Microsoft will das bisher immer unübersichtlicher werdende Copilot-Ökosystem deutlich vereinfachen. Statt für nahezu jeden Einsatzzweck eigene Copilot-Varianten, Schaltflächen und Funktionen bereitzustellen, sollen zahlreiche Angebote künftig in der zentralen Copilot-App zusammengeführt werden.
Microsoft spricht dabei von einer neuen, einheitlichen Copilot-Erfahrung, die sich zu einer Art „Super-App“ entwickeln soll. Funktionen, die bislang über Windows und andere Microsoft-Produkte verteilt waren, sollen künftig unter einer gemeinsamen Oberfläche erreichbar sein.
Word, Excel und Outlook direkt in Copilot
Die überarbeitete Copilot-App erhält nicht nur ein neues Erscheinungsbild, sondern soll auch einen direkten Zugriff auf zahlreiche Microsoft-365-Anwendungen und -Dienste ermöglichen.
Dazu gehören unter anderem:
- Microsoft Word
- Microsoft Excel
- Microsoft Outlook
- weitere Microsoft-365-Dienste
- bisher separat angebotene Copilot-Funktionen
Damit möchte Microsoft die Nutzung deutlich vereinfachen. Anwender sollen nicht mehr nach der richtigen Copilot-Variante oder einem bestimmten Symbol innerhalb von Windows suchen müssen.
Stattdessen soll möglichst eine zentrale Anwendung als Einstiegspunkt für die verschiedenen KI-Funktionen dienen.
Deep Research, Podcasts und Group Chat werden eingestellt
Im Zuge der Vereinheitlichung verschwinden allerdings auch einige bisherige Funktionen.
Die Deep-Research-Funktion wird für Privatnutzer eingestellt. Bereits erstellte Inhalte sollen jedoch erhalten bleiben.
Auch Podcasts und Group Chat werden aus dem bisherigen Copilot-Angebot entfernt. Die vollständige Einstellung dieser beiden Funktionen ist für den 18. August vorgesehen.
Microsoft verschiebt gleichzeitig die bisherigen Inhalte in die neue Copilot-Umgebung. Dazu gehören unter anderem Chatverläufe, Bilder und andere mit Copilot erstellte Inhalte.
Microsoft hatte inzwischen rund 80 Copilot-Produkte
Die Konsolidierung kommt nicht völlig überraschend. Microsoft hat sein Copilot-Angebot in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut.
Inzwischen existieren laut der bisherigen offiziellen Zählung rund 80 verschiedene Copilot-Anwendungen, Produkte, Dienste und Hardware-Angebote. Praktisch in jedem Geschäftsbereich des Konzerns findet sich mittlerweile irgendeine Form von Copilot.
Selbst bei den Copilot+ PCs gibt es eine eigene Copilot-Taste auf der Tastatur.
Für Anwender wurde dadurch allerdings zunehmend unklar, welcher Copilot eigentlich für welche Aufgabe gedacht ist. Die Vielzahl an Varianten und Integrationen kann schnell eher verwirren als helfen.
Weniger Copilot-Chaos unter Windows 11
Mit der neuen Strategie versucht Microsoft nun offenbar, dieses Problem zu lösen. Anstatt weitere spezialisierte Copilot-Angebote hinzuzufügen, sollen die bestehenden Funktionen stärker unter einem Dach gebündelt werden.
Für Nutzer bedeutet das im Idealfall: eine App, ein Verlauf und ein zentraler Zugriff auf die wichtigsten KI-Funktionen und Microsoft-365-Dienste.
Ob Microsoft damit tatsächlich für mehr Übersicht sorgen kann, muss sich allerdings erst zeigen. Angesichts der enormen Zahl bereits existierender Copilot-Angebote dürfte es einige Zeit dauern, bis die neue Strategie im gesamten Microsoft-Ökosystem angekommen ist.
*Quelle: Microsoft



