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Cougar 700M – Stylische Mecha-Maus für Gamer

Praxistest

Bis hier her präsentierte sich die 700M sehr gut und ohne wirkliche Schwächen. Aber schauen wir uns an, wie sie sich in der wichtigsten Disziplin schlägt.

Die Maus liegt im Auslieferungszustand gut in der Hand. Die Alu-Kanten in ihrer Mitte sind im Palm-Grip leicht spürbar, stören aber nicht weiter. Die Fingermulden sind nicht wie zunächst vermutet gummiert, sondern aus hartem Plastik. Das macht unter normalen Bedingungen keine Probleme, sobald man aber nasse Finger bekommt, wird es besonders an diesen Stellen auch durch die geringe Reibung sehr rutschig. Zur Veranschaulichung der Größe hier ein Vergleich mit der höheren und längeren Logitech G700:

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Bei den Schaltern räumt man mit unserer Kritik an der 600M auf und spendiert allen 8 Tasten einen präzisen, leicht harten Klickpunkt. Das macht beim Drücken wirklich Spaß. Auch die Erreichbarkeit kann sich größtenteils sehen lassen. Linke und rechte Maustaste liegen angenehm unter den Fingern und bieten viel Platz zur jeweiligen Seite hin. Allerdings fallen beide Tasten relativ kurz aus und so ragen meine zugegebenermaßen langen Finger im Palm-Grip einen guten Zentimeter über die Tasten hinaus. Das ist nicht jedermanns Sache. Die Daumentasten lassen sich im vollständigen Claw- und auch Palm-Grip gut treffen. Probleme gibt es nur, wenn man seine Hand zu weit nach hinten verlagert (etwa, weil man wie ich linke und rechte Maustaste unter den Fingerspitzen fühlen will. Denn dann liegt der Daumen an der vertieften Stelle des Sniper-Buttons und man kann ihn nicht mehr mit einem Wisch nach unten auslösen. Auch die vordere Daumentaste ist nur noch schwer zu erreichen. Ein kleines Sorgenkind ist auch der Rapid-Fire-Button. Ist er im Claw-Grip noch relativ gut erreichbar, muss man im Palm-Grip den Zeigefinger sehr weit über die breite linke Maustaste schieben, um diesen Button zu erreichen. Das ist so umständlich, dass man ihn am liebsten gar nicht benutzt. Das Mausrad hingegen leistet sich keine Schwäche. Es ist leichtgängiger als das der 600M und durch die gummierte Oberfläche lässt es sich sicher bedienen.

Das gesleevte Mauskabel ist auch wie beim kleinen Bruder recht steif und braucht lange, um sich zu legen. Wirklich von Vorteil ist hier aber die Kabelführung durch die Metallkapsel. So wird das Kabel stabil in der Luft gehalten und berührt frühestens nach 10cm den Boden. Dadurch spürt man das Kabel nur noch, wenn es irgendwo hängen bleibt, von Reibung keine Spur.

Geht es dann aber ans Benutzen, offenbart sich der erste schwere Kritikpunkt unseres Modells. Und zwar ist das Alu-Kreuz im Boden nach vorne hin nicht 100% versenkt, sodass es minimal schräg steht. Das lässt sich mit bloßem Auge nicht erkennen, jedoch führt es dazu, dass die Maus unschön übers Mauspad schrabt, sobald man sie zu weit vorne belastet. Das Problem konnten wir mit etwas Daumenkraft beheben, indem wir das vordere Ende des Kreuzes nach oben gepresst haben. Für eine fast 80€ teure Maus ist so ein Verarbeitungsfehler natürlich ein No-Go.

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Und auch ein zweites, nicht unerhebliches Problem macht sich nach einiger Eingewöhnungszeit bemerkbar. So erwischten wir uns immer wieder dabei, wie wir die Handflächenschale wechselten oder in einen ganz anderen Winkel stellten, da wir partout keine vollständig überzeugende Stellung finden konnten. Die kleine Schale sitzt zwar schön zentral in der Handfläche, bietet aber spürbar weniger Kontrolle aus dieser Richtung. Die große Schale gefällt uns ein wenig besser, sitzt aber etwas zu flach in der Handfläche, sodass man die Maus ständig leicht schräg anfassen will, wodurch der Zeigefinger aber zu weit zum Mausrad rutscht. Auch das fehlende Stück Schale zwischen den vorderen Tasten und der hinteren Handflächenablage verstärkt die Unsicherheit beim Halten. Das macht die 700M zu keiner schlechten Maus, denn sie lässt sich trotzdem relativ angenehm benutzen. Es bietet aber auch nicht das Rundum-Zufrieden-Gefühl, das wir uns besonders von einem Nager mit verstellbarer Handflächenauflage erhofft hätten. Wir möchten fast sagen, die günstigere 600M ließ sich einen Ticken angenehmer halten.

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Zu den modularen Gewichten sei gesagt, dass der Einbau etwas fummelig ist, aber kein Ding der Unmöglichkeit darstellt. Allerdings ist die 700M mit 130g kein leichter Vertreter unter Spielermäusen. Dadurch erscheinen die zusätzlichen Gewichte mit einer Gesamtmasse von nur 18g mehr wie ein Gimmick, als wie eine echte Gewichtsindividualisierung.

Stört man sich nicht allzu sehr an dem ergonomisch nicht optimalen Gefühl und ist das Alu-Kreuz an Ort und Stelle, arbeitet es sich im Desktop präzise und sicher. Besonders die programmierbaren Tasten können einem viel Arbeit abnehmen und Teflonpads und Mauskabel-Führung ersparen einem lästige Reibereien.

Hat man sich in Games erstmal eingespielt und seinen Griff gefunden, macht die Maushaltung auch nur noch wenig Probleme und der präzise Lasersensor und die qualitativen Schalter leisten in schnellen Ego-Shootern hervorragende Arbeit. Auch die Profilkopplung an Spiele-Executables bringt einige Vorteile.