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Ducky Shine 4 – Cherry MX Black – Mechanische Gaming-Tastatur abseits der Masse

Es ist soweit, liebe Leser. Heute wird die neue Ducky Shine 4 von Ducky Channel auf Herz und Nieren getestet. Ihr sucht nach einer neuen mechanischen Tastatur? Oder ihr habt euch nach dem Kurztest im Elektronikmarkt enttäuscht gefragt, was an so einem Klickgewitter jetzt toll sein soll? Dann ist dieser Review für euch gleichermaßen interessant. Denn mit der Ducky Shine bewegt man sich weit ab vom Standard und man hat sich viele Gedanken dazu gemacht, wie man das Nutzererlebnis verbessern kann. Aber dazu später mehr.

Viele von euch werden mit dem Namen Ducky Channel nicht viel anfangen können. Und das, obwohl das in Taiwan ansässige Unternehmen schon seit 1998 am Markt ist. Das könnte an dem eher kleinen Portfolio liegen, das hauptsächlich aus Tastaturen besteht. Doch trotz des eher kleinen Bekanntheitsgrades legt man in dem Unternehmen viel Wert auf hohe Qualität und anhaltende Innovationen beim Produktdesign. Premium-Produkte also, was sich natürlich auch im Preis bemerkbar macht.

Diese Fertigungsansprüche haben dem neusten Modell der Shine-Reihe viele Vorschusslorbeeren eingebracht. Ob diese gerechtfertigt sind und sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.

Für die Bereitstellung des Testsamples und dem uns damit entgegengebrachten Vertrauen bedanken wir uns herzlich bei Caseking. Wir hoffen weiterhin auf eine vertrauensvolle und ergiebige Zusammenarbeit.

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Autor: Kim

Verpackung und erster Eindruck

Die Ducky Shine 4 wird in einem mehrfarbig schimmernden, länglichen Karton geliefert. Das macht einen edlen Eindruck und fast sich sehr wertig an. Im Inneren steckt also ein Premium-Gerät.

Mit Informationen gibt man sich auf der äußeren Verpackung sehr sparsam. Auf fast allen Seiten sind nur Name von Hersteller und Produkt zu finden. Ein kleiner Aufkleber verrät das LED-Farbschema: Rot/Blau. Kein RGB also, aber mal sehen. Auf der Rückseite sind stichpunktartig Informationen zu den Abmessungen, Gewicht, Schnittstelle und Herkunft gelistet. Ein Aufkleber kennzeichnet die Verwendung von mechanischen Cherry MX Switches, nicht jedoch welche Variante. Dazu gibt’s auch im Inneren keinen Hinweis. Nur durch unsere Bestellung wissen wir, dass es sich um MX-Black Switches handelt.

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Schauen wir uns den Inhalt an. Da der Karton auf Klebestreifen verzichtet, müssen wir nur die doppelten Pappriegel der Deckklappe ziehen. Das braucht leider sehr viel Kraft und spitze Finger. Das Innere ist zusätzlich durch eine Pappschale verkleidet. Diese hebt man mit Tastatur und Zubehör heraus. Die Schale kann man dann leichter aufklappen und kommt so an die 3 Zubehörteile und an die Tastatur. Diese liegt unter einer Kunststoffdecke mit Plastikoberschale.

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Da ist das Objekt unserer Begierde. Mit 1,2 kg liegt sie wie für mechanischen Tastaturen üblich schwer in der Hand. Sie fühlt sich dadurch aber auch sehr wertig und stabil an. Von der sehr schlichten Optik heben sich die Funktionstasten mit Entenkopf-Emblem und das große Pferdelogo auf der Leertaste ab. Letzteres ist mir etwas zu groß und aufdringlich geraten. Auf der Rückseite findet sich das Entenkopf-Emblem als große Gravur. Die Gummifüße auf der Rückseitige wirken stabil, rutschfest und sind, als kleine Besonderheit, auswechselbar. Das ist deutlich besser als die bruchanfälligen Plastikfüße einiger Konkurrenten. Auffällig ist das fehlende Kabel.

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Dieses befindet sich unter den Zubehörteilen und ist somit modular. Und zwar nicht nur modular, sondern universell austauschbar durch den verwendeten USB 2.0 zu Mini-USB-Anschluss. Das ist wirklich lobenswert. Das Kabel ist mit 1,5 m ausreichend lang, wobei mir 2 m lieber wären. Bei mir reicht das nur bis zum USB-Hub vom Monitor. Daher sollten einige Käufer wohl ein längeres USB-zu-Mini-USB-Kabel in ihren Einkaufswagen legen.

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Das Zubehör umfasst außerdem einen Satz WASD-Kappen in Rot, die man gegen die Schwarzen tauschen kann und ein Spangenwerkzeug zum Wechseln dieser. Der Umbau geht leicht von der Hand. Unter der Tastatur finden sich außerdem ein Garantieschein und ein kleiner Flyer als Kurzanleitung… und keine Produkt-CD! Wer jetzt Online nach dem Treiber sucht, wird ebenfalls nicht fündig werden, denn die Shine 4 arbeitet komplett ohne zusätzliche Software. Alle erweiterten Funktionen wie Beleuchtung, Makros, usw. werden über die Fn-Taste und die oberste Tastenreihe realisiert. Ich bin skeptisch, ob das so gut funktioniert und werde es später genau unter die Lupe nehmen.

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Als erster Eindruck bleibt eine wertige und stabile Tastatur mit durchdachten Features. Einzig die Länge des modularen Kabels könnte dem einen oder anderen Probleme bereiten.

Technische Daten, Inbetriebnahme und Bedienung

Hier die Herstellerangaben zur Tastatur:

  • – Modell: DKSH1408SD
  • – Typ: Mechanische Tastatur
  • – Schalter: Mechanische Cherry MX Schalter (Red, Black, Brown oder Blue)
  • – Interface: USB 2.0
  • – LED: 2-Farben-LEDs
  • – Tastenmaterial: ABS
  • – Zeichendruck: Lasergravur
  • – Maße: 460x154x34mm
  • – Gewicht: 1200g
  • – Herkunft: Taiwan

Features:

  • – Made in Germany Cherry MX Switches
  • – Zweifarbige LEDs in jeder Taste
  • – Zweilagige PCB für längere Haltbarkeit
  • – ARM M3 MCU Chip für fortgeschrittene Beleuchtungseffekte
  • – N-Key Rollover zum Erkennen beliebig vieler paralleler Tastendrücke
  • – Anpassbare USB-Aktualisierungsrate mit bis zu 1000 MHz
  • – Austauschbare Füße und Kabel

Die grundlegende Inbetriebnahme verläuft denkbar einfach. Man steckt den Mini-USB-Stecker in den zugehörigen Anschluss in der Mulde auf der Unterseite der Tastatur. Dann legt man es durch die Führung zur Zugentlastung und kann es dann bequem auf jeder Seite unter der Tastatur herausführen. Sobald man das Kabel mit einem nahegelegenen USB-Port seines PCs verbunden hat, kann man tippen.

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Aber auch für die restlichen Funktionen, die man von einer modernen Gaming-Tastatur erwartet, muss man keine Software installieren. Das läuft alles über die Funktionstaste Fn im Zusammenspiel mit der obersten Tastenzeile. Wie genau, erklärt die Kurzanleitung.

Der Block Fn + F1 – F4 widmet sich ausführlich der USB-Übertragungsgeschwindigkeit. Außerdem kann man mit der Gruppe Fn + F5 – F8 die Leuchtstärke und den Farbton für ein einfarbiges Layout regeln. Für erweiterte Farbeffekte dienen Fn + F9 – F12. So benutzt man Fn + F9 für einfarbige oder Fn + F10 für mehrfarbige Effekte (alle Mischfarben von Rot bis Blau). Die Effekte sind durch die Bank hübsch anzusehen. Vor allem die Mehrfarbigen haben es mir angetan. Wellen, die sich von den gedrückten Knöpfen ausbreiten, eine bunte Belegung mit zufälligem Wechsel und sanftem Ausklingen oder kurz nachleuchtende Tasten, die gedrückt wurden. Insgesamt 11 Beleuchtungsmodi für Ein- und Mehrfarben bietet das Gerät. Mit Fn + F11 und Fn + F12 können individuell einzelne Tasten zum Leuchten gebracht werden.

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Es sind auch Kombinationen aus den Effekten und den individuellen Profilen möglich. Man kann zum Beispiel WASD immer in der gleichen Farbe leuchten lassen, während die anderen Tasten sich zum jeweiligen Effekt verändern. Das ist wirklich gut gelungen. Nur eine direkte Modus-Auswahl ist nicht vorhanden. Durch die fehlende Software muss zuerst durch alle Modi „durchgezappt“ werden. Hier noch das Produkvideo von Ducky Channel zu den Effekten:

Die Funktionstasten rechts von der F12-Taste dienen in Verbindung mit Fn dem Aufzeichnen der beiden individuellen Farbprofile. Es gibt 2 Aufnahme-Tasten und eine zum Stoppen. Ganz rechts außen finden sich die Shortlink-Tasten. Diese sind an und für sich nichts Besonderes, ich möchte an dieser Stelle aber die sehr gelungene Auswahl hervorheben. Es gibt 4 Knöpfe zum Öffnen des Taschenrechners, des Arbeitsplatzes, des Mailclients und eines Google-Tabs. Das sind genau die 4, die ich regelmäßig vermisst habe und für ideal halte. Verbindet man diese 4 Tasten mit der Fn-Taste, werden die klassischen Media-Player-Funktionen Play, Stop, vorheriger und nächster Track ausgewählt.

Die 4 DIP-Schalter auf der Rückseite aktivieren unterschiedliche Layouts für die Funktionstasten der unteren Zeile.

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Das alles klappt deutlich besser als zunächst erwartet. Neben den erwähnten Tastenkombinationen findet man in der Anleitung noch einige mehr für Reset und Ähnliches. Aber die wichtigen Griffe hat man vor allem durch die eingängige Gruppierung schnell gelernt und muss nichts über extra Software steuern. Mein Lob für diese gelungene Umsetzung.

Office-Arbeit und Gaming-Betrieb

Auf zum Praxistest. Das Schreibgefühl wird hier im Wesentlichen von den Cherry-MX Switches bestimmt. Die meisten mechanischen Tastaturen setzen auf Cherry-MX Blue oder Brown. Vor allem erstere sind für ihr ohrendbetäubendes Klickgewitter berühmt, das für mich persönlich untragbar ist. Bei Vielschreibern sind diese beiden Schaltertypen sehr beliebt, da sie ein hör- und spürbares Feedback geben, sobald die Taste ausgelöst hat. Eben jenes berühmte Klicken.

Da die Tastatur aber explizit für Gamer ausgelegt ist, haben wir uns für den Cherry MX Black entschieden. Dieser klickt weder fühl- noch hörbar und ähnelt am ehesten den klassischen Gaming-Tastaturen mit Gummikuppel. Trotzdem bleibt der Vorteil der früheren Signalauslösung erhalten. Außerdem gibt es noch den Cherry MX Red, der wegen seines geringen Auslösedrucks nicht von jedermann gemocht wird. Selten trifft man auch auf Cherry MX Clear Switches, die sich wie die Brown Switches mit höherem Auslösedruck verhalten. Mehr dazu hier.

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Wer vorher ausprobieren möchte, welcher Typ ihm am besten gefällt, kann hier für 5 € eine Testbox erstehen.

Bei der Schreibarbeit leistet sich die Tastatur keine Schwächen. Die Tasten fassen sich angenehm an. An den etwas längeren Weg bis zum Boden hat man sich schnell gewöhnt. Nur die Angewohnheit, Tasten ganz durchzudrücken, will so schnell nicht weichen. Alle Tasten sind leichtgängig und gut erreichbar. Nur die Leertaste ist im Anschlag etwas schwerer. Auffällig ist der im Gegensatz zu Rubberdome-Tastaturen konstante Gegendruck auf dem ganzen Druckweg. Der Druckweg und -punkt ist überall sehr präzise und führt bei mir zu weniger Tippfehlern. Die Lautstärke ist nicht unbedingt leise, aber in keinem Falle störend. Die nicht verstellbare Schräge liegt gut unter den Fingern. Dieser Text ist mit der Shine 4 entstanden und sie ist auf dem besten Weg, meine alte Tastatur abzulösen.

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Im Spielealltag:

Titanfall:
Hier spielt sich die Tastatur ähnlich, wenn nicht besser als der Rubberdome-Konkurrent. Alle Tasten drücken sich präzise und lösen problemlos aus. In besonders hektischen Situationen macht sich das schnellere Auslösen bemerkbar und man ist dankbar, wenn man doch einen Sekundenbruchteil vorher losspringt.

Aion:
Aion ist ein klassisches Japano-MMORPG, das ich wegen seinem immensen Hunger nach Tastenkombos ausgesucht habe. Die gefühlten 40 Shortlinks für Fähigkeiten, Items usw. wollen alle intuitiv mit einer Hand abgerufen werden. Hier hinkt die Ducky Shine 4 Konkurrenten mit vielen zusätzlichen Funktionstasten hinterher. Sie hat nämlich keine. Also muss man sich mit dem begnügen, was da ist, und die ganze Reihe F1 – F12 und 1 – 0 ablaufen.

Flatout – Ultimate Carnage:

Rennspiele spielt man eigentlich nicht mit der Tastatur aber ich habe es der Vollständigkeit halber einmal getan. Das frühe Auslösen macht die Lenkbewegungen präziser. Der hohe Gegendruck mit der rechten Hand gehaltener Tasten wirkt aber etwas störend.

Hammerwatch:
In diesem genialen Retro-Hack’n’Slay wird in die Tasten gehämmert, was das Zeug hält. Es gilt, Tausende von Monstern mit ebenso vielen Anschlägen über die Klinge springen zu lassen. Hier machen sich die Vorteile der Cherry MX Switches am meisten bemerkbar. Wo man vorher noch gestorben ist, weil das Drücken der Taste zu lange gedauert hat, ist man mit dieser Tastatur der Sieger. Ich hätte nicht erwartet, dass der kleine Zeitraum zum Drücken einer Taste so viel ausmachen kann. Daumen hoch!

Den Beleuchtungseffekten kann ich wie bei allen Tastaturen bisher wenig Praxisnutzen abgewinnen. Dass man im Dunkeln sieht, was man drückt, ist gut, aber alles darüber hinaus bringt wenig zusätzlichen Nutzen. Es sieht nur, und das ganz besonders bei der Shine 4, verdammt gut aus. Die sanft nachleuchtenden Tastenanschläge oder der Regen-Effekt wissen wirklich zu gefallen.

Fazit

Mit der Ducky Shine 4 hat Ducky Channel ein Produkt abgeliefert, das wirklich begeistert. Sobald man in Erfahrung gebracht hat, welche Cherry MX Switches einem am meisten zusagen, kann man mit dem Kauf nichts mehr falsch machen.

In den Grunddisziplinen kann sie restlos überzeugen. Die Tastenanschläge sind präzise, das Layout ist gut durchdacht und sie ist stabil. Dabei ist sie schön kompakt und verrutscht beim Gebrauch nicht einen Millimeter. Dazu sind die Gummifüße und auch das Kabel austauschbar. Wie üblich können bei den Cherry-MX Switches auch Mod-Key-Caps verbaut werden und sie liefert gleich 4 rote WASD-Key-Caps mit.

In Games überzeugt sie durch ihr extrem schnelles Auslösen und das N-Key-Rollover. Dazu kann die Tastatur mit vielen wirklich hübschen Beleuchtungseffekten aufwarten und kommt ganz ohne Einrichtungssoftware aus.

Das alles hat natürlich seinen Preis. Mit 173 € (Preisvergleich) liegt die Shine 4 auch für mechanische Tastaturen im oberen Bereich. Der Preis bleibt neben den fehlenden frei belegbaren Tasten und dem umständlichen „Durchzappen“ durch die Modi einer der wenigen Kritikpunkte. Außerdem wäre auch ein vollständiger RGB-Farbraum wünschenswert gewesen. Allerdings wurde auch nur mit Rot und Blau mehr erreicht, als bei vielen Konkurrenten.

Positiv:
+ Tolles Schreibgefühl
+ Schnelles Auslösen
+ Sehr schöne Farbeffekte
+ Austauschbare Füße und Kabel

Negativ:
– Hoher Preis
– Keine frei belegbaren Tasten und Makros
– Steuerungssoftware wäre manchmal praktisch
– Kein vollständiger RGB-Farbraum

Auf Grund der tollen Leistung vergeben wir Ducky Shine 4 unseren Gold-Award.

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