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LG G Watch R – Smarte Uhr mit rundem Display

[nextpage title=“Einleitung“ ]

Der Wettbewerb auf dem jungen Smartwatch-Mark ist nun schon seit geraumer Zeit im Gange. Dabei stießen vor allem Modelle mit klassischem rundem Display auf viel positive Kritik. Doch wirklich durchgesetzt hat sich die neue Technik noch nicht.

Setzte LGs erster Smartwatch-Ableger noch auf ein eckiges Design, ist bei der aktuellen G Watch R nicht nur das Gehäuse rund, sondern auch das Display. Auch sonst hat man sich bemüht, viele Kritikpunkte des Vorgängers anzugehen, um den idealen Assistenten fürs Handgelenk zu erschaffen. Wie gut das gelungen ist und wie sich die Uhr im Alltag bewährt, haben wir auf den kommenden Seiten für euch zusammengefasst.

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Autor: Kim

Für die Bereitstellung des Testsamples und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen geht unser besonderer Dank an LG. Wir hoffen auf eine weiterhin ergiebige Zusammenarbeit.
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[nextpage title=“Verpackung und technische Daten“ ]

Wie bereits beim von uns getesteten G Flex und anderen hauseigenen Premium-Produkten erhält man die LG G Watch R in einem kompakten und sehr wertigen schwarzen Karton. Auf dessen Deckel und Seiten finden sich lediglich Firmenlogo und Produktname in silbergrauer Farbe.

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Auf dem Boden sind in blassem Grau die wichtigsten technischen Daten und Features aufgeführt. Diese lesen sich wie folgt:

– 1,2 GHz Qualcom Snapdragon CPU
– 1,3″ kreisförmiger P-OLED-Bildschirm
– Pulsmesser
– Barometer
– 9 Achsen Gyro-Sensor
– 410 mAh Akku
– „OK Google“ Sprachsteuerung
– IP67 Wasser- und Staubresisten
– Benötigt Smartphone mit Android 4.3 oder neuer

Der Klappdeckel zieht sich von der linken Seite über die Oberseite bis zur rechten und wird dort magnetisch gehalten. Klappt man ihn auf, präsentiert sich gleich die Uhr auf schwarzem Hintergrund. Gerade Uhren legen als Accessoire größten Wert auf eine gelungene Präsentation und die ist hier wirklich gegeben. Hebt man die Uhr aus der Schale, zieht sich das Armband aus der unteren Kammer und man kann sie in Augenschein nehmen.

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Unter dem schwarzen Zwischenboden ist das Zubehör aufbewahrt. Hier finden sich neben einer Kurzanleitung ein Steckdosen-Ladeadapter mit modularem Kabel auf microUSB B und eine Ladeschale. Schließt man das Kabel daran an, kann die eingelegte Uhr über fünf Pins an der Unterseite geladen werden.

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Die vollständigen technischen Daten findet ihr hier:

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[nextpage title=“Erster Eindruck und Inbetriebnahme“ ]
Der Corpus der Uhr ist in mattem Schwarz gehalten und vermittelt einen massiven Eindruck. Auf der Lünette ist ein Ziffernblatt in sehr eckigem Design aufgedruckt. Das runde Layout ist definitiv ein optischer Pluspunkt, auch wenn die Ausführung im Vergleich zu den meisten Herrenuhren etwas klobig und schnörkellos wirkt.

Von unten hat man eine angeraute Oberfläche, in der mittig der Pulsmesser und am Rand die vier Kontaktstellen für das Ladegerät eingebettet sind. An den Kanten sitzen die vier Schrauben, die das Gehäuse zusammenhalten. Auch ein paar Prüfsiegel sind hier aufgedruckt.

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Die Kunstlederarmbänder stellen unseren ersten Kritikpunkt dar. Mögen sie von der Optik noch akzeptabel sein, so ernüchtert die Haptik doch etwas. Sie sind zwar sehr leicht, dafür fühlen sie sich eher nach billigem Schaumstoff an, als nach Leder. Für ein angenehmeres Auflagegefühl besteht die Unterseite der Armbänder aus einem weicheren, weißen Kunststoff. Allerdings ermöglicht die klassische Aufhängung der Armbänder einen Wechsel gegen andere selbstgekaufte Uhrenarmbänder. Das ist definitiv eine Option für all diejenigen, die sich nicht mit dem Kunstleder anfreunden können.

Die Schnalle ist in einem futuristischen, sehr flachen Design gefertigt, das optisch gefällt aber auch ein paar Zweifel an der problemlosen Nutzung aufkommen lässt. Das werden wir später in Erfahrung bringen.

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Vor dem Einschalten schicken wir die Uhr eine halbe Stunde auf die Ladestation. Hier greift und sitzt alles hervorragend, auch wenn wir uns irgendwie eine drahtlose Ladetechnik gewünscht hätten. Das Gerät bootet gleich mit dem Einlegen in die Ladestation. Zuerst bekommt man 1 bis 2 Minuten eine hübsche Ladeanimation zu Gesicht, um dann mit dem initialen Setup zu beginnen.

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Hier wählt man die Sprache und klickt sich weiter, bis eine Aufforderung erscheint, auf dem eigenen Smartphone die Android Wear App zu installieren. Gesagt, getan und auf unserem Smartphone erscheinen einige initiale Bestimmungen, die akzeptiert werden müssen. Danach werden wir aufgefordert, unser Smartphone per Bluetooth mit einem neuen Wearable zu paaren. Nach einem kurzen Scan erscheint dann ein „G Watch R“-Eintrag in dem Fenster und wir wählen ihn aus. Nun beginnt der Paarungsvorgang und unsere G Watch zeigt einen Code an, der mit dem auf unserem Smartphonedisplay übereinstimmen muss. Ist das erfolgreich abgeschlossen, wird die Uhr fortan über Bluetooth mit Daten versorgt und die Android Wear Oberfläche wird freigegeben.

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Nun müssen wir einen kurzen animierten Crashkurs über die grundlegenden Gesten und OS-Elemente machen, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen.[/nextpage]

[nextpage title=“Betriebssystem“ ]

Wie die meisten Smartwatches setzt die G Flex auf Android Wear. Dessen Bedienung ist schnell erklärt, braucht aber doch ein wenig Eingewöhnungszeit für den alltäglichen Gebrauch.

Zentrum des Ganzen ist, wie es sich für eine Uhr gehört, das Ziffernblatt. Anders als bei normalen Uhren ist es hier aber möglich, aus verschiedenen Designs auszuwählen. Es ist bereits eine große Auswahl von klassisch über modern bis hin zu verspielt vorinstalliert und es können noch viele weitere im Play Store kostenlos oder -pflichtig heruntergeladen werden. Wechseln kann man die Ziffernblätter einfach über die Android Wear App auf dem Smartphone oder mit einem langen Druck auf das Uhrendisplay. Dann erscheint eine Liste zur Auswahl, durch die man sich durchscrollen kann. Neben der Zeit zeigen die meisten Ziffernblätter auch den aktuellen Tag des Monats an. Auch Akku-Ladeanzeige oder Schrittzahl sind in einigen vorhanden.

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Alle „smarten“ Meldungen der Uhr werden als „Karten“ gemanaged. Das sind zum einen eigene Meldungen der Uhr wie eine laufende Stoppuhr oder die Fitness-Erinnerung mit Schrittzähler und zum anderen auch alle wichtigen Meldungen, die im Status-Menü des gekoppelten Smartphones auftauchen. Also neue E-Mails, Anrufe, Newsfeeds und andere App-Benachrichtigungen. Die Karte wird dabei zunächst nur mit Überschrift am unteren Rand des Displays angezeigt. Ein Wisch von unten nach oben zieht sie in die Hauptansicht und man kann den Text der Meldung durchscrollen. Möchte man auf die Meldung reagieren, zeigt ein Wisch von rechts nach links jeweils einzelne mögliche Aktionen. Möchte man die Karte verwerfen, erledigt man das mit einem Wisch von links nach rechts in der Hauptmeldung. Wischt man weiter nach oben oder unten, wechselt man zwischen den aktiven Karten.

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Vom Ziffernblatt aus öffnet man mit einem Wisch von oben nach unten die Schnelleinstellungen. Hier sind oft genutzte Einstellungen wie Vibration, dauerhafte Displayaktivität, Sonnenlicht- und Flugzeug-Modus und ein Link zu den Systemeinstellungen verfügbar, die seitlich durchgescrollt werden können. Schließen kann man das Menü mit dem Setzen einer Einstellung oder einem Wisch von unten nach oben.

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In den erwähnten Systemeinstellungen können Displayhelligkeit, Bluetooth-Aktivität und andere Systemparameter gesetzt werden. Auch neue Paarungsvorgänge, das Neustarten und Zurücksetzen des Geräts und Systeminfos und Update-Suche findet man hier.

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Neben Meldungen und Einstellungen besitzt die Uhr natürlich auch eigene Aktionen und Anwendungen. Diese kann man aufrufen, indem man das aktive Display antippt, oder indem man „OK, Google“ sagt. Daraufhin öffnet sich ein Menü mit den Standardaktionen des Gerätes. Ganz zu Oberst die Google-Spracheingabe, die eine zentrale Rolle bei der Bedienung spielt. Darunter werden die zuletzt genutzten Aktionen gelistet, sodass häufig genutzte Features in aller Regel schnell griffbereit sind. Dann folgt eine Liste der möglichen Interaktionen wie E-Mail oder Nachricht senden, Timer oder Stoppuhr stellen, Schrittanzahl oder Puls anzeigen und noch einige mehr. Ganz zum Schluss gibt es noch einen Link zu den Einstellungen und einen App-Manager. Dieser listet alle dedizierten Anwendungen, die über einfache Aktionen hinausgehen. Initial finden sich dort nur Google Fit und Google PlayMusic, es können aber über das Smartphone neue Apps und einfache Spiele hinzugefügt werden.

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Sehen wir uns nun an, wie gut sich das Ganze in der Praxis macht.[/nextpage]

[nextpage title=“Im Alltag“ ]

Die Uhr lässt sich schnell umschnallen und trägt sich angenehm leicht, was das etwas klobige Äußere verziehen macht. Allerdings gestaltet sich das Öffnen der dünnen Schnalle als schwierig, da der Dorn immer wieder ins Armband greift, bevor man es aus der Schnalle ziehen kann.

Agiert man nicht aktiv mit der Uhr, läuft sie in einem stromsparenden Modus, der die Helligkeit reduziert und Sekundenzeiger/-anzeige ausblendet. Man kann also nur noch „minutengenau“ ablesen und auch Meldungen werden nur als einfacher Schriftzug am unteren Rand dargestellt. Das kommt aber dem Akku zugute und reicht auf jeden Fall, um mit einem schrägen Blick aufs Display die Uhrzeit in Erfahrung zu bringen. Nur gegen helles Sonnenlicht kann das Display nicht mehr anstrahlen. In diesem Fall muss der Sonnenlicht-Modus manuell in den Schnelleinstellungen aktiviert werden, denn LG hat keinen Helligkeitssensor verbaut, der das automatisch steuern könnte. Allerdings hat sich das Display hin und wieder ohne ersichtlichen Grund komplett abgeschaltet.

Dreht man die Uhr aber zum Gesicht oder drückt das Display oder die Krone, verlässt sie automatisch den Stromsparmodus und zeigt alles hell und deutlich an. Dabei gefallen uns die guten Kontraste und das tiefe Schwarz. Die Auflösung reicht nicht an die Qualität aktueller Smartphones heran, wirkt aber aus normalem Abstand zum Auge nicht unscharf. Der Bildschirm ist übrigens wirklich rund und nicht eckig abgeschnitten, wie man es bei früheren Smartwatches gesehen hat.

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Die Auswahl der Ziffernblätter ist sehr zufriedenstellend. Hier sollte für die meisten Geschmäcker etwas Passendes dabei sein. Dabei erfolgt der Wechsel schnell und unproblematisch und es können noch weitere Ziffernblätter heruntergeladen werden.

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Begibt man sich in die Aktionsübersicht, wird man zunächst immer zur Spracheingabe befragt. Und die funktioniert im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen erstaunlich gut. „Stelle den Timer auf 17 Minuten“ wird genauso fehlerfrei verstanden und umgesetzt wie „Sende eine Email an *Kontaktname*“. Auf letztere Anweisung hin öffnet sich auch eine Diktierfunktion, die die gesprochene Nachricht in Text umsetzt. Hier stimmen die verstandenen Resultate zu 90 bis 100%. Nur bei Eigennamen und anderen, dem Wörterbuch unbekannten Wörtern tut sich die Uhr schwer. Aus einem gesprochenen „Hi, Kim“ wurde zum Beispiel gerne „Heike“ im Text. Ist man gerade beschäftigt, kann man aber auch eine der Kurzantworten wie „Gerade beschäftigt“, „Cool!“ oder „LOL“ direkt auswählen.

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Die Karten informieren über die interessanten Ereignisse der Uhr oder auf dem Handy. Dabei werden Sachen wie „Drahtlos-Netzwerke in Reichweite“ zum Glück nicht angezeigt, dafür aber Nachrichten verschiedener Messenger, Push-News deiner News-Apps und Termin-Erinnerungen. Anrufe und Nachrichten werden dir zusätzlich noch als Vibration am Handgelenk verdeutlicht und können direkt mit der Uhr angenommen oder abgewiesen werden. Das ist vor allem dann praktisch, wenn ich mal wieder mein lautloses Handy im Nebenzimmer vergessen habe und den Anruf sonst verpasst hätte. Ansonsten werden auch regelmäßig die tägliche Schrittzahl und evtl. mit Google Fit geplante Fitness-Ziele angezeigt, damit man diese nicht vergisst.

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Mit der Android Wear App lassen sich auf dem Smartphone Uhrendisplays auswählen, Fitness-Ziele definieren, Apps herunterladen und auch der Uhrenverbrauch anzeigen. Das funktioniert ohne Probleme.

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Alle Animationen und Anwendungen der Uhr wirken im Betrieb flüssig. Hier leistet der Snapdragon 400 Chip mit 512MB RAM gute Arbeit. Nach all dem Probieren ist der 450 mAh fassende Uhrenakku nach 2 Tagen leer. Bei geringer Nutzung reicht er auch 3 oder 4. Das Aufladen auf 100% auf der Ladeschale beansprucht danach ca. 80 bis 90 Minuten.

Mit all den beschriebenen Features wirkt die Uhr wie eine funktionale Erweiterung des Smartphones. Für mich persönlich geht sie aber auch nicht darüber hinaus und der erhoffte „Aha-Effekt“ mit einhergehendem Kaufwunsch erwischt mich nicht. Die Uhr bietet viele Vorteile für Leute, die gerne Joggen oder häufig in der Situation sind, das Smartphone nicht aus der Tasche ziehen zu können. Alle anderen erhalten wie beschrieben eine gute Mini-Fernbedienung in Uhren-Optik für’s Smartphone, die sicherlich noch eine Menge zusätzliches Potential hat, das in Zukunft aufgedeckt werden wird.[/nextpage]

[nextpage title=“Fazit“ ]

Mit der G Watch R hat LG wirklich einen großen Sprung nach vorne gemacht. Alle Animationen sind flüssig, der Akku hält mindestens zwei Tage und das Display sieht gut aus und ist wirklich rund. Es gibt viele sinnvolle Software-Features wie die Statusmeldungen über Karten, eine große Auswahl an Ziffernblättern und auch die Sprachsteuerung weiß weitestgehend zu überzeugen.

Natürlich gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Hier ist an aller erster Stelle das billige Gefühl des Kunstlederarmbandes und die fummelige Schnalle zu nennen. Aber auch der fehlende Helligkeitssensor und gelegentliches ungewolltes Verhalten fallen hier und da negativ auf. So schaltet sich das Display selten ohne ersichtlichen Grund ab und die Sprachsteuerung hat ihre Probleme mit allem, was nicht im Wörterbuch steht.

Dennoch überzeugt die G Watch R mit einem beinahe ungetrübten Nutzererlebnis und verdient sich damit unseren Gold-Award. Zurzeit bekommt man sie für 199€, womit sie sich auf dem Preisniveau der meisten Oberklasse-Smartwatches mit Android-OS bewegt.

Pro:
+ flüssige Darstellung
+ gutes und wirklich rundes Display
+ min. 2 Tage Akkulaufzeit
+ gute Software-Features und viele Ziffernblätter

Contra:
– Kunstlederarmband mit „billiger“ Haptik und schlechter Schnalle
– kein Helligkeitssensor
– manchmal unerwartetes Verhalten