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Enermax ETS-T40F-TB – hochgewachsener Leisetreter

Mit dem „Enermax ETS-T40F-TB“ testen wir die Neuauflage des beliebten „Enermax ETS-T40“. Wie gewohnt wird es den Kühler in drei verschiedenen Ausführungen geben. Variante 1 mit dem Kürzel „TB“ ist weiterhin die Standardausführung. Mit Variante „RF“ wird eine auf die Farbe Weiß abgestimmte Version angeboten, die einen 14 cm Rahmenbreite messenden Lüfter besitzt und statt einer Kunststoffhalterung nur auf Lüfterklammern zur Befestigung des Lüfter setzt. Variante „BK“ wiederum besitzt einen blau leuchtenden Lüfter sowie vernickelte Heatpipes und ist durchgängig in schwarz gehalten. Besonderes Augenmerk der neuen Generation ist das kompaktere Abmaß, welches für eine hundertprozentige Arbeitsspeicherkompatibilität sorgen soll. Während die Höhe etwa gleich blieben ist, schrumpft der Kühler in Länge und Breite um 13 bzw. 29 mm und bringt 150g weniger auf die Waage. Da die Anzahl der Heatpipes gleich geblieben ist, wollen wir nun testen ob der Kühler genau wie sein Vorgänger noch immer leistungsfähig ist oder ob die Kühlleistung aufgrund der Schrumpfkur zu sehr Federn lassen musste.

Schauen wir uns zuerst die technischen Daten an:

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Autor:
Bastion

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Wir danken Enermax für die freundliche Bereitstellung des Testmusters und freuen uns auf eine weiterhin enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.​

Vorstellung und Lieferumfang

Widmen wir uns nun dem uns vorliegenden „Enermax ETS-T40F-TB“. Dieser besitzt 4 kupferne Heatpipes mit einem Durchmesser von 6 mm. Die Heatpipes sind nicht vernickelt und führen die Wärme über 50 Aluminiumlamellen ab. Die Deckplatte ist ziemlich schlicht gehalten und trägt das „Enermax“-Logo. Auf der Bodenplatte sind kleine Kühlkörper angebracht um später die Montage mit einer Befestigungsschiene zu gewährleisten. Bei einem Blick auf die Abmessungen wird man feststellen, dass der Kühler weder breit noch tief, aber sehr hoch ist. Diese Maße sind gezielt so gewählt um eine, wie „Enermax“ dazu sagt, hundertprozentige Arbeitsspeicherkompatibilität zu gewährleisten.

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Der taiwanesische Hersteller bewirbt die Kühler mit zwei neuen Technologien, die die Kühlleistung steigern sollen. Mit Vortex Generator Flow wird der Luftstrom durch kleine Spoiler auf den Lamellen sehr eng an den Heatpipes vorbeigeführt um die Wärme besser abzuführen, da auch die Rückseite dieser effektiv eingebunden werden kann. Des Weiteren wird mit dem Vacuum Effect-Flow kühle Luft nicht nur von vorn sondern auch von der Seite über ein Vakuum angesogen welches ebenfalls die Kühlleistung steigern soll. Zu guter Letzt wird noch Heat Pipe Direct Touch beworben. Bei dieser Technologie werden die Heatpipes direkt durch die Bodenplatte gezogen sodass diese genau auf dem Prozessor aufliegen können.

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Beim Blick auf die Verarbeitungsqualität sind wir sehr zufrieden. Leider hatte unser Testexemplar einen kleinen Riss in der Bodenplatte zu verzeichnen. Wir gehen aber davon aus, dass dies kein Massenphänomen sein wird.

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Beim Lüfter setzt Enermax auf einen sehr durchzugstarken „T.B.Silence PWM 12cm“ Lüfter (ED122512H-PD) aus eigenem Hause. Dieser wird mittels einer Kunststoff-Halterung sowie Entkoppler-Pads am Kühler befestigt. Dadurch sitzt der Lüfter fest an und kann anders als mit Klammern schwieriger verrutschen. Montageutensilien für einen zweiten Lüfter liegen bei. Während der Kühler sehr schlicht gehalten ist, ist der Lüfter wesentlich aufwändiger gestaltet. An den vier Kanten des Ventilators prangt jeweils eingestanzt in Blech groß und breit das „Enermax“-Logo.

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Im Lieferumfang enthalten sind der Kühler, die Montageutensilien, eine Montageanleitung, ein Low-Noise-Adapter, eine Spritze Wärmeleitpaste (Dow-Corning TC-5121), zusätzliche Kunststoff-Halterungen sowie natürlich der schon erwähnte Lüfter (Enermax ED122512H-PD).

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Montage

Leider ist die Montage für AMD-Systeme mit dem „Enermax ETS-T40F-TB“ etwas zeitaufwändig und fummelig. Bei Intel-Systemen dagegen sollte es zu keinen großen Problemen kommen. Doch der Reihe nach.

Wie mittlerweile nun schon üblich benutzt auch „Enermax“ eine alternative Backplate für beide großen CPU-Hersteller. Wir müssen also erst die alte ausbauen und danach die neue mit Abstandshaltern und Schrauben platzieren. Danach wird es nun wie gesagt etwas zeitaufwändig.

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Wir müssen nämlich die AMD und Intel Montageschienen zusammenschrauben. Das ist sehr fummelig und kostet Zeit, zumal auch auf die richtige Reihenfolge geachtet werden muss. Ist das aber geschafft, geht der Rest recht leicht von der Hand. Ist der „Sockel“ platziert, müssen wir nur noch mit den Federschrauben alles schön festziehen, die Wärmeleitpaste auftragen, den Kühler platzieren und diesen dann mit der Schiene am „Sockel“ befestigen.

Zum Glück ist der Lüfter mit den Kunststoff-Klammern schon vormontiert. Wir müssen ihn zwar beim Montageprozess noch einmal abnehmen, die aufwendigste Arbeit wurde uns aber schon abgenommen.

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Da wir bei unserem Testsystem keinen RAM mit großen Heatspreader verwenden, können wir die von „Enermax“ versprochene hundertprozentige Arbeitsspeicherkompatibilität nicht ganz genau überprüfen. In unserem Falle spricht aber nichts dagegen. Zudem ist der Abstand vom Kühler zum RAM sehr groß sodass genug Platz für dickere und höhere Heatspreader gegeben ist.

Testsystem und Methodik

Als Testsystem kommt ein etwas betagtes System zum Einsatz, bei welchem ein Prozessor mit 90 Watt Verlustleistung verbaut ist. Die TDP ist zum Beispiel heutzutage Standard bei Gamer Prozessoren der Firma Intel und stellt somit auch einen gewissen Bezug zur Realität trotz des Alters dar.

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Wir haben jeweils die Temperatur im Leerlauf und unter Last bei verschiedenen Lüfterdrehzahlen gemessen. Jede Messung wurde nach fünfzehnminütigen Halten der Geschwindigkeit aufgenommen und zwischendurch das System heruntergefahren. Die Raumtemperatur betrug ungefähr 22°C. Zum Einstellen einer hundertprozentigen Prozessorlast nutzten wir das Programm „Prime95“, zum Auslesen der Prozessortemperatur „AIDA64“ und zum Einstellen der Lüftergeschwindigkeit „Speedfan“.

Einschätzung der Kühlleistung und Lautstärke

Zum besseren Verständnis hier eine Tabelle zur Zuordnung der Prozentzahlen zur Lüfterdrehzahl. Die Abweichungen der Maximaldrehzahl vom Herstellerwert sind normal, da erstens Messfehler des PWM-Signals vorliegen können und zweitens der Hersteller 10% für die Abweichung von der Maximaldrehzahl angibt.

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Beginnen wir nun mit der Beurteilung der Lautstärke. Diese ist, wie bei den sehr guten Lüftern von „Enermax“ zu erwarten war, sehr gering. Da der Lüfter aber auch einen sehr hohen Luftstrom erzeugt, ist der Lüfter mindestens ab 50% der maximalen Drehzahl hörbar, aber nicht wirklich störend. Es ist weder einen Brummen noch ein Surren, sondern ein leises konstantes tiefes Rauschen. Wenn der Low-Noise-Adapter eingesetzt wird, sinkt die Drehzahl um 50% und der Lüfter ist faktisch unhörbar. Solange nicht übertaktet wird, sollte diese Lösung bevorzugt werden, da sich die Leistungseinbußen durch die Durchzugsstärke auch im niedrigen Drehzahlbereich in Grenzen halten (mehr dazu bei der Betrachtung der Kühlleistung). Alles in Allem kann der Lüfter überzeugen, zumal auch das Lager keinen Mucks von sich gibt.

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In Bezug auf die Kühlleistung lassen sich keine Auffälligkeiten finden. Der Kühler behält im Leerlauf einen kühlen Kopf und erbringt zusammen mit dem „Cryorig H7“ (HardwareInside Test zum Cryorig H7) die geringste Temperatur bei 33% der maximalen Lüfterdrehzahl. Der sehr gute Lüfter macht in diesem Szenario den Löwenanteil an diesem sehr guten Ergebnis aus.

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Wenn wir den Prozessor nun vollständig auslasten, zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Kühler ist in etwa gleichauf mit dem etwas teureren „Cryorig H7“ (HardwareInside Test zum Cryorig H7). Gleichzeitig können wir aber auch erkennen, dass durch das geringere Volumen geschuldet, die Grundtemperatur durchweg höher als bei den großvolumigeren Kontrahenten ist. Wenn wir uns aber den vom Konzept her ähnlichen Kontrahenten „Scythe Kotetsu“ (HardwareInside Test zum Scythe Kotetsu) anschauen (hohe Bauweise, geringe Tiefe und Höhe, hohe Arbeitsspeicherkompatibilität), gewinnt der „Enermax ETS-T40F-TB“ hoch mit bis zu 5 °C Unterschied. Nicht vergessen werden sollte aber der Preis, der beim Mitbewerber ca. 5€ geringer ist. Nichtsdestotrotz weist der Kühler eine sehr gute Kühlleistung auf.

Fazit

Alles in Allem schnürt „Enermax“ mit dem „ETS-T40F-TB“ für etwa 35€ ein interessantes Paket. Der Kühler ist auf hohe Kompatibilität ausgelegt, besitzt einen sehr guten Lüfter und kommt auch mit einem ansprechenden Kühlkörper daher. Dagegen spricht die etwas fummelige Montage bei AMD-Systemen sowie der kleine Makel bei der Verarbeitung unseres Testexemplares. Nichtsdestotrotz hält „Enermax“ mit dem „ETS-T40F-TB“ einen sehr guten Alltagsbegleiter im Petto, Übertakter sollten sich aber vielleicht bei großvolumigeren Kühlern umschauen. Alles in Allem hat sich der Kühler eine Silber-Wertung sowie den Silent-Award verdient.

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Pro:

– sehr gute Kühlleistung
– leistungsstarker und leiser Lüfter
– hohe Arbeitsspeicherkompatibilität

Contra:

– fummelige Montage bei AMD-Systemen
– Mainboard muss zum Einbau ausgebaut werden
– (bei unserem Testexemplar entsprach die Verarbeitung der Bodenplatte nicht unseren Erwartungen)

Wir danken Enermax für die freundliche Bereitstellung des Testmusters und freuen uns auf eine weiterhin enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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