen an die neue Technologie sind auf jeden Fall hoch.

Autor: jamison80

An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank Corsair für die Bereitstellung des Testsamples und das damit entgegengebrachte Vertrauen. Wir freuen uns auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit.​

Erster Eindruck und technische Daten

Corsair schmückt sich bei der Verpackung seines Speicherkits mit purem Understatement. Der Speicher selbst ist auf der Vorderseite der grauen Verpackung gut und wirksam in Szene gesetzt.

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Optisch ins Auge fällt direkt die Serienbezeichnung des Kits: „VENGEANCE LPX“, sowie Speichervolumen und die spezifische Taktrate. Die Latenz wird allerdings nicht hervorgehoben. Sie ist, genauso wie die Ausrichtung der Vengeance Serie, der Rückseite zu entnehmen.

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Die Speicherriegel sind jeweils paarweise fest in einer Blisterverpackung eingefasst und vermitteln gleich auf den ersten Blick einen wertigen Eindruck. Dieser wird, wie von Corsair zu erwarten, im ausgepackten Zustand noch um einiges verstärkt. Die Lamellen mit dem eingelassenen Sticker wissen zu überzeugen. Das PCB ist passend in schwarz gehalten und rundet das Gesamtbild ab.

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Der ganze Riegel ist in Vollaluminium-Heatspreadern eingefasst, um eine möglichst hohe Wärmeabgabe zu gewährleisten. Corsair bietet die Vengeance LPX Serie in verschiedenen Farbvarianten an, um auch Moddern das passende Kit zur Seite stellen zu können. Gerade im Feld von Mini- und auch micro-ATX werden diese gerne für farbenfrohe Mods genutzt.

Technische Daten:

Wie könnte man technische Daten besser und unterhaltsamer verpacken, als in einem gut produzierten Video. Dessen ist sich Corsair natürlich auch bewusst und hat der Speicherserie ein ansprechendes Video an die Seite gestellt. Das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Die Homepage von Corsair präsentiert die Vengeance LPX Serie in drei unterschiedlichen Farben. Neben der schwarzen Variante, welche uns zur Verfügung steht, bietet Corsair den Speicher noch in Rot so wie in Blau an. Eine weitere Variante steht im Moment auf der Homepage nicht zur Verfügung. Allerdings würden wir uns nicht wundern, wenn das Angebot in Kürze um eine weiße Variante erweitert wird.​

Corsair hat bei der Entwicklung aller DDR4-Speicherserien mit einer Vielzahl an Herstellern für X99-Mainboards zusammengearbeitet, um ein Maximum an Kompatibilität zu gewährleisten. Neben überragender Zuverlässigkeit legt Corsair besonderen Wert auf stabile, schnelle Leistung und Overclockingsupport.
Daher ist die Vengeance Serie mit XMP 2.0 Support für ein automatisches und störungsfreies Übertakten ausgerüstet.​

Corsair Vengeance LPX Serie Keyfeatures:

  • Maximale Kompatibilität
  • Wärmeverteiler aus reinem Aluminium
  • Flaches Design
  • Konzipiert für Hochleistungs-Overclocking
  • XMP-2.0 Support
  • Verschieden Farben erhältlich

Nachdem die trockene Pflicht nun hinter uns liegt, widmen wir uns der Kür. Auch wenn Corsair es immer wieder schafft, technische Daten so zu präsentieren, dass es einem die Brust anschwellen lässt, freuen wir uns auf den Praxistest.

Die Installation der Speicherriegel geht gewohnt leicht von der Hand. Dies liegt aber an der Natur der Sache und dies ist wohl nicht Corsair zuzusprechen.

Unser System für die nachfolgenden Tests sah wie folgt aus:

Testsystem
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Beim ersten Start laufen die Speicherriegel Standardmäßig mit 2133MHz. Um in den Genuss von 2800 oder gar 3000MHz zu kommen, müssen wir eins der zwei XMP Profile wählen.

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Wir geben uns natürlich nicht mit 2133MHz zufrieden und starten gleich mit 2800MHz. Kurzerhand Profil 1 gewählt und neu gestartet und das XMP Profil sorgt für den gewünschten Takt.

XMP Profil 1. 2800MHz 16-18-18-36:

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Im XMP Profil 1 startet das Speicherkit standardmäßig mit den Latenzen 16 – 18 – 18 – 36. Die Speicherriegel arbeiten damit ohne Probleme. Allerdings ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht und wir loten die Latenzen weiter aus.

Wir blieben bei unserem Test in dem im XMP Profil vorgesehenen Spannungsbereich von 1.2 V und konnten sogar Latenzen von 16 – 16 – 16 – 32 stabil zum Laufen bringen. Was das im Detail ausmacht, versuchen wir im Folgenden mittels einiger Tabellen zu visualisieren.

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XMP Profil 2. 3000MHz 16-18-18-39:

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Auch beim Starten des XMP Profil 2 gibt es kaum Probleme. Das Kit läuft bei genauer Einstellung der im XMP-Profil hinterlegten Frequenz auf Anhieb und durchweg stabil. Sobald wir die Frequenz in diesem Profil auch nur gering anheben, verweigert uns das in unserem Test verwendete MSI X99S Gaming 7 den Start.

Auch das zweite hinterlegte Profil testeten wir mittels AIDA 64 und den im Profil vorgegebenen 1,2 V, konnten hier allerdings nicht allzu viel mit den Latenzen „spielen“. Das Maximum, welches wir dem Speicherkit im XMP 2 Profil entlocken konnten, war bei 16 – 17 – 17 – 39. Wie sich das im Test darstellt, sollen die folgenden Tabellen verdeutlichen.

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Nachdem Corsair uns davon überzeugen konnte, dass die XMP-Profile anstandslos laufen, wollen wir testen, was das Kit an Maximal-Takt leisten kann. Oder ist bei 3000MHz vielleicht schon Schluss!? Aufklärung auf der nächsten Seite.

Overclocking

Im vorletzten Abschnitt kommen wir zur Königsdisziplin, dem Overclocking. Corsair garantiert ja schon buchstäblich ein überragendes Overclockingergebnis bei der Vengeance LPX Serie. Das von uns verwendete Mainboard macht es uns zudem besonders einfach und gibt verschiedene Einstellungsmöglichkeiten vor.

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Wir haben eher wenig zuversichtlich mit 3200MHz begonnen und waren doch erstaunt, wie anstandslos die Frequenz übernommen wurde. Zumal wir uns als Grenze 1,36 V gesetzt hatten. Wir konnten recht ansehnliche Latenzen erreichen, deren Maximum bei 16 – 16 – 16 – 34 lag.

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Folgende Werte konnten wir mit der Taktrate von 3200MHz und den Latenzen von 17 – 17 – 17 – 36 so wie 16 – 16 – 16 – 34 erreichen.

3200MHz

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Fazit

Kommen wir abschließend zu unserem Gesamteindruck, welcher neben den technischen Daten auch die Vor- beziehungsweise Nachteile aufzeigen soll. Zu den Vorteilen gehören ganz klar die stabilen und anstandslos greifenden XMP-Profile. Im XMP 2 Profil versteckt sich allerdings auch der einzige Schwachpunkt.

Bei den Taktraten um 3000MHz stellt sich das Vengeance Speicherkit als etwas zickig heraus. Bei der kleinsten Abweichung von der im Profil vorgesehenen Frequenz verweigerte unser Board den Start. Überzeugt hat uns wiederum die Taktfreudigkeit oberhalb von 3000MHz. Auch mit von uns auf 1,36 V begrenzter Spannungsversorgung konnten wir beachtliche Ergebnisse erreichen. Eine Taktsteigerung von knapp 15% ist durchaus vorzeigbar, das ganze Paket erhält man zudem schon für knapp über 250€(stand 08. Januar 2015), was als Preis für DDR4 Speicher noch recht günstig ist.

Für die gute Taktbarkeit und das Potential im Overclockingbereich verleihen wir dem Corsair Vengeance LPX Kit den OverClocking Award, zu dem bekommt das Kit noch unseren Gold Award. Diesen verdient sich Corsair durch das stimmige Gesamtpaket von Verarbeitung, Overclockingeigenschaften und dem „günstigen“ Preis.

Pro:
+ Design
+ Verarbeitung
+ Preis
+ Overclockingeigenschaften

Contra:
– Im XMP2 Profil etwas sensibel

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Für das bereitgestellte Testsample gilt unser besonderer Dank Corsair! Wir freuen uns auf eine weiterhin enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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