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LG G Flex – Kurvenwunder mit Pionierschwächen

[nextpage title=“Einleitung“ ]

Ende 2013 sorgte der bekannte koreanische Elektronikhersteller LG für großes Aufsehen, als sie mit dem G Flex das erste Smartphone mit gebogenem Display auf den Markt brachten. Neben der innovativen Displaytechnologie bekam das G Flex Top-Hardware spendiert, durch die es sich nicht vor der High-End-Konkurrenz zu verstecken brauchte. Seitdem sind einige Monate vergangen und das Smartphone ist mittlerweile für erschwingliche 300€ erhältlich.

Unter euch Lesern wird es sicherlich viele von Neugier Geplagte geben, die sich fragen, wie sich so ein gekrümmtes Display im Alltag macht und was insbesondere das Pionier-Gerät G Flex an Mehrwert bietet. Das haben wir für euch in Erfahrung gebracht und ihr könnte es auf den kommenden Seiten nachlesen. Viel Spaß dabei!

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Autor: Kim

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen geht unser besonderer Dank an LG. Wir hoffen weiterhin auf eine ergiebige Zusammenarbeit.

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[nextpage title=“Verpackung und technische Daten“ ]

Das G Flex ist in einer wertigen, matt-schwarzen Pappschachtel verstaut. Deren Deckel ist passend zur Form des Smartphones zur Mitte hin nach innen gewölbt. Auf Deckel und den Seiten finden sich lediglich Produktname und Herstellerlogo in silberner Farbe. Das sieht sehr edel aus und macht Lust aufs Auspacken. Auf der Unterseite finden sich die wichtigsten technischen Daten und Features in mattem Silber auf grauem Hintergrund. Ist diese Seite nicht in direkter Lichteinstrahlung, bemerkt man die Schrift gar nicht und es wirkt eher, als würde man eine teure Uhr kaufen, anstatt eines Taschencomputers, der mit potenter Leistung punkten will.
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Löst man den seitlichen Kleber und hebt die Deckel-Hälfte ab, kommt direkt das wirklich große Smartphone zum Vorschein. Die Krümmung fällt dabei nicht direkt auf. Erst beim Herausnehmen spürt man sie an den Fingern. Unter einer Papplage befindet sich das Zubehör. Neben der Kurzanleitung und einem Steckdosenladeadapter mit modularem USB-zu-microUSB-Kabel findet man einen kleinen Schlüssel für die microSIM-Schublade und einen wertig aussehenden In-Ear-Kopfhörer mit drei unterschiedlich großen Sätzen Plugs.

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Das Zubehör ist wie üblich eher sparsam. Die Verpackung und optische Präsentation ist dagegen durchweg gelungen. Die wichtigsten technischen Eigenschaften auf der Rückseite lesen sich wie folgt:

  • Qualcom Snapdragon 800 CPU (4×2,3 GHz)
  • 2GB LPDDR3 RAM
  • 6″ Curved HD POLED-Display (1280×720)
  • 13 MP Kamera mit Full-HD 60fps Videoaufnahme und diversen Softwarefeatures
  • Optimierung für Medienwiedergabe von DIVX HD, aptX, csr und 24bit/192KHz Audio
  • 3500 mAh Lithium-Polymer-Akku
  • WiFi, Bluetooth, Mirecast, SlimPort
  • Quickremote, QMemo, KnockOn, DualWindow, QuickTheatre
  • Android 4

Alle technischen Details findet ihr in diesem

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[nextpage title=“Erster Eindruck“ ]

Der erste Eindruck wird natürlich durch die enorme Displaygröße geprägt. Selbst neben meinem alten Galaxy Note 2 sieht das G Flex mit seinen 6″ Bildschirmdiagonale groß aus. Dabei gibt es erfreulich wenig Rand. Auch Hardware-Buttons gibt es auf der Front und an den Seiten nicht. Die sitzen in Form von LGs hauseigener Lautstärkewippe mit Powerbutton dazwischen auf der Gehäuserückseite. Das ganze Gerät ist in silbergrauen Farben gehalten.

Über dem Display sitzt zentral der Telefon-Lautsprecher. Links daneben zeichnen sich Frontkamera und Tageslichtsensor ab. Eine kleine Status-LED gibt es ebenfalls, die ausgeschaltet aber komplett unsichtbar bleibt. Unterhalb des Displays prangt das LG-Logo in Silber.

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Anschlüsse in Form von microUSB B und 3,5mm-Klinke findet man an der Geräteunterkante. Bis auf den SIM-Kartentray auf der linken Kante bleiben die anderen Kanten leer. Auf der Rückseite haben wir mittig in der oberen Hälfte die besagte Hardwarebutton-Wippe und darüber eine große Kameralinse, die von LED-Flash und Infrarot-Blaster flankiert wird. Unten findet sich nochmal ein auffälliges LG-Logo und weniger auffällig technische Prüfsiegel. In der unteren rechten Ecke der Rückseite befindet sich die Öffnung für den Lautsprecher.

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Die Rückseite ist nicht dazu gedacht, abgenommen zu werden. Dementsprechend lässt sich schon erahnen, dass das G Flex weder über einen wechselbaren Akku, noch über eine Unterstützung von microSD-Karten verfügt. Schade, das waren beim Note zwei von mir gerne genutzte Features.

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Das G Flex misst an der dicksten Stelle 8,7mm und wiegt 177g. Das ist zwar mehr als bei aktuellen Fliegengewichten, dennoch liegt das Smartphone nicht zu schwer in der Hand. Allerdings bietet die glattpolierte Kunststoffrückseite ein eher unsicheres Griffgefühl und man packt instinktiv lieber etwas fester zu. Zumal die meisten Smartphones zwischen Daumenballen und unterstem Fingerglied gehalten werden, das G Flex durch seine Breite aber nur mit den mittleren oder oberen Fingergliedern gehalten werden kann. Auch wenn 6″ groß sind, hatte ich in keiner meiner Hosentaschen Probleme, das Gerät unter zu bringen. Dreht man die hohle Seite zum Bein, drückt es tatsächlich weniger als ungebogene große Handys. Durch besagte Krümmung ist es auch möglich, das G Flex in einer hinteren Hosentasche zu tragen, ohne eine Beschädigung fürchten zu müssen, wenn man sich draufsetzt.

Von der Button-Wippe bin ich allerdings ziemlich enttäuscht. Ich hatte sie auf den ersten Bildern immer für ein interessantes Konzept gehalten und mir ausgemalt, man könne die Buttons einfach mit den mittleren Fingergliedern bedienen. Weit gefehlt, denn um versehentliches Auslösen zu vermeiden, sind sie versenkt, sodass man sie in jedem Falle mit der Fingerkuppe betätigen muss. Und dann muss sich der Zeigefinger angewinkelt auf der breiten Rückseite erstmal blind auf die Suche nach dem richtigen Button machen. Da funktioniert eine Taste auf der rechten Seite für den Daumen zehn Mal einfacher. Erwähnenswert ist, dass der Powerbutton auch als Info-LED auf der Rückseite fungiert und bei neuen Meldungen blau leuchtet. Mit der unteren Lautstärketaste kann man aus dem Standby heraus die Kamera starten.

Die Verarbeitung weist optisch keine Mängel auf. Alle Spaltmaße sind präzise. Allerdings knarzt das Gerät beim Drücken mit beiden Händen kräftig, wie es aber bei den meisten Kunststoff-Smartphones der Fall ist.

Als erster Eindruck bleibt ein wirklich großes und elegantes Gerät, das besonders durch seine Krümmung auffällt. Die Button-Wippe trübt das Bild allerdings ein wenig.

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[nextpage title=“Inbetriebnahme“ ]

Beginnen wir mit dem Einsetzen der SIM-Karte. Dabei muss man ziemlich fest mit dem mitgelieferten Schlüssel in das kleine Loch im Tray drücken und kann danach einfach die SIM-Karte einlegen und den Schlitten zurück in das Gehäuse schieben.

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Damit wir genug Saft für den ersten Testlauf haben, schließen wir das G Flex mit dem mitgelieferten Ladeadapter an die nächste freie Steckdose. Dabei fällt auf, wie kräftig der microUSB-Stecker ist und wie gut er ins Gehäuse greift. Daran werden wir noch lange Freude haben.

Das Gerät lädt erstaunlich schnell. Nach einer halben Stunde an der Steckdose nehmen wir es in Betrieb. Da erwartet uns zunächst die üblichen Android-Abfragen zum Thema Sprache, WiFi und Google-Konto. Zusätzlich lässt LG uns einstellen, auf welcher Seite wir die Softbuttons für „Zurück“ und „Einstellungen“ haben möchten und auch der KnockCode kann hier eingerichtet werden. Dabei handelt es sich um LGs Technik zur Displayentsperrung über ein vordefiniertes Klopfmuster auf vier Bildschirmkacheln.

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Dann ist man mit dem initialen Setup auch schon fertig und darf PIN eingeben und auf die Android-Oberfläche zugreifen. Seltsamerweise sind „mobile Daten“ per default deaktiviert, was wir natürlich umgehend ändern. Da meldet sich auch schon LGs Update-Center, das ganze 10 der vorinstallierten Apps auf den neusten Stand bringen möchte. Ist das erledigt, kommen wir auch schon zum nächsten Teil unseres Tests.

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[nextpage title=“Betriebssystem“ ]

Gleich nach dem Start gibt’s erstmal ein Update auf Android 4.4.2. Zu einem Update auf Android 5.0 ist noch nichts bekannt. Wie üblich hat LG einige Anpassungen am Stock-Android vorgenommen, die vor allem grafischer, aber an vielen Stellen auch funktionaler Natur sind.

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Das Scrollen durch die Homescreens wird nicht über Punkte sondern einen kleinen Balken über der Fußleiste dargestellt. Dabei kann man kreisförmig durch alle Screens rotieren und das Wallpaper scrollt stückchenweise mit. Es gibt für die Übergänge verschiedene Animationen zur Auswahl. Das Scrollen läuft auch mit mehreren Widgets sehr flüssig und die Umsetzung gefällt mir. Die Android-Oberfläche kann sich auch als Breitbild darstellen, wenn man das Gerät dreht. Dies muss aber erst per Einstellung separat von den anderen App-Drehungen aktiviert werden und macht bei einem Smartphone auch weniger Sinn, als bei einem Tablet.

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In der Fußzeile können neben dem Anwendungsmanager bis zu sechs Apps oder Ordner untergebracht werden. Größe und Position wird dabei automatisch nach Anzahl der Elemente skaliert. Auch der Anwendungsmanager ist dabei frei positionierbar. Ich arbeite viel mit der Fußleiste und freue mich dementsprechend über die umfangreiche Personalisierbarkeit, die hier geboten wird. Die Softbuttons darunter können mit sechs Presets unterschiedlich angeordnet und um einen Button für QMemo oder das Status-Menü erweitert werden. Man kann für jede App separat festlegen, ob die Buttons sichtbar sind oder erst mit einem Wisch über die Kante zum Vorschein kommen.

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Auch sonst hat man sich Gedanken zur intuitiveren Gestaltung von Android gemacht. So öffnet ein langer Druck auf die leere Stelle eines Homescreens eine gesplittete Ansicht, die oben die Screens anzeigt und unten aus Tabs für Apps, Widgets und Hintergründen ausgewählt lässt, um die jeweiligen Screens damit zu bestücken. Außerdem gesellt sich im Statusmenü zu den üblichen Schnelleinstellungen und Status-Infos eine Zeile mit QSlide-Anwendungen, in der ausgewählte Anwendungen in kleinen Fenstern gestartet werden können.

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Hier und da gibt es ein paar optische Perlen zu beobachten. So verfügt das G Flex neben den eher normalen Animationen zur Displayentsperrung auch über ein besonderes Theme. Dieses zeigt einen Himmel, der sich im darunterliegenden See spiegelt. Je nachdem wie stark man das Display neigt, schwenkt die Darstellung zum See oder zum Himmel. Beginnt man die Entsperrbewegung auf dem Wasser, gibt es animierte Wellen. Startet man sie auf dem Himmel, gibt es einen Sternenstaub-Kreisel. Dazu variiert die Darstellung entsprechend der Tageszeit und Wetterlage. Hier hat wirklich viel Kreativität und Mühe investiert. Für die Android-Oberfläche und auch für die Tastatur lassen sich neue Themes aus der LG SmartWorld herunterladen, die das optische Erscheinungsbild von Hintergründen und Icons ändern. Hier besteht leider Anmeldepflicht. Auch lobenswert finde ich die Integrationen einer CRT-Off Animation, die vorher in vielen Custom ROMs beliebt war.

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Ein von LG besonders hervorgehobenes Feature ist das erwähnte QMemo. Dabei handelt es sich um LGs Äquivalent zu Samsungs SNote Software. Mit QMemo können handschriftliche Notizen und Zeichnungen auf Bilder, Screenshots oder vordefinierte Hintergründe gezeichnet werden. Das funktioniert soweit gut, bleibt aber hinter dem Nutzererlebnis eines Eingabestiftes zurück. Auch DualWindow ist wieder an Bord. Damit kann man über einer bereits gestarteten App eine zweite öffnen, sodass der Bildschirm in der Mitte geteilt wird. Über einen Slider an der Schnittstelle kann das Bildverhältnis angepasst werden. Das funktioniert gerade auf dem großen 6″-Display gut.

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Sehen wir uns nun an, wie sich das Gerät in der Praxis bewährt.

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[nextpage title=“Im Alltag“ ]

Das G Flex liegt angenehm, wenn auch etwas rutschig in der Hand und man nimmt es gerne aus der Hosentasche. Durch die beschriebenen Probleme mit dem Power-Button bin ich schnell dazu umgestiegen, das Gerät nur noch per Doubletap zu entsperren. Dabei tippt man zwei Mal schnell auf dieselbe Stelle des Displays und es schaltet sich ein. Das Gleiche funktioniert übrigens auch zum Ausschalten, jedoch muss man dafür einen Displaybereich ohne Funktion antippen. Die obere Statusleiste eignet sich dafür meist am besten.

Beim täglichen Gebrauch geht die Bedienung butterweich von der Hand. Alle Animationen wirken flüssig und LGs Softwarefeatures verbessern vielerorts das Nutzererlebnis. Auch in aufwendigen 3D-Spielen konnten wir keine Leistungsengpässe feststellen. LTE, WLAN, Bluetooth und GPS funktionieren tadellos. Besonders gut gefallen hat uns die Leistung des 3500 mAh Akkus. Bei normaler Nutzung reichte er so gut wie immer über zwei Tage und manchmal sogar länger, bis das G Flex wieder ans Ladekabel musste. Wirklich zum Abgewöhnen finde ich persönlich die Standard-Töne für Anruf, SMS und vor allem Wecker. Die kann man zum Glück gegen eine große Auswahl anderer austauschen.

Ein weiteres besonderes Merkmal des G Flex ist seine selbstheilende Rückseite. Dabei liegen mehrere flexible Kunststoffschichten übereinander, die sich bei Druck einbeulen und mit der Zeit wieder in ihre alte Form zurückbegeben. Das funktioniert in der Praxis für unauffällige Kratzer. Sobald aber stark sichtbare Kratzer auftreten, werden die Kunststoffschichten durchtrennt und können sich nicht mehr regenerieren.

Ein kleiner Minuspunkt ist das Fehlen einer deutschen Tastatur mit Umlauten. Das wäre gerade bei dem großen Display gut realisierbar gewesen. So muss man wie gehabt die Umlaute über langen Druck auf die Vokale auswählen. Auch sonst schreibt es sich mit der Tastatur nicht ganz so präzise, wie ich es von anderen Handys kenne. Es gibt auch ein Swipe-Feature. Dieses harmoniert aber schlecht, wenn man vorwiegend tippt, da so häufig Wischbewegungen von einem Tipp zum nächsten registriert werden. In sofern heißt es: Entweder, oder.

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Die 720p-Auflösung (245 ppi) des Displays empfanden wir als ausreichend. Wenn man genau hinsieht, erkennt man an einigen Schrifträndern Treppcheneffekte, im Großen und Ganzen wirkt das Bild von der Pixeldichte her aber scharf. Schon sehr bald kristallisierte sich ein entscheidendes Manko des Displays heraus. Das POLED-Display war damals eine brandneue Technik und so machen sich einige Kinderkrankheiten bemerkbar.

Am auffälligsten ist für die meisten wahrscheinlich die Ungenauigkeit bei der Helligkeit der einzelnen Pixel. Es sieht so aus, als würde über dem ganzen Display eine transparente Maske liegen, die für jeden Pixel eine abweichende Helligkeit erzeugt. Man kann sagen, es „grieselt“. Diese Maske ist gleichbleibend und so stört sie vor allem bei Bewegtbildern und gleichmäßigen Helligkeitsverläufen. Eine wirkliche Lösung des Problems gibt es nicht und es wird einem in den gängigen Foren empfohlen, die automatische Displayhelligkeit zu deaktivieren und das Display immer auf maximaler Helligkeit leuchten zu lassen, da das Problem so weniger auffällig ist.

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Außerdem neigt das Display zu Ghosting. Hat man beispielsweise die Statusleiste nach unten gezogen und schiebt sie wieder nach oben, bleibt gerade bei mittlerer Displayhelligkeit die Kontur der Statusinfos für 1-2 Sekunden auf hellem Hintergrund sichtbar. Das Gleiche gilt auch für dunkle Icons. Im Bild sieht man recht deutlich die Umrisse der QSlide-Leiste.

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Das dritte Problem ist die Graudarstellung. Das Grau wird mit sehr vielen blauen und roten Einstreuungen dargestellt. Leider ist ein Großteil des Interfaces in Grau gehalten (Kopfleisten, Hintergründe und Tabs der Systemelemente). Schwarz wird dagegen wie für OLED üblich sehr schön tief und satt dargestellt und auch Ausleuchtung und Farbsättigung geben keinen Grund zur Beanstandung.

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Solche Probleme sind natürlich gerade für das G Flex kritisch, das die Technik für das gebogene Display als eines der wesentlichen Kaufargumente anführt. Hat man die Helligkeit permanent auf der höchsten Stufe, übersieht man das Problem nach etwas Eingewöhnungszeit. Nur bei dunkleren Videos wird es einem wieder ins Gedächtnis gerufen. Das ansonsten sehr positive Nutzererlebnis rettet das G Flex an dieser Stelle vor allzu viel Punktabzug.

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[nextpage title=“Multimedia“ ]

Musik:
Bei der Musikwiedergabe hat der hintere Monolautsprecher mit den üblichen Smartphone-Problemen zu kämpfen. Bass ist nicht wirklich vorhanden und das Soundbild wirkt verwaschen. Im Vergleich zu anderen Smartphones schlägt er sich doch recht gut. Mitten und untere Höhen wirken nicht überzeichnet und es scheppert auch bei der akzeptablen Maximallautstärke nicht. Die Dropbox-Anbindung des vorinstallierten Musikplayers ist eine sehr gute Idee, hat aber noch mit der ein oder anderen technischen Schwierigkeit zu kämpfen.

Mit den beigelegten LG QuadBeat 2 Kopfhörern sieht das Ganze schon deutlich besser aus. Sie sind ganz eindeutig hochwertiger als bei vielen Konkurrenten und können den meisten In-Ears im 50€-Bereich das Wasser reichen. Drei Paar Silikon-Stöpsel in unterschiedlichen Größen, Fernbedienung mit drei Tasten und ein breites Kabel gegen Verknotung heben den Kopfhörer weiter hervor. Der Ton ist erstaunlich klar und transparent, was leider zu Lasten des Tieftonbereichs geht, der nur schwach rüberkommt. Ansonsten war ich positiv überrascht, wie gut Mitten und Höhen für einen Smartphone-Kopfhörer sind. Erst wenn mehrere Instrumente auf der Bühne stehen, beginnt das Ganze zu verwischen. Das G Flex unterstützt übrigens auch 24bit/192kHz Wiedergabe. Für viele mag das audiophile Einbildung sein, gerade in einem Smartphone, wo sich vernünftige Abschirmung schlecht realisieren lässt. Aber es zeigt auch den hohen Anspruch, den die Entwickler in dieses Gerät stecken.

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Video:
Die Videowiedergabe hat am stärksten mit den beschriebenen Bildschirmproblemen zu kämpfen. Immerhin können wir LG bestätigen, dass durch den gebogenen Bildschirm wirklich etwas Panorama-Feeling aufkommt, wenn er nicht zu weit vom Betrachter entfernt ist. Auch die Spiegelung des eigenen Gesichts bei Licht von hinten wird durch die Krümmung abgeschwächt. Gerade bei Videosequenzen mit Grauverläufen treten die Displayprobleme aber schnell hervor und das so auffällig, dass man von getrübtem Filmgenuss sprechen mag. Da ist auch die große Anzahl unterstützter Videoformate ein geringer Trost.

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Games:
Alle getesteten Spiele meisterte das G Flex ohne ins Schwitzen zu kommen. Eingaben wurden schnell und präzise umgesetzt und die Framerates sahen durchweg flüssig aus. Angefangen bei 2D Spielen wie Candycrush und dem etwas komplexeren Reaper oder auch bei 3D Titeln wie Temple Run 2 und Modern Combat 5 war ungetrübter Spielspaß garantiert. Die Displayprobleme fallen hier nicht ganz so schnell ins Auge.

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[nextpage title=“Kamera“ ]

Hauptkamera:
Das G Flex ist mit einem 13MP Sensor (4.160 x 3.120 Pixel pro Bild) als Hauptkamera bestückt, der von einem LED-Blitz unterstützt wird. Wie die meisten anderen Top-Smartphones kann es damit bei Tageslicht gute und farbenfrohe Bilder produzieren.

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Bei Raumbeleuchtung tut der Blitz gute Dienste, um die Schärfe zu erhalten, lässt das Bild aber wie üblich kälter wirken.

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Ohne Blitz braucht der Auto-Fokus, der ansonsten sehr schnell arbeitet, schon spürbar länger. Dafür wirken die Farben besser bei ähnlicher Schärfe und Kontrasten. Bei schlechten Lichtverhältnissen büßt das Bild dann spürbar an Farben, Kontrasten und Details ein, obgleich es noch halbwegs scharf wirkt. Im Dunkeln oder bei Schummerlicht ist man dann auf den Blitz angewiesen, da der Sensor sonst nicht genug Licht einfängt und man trübe Aufnahmen mit viel Bildrauschen erhält.

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Videos können in bis zu 1080p 60 FPS oder QuadHD (3840 x 2160 Pixel pro Bild) mit 30 FPS aufgezeichnet werden. Dabei kam die Kamera gut mit schnellen Bewegungen zurecht, allerdings funktioniert der Autofokus nicht ganz so gut.

Frontkamera:
Die Frontkamera ist wie üblich schwächer ausgestattet. Hier kommt ein 2,1MP Sensor (1920 x 1080 Pixel pro Bild) zum Einsatz, der bei mäßigen Lichtverhältnissen Probleme hat, sich scharf zu stellen. Dementsprechend sollten Selfies bei Tageslicht oder heller Raumbeleuchtung aufgenommen werden, da andernfalls die Bildqualität und vor allem die Schärfe zu sehr leidet.

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Das Gleiche gilt auch für die Video-Qualität. Video-Chat in Skype hat bei guten Lichtverhältnissen ein gutes Bild. Bei weniger Guten sollte man die Kamera nicht zu viel bewegen.

Software:
Die Kamera-Software kommt recht intuitiv daher. Unten bzw. rechts finden sich nebeneinander Buttons für Galerie, Auslöser und Foto-/Videowechsel. Oben bzw. links gibt es vier Buttons. Einer schaltet mit einem Druck den Blitz zwischen On, Off und Auto um, der nächste wechselt Front- und Hauptkamera. Der dritte Button öffnet ein großes Menü zur Auswahl verschiedener Bildmodi wie Panorama, HDR oder Serienbildaufnahme. Kleine Beispielbilder verdeutlichen dabei die Funktion der Modi. Der vierte Button bringt den Nutzer dann zu den Kamera-Einstellungen wie Helligkeit/Kontrast, Auflösung, Auslöseverzögerung usw. Auch eine Sprachsteuerung ist implementiert, die bei bestimmten gesprochenen Schlüsselwörtern wie „Cheese“ auslöst.

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[nextpage title=“Leistung“ ]

Los geht’s mit der Leistungsbewertung des AnTuTu-Benchmarks. Die erreichten 39.982 Punkte zeichnen das G Flex als ehemalige Oberklasse aus. Der Snapdragon 800 leistet mit den 2GB RAM Einiges. Geräte wie das deutlich neuere Galaxy Note 4 erreichen 48.000 Punkte. Dementsprechend sind wir mit dem Ergebnis hier sehr zufrieden und es spiegelt sich auch in der tadellosen Spieleperformance wieder.
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Sehen wir uns die Internet-Performance im Octane V2 Benchmark im Chrome-Browser an. Hier erwartete uns eine echte Überraschung, denn die erreichten 5132 Punkte liegen 1000 Punkte über denen von Geräten wie dem neueren Galaxy S5 oder HTC One M8 und nur 200 Punkte hinter dem Galaxy Note 4.

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Die interne Speicherperformance verrät uns der AndroBench. Die gemessenen Performance-Werte liegen größtenteils im oberen Mittelfeld. Herausragend ist keiner der Werte, enttäuschen tuen sie allerdings genau so wenig. Auch der Datenaustausch mit einem PC wird nur durch den USB-Standard limitiert. 25 Mbyte/s werden hier gelesen und geschrieben.

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Das WLAN schlägt sich verhältnismäßig gut. Direkt beim Router erreichten wir Down- und Uploadraten von ~50 Mbit/s. Drei Zimmer weiter weg blieben davon noch ~20 MBit/s, wobei der Download tendenziell stärker abnahm, als der Upload.

Beim Mobilfunk konnten wir in Hamburg im D2-Netz mit 4G Maximalwerte von 55 Mbit/s im Download und 11 Mbit/s im Upload erreichen. Meistens bewegten wir und aber im Bereich von 10 bis 20 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload. Theoretisch war zwar mehr versprochen, praktisch übertrifft das Maximum aber die Leistung eines 50.000er VDSL-Anschlusses und ist dementsprechend zufriedenstellend.

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Beim Akku-Test punktet das G Flex mit seinem großen 3500mAh Akku, der damals übrigens der erste flexible Smartphone-Akku war. Bei durchschnittlicher Nutzung mit maximaler Helligkeit, WLAN, Bluetooth und mobiler Datenverbindung hielt der Akku so gut wie immer zwei Tage durch. Dem Lasttest mit HD-Wiedergabe auf voller Helligkeit hielt das Smartphone 5 Stunden lang stand. Auch das Aufladen geht erstaunlich schnell. Gerade mal 50 Minuten braucht der Ladevorgang von 0 auf 50% mit dem mitgelieferten Ladegerät. Ein vollständiger Ladevorgang benötigt 2 Stunden.

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[nextpage title=“Fazit“ ]

Mit dem G Flex hat LG ein echtes Pioniergerät mit gebogenem Display und selbstheilender Rückseite im Angebot, das viele positive aber auch ein paar negative Seiten dieser Gattung demonstriert.
Die Leistung reicht damals wie heute, um alle gängigen Anwendungen und auch alle getesteten Spiele flüssig darzustellen. Dabei sorgt der große Akku für zwei Tage Laufzeit. Der große gekrümmte Bildschirm, die Verarbeitung und die beigelegten Kopfhörer wissen zu gefallen, während die selbstheilende Rückseite etwas hinter den Erwartungen zurück bleibt. Die Anpassungen an der Android-Oberfläche und die installierte Software sind ein Pluspunkt. Nur die Softwaretastatur reagiert manchmal nicht ganz so gut, wie wir es gewohnt sind.

Beim Mobilfunk leistet sich das Gerät keine Schwächen. Edge bis LTE funktionieren ohne Probleme und auch WLAN, Bluetooth und NFC leisten das Gewünschte.

Aber wie es bei neuen Techniken häufig der Fall ist, kriegt man auch einiges Unausgereiftes zu Gesicht. Da wäre an aller erster Stelle das POLED-Display zu nennen, dessen gute Farbsättigung und Schwarzdarstellung leider nur ein schwacher Trost für das Grieseln, das Ghosting und die bunte Graudarstellung sind. Auch die Button-Wippe auf der Rückseite hat noch viel Optimierungsbedarf, damit man sie nicht mehr blind mit den Fingerspitzen suchen muss. Außerdem fehlen uns ein wechselbarer Akku und vor allem ein Slot für eine microSD-Karte.

Trotz der angesprochenen Probleme ist das G Flex ein Gerät, das man nach kurzer Eingewöhnungszeit gerne mit sich trägt und auch benutzt. Dementsprechend bekommt das derzeit 300€ teure Gerät unseren Silber-Award verliehen.

Pro:
+ leistungsstarke Hardware
+ langlebiger Akku
+ gefälliges Design und gute Verarbeitung
+ gute Software-Features
+ verhältnismäßig gute Kopfhörer

Contra:
– unausgereifte Displaytechnologie
– umständliche Hardware-Buttons
– Tastatur etwas unpräzise
– kein microSD-Slot

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  • O
    • O
      oelkanne
    • 27. April 2015
    Ich hatte das Ding mal in der Hand aber so wirklich überzeugt hat mich die Form nicht da es schon gut gebogen ist
    C
    • C
      clove31
    • 27. April 2015
    ne meins ist das auch nicht :( :( :(
    C