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MSI Z170A Krait Gaming R6 SIEGE – „Kugelsichere Hardware für den schmalen Geldbeutel?“


Leistung
a. CPU vs. Arbeitsspeicher

Wie ihr bereits schon gelesen habt, unterstützt das Mainboard DDR4-Speicher bis zu 3600 MHz. Intel selbst gibt jedoch die CPU-Speicheranbindung für einen Core-Prozessor mit bis zu 2133 MHz bzw. 1866 MHz an. Es ist nun euch überlassen, ob ihr euch an den Richtwert von Intel aufhängt oder (und das ist durchaus technisch möglich) ihr euch einen schnelleren Speicher zulegt. Bevor wir es vergessen: Die gesamt zulässige Speicherkapazität beträgt bei allen Z170 Chipsätzen 64 GB. Im Normalfall sollten euch derzeit 16GB locker ausreichen.

b. PCIe, SATA & die „Lane-Zwickmühle“
Nun zum großen Aufreger und zum einzig wirklich schwerwiegenden Kritikpunkt.
MSI wirbt mit drei PCIe 3.0 x16 Slots, was für den ein oder anderen für euch sicher ein Kaufgrund ist. Ist ja auch logisch, das macht ein Mainboard zukunftssicher und unterstützt die Grafik- und Speicheranbindung. Das ist aber schlichtweg die Unwahrheit. Im Grunde genommen verfügt ein Z170 Chipsatz über 16 Lanes. Diese laufen in einem PCI-Controller zusammen, welcher die Aufgabe hat, die zu verarbeitenden Daten an die richtige(n) Komponente(n) zu leiten. In erster Linie wird das der PCI_E2 Slot sein. Er bekommt brutto die volle Lane-Bandbreite ab, SOLANGE er als EINZIGER PCIe Slot BELEGT wird. Steckt ihr eine zweite Grafikkarte auf PCI_E5, so teilt sich die Lane- Bandbreite genau auf. Das bedeutet im Klartext für die ersten beiden PCIe 3.0 werden nur noch jeweils 8 Lanes zur Verfügung gestellt, ob ihr diese nun nutzen wollt oder nicht. Dieses Lane-Sharing findet ihr auf allen Mittelklassemainboards und ihr erkennt es an den vier aneinandergereihten Miniaturschaltungen unterhalb des ersten PCIe 3.0 Slots. Jede dieser Schaltungen gibt zwei Lanes an die benötigte Schnittstelle ab. Umso mehr drängt sich der Verdacht auf, dass 16 Lanes für 7 PCI Slots, 4x SATA, 1x SATAe und 1x M.2 Steckplätze recht gering gehalten werden. Das spricht MSI recht kleingedruckt und nebenbei im Benutzerhandbuch an.
Fest stehen für PCI_E2 auf JEDEN FALL 8 Lanes zur Verfügung. Das heißt, mit den weiteren 8 Lanes müsst ihr euch überlegen, welche Geräte ihr anschließen wollt:

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1x SATAe benötigt 2 Lanes, dafür werden SATA5_6 obsolet und nicht mehr brauchbar 2x SATA benötigen 2 Lanes
1x M.2 benötigt 2 Lanes
1x Grafikkarte sollte mit mind. 8 Lanes arbeiten
1x PCI benötigt 1 Lane und
der dritte PCIe Slot kann ohnehin maximal mit 4 Lanes betrieben werden.

Nun könnt ihr euch ausrechnen, welche Geräte ihr anschließen könnt, ohne die Geschwindigkeit eures Computers zu beeinträchtigen. Fest steht für uns, dass eindeutig zu viele PCI x1 Slots verbaut wurden, da wir zwei davon ohnehin wahrscheinlich nicht betreiben können. Aus dieser „Lane-Zwickmühle“ heraus resultiert für uns jedoch nicht, dass das Mainboard an sich schlecht ist (es ist höchstens im Zeichen der Zeit konstruiert) sondern sind wir darüber enttäuscht, dass MSI mit 52 Lane-Anbindung wirbt und somit den Kunden wissentlich verunsichert.

c. Netzwerk- und Audiochip

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Der Intel I219-V Netzwerkchip ist in der aktuellsten Form auf dem Mainboard verbaut, das garantiert euch bis zum Jahr 2022 Intel-Support bevor die Produktion eingestellt wird. Der Chip hat eine Datentransferrate von 1 Gb/s. Die dazugehörige LAN-Büchse zeigt euch durch seine LEDs an, in welcher Transferrate augenblicklich übertragen wird:

Ist sie AUS ist eine 10 Mb/s-Verbindung etabliert
Ist sie GRÜN ist eine 100 Mb/s-Verbindung etabliert Ist sie ORANGE ist eine 1 Gb/s-Verbindung etabliert

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Der Audiochip besteht aus zwei Teilen: Unter dem „Audio Boost 3“-Schriftzug verbirgt sich der abgeschirmte HD-Audio-Prozessor mit isoliertem Schaltkreis und fünf nebenstehenden Audiokondensatoren. Damit betreibt ihr die auf der Rückseite gelegenen Audio-Outs:

ORANGE: Mitte-/ Subwoofer-Ausgang
BLAU: Seitliche Lautsprecher ODER Line-In
SCHWARZ: Hintere Lautsprecher
GRÜN: Vorderer Lautsprecher ODER Line-Out
ROSA: Mikrophon Eingang

Legt ihr wert auf digitale Datenübertragung könnt ihr jedoch immer noch den S/PDIF Ausgang benutzen. Der zweite Audiochip dient als Kopfhörerverstärker und befindet sich ober- und unterhalb des Audioprozessors, der durch den JAUD1 an die Gehäusefront angebunden ist. Damit könnt ihr an der Gehäusefront ein Headset anschließen. Dieser Verstärker stellt euch eine Impedanz von 600 Ohm zur Verfügung was die Ausgangsleistung des Kopfhörers erhöht, jedoch auch die Gefahr von Überspannung in sich birgt.

Als Faustformel könnt ihr beachten:

Viel-Ohm-Lautsprecher an Wenig-Ohm-Verstärker
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NO PROBLEM dafür aber weniger Leistung
Wenig-Ohm-Lautsprecher an Viel-Ohm-Verstärker
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mehr Leistung, dafür aber Überspannungsgefahr und höherer Verschleiß

d. Wartung und Fehleranalyse
Auf dem Mainboard, oberhalb des Hauptstromanschlusses hat MSI 3 Überwachungs- LEDs verbaut. Diese dienen der schnellen Fehleranalyse im Stromkreislauf, damit ihr bei Bootproblemen schnell die Fehlerquelle findet: RAM, CPU und Grafikkarte werden überwacht.