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Macht Cloud-Gaming teure Hardware bald überflüssig?

Inzwischen ist es ein bekanntes Muster. M-Commerce hängt den Einzelhandel ab, das Kino wird immer mehr durch Netflix ersetzt, die Spielautomaten in den Spielhallen sind durch Spielautomaten in Online Casinos ersetzt worden usw. Ist der heimische PC mit seiner leistungsstarken Hardware bald das nächste Opfer?

Was ist Cloud Gaming

Über die Wolke muss das Gaming wohl grenzenlos sein. Inzwischen ist uns der englische Begriff Cloud besser bekannt. Dabei werden Daten auf einem Server gespeichert (in der Cloud) und sind für Nutzer immer und überall über eine Internetverbindung abrufbar. Von der breiten Masse wird dies genutzt, um zum Beispiel private Fotos, Videos oder dienstliche Dokumente, Tabellen und Präsentationen online verfügbar zu machen. Keine externe Festplatte oder USB Stick sind nötig, nur eine stabile Internetverbindung und die Inhalte sind jederzeit abrufbar. Dabei ist es egal, ob man gerade am Desktop PC zuhause, dem Laptop im Büro oder mit dem Smartphone im Zug sitzt. Den Großeltern Heiligabend ein paar Familienfotos zeigen oder auf der Dienstreise in einem Konferenzraum die eigene Präsentation zeigen, all das ist über die Cloud bequem möglich. Nach dem gleichen Prinzip läuft auch das Cloud Gaming ab. Für die neueste Version von einem Spiel ist bisher noch immer auch die neueste Konsole oder der neueste High-End-Gaming PC nötig. Diese Geräte stehen meist zuhause in den eigenen vier Wänden. Abends im Hotel auf der Dienstreise oder am Wochenende zu Besuch bei den Eltern also nicht nutzbar. Genau dort setzt Cloud Gaming an. Es soll zum einen teure Hardware überflüssig machen und zum anderen jederzeit, überall verfügbar sein. Ähnlich  wie beim Video-Streaming wird beim Cloud-­Gaming lediglich das Videobild des Spiels übertragen, die eigentliche Computerleistung kommt aus der Cloud. Selbst wer nicht über den neuesten und leistungsstärksten Rechner verfügt, kann so ressourcenintensive Spiele zocken. Einfach ausgedrückt kann man Cloud Gaming als eine Art Netflix für Videospiele beschreiben.

Hat Cloud Gaming Zukunft?

Wer kennt das nicht. Man ist bei den Großeltern auf dem Land, wo die Infrastruktur für schnelles Internet noch nicht angelangt ist. Abends will man sich seine Lieblingsserie auf Netflix anschauen, aber die Bildqualität ist so schlecht, dass es keinen Spaß macht. Die Internetverbindung ist einfach zu langsam. Genau das Problem hat Cloud Gaming auch. Für Cloud Gaming stellt eine schlechte Internetverbindung sogar noch ein viel größeres Problem dar. Aktuelle Empfehlungen für einen reibungslosen Spielablauf sind zur Zeit: mindestens 10 MBit/s für flüssiges Spielen in HD, 20 bis 50 MBit/s bei Full-HD-Auflösung und mindestens 50 Mbit/s für 4K-Games. Genau daran scheitert es aber dank des langsamen Netzausbaus in Deutschland noch. Früher oder später wird aber wohl auch in Deutschland schnelles Internet auf dem Land ankommen. Für die breite Masse der Spieler wird das Cloud Gaming dann sicherlich interessant. Keine teure Hardware mehr, keine lästigen Updates und spielen egal wo man sich gerade aufhält. Nicht umsonst steigen immer mehr namhafte Unternehmen ins Cloud Gaming ein. Unternehmen, die ein gutes Gefühl dafür haben, was heute bizarr morgen aber schon Alltag ist. Arcade (Apple), Playstation Now (Sony), GeForce Now (Nvidia), Stadia (Google), Project xCloud (Microsoft), um bekannte Gesichter zu nennen. Weitere Anbieter von Cloud Gaming sind Shadow Tech, Parsec, Vortex, Paperspace Gaming. Spannend wird sein zu sehen, was Amazon sich einfallen lässt. Amazon Web Services schließlich hat die groesste Cloud zur Verfügung.

Es ist also sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der High-End-Gaming PC mit seiner teuren Hardware abgelöst sein wird.