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Func HS-260 – ein Gaming-Headset der Extraklasse?

[nextpage title=“Einleitung“ ]

Nach mehreren Mauspads, zwei Mäusen und einer Tastatur möchte FUNC mit dem Gaming-Headset HS-260 sein Portfolio abrunden. Design mäßig kann das HS-260 durchaus überzeugen, auch wenn das hier getestete weiße Gerät kleinere Einbußen in der Designsprache verglichen mit den anderen erhältlichen Produkten machen muss. Mit dem abnehmbarem Kabel und Mikrofon wird dem Gerät eine modulare Funktion gegeben, womit dem Kunden selbst überlassen ist, ob er nun ein Headset oder praktischere Kopfhörer tragen möchte. Wie gut FUNC die ersten Gehversuche mit ihrem ca. 75€ teurem Headset bewerkstelligt, könnt ihr in diesem Testbericht nachlesen.

Ein großes Dankeschön geht an FUNC für die Bereitstellung des Testsamples.

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Autor: Merlin

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[nextpage title=“Verpackung und Zubehör“ ]
Man erhält das Produkt in einer edlen matt-weißen Verpackung ohne direkte Sichtfenster. Auf der Vorderseite sind nur der Schriftzug „FUNC“ samt Slogan, die Bezeichnung und ein Teilausschnitt des Headset zu sehen. Auch die Seiten werden auf das minimalste reduziert. Die Rückseite zeigt und das Gerät in seiner ganzen Pracht und verrät uns in 7 kurz gehaltenen Sätzen die besonderen Vorteile des HS-260. Nach dem Aufklappen der Front haben wir volle Sicht auf das Headset mit mittig sitzendem, abgenommenen Mikrofon. Die Innenseite des Frontdeckels gibt die Geschichte des Unternehmens, die Technischen Details, den Lieferumfang, sowie noch einmal die Besonderheiten in 4 verschiedenen Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch)wieder.

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Im Inneren finden wir nun das Headset mit Mikrofon, welche in einer schwarzen Plastikschale liegen. Durch den aufliegenden transparenten Deckel waren keine Drähte oder ähnliches zum Befestigen nötig und die Komponenten konnten einfach herausgenommen werden. Desweiteren erhalten wir das Kabel in einer einfachen Plastiktüte und eine 12-seitige Bedienungsanleitung mit zusätzlicher Registration-Card, leider komplett in Englisch. Ebenfalls enthalten sind die in Plastik verpackten, wechselbaren Ohrkissen aus Kunstleder.

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Technische Daten und erster Eindruck
– Membran 50 mm
– Schalentyp Geschlossen
– Frequenzgang 20 – 20000 Hz
– Impedanz 32 Ω
– Kabellänge 3m
– Anschlusstyp 3,5mm Kopfhörer/Mikrofon-Klinke

Weitere Details:
– Soundprofil Stereo
– Gewicht 367g
– Besonderheiten Abnehmbares Mikrofon, optional links oder rechts platzierbar
– Abnehmbares Kabel, optional links oder rechts platzierbar

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Das Headset macht einen wirklich schönen und wertigen Eindruck. Bei den Farben dominiert ganz klar das leicht matte weiß, Akzente setzen grau- und chrom-farbene Metall- und Plastikteile. Abgerundet wird das Design durch die großen, umschließenden Ohrkissen aus Velours oder wahlweise Kunstleder und dem sehr weichen Kopfbügelpolster, jeweils in schwarz. Auch die leichteste Bewegung hält die Ohrmuscheln leider nicht davon ab, ein Knarzen von sich zu geben – was durchaus am hauptsächlich verbautem Plastik liegen wird. Der Übergang zwischen Kopfbügel und Seitenbügeln und auch die Laufschiene der Ohrmuscheln – zum Anpassen der Ohrmuscheln an die Kopfgröße – sind jedoch aus Metall gefertigt. Im Grunde eine gute Idee, stark belastbare Teile mit Metall zu verstärken. Besser wäre es jedoch gewesen, man wäre hier einen Schritt weiter gegangen und hätte auch das Gegenstück der Laufschiene mit Metall verstärkt. Das abnehmbare Mikrofon ist bis auf eine Schraube direkt am Mikrofonkopf und der chrom-farbenen Umrandung durchgehend weiß. Das Kabel wird an den vergoldeten Enden jeweils mit einem Farbring geziert. Grün und rosa/rot für Kopfhörer und Mikrofon-Anschluss und orange am 3,5mm Anschluss, welcher in das Headset kommt – so ist doch noch ein wenig Farbe ins Spiel gekommen.

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[nextpage title=“Handhabung und Tragekomfort“ ]
Laut Beschreibung haben wir hier ein Plug’n’Play-Produkt vor uns – was wir auch ohne weiteres für Windows 7, 8 und Linux bestätigen können. Das Gerät wird problemlos erkannt und benötigt somit keine weiteren Treiber. Gut so, denn diese liegen weder bei, noch sind welche über die Herstellerseite zu erhalten. Leider ist das beim Auspacken festgestellte Knarzen auch weiterhin beim Tragen feststellbar, besonders bei stärkeren Bewegungen, wie beispielsweise Gähnen oder Kauen. Auch wenn die Ohrmuscheln umschließen, sind Außengeräusche immer noch deutlich wahrnehmbar. Der Vorteil hier ist: Man hat kein erdrückendes „Taucherglocken“-Gefühl und ist die Lautstärke nicht auf Maximum gedreht, besteht eine sehr gute Chance den Pizzalieferanten an der Tür klingeln zu hören.

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Das Wechseln der Ohrkissen gestaltete sich im Übrigen als relativ einfach – wenn einen Blick in das Handbuch geworfen, und damit den Kniff raus hat. Praktisch: Beim Einsetzen hilft eine kleine Einsparung im Plastik. Das Lautstärke-Rädchen an der Rückseite der linken Ohrmuschel ist gut zu erreichen und bietet eine stufenlose Regulierung. Am abnehmbaren Mikrofon ist ein Schalter zum Stummschalten vorhanden. Der große Nachteil hier ist, dass es keine Form der Benachrichtigung über den Zustand der Stummschaltung gibt. Wundert man sich also, dass einen sein Gegenüber nicht hören kann, könnte es an diesem Schalter liegen. Eine LED oder ähnliches wäre hier nett gewesen, da nicht mal eine Benachrichtigung am PC angezeigt werden kann, denn die Stummschaltung geschieht komplett hardwareseitig. Desweiteren wäre ein Taster wünschenswerter gewesen, da der Schalter nicht sehr leichtgängig ist und man fest an die Ohrmuschel greifen muss, um ihn zu schalten – auch hier wieder Knarzen.

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Dauertest und Funktionalität

Nach mehreren Stunden intensiven Spielens und Kommunizieren zeichnen sich erste Ergebnisse ab. So ist die Gesamtlautstärke durchaus ausreichend laut, um die Außenwelt fast komplett abzuschotten. Nach einer Drei-Stunden-Session First-Person-Shooter sitzt das Headset immer noch sehr bequem. Weitere 4 Stunden MMORPG trüben den Tragekomfort kaum. Kaum, denn ein kleines Manko ist zu verzeichnen. Der anfänglich als weich bezeichnete Kopfbügel wird langsam bemerkbar und drückt auf den Kopf. Hier kommt man nicht drumherum, das Headset ab und an leicht vor und zurückzuschieben. Ein etwas weiterer Bügel hätte den Druck womöglich weiter verteilen können und so den Tragekomfort fast perfekt gemacht. Denn das ist schon das einzige Manko, was bei der Benutzung auffiel.

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Auch mit Brille lässt sich das Headset wunderbar tragen und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, etwas befremdliches auf dem Kopf sitzen zu haben. Die Ohren werden auch nicht übermäßig warm – bei Kunstleder etwas mehr als bei den Velours-Ohrkissen, aber alles noch in einem angenehmen Rahmen. Schnelle Kopfbewegungen machen ebenfalls kaum zu schaffen. Durch den nicht zu festen Sitz rutscht es minimal, sitzt aber weiterhin gut an Ort und Stelle. Auch das Mikrofon macht einen sehr soliden Eindruck. Drückt man es in die gewünschte Position, verharrt es dort ohne großartig zurückzuschnellen. Durch die Anbringung an der Unterseite der Ohrmuschel ist es so gut wie nie bewusst im Blickfeld zu erkennen. Praktischerweise hat man auch noch die Möglichkeit, das Mikrofon wahlweise links oder rechts zu tragen. Hierzu werden einfach Kabel und Mikrofon getauscht. In der Klinkenbuchse an der Ohrmuschel sind zudem Aussparungen, welche einen festen Sitz des Mikrofons garantieren.

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Audio
Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte: Dem Klang. FUNC wagt sich hier in ein neues Gebiet vor. Im Großen und Ganzen kann man ihnen nur gratulieren, denn diesen Schritt haben sie gut gemeistert. Beschrieben wird der Sound selbst mit ‚Optimized sound image for gaming‘ also einem optimiertem Klangbild für Spiele. Und bei diversen Tests in verschiedenen Spiele-Genres kann man dieser Aussage zustimmen. Der Ton kommt sauber und klar rüber, fast alle Frequenzbereiche werden gut angesprochen, in den Mitten gibt es leichte Schwächen zwischen 2k und 4k Hz. Der Bass kommt für manche Leute gewiss auch ein wenig zu schwach rüber, so schwächelt er hier auch leicht im 250 Hz bereich und drückt insgesamt auch nicht stark – dennoch immer noch gut hörbar und ausreichend stark für die 50mm Treiber.

Somit entsteht hier ein Klangbild, was nicht nur in Spielen guten Ton erzeugt, sondern auch gut für Musik und Film genutzt werden kann. Das Mikrofon ist nur mittelmäßig. Zwar ist der aufgenommene Ton zu verstehen, jedoch wirkt die Stimme nicht sehr klar und so, als würden gewisse Frequenzen komplett verschluckt, wodurch etwas Klangfarbe fehlt. Hintergrundgeräusche sind wahrnehmbar, haben aber keinen großen Einfluss auf die Verständlichkeit. Ein großes Manko ist der Stummschalter am Mikrofon selbst, denn dieser verursacht ein Lautes Knacken in der Übertragung. Bei einer Sprachkonferenz empfanden manche Zuhörer dies als äußerst störend.

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[nextpage title=“Fazit“ ]

FUNC präsentiert uns mit dem HS-260 ein durchdachtes, wenn auch nicht ganz ausgereiftes Gaming Headset mit kleineren Schwächen. Bei der Wiedergabe von Ton macht das Headset einen sehr guten und starken Eindruck, auch wenn die Qualität des Mikrofons nicht vollends überzeugen konnte. Sieht man von den kleineren Mängeln, wie dem allgemeinen Grundknarzen und der teilweise mittelmäßigen Verarbeitung ab, hat man ein grundsolides Gaming-Headset, was sich auch nach mehreren Stunden Tragen schön am Kopf anschmiegt. Dieses Headset ist somit für jene, die ein Allround-Gerät suchen, mit dem auch mal ein Film oder Musik genossen werden soll und nicht auf spezielle Features aus sind.

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Pro:
+ Stabiler und komfortabler Sitz
+ Gute Tonqualität
+ Schlichtes und schönes Design
+ Kabel und Mikrofon abnehmbar
+ Mikrofon wahlweise links oder rechts tragbar

Kontra:
– Knarzen bei Bewegung durch viel Plastik
– Mikrofon eher mittelmäßig

Viele positive Aspekte sprechen für das FUNC HS-260 und somit hat es zurecht den Gold-Award verdient.

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