Der Grafikkartenmarkt erlebt im zweiten Quartal 2026 einen überraschenden Höhenflug. Laut aktuellen Zahlen von Jon Peddie Research wurden weltweit rund 12,5 Millionen Desktop-Grafikkarten ausgeliefert. Damit wurde der höchste Quartalswert seit dem ersten Quartal 2022 erreicht.
Im Vergleich zum vorherigen Quartal entspricht das einem Anstieg von 5,9 Prozent, gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar von 7,8 Prozent. Auch für das erste Halbjahr 2026 ergibt sich ein deutliches Plus: Mit 24,3 Millionen ausgelieferten Desktop-Grafikkarten wurden rund 3,5 Millionen mehr Einheiten verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung angesichts der weiterhin steigenden Preise. Die anhaltende Speicherkrise treibt unter anderem die Kosten für VRAM in die Höhe. Hersteller haben deshalb bereits mehrfach die Preise ihrer Grafikkarten angehoben.

Angst vor weiteren Preissteigerungen treibt Käufer
Laut Jon Peddie könnte gerade die Preisentwicklung ein Grund für die hohen Verkaufszahlen sein. Während steigende Preise normalerweise dazu führen sollten, dass Käufer ihre vorhandene Grafikkarte länger nutzen, scheint derzeit ein anderer Effekt zu wirken.
Viele Gamer könnten ihre Neuanschaffung bewusst vorziehen, weil sie weitere Preissteigerungen erwarten. Besonders die steigenden Kosten für GDDR7-Speicher könnten dabei eine Rolle spielen. Die Sorge, später noch deutlich mehr bezahlen zu müssen, scheint aktuell stärker zu wirken als die bereits hohen Preise.
NVIDIA weiterhin klar an der Spitze
An der Marktverteilung hat sich nur wenig verändert. NVIDIA dominiert den Markt für dedizierte Desktop-Grafikkarten weiterhin deutlich. Das Unternehmen lieferte rund 11,25 Millionen GPUs aus und kommt damit auf etwa 90 Prozent Marktanteil.
AMD erreichte mit rund einer Million ausgelieferten Grafikkarten etwa 8 Prozent, während Intel seinen Anteil auf rund 2 Prozent steigern konnte. Bei den Marktanteilen gab es gegenüber dem vorherigen Quartal nur geringe Veränderungen.
Trotz steigender Preise und anhaltender Speicherprobleme bleibt die Nachfrage nach Desktop-Grafikkarten damit überraschend stark.
*Quelle: Jon Peddie Research





