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KOI Alphacool NexXxoS Cool Answer 120 D5/UT – Set

Wer schon mal seinen PC zum Spielen, Arbeiten oder Übertakten auf Hochtouren arbeiten lies kennt das Problem der aufjaulenden Lüfter die mit Mühe versuchen das System auf akzeptablen Temperaturen zu halten. Nun besteht die Möglichkeit auf größere Kühlkörper zu setzen, jedoch ist das nicht immer die platzsparendste Methode, die mit Pech nicht viel leiser läuft.

Dem Lärm kann jedoch Abhilfe geschafft werden indem man dass, was besonders heiß wird mit Wasser statt rauschender Luft kühlt. Der Wechsel zur Wasserkühlung ist jedoch nicht immer der einfachste, vor allem da das System aus mehreren verschiedenen Komponenten besteht. Aber wer auf Nummer sicher gehen will kann sich ein Set wie das im Folgenden kaufen. In diesem sind alle notwendigen und kompatiblen Bauelemente enthalten die dem Anfänger die Qual der Wahl abnehmen soll. Kann jedoch so ein Einsteiger-System auch die Qual des Lärms mäßigen und die selbe Kühlwirkung erzielen?

Dank der freundlichen Bereitstellung des KOI Alphacool NexXxoS Cool Answer 120 D5/UT Sets hat es Aquatuning uns ermöglicht dieser Frage auf den Grund zu gehen. Unabhängig vom Ergebnis erhoffen wir uns für die Zukunft eine gute Zusammenarbeit und bedanken und für die Bereitstellung des Samples.

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Autor: Muxelmann

Verpackung

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Das gesamte Set wird in einem recht großen Paket geliefert. Die recht dünne Pappe schützt zwar vor leichtem Nieselregen, ist jedoch nicht als Versandschutz dienlich. Den einen oder anderen Stoß hat das Paket wohl im Transit abbekommen, jedoch wurde nichts Beschädigt. Trotz der minderen Qualität der Außenverpackung ist das nicht aussagekräftig über die Qualität des Inhalts.

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In dem Paket ist eine schicke Box in der alle Komponenten enthalten sind. Zwar trägt diese keine Aufschrift oder Aufkleber die über den Inhalt aufklären, allerdings kann man mit einem Blick auf die mitgelieferte Rechnung prüfen, dass die bestellte Ware auch enthalten ist. Der oben befestigte Griff ist bei einem Gewicht von 4.7kg recht praktisch, ist bei einem aus dem Onlineshop bestellten Produkt aber im Grunde mehr ein nettes Gimmick als wirklich von großem Nutzen.

Lieferumfang

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In der Überbox sind alle Bauteile der Wasserkühlung. Dieser sind in ihrer Originalverpackung und mit etwas Kartonpapier gepolstert. Die vollständige Liste der mitgelieferten Komponenten ist:

1 x CPU Kühler (NexXxoS XP3 Light – Acetal Edition + Backplate)
1 x Ausgleichbehälter (Repack – Single Laing D5 – Dual 5,25 Bay Station)
1 x Pumpe (VPP655 – Single Edition)
1 x Radiator (NexXxoS UT60 Full Copper 120mm)
6 x Anschlüsse (13/10 (10×1,5mm) Anschraubtülle G1/4 – Schwarz matt)
1 x Lüfter (120mm Lüfter)
1 x Kühlmittel (CKC Cape Kelvin Catcher Clear – 1000lm)
1 x ATX-Überbrückungsstecker (24 Pin)
1 x 3m Schlauch (AlphaTube HF 13/10 (3/8″ID) – Klar)
(1 x Gummibärchen)

Erster Eindruck

Anleitung:
Ein mitgeliefertes Heftchen in deutscher sowie englischer Sprache dient als Bauanleitung. Zwar sind die Komponentenlisten für den Bausatz richtig und vollständig, allerdings stimmen die Bilder nicht ganz mit den mitgelieferten Produkten überein. Diese wurden einfach von der Alphacool Komplettsets-Anleitung übernommen (siehe hier). Aber wer das Gehirn nicht abschaltet bei der Montage sollte keine Probleme haben.

Der Radiator
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Schon ausgepackt und große Augen gemacht. Der mitgelieferte Radiator ist zwar laut Angaben für ein 120mm Lüfterloch gedacht, allerdings ist dieser deutlich breiter höher als ein quadratischer Lüfter. Dies liegt an den Anschlüssen und der Wasserführung, die eben Platz brauchen. Des Weiteren ist der Radiator sehr dick und wenn er parallel einem 120mm Lüfter an das Gehäuse geschraubt werden soll, dann nehmen die beiden schon recht viel Platz in Anspruch. Daher empfiehlt es sich gut zu überlegen, wo man den Radiator im Gehäuse unterbringen will. Zum Glück ist in meinem BitFenix Shinobi Gehäuse genug Raum. Der Einbau selber war daher recht einfach, nur die mitgelieferten Schrauben hatten einen deutlich zu kleinen Schraubenkopf. Daher fielen sie einfach durch die Montagelöcher (die eigentlich für breitere Lufterschrauben gedacht waren). Hier schufen vier Unterlegscheiben recht schnell Abhilfe. Jedoch ist es etwas nervig, dass Alphacool dies nicht bedacht hat. Immerhin handelt es sich hier um genormte Löcher für Lufterschrauben.

CPU Aufsatz
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Ein kleiner Kupferklotz mit zwei Wasseranschlüssen wirkt alleine ganz hilflos wenn man bedenkt, dass er eine Verlustleistung von 84W (bei unserem Intel i7 4770K) abtransportieren muss. Mit dem CPU Kühler werden auch die Montageelemente mitgeliefert, die kompatibel mit Intel und AMD Sockeln sind. Zwar wird eine Backplate mitgeliefert, allerdings scheint diese nie zum Einsatz zu kommen, da man die Schrauben direkt an der Hauptplatine befestigen soll. Beiliegende Unterlegscheiben aus Plastik vermeiden, dass man sein Mainboard beschädigt und Unterlegscheiben aus Stahl sorgen für die Beständigkeit der Befestigungsschrauben.
Nach deren Einbau muss man nur noch die CPU und den Kühler gut reinigen, etwas (mitgelieferte) Wärmeleitpaste auf die CPU geben und dann den Kühler mit Montageklammer auf die CPU und Schrauben setzen. Zu guter Letzt wird das alles mit Federn und fingerfreundlichen Schrauben nach und nach im Diagonalverfahren fixiert. Dies ist allerdings einfacher gesagt als getan, denn eine der Schrauben hatte ein leicht defektes Gewinde. Mit dem passenden Werkzeug konnte dies korrigieren werden, ansonsten hätte eine Ersatzschraube gesucht oder bestellt werden müssen. Davon aber mal abgesehen war der Einbau recht einfach.

Pumpe und Ausgleichsbehälter / Reservoir
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Der Ausgleichsbehälter ist doppelt so hoch wie ein 5,25″ Laufwerk und sitzt perfekt. An der Vorderseite kann man den Wasserstand gut einsehen und auch nachfüllen. Im Ausgleichsbehälter sind zwei kleine Filter eingebaut um die Pumpe vor eventuellen Festkörpern zu schützen. Die Pumpe muss man aber noch anschrauben, was allerdings schnell und unkompliziert von der Hand geht. Anders als bei Ansaugpumpen nutzt die mitgelieferte Pumpe die Form des Ausgleichsbehälters um Wasser pumpen. Daher kann man sie auch nicht falsch herum befestigen. Sobald alles eingebaut und festgezogen wurde, muss man nur noch den Schlauch befestigen und das System mit befüllen. Der mitgelieferte Liter an Kühlmittel reicht gerade so, wenn man sehr sparsam und effizient mit der Verlegung der Schläuche vorgeht (und auch nicht all zu viel verschüttet). Daher ist es empfehlenswert etwas destilliertes Wasser parat zu haben (erhältlich in Apotheken oder im Baumarkt), falls das Kühlmittel nicht ausreicht oder man nicht all zu ruhige Hände hat.

Betrieb und Vergleichstest

Nach dem Befüllen sollte man einen 24 Stunden langen Testlauf des Kühlsystems durchführen um alles auf Dichtigkeit zu prüfen. Dabei sollte man alle wertvollen Bauteile (z.B. Grafikkarten) ausbauen und nur die Pumpe betreiben. Dies kann man mit dem mitgelieferten ATX-Überbrückungsstecker und dem internen oder einem externen Netzteil (empfohlen) machen.

Bestanden und nun ran an die Tests. Als erstes wurde der Durchfluss mit Hilfe eines Aquacomputer Durchflusssensor angeschlossen an eine Aquaero 5 LT ermittelt. Dies wurde unternommen, um sicher zu gehen, dass die Pumpe einwandfrei arbeitet und wie gut die Pumpe dies tut. Die Ergebnisse bei 12V waren dabei exzellent. Die Pumpe erzeugt bei vergleichbar geringer Lautstärkeentwicklung sehr gute 370L/h. Die folgenden drei Tests würden auf einem Intel i7 4770K mit Prime95 für mindestens 5 Minuten ausgeführt:

  • kleine FFTs (small FFTs) für Hitze,
  • große, speicherbeschränkte FFTs (large in place FFTs) für hohe Leistungsaufnahme und
  • speicherintensive Tests (Blend).

Zum Vergleich wurden identische Tests mit dem Intel Boxed Kühler sowie einem Noctua NH-D15 durchgeführt.

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Das Ergebnis ist mehr als gut. Da aber die Temperatur der CPU alleine nicht das einzige Kriterium ist, nach welchem man eine Wasserkühlung beurteilen sollte, wurden ebenfalls zwei G1/4 – Temperatursensoren in den Kreislauf eingebaut und an die Aquaero angeschlossen. Die Wassertemperatur war dabei bei allen Tests nicht höher als 38°C und somit voll in Ordnung (bei einer Raumtemperatur von 21°C). Dieses Wasserkühlungsset hat damit alle Tests vollständig und problemfrei bestanden. Auch ist durchaus eine gewisse Toleranz für den Hochsommer gegeben, da bis zu den sehr kritischen 50° Wassertemperatur noch deutliche Puffer liegen!

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Es fällt jedoch auf, dass die Wassertemperatur sehr anfällig gegenüber Abluft anderer Komponenten ist. Wer zum Beispiel Boinc oder Folding@Home laufen hat und dabei seine Grafikkarten sehr beansprucht kann das schnell merken. Bei gedrosselter Grafikkartenlast kann man eine leicht niedrigere Temperatur verzeichnen. Bei geöffnetem Gehäuse war dies auch der Fall. Da sich dies jedoch im Bereich von wenigen Grad Celsius abspielte ist es weitestgehend unproblematisch. Eine gewisse Planung oder Experimentierfreudigkeit was die Lüfterpositionierung angeht sollte man aber durchaus mitbringen, wenn man die besten Temperaturen erreichen will. Auch sollte man sich bewusst sein, dass man unter schlechtesten Konstellationen und einer sehr heißen CPU (z.B. mit einer TDP von 130Watt) durchaus kritische Wassertemperaturen erreichen kann.

Fazit

Das Alphacool Wasserkühlset ist also ein gutes Komplettpaket, sogar für einen Wasserkühl-Anfänger. Es erleichtert die Komponentenwahl, Komponentenkompatibilität und somit auch die Funktionalität des kleinen Systems.

Trotz der Kompaktheit des Sets ist allerdings Vorsicht geraten, denn der Kühlkörper als auch der Ausgleichsbehälter brauchen eine gute Menge platz. Des Weiteren konnte man anhand der verbesserungsbedürftigen Schraubenauswahl merken, dass man sich nicht blind auf das mitgelieferte Montagematerial verlassen sollte und notfalls sich ein kleiner Besuch im Baumarkt nicht vermeiden lässt.

Die Leistung des kleinen Kreislaufs sollte man aber nicht unterschätzen, denn sogar unter Extremstlast konnte das CPU-Kühlsystem Temperaturen wie derzeit führenden Luftkühler erzielen. Jedoch ist es erwähnenswert, dass sich die Abluft der verbleibenden Komponenten (wie z.B. der Gafikkarten) sehr auf die Wassertemperatur auswirkt. Nachdem ein Lüfter umgedreht wurde und Luft nun absaugt (statt in das Gehäuse zu blasen), fiel die Durchschnittstemperatur um ganze 2°C. Bei offenem Gehäuse mit Ventilator fiel diese sogar um ganze 3°C. Daher lohnt es sich bei deutlich schlechterer Kühlperformance die Luftführung im Gehäuse zu prüfen, bevor die Schuld auf das Set geschoben wird.

Zu guter Letzt muss gesagt werden, dass die Wassertemperatur-, Durchfluss-Sensoren und der Alphacool Computer zusätzlich zum Set gekauft wurden. Diese sind zwar nicht zwingend notwendig, jedoch lässt sich der Betrieb des Kreislaufs nicht überprüfen. Dem Set fehlten daher diese Sensoren und ein kleiner Computer, der auch funktionsärmer als sein mag aber eben die Systemüberwachung ermöglicht.

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Pro:
+ Gutes Einsteigermodell
+ Leiser Betrieb
+ Exzellente Kühlleistung
+ Relativ einfacher Einbau

Contra:
– Sehr Abwärme empfindlich
– Übergroße Komponenten
– Sensormangel

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Insgesamt gibt es kaum Kritik an diesem knapp 235€ teueren Einsteigerset. So vergeben wir in der Gesamtwertung gerne satte 8,3 von 10 Punkten. Obendrauf gibt es unseren begehrten Silent–Award und Silber-Award für dieses solide Set.

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