Die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher in Deutschland steigen weiter massiv. Im August 2026 haben die durchschnittlichen Einzelhandelspreise laut einer aktuellen Auswertung beinahe das Fünffache des Preisniveaus von Juli 2025 erreicht.
Damit setzt sich eine äußerst volatile Entwicklung fort, die den Speichermarkt bereits seit Monaten prägt. Der beobachtete Preisindex hatte Anfang 2026 zeitweise rund 440 Prozent des Ausgangsniveaus erreicht. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung kletterte er im Juli bereits auf 448 Prozent.

Große Speicherkits besonders stark betroffen
Vor allem Speicherkits mit hoher Kapazität stehen unter erheblichem Preisdruck. Systeme mit 64 GB RAM oder mehr konkurrieren indirekt mit Rechenzentren und KI-Infrastrukturen um verfügbare DRAM-Kapazitäten.
Zwar kommen bei Servern, KI-Beschleunigern und Desktop-PCs unterschiedliche fertige Speicherprodukte zum Einsatz, letztlich greifen die Hersteller jedoch auf dieselben grundlegenden Produktionskapazitäten zurück.
Für die Speicherhersteller sind insbesondere HBM und Server-DDR5 attraktiv. Diese Produkte bieten häufig höhere Margen und profitieren von vergleichsweise planbaren Vertragsgeschäften mit großen Kunden.
Das kann dazu führen, dass weniger Produktionskapazität für klassischen PC-Speicher zur Verfügung steht – mit entsprechenden Folgen für die Preise.
Deutsche Preise spiegeln tatsächliche Händlerangebote wider
Die genannten Werte basieren auf den günstigsten verfügbaren deutschen Einzelhandelspreisen verschiedener DDR5-Kategorien. Damit zeigen sie relativ gut, was Verbraucher tatsächlich für entsprechenden Arbeitsspeicher bezahlen müssen.
Allerdings sollte die Statistik nicht mit einem globalen DRAM-Preisindex oder den tatsächlichen Vertragspreisen zwischen Speicherherstellern und Großkunden gleichgesetzt werden.
Ein einzelnes günstiges Speichermodell kann beispielsweise ausverkauft sein. Das nächstgünstige Angebot liegt anschließend möglicherweise deutlich höher, wodurch der beobachtete Preisindex kurzfristig stark ansteigen kann.
Trotz dieser Einschränkung zeichnet sich eine klare Entwicklung ab: DDR5 ist für PC-Käufer erheblich teurer geworden.
Hohe RAM-Preise verteuern komplette PCs
Die Entwicklung betrifft längst nicht mehr nur einzelne Komponenten. Steigende RAM-Preise schlagen zunehmend auf die Kosten kompletter PCs durch.
Hersteller haben dabei mehrere Möglichkeiten, auf die höheren Kosten zu reagieren:
- Verkaufspreise kompletter Systeme erhöhen
- weniger Arbeitsspeicher ab Werk verbauen
- günstigere Speicherkonfigurationen anbieten
- auf ältere DDR4-Plattformen ausweichen
Letzteres trägt unter anderem dazu bei, dass ältere Plattformen wie Intel Raptor Lake und AMD AM4 weiterhin eine bemerkenswerte Nachfrage verzeichnen.
64 oder 128 GB werden zum Kostenfaktor
Besonders deutlich zeigt sich das Problem bei Workstations und Content-Creating-Systemen. Dort gehören 64 GB oder sogar 128 GB Arbeitsspeicher mittlerweile häufig zur gewünschten Ausstattung.
Wenn ein entsprechendes Speicherset plötzlich einen erheblichen Teil des gesamten Plattformbudgets verschlingt, verschiebt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis des kompletten Systems.
Ein eigentlich attraktiver und preisgünstiger Prozessor kann dadurch weniger interessant werden, weil ein großer Teil des Budgets bereits für den benötigten Arbeitsspeicher aufgewendet werden muss.
Für PC-Bauer bedeutet die aktuelle Entwicklung daher vor allem eines: Bei DDR5 lohnt sich der Preisvergleich mehr denn je – und wer große Speicherkapazitäten benötigt, muss derzeit mit erheblichen Mehrkosten rechnen.
*Quelle und Bild: ITHome, 3DCenter





