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Enermax Revolution X’t 530 Watt im Test

Bei der Wahl eines Netzteils im Bereich von 500 bis 600Watt fällt die Wahl bei deutlich über 100 Modellen nicht gerade einfach. Selbst wenn man nur noch alle Modelle mit mindestens 80-Plus Gold berücksichtigt bleiben einem weit über 50 Modelle renommierter Hersteller zur Auswahl. Gut, dass Enermax nicht umsonst einen exellenten Ruf als Netzteilhersteller hat und bekannt ist nur das Beste vom Besten zu bauen. Doch jetzt soll die etwas günstigere (auch etwas kostensparender gefertigte) X’t-Serie für einen fairen Preis mehr als faire Leistung bieten.

Natürlich will nun der Kunde gerne wissen was er bekommt und demnach werden wir hier das Modell mit 530Watt auf Herz und Nieren prüfen. Ob das kompakte Mittelklasse Netzteil hält was es verspricht könnt ihr also auf den folgenden Seiten lesen.

Für die Bereitstellung des Testsamples und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen geht unser besonderer Dank an Enermax. Wir hoffen weiterhin auf eine ergiebige Zusammenarbeit.

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Autor: Scandinavia

Verpackung

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Dies ist ein Netzteil der Top-Mittelkasse war wohl das Motto. Denn nicht nur bietet das Netzteil zahlreiche Features die in dieser Klasse zum guten Ton gehören, auch die Verpackung will das deutlich machen. Das ist schön und gut, aber wichtig ist natürlich dass, was sich im Inneren befindet. Dabei zeigt die verschweißte Verpackung sämtliche wichtigen Eigenschaften wie das 80 Plus Gold Zertifikat oder die modulare, flache Kabel. Das ganze ist zusätzlich zu der großen Verpackungauch noch verschweißt. Das vermittelt einen hochwertigen, gehobenen Eindruck und schützt den Karton vor kleineren Beschädigungen.

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Auf der Rückseite und Seite des schwarzen, bedruckten Kartons findet man die Eigenschaften/Produktdaten aller Modelle der Serie schlicht tabellarisch dargestellt. Damit und mit den wichtigsten Features in Form von Logos und farbigen Beschreibungen ist es eine schön anmutende Verpackung.

Technische Daten:

  • Maße: 150 x 86 x 160 mm (B x H x T)
  • Lüfter: 139 mm
  • Kabel: teilmodular
  • Effizienz: (87-93%), 80Plus Gold 230V EU Zertifikat
  • Aktiv PFC
  • Formfaktor: ATX12V 2.3
  • Leistung: 530W
    +3,3V: 20A
    +5V: 20A
    3,3V+5V: 100W
    +12V: 43A (516W)
    -12V: 0,8A (9,6W)
    +5Vsb: 3A (15W)
    Peak Load: 440W
  • Herstellergarantie: 5 Jahre

Anschlüsse:

ATX12V 24 Pin 1x (50cm)
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CPU 4+4 Pin 1x (60cm)

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PCI-E 2.0 6+2-Pin 2x (45/60cm)

[​IMG] 5x SATA

[​IMG] 4x 4-Pin Molex

[​IMG] 1x FDD

 Lieferumfang

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Nach dem auspacken des Netzteils kommt der recht umfangreiche Lieferumfang zum Vorschein. Zuerst findet man zwei kleinere Handbücher voll mit Infos und den schönen Enermax Beutel vor. Darunter befinden sich die modularen Kabel, das Kaltgerätekabel und das in ein dickes Luftpolster eingepackte Netzteil. Es ist damit wahrlich vor sämtlichen Eskapaden beim Transport geschützt.

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Weiteres Zubehör wie zwei Klettverschlussbänder für das Kabelmanagement, die Schrauben, ein Aufkleber, sowie eine Klammer von Enermax als CordGuard (AC-Steckerbügel) beschrieben findet man im schönen Beutel. Das Ganze macht einen umfangreichen Eindruck. Das Netzteil selbst wirkt dabei solide und schwer und weiß auch optisch zu gefallen. Wie in der Vergangenheit aber schon eine chinesischer Billigherstellermit im Inneren eines Netzteils enthaltenen Steinen bewies, empfinden wir Menschen etwas solides als wertig. Ob wir im Inneren dieses Netzteils auch Steine finden werden, gilt aber noch herauszufinden.

Negativ will allerdings auffallen, dass Enermax bei dem 530W sowie 430W Modell des Revolution X’t zwar den Stecker für zwei weitere PCI-E-Stromanschlüsse verbaut, aber kein Kabel mitliefert. Dies ist insofern enttäuschend, da durchaus ein SLI mit Karten vom Schlage der modernen und sparsamen GTX980 Leistungstechnisch machbar wären. Das Zurückgreifen auf Molex-PCI-E Adaptern erscheint einfach nicht einem Netzteil von Enermax würdig. Nichts desto trotz werden die meisten Nutzer wohl für ein SLI-System eher zum 630W oder sogar zum Topmodell mit 730W greifen. Auch löste dieser Umstand bei unserem Tester erst einmal Panik aus, da vermutet wurde, dass hier ein Fehler bei dem Lieferumfang geschehen wäre. Es will einfach nicht recht zum guten Ruf von Enermax passen, dass man zwar den Stecker verbaut, aber nicht die Kabel mitliefert.

Erster Eindruck

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Wie schon bei unserem Test des Enermax MaxPro 400 fallen kleinere Verarbeitungsstellen am Lüftergitter auf, die allerdings wohl kaum jemanden stören oder besonders auffallen dürften. Ansonsten wirkt das Netzteil selbst sehr hochwertig verarbeitet. Die pulverbeschichtete Lackierung in anthrazit, vermittelt wahrlich einen edlen und hochwertigen Eindruck. Die Kabel sind zwar nicht gesleevt, dabei aber einheitlich schwarz und wirken optisch ansprechend und schlicht.

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Wie immer finden wir in der Mitte des Lüftergitters ein von ein wenig Plastikfolie geschütztes sehr schönes Logo. Auch gefallen wollen die sauberen Anschlüsse für die modularen Kabel sowie die Beschriftung in Form des großen Aufklebers, welcher zwar schön anzusehen ist, eine Lackierung würde hier aber vielleicht noch einen Hauch mehr edlen Flair versprühen. Dies ist aber im Grunde nicht ernst zu nehmende Kritik.

Die Länge aller Kabel entsprach dabei unserer vollsten Zufriedenheit und auch den von Enermax beworbenen Längen. Auch der Umfang an Anschlüssen weiß zu gefallen und somit hat man hier eindeutig ausreichend Möglichkeiten auch ein umfangreicheres System zu befeuern.

Test und Betrieb

Die Temperatur im Testraum betrug zum Testzeitpunkt 23°, was der Temperatur in den Testlabors zur Effizienzmessung der 80Plus Zertifikate gleicht. Bei deutlich höheren Temperaturen können durchaus schlechtere Werte gemessen werden!

Das Netzteil wird für die Tests mit einem BASETech – Steckdosen Energiekosten Messgerät gestest. Dieses Gerät ist ein Handelsübliches Messgerät aus dem Elektronikfachgeschäft Conrad, welches (innerhalb ~3% Toleranz) den momentanen Verbrauch des angeschlossenen Geräts anzeigt.

Getestet wird jeweils die Verlustleistung im IDLE-Zustand (also auf dem Desktop nach dem Start ohne ausgeführte Programme) und die Verlustleistung im ausgelasteten Zustand. Dieser wird mit Prime95 In-place large FFTs auf allen Prozessorkernen und Furmark Stresstest herbeigeführt.

Table:

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Testsystem 1:

Phenom II X6 1055T
Gigabyte GA-GM880-UD2H
Gigabyte HD7870 Windforce 3x
8Gb DDR3-1600 Elixir
64Gb USB 3.0 Stick mit Windows 8

Mit dem ersten Testsystem, welches von der Verlustleistung her einem Mittelklassesystem entspricht ergaben sich die folgenden Messwerte:
IDLE: 106Watt
PEAK/Vollauslastung: 269Watt

Das Testsystem lief dabei zu jedem Zeitpunkt absolut stabil, ebenso brachten Übetraktungstests das Netzteil in keinerlei Bredoullie. Also musste ein zweites System herhalten.

Testsystem 2:

Wasserkühlung
Core i5-2500k @ 4,8Ghz
Asrock Z77 WS (Workstation-Mainboard)
8Gb DDR3-1866 Kingston
Sapphire R9-290@ 1100/1400

In diesem Testsystem wurden alle anderen Komponenten von einem anderen Netzteil betrieben um eine Vergleichbarkeit zum Testsystem 1 zu gewährleisten.

Es ergaben sich die folgenden Messwerte:
IDLE: 77 Watt
PEAK/Vollauslastung: 432Watt

Leider konnten wir derzeit kein Testsystem zur Verfügung stellen welches das Netzteil stärker auslastet, auch ein Test mit mehreren Grafikkarten schien merkwürdiger weise keine höhere Auslastung aus dem Netzteil zu kitzeln. Dies ist der Tatsache zu schulden, dass die Hauptgrafikkarte die Berechnungen durchführt und nur das Bildsignal durch die zweite Karte durchschleust. Leider stand uns derzeit keine zweite R9 290 zur Verfügung um einen umfangreichen Crossfire Test durchzuführen. Auch wäre dies nur suboptimal mit Molex-PCI-E Stromadaptern geschehen, da Enermax kein weiteres PCI-E Stromkabel mitliefert. Dementsprechend beschränken wir uns auf dieses Testsystem, da Enermax es offensichtlich auch nicht vorsieht, dass das Netzteil für ein SLI/Crossfire System genutzt wird.

Erklärung zur Leistungsaufnahme/abgabe:
Ein Netzteil gibt exakt die angegebenen Leistungen AB, was so viel bedeutet wie, dass es mehr Strom aufnimmt, als es abgibt. Dementsprechend ist bei einer Effizienz von beispielsweise etwa 82% (was in der minimalen Effizienz laut 80-Plus 230V bei 100% entspricht) der aufgenommene Strom von 432Watt x 0.82 = 354 Watt eigentlich abgebene Leistung. Dementsprechend hat das Netzteil theoeretisch noch einige Watt Luft bis zur vollen Auslastung.

Da das Netzteil keine Instabilitäten verursachte und im Normalgebrauch selbst dieses Netzteil kaum jemals so viel Leistung zur Verfügung stellen muss, kann davon ausgegangen werden, dass es absolut stabil läuft. Da die meisten Nutzer auch tendentiell eher zu hoch dimensionierte Netzteile verbauen, kann man hier von einem durchaus sehr soliden und gut dimensionierten Netzteil sprechen. Es ist wohl für über 95% aller auf dem Markt befindlichen Systeme mehr als ausreichend dimensioniert.

Spannungsversorgung:

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Alle Spannungen sind innerhalb der für den Standard vorgegebenen Toleranzen von ±5%.

Lärmentwicklung

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Bei dem verwendeten Lüfter handelt es sich um ein 139mm Modell mit Enermax Twister Lager Technologie. Der Lüfter selbst wirkt hochwertig, auch wenn es sich bei unserem Modell um eines mit minmal lauteren tickenden Geräuschen handelt ist dies wohl vermutlich nur der Serienstreuung zuzuweisen. Wir vermissen bei dem Modell einen Semi-passiv Modus, welcher bei immer mehr Modellen dieser Effizienzklasse Einzug findet. Auch wenn ein Lüfter wie dieser auch so in keinster Weise stören dürfte. Dafür beschreibt Enermax auf der Produktwebsite, dass der Lüfter bis 50% Auslastung des Netzteils die 900rpm angeblich nicht überschreiten soll, was wir mit unserer Geräuschwahrnehmung durchaus bestätigen können. Für wahrscheinlicher halten wir es, dass der Lüfter selbst bei vollster Auslastung nicht die 900rpm erreicht hat. Positiv ist dabei anzumerken, dass Enermax den Lüfter etwa 30-60 Sekunden länger laufen lässt, selbst wenn das System abgeschalten wird, um ein sicheres nachkühlen zu gewährleisten.
Zur Lautstärke bleibt zu sagen, dass selbst neben unserem Wassergekühlten System das Netzteil selbst unter größt möglicher Auslastung nur bei einem Abstand von weniger als 30cm direkt zum Ohr wahrnehmbar war. Hier sollte man anmerken, dass dabei eher der Luftstrom wahrnehmbar war. Nur ein sanft tickendes Geräusch war dabei vom Lüfter eindeutig wahrnehmbar, wenn man das Ohr näher als 30cm an das Netzteil im offenen Aufbau gebracht hat.

Interessanter Weise ist der Lüfter in diesem Modell minimal lauter wie der im kürzlich getesteten MaxPro 400W, was es für etwa die Hälfte gibt. Im geschlossenen Gehäuse sind aber beide Modelle ebenso wenig hörbar.

Innere Bauteile:

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Beim ersten Blick in das Innere des Netzteils fällt die saubere und hochwertige Verarbeitung auf, auch wenn es vielleicht recht voll und ein klein wenig chaotisch wirken mag. Die Lötstellen wirken äußerlich sauber verarbeitet und der sichtbare Kleber zum bekämpfen von Schwingungen aller Art begegnet einem an allen relevanten Stellen.

Bei den inneren Bauteile greift Enermax auf hochwertige Kondensatoren zurück, so ist an der Primärseite ein sehr hochwertiger Kondensator von Panasonic verbaut. Mit einer Temperatur 85° ist dieser bei der niedrigen Verlustleistung des 80+ Gold Standards durchaus absolut gerechtfertigt. Auch die restlichen Kondensatoren sind gute Modelle mit Spezifikationen bis zu 105° , wenn auch nur Chinaware und nicht von Japanischer Herkunft.

Den guten Testeindruck weiß Enermax durchaus zu Verstärken, denn eine auf 5 Jahre erhöhte Garantie kann durchaus als Vertrauensbeweis und als sehr gehoben angsehen werden!

Die 12V-Single Rail des 530Watt Netzteil stellt immerhin alleine mit 43A entsprechend 516Watt
fast die komplette Leistung des Netzteils bereit um auch ein gehobenes Gaming System ausreichend befeuern.

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Das Netzteil erfüllt die ErP Lot 6 EU-Norm, welche vorschreibt, dass das System im Stand-by und im ausgeschalteten Zustand nicht mehr als 1 Watt verbrauchen darf. Seit Januar 2012 liegt die Obergrenze sogar bei nur noch 0,5 Watt.

Das Revolution X’t 530W Netzteil weißt einen guten Wirkungsgrad auf. Dieser liegt bei maximal 92%, womit das Netzteil das 80 PLUS GOLD 230V EU Zertifikat trägt. Hierbei handelt es sich zudem um ein Zertifikat, welches nicht wie bei vielen anderen Herstellern bei 115V, sondern bei 230V erreicht wird.

Enermax hat seinem Schützling eine Vielzahl an Schutzmechanismen verpasst. Zu diesen gehören:

  • OVP (Overvoltage protection)
  • SCP (Short-circuit protection)
  • OPP (Overload protection)
  • OCP (Overcurrent protection)
  • SIP (Surge and Inrush Protection)

Fazit

Das Enermax Netzteil zeigt wahrlich was in ihm steckt, selbst der realitätsferne PEAK-Betrieb eines bis ans Limit übertakteten, Wassergekühlten Rechners hat es nicht an seine Leistungsgrenzen gebracht. Dabei wird es weder warm, noch laut und gibt auch keinerlei sonstige Störgeräusche von sich. Es lief den ganzen Testzeitraum durch absolut stabil und zeigte sich absolut unbeeindruckt von allen Eskapaden.

Selbst theoretisch weißt das Netzteil genügend Leistung für einige Dual-GPU Systeme auf, es fehlt allerdings leider ein weiterer Kabelstrang um dieses System effektiv zu nutzen. Somit wird klar, dass dieses Netzteil vermutlich eher auf extrem starke Single-GPU Systeme ausgerichtet ist, welche es selbstverständlich mehr als locker befeuert!

Der Lüfter zeigte sich zu jedem Lastzeitpunkt absolut unbeeindruckt, was durchaus ein sehr posiiver Punkt ist. Ansonsten konnte uns zwar nichts wirklich positiv überraschen, allerdings ist dies nicht schlimm, da das Netzteil eben alles einfach unauffällig und problemlos bewältigt was man ihm abverlangt. Auch bedeutet dies, dass das Netzteil alle Erwartungen die man nach dem studieren der Website oder der Verpackung hat absolut erfüllt. Das kann man von längst nicht allen Netzteilen auf dem Markt sagen.

Kritikpunkte? – Ernst zu nehmende haben wir nicht, denn die Konkurrenz ist zwar vielfältig, aber Enermax bietet auf ganzer Linie super Ergebnisse, und so wird zwar der ein oder andere Nutzer zu einem Modell mit Semi-Passiv Modus oder voller Modularität greifen. Doch selbst, die diese Kleinigkeiten schätzen wären mit diesem Modell nicht schlechter bedient. Im Grunde kann man sagen, alles was dieses Netzteil nicht bietet, braucht man nicht, oder gibt es für einen Aufpreis, welcher nicht gerechtfertigt ist. Auch die kleineren Sparmaßnahmen die in Form eines guten Preises an den Kunden weiter gegeben werden sind von keiner Relevanz und durchaus bedacht durchgeführt.

Pro:

+ 80-Plus Gold
+ exellente Optik und Verarbeitung
+ Preis-Leistung
+ teilmodular
+ sehr leise (intern verbaut für uns unhörbar)

Contra:

– nur 2x8pin PCI-E trotz Stecker für weitere 2x8pin ?
– Lüfter mit minimalsten Lagergeräuschen (Serienstreuung?)

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Insgesamt gibt es absolut nichts zu kritisieren an diesem knapp 85€ teueren Netzteil. So vergeben wir in der Gesamtwertung gerne satte 8,7 von 10 Punkten. Obendrauf erhält es unseren begehrten Gold–Award und Design-Award für die edle Anmutung.

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  • C
    • C
      clove31
    • 11. Juni 2015
    super test
    danke
    C