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MSI Z170A XPOWER GAMING Titanium Edition – OC-Board für neuen Intel-Sockel








In der Praxis

Vorweg sei gesagt, dass wie zu erwarten weder im Windows- noch im Spielebetrieb Probleme mit Mainboard, CPU oder Grafikkarte auftraten. Anders sah es bei der Software aus, aber dazu später mehr.

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BIOS:
MSIs Versprechen des BIOS-Flashens ohne CPU und RAM war nicht gelogen. USB-Stick mit zu dem aktuellen File (in „MSI.ROM“ umbenannt) eingesteckt, Flashback-Schalter betätigt und schon fängt’s an (wirklich hübsch) zu blinken und das BIOS wird installiert. Das Flashen über M-Flash im BIOS oder mit der Desktop-App funktioniert ebenfalls ohne Probleme.

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Ist der PC dann bestückt, begeben wir uns in MSIs ClickBIOS 5. Hier gefällt uns besonders der aufgeräumte Einfache Modus. Am oberen Rand finden sich Schalter für die vordefinierten OC-Stufen und XMP-Profile und eine Liste der wichtigsten Hardwarekomponenten, sowie CPU-Takt und Temperatur. Außerdem gibt es eine Schlange von verfügbaren Bootdevices, die mit der Maus nach Belieben anders angeordnet werden können. Im unteren Teil gibt es mehre Infoscreens für Taktraten und Temperaturen zur Auswahl und sogar Lüftereinstellungen mit eigener Temperaturkurve können im Hardwaremonitor definiert werden. Auch interessant ist der Boardexplorer, der in der UEFI-Ansicht eine digitale Karte des Boards mit Beschreibung der einzelnen Komponenten zeigt. Unerfahrene BIOS-Nutzer finden hier alles was sie brauchen. Für alle anderen gibt es dann den Experten Modus. Hier findet man in Listenform alle üblichen Einstellungen wie Integrated Peripherals, Wake Up Events usw.. Dazu gibt es einen gesonderten Reiter für OC, der einem Zugriff auf Taktraten, Spannungen und andere relevante Funktionen gibt. Navigiert werden kann wie gehabt mit Tastatur oder mit der Maus. Dabei öffnet ein Rechtsklick auf eine Einstellung Zugriff auf fünf konfigurierbare Favoriten-Werte und ein Rechtsklick auf eine leere Fläche wirkt wie ein Escape.

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Installation:
In Windows angekommen installieren wir zunächst das große Treiber- und Softwarepaket. Der LAN-Treiber ist tatsächlich noch nicht in Windows eingefügt und man sollte ihn daher schon vorher herunterladen. Bei unserer ersten Installation war der Start des MSI Command Centers spürbar langsam und wir haben uns an einigen Software-Neuinstallationen mit Hilfe des UpdateCenters versucht. Das hatte zum Resultat, dass die MSI Gaming App gleich nach dem Start wieder beendet wurde. Außerdem führten beide Fast Boot Einstellungen zu Abstürzen und die Nahimic Audio Engine sorgte sowohl in Benchmarks als auch in Spielen für schlechtere Performance. Notgedrungen setzten wir Windows noch einmal auf und installierten von Anfang an nur die neusten Versionen über das MSI UpdateCenter. Nun liefen Command Center und Gaming App wie sie sollten, jedoch sorgte Fast Boot weiterhin für Abstürze. Auch Nahimic, das unser The Witcher 3 durch pausenloses Ruckeln unspielbar gemacht hatte, lief besser, auch wenn es trotzdem noch zu kleineren Leistungseinbußen und Funktionsaussetzern kam.

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Software:
Die Auswahl der OC-Stufen, sowie Anpassungen von Multis, Spannungen und Lüfterkurven funktionierte im Command Center tadellos. Theoretisch soll es sogar die Möglichkeit bieten, Sensorwerte und sogar Einstellungen über eine Smartphone-App zu verwalten. Diese stürzte aber leider bei uns wie bei vielen anderen direkt nach der erfolgreichen Verbindung ab. In der Gaming App kann zwischen den drei Leistungsstufen der Grafikkarte gewählt und deren LED-Effekt eingestellt werden. Auch die beschriebenen DPI-Funktionen für die Maus und Makro-Konfiguration der Tastatur können hier vorgenommen werden. Dabei ist natürlich zu beachten, dass Maus und Tastatur direkt an die vorgesehenen USB-Ports und nicht etwa über einen Hub verbunden sind. Das LAN machte bei uns keinerlei Probleme und dementsprechend mussten wir den LAN Manager nicht selbst konfigurieren.

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Audio:
Ein stark beworbenes Kernfeature ist der geschirmte Audio-Chip mit Kopfhörer-Verstärker und der Nahimic Audio Engine. In der Tat ist der reine Stereo-Sound deutlich besser als der der üblichen Onboard-Vertreter und etwa auf dem Niveau einer dedizierten Surround-Karte von Creative oder Asus unter 100€. Sie ist leicht Bass-betont und man kann mit ihr gut Musik hören, auch wenn es an den Feinheiten und Details, wie sie eine Asus Xonar Essence ST wiederzugeben vermag, fehlt. Die Nahimic Audio Engine bietet drei vorkonfigurierte Profile, die man nach Wunsch abändern kann. Neben virtuellem Surround gibt es Verstärkungen von jeweils bis zu 12db für Bass, Stimmen und alle Frequenzen, außerdem Hall-Effekte und Lautstärkenangleichung. Ich persönlich halte bis auf die Surround-Virtualisierung von all diesen Effekten nichts, da sie den Sound verfälschen, breiig werden lassen und die Dynamik zerstören. Diesen Eindruck habe ich hier wieder einmal bestätigt bekommen. Dementsprechend ist zum Schluss nur noch der Surround bei mir aktiviert geblieben. Dieser bietet eine bessere räumliche Ortung als im einfachen Stereo. Hier muss man entscheiden, ob man lieber die beschriebenen Performance-Probleme von Nahimic in Kauf nimmt, oder auf selbige und simulierten Surround verzichtet. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Hoffentlich bessert MSI hier bald nach.

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OC:
Das Übertakten gestaltete sich durch die vielen OC-Möglichkeiten (BIOS, Software, Mainboard-Drehknopf, OC-Panel) und auch durch das einfach zu rettende BIOS sehr angenehm. Was wir bei all dem nicht benutzt haben, waren die „+“- und „-„-Schalter des OC-Panels, da sie weder im BIOS noch unter Windows eine Änderung bewirken und nirgendwo dokumentiert ist, unter welchen Umständen sie funktionieren. Da der BaseClock der neuen Skylake-CPUs nicht mehr an die Bus-Kommunikation und so nicht mehr an den RAM gekoppelt ist, kann auch er neben dem Multi zum Übertakten genutzt werden. Einen grundsätzlichen Vorteil des BCLK-Overclockings konnten wir und andere aber noch nicht feststellen. MSIs vordefinierte Stufen geben einen guten Ausgangspunkt für Takt und Spannung, von dem man sich weiter vortasten kann (alle unten angegebenen Spannungswerte werden durch die Load Line Callibration noch erhöht). So hebt das Board durch seine besondere Turbo-Einstellung den Takt aller Kerne bei Standard-Spannung auf 4,2GHz. 4,6GHz werden mit 1,275V Vcore versorgt, wobei wir hier durch Probieren auf 1,27V kamen, die stabil unter Prime95 liefen. 4,7 GHz waren schon schwieriger prime-stable zu bekommen, da die Grenzen unseres großen Noctua NH-D15 Luftkühlers erreicht wurden (für diesen mussten wir die Grafikkarte auf den unteren PCIe-x8-Anschluss verlegen, was aber keine Leistungseinbußen zur Folge hatte). Die vom Board vorgeschlagenen 1,3V waren zwar in den Benchmarks stabil, in The Witcher 3 beobachtete man aber dann und wann fliegende Schwerter und Prime95 brach sofort mit einem Rechenfehler ab. Hier waren 1,36V Vcore und offene Fenster vonnöten, um Prime95 ohne Fehler 10h laufen zu lassen. Für die 4,9GHz bestückten wir den PC mit unserer großen Wasserkühlung. Ab 1,43V liefen alle Benchmarks, jedoch wurde Prime95 erst bei 1,51V stabiler und dabei so heiß, dass er in den SmallFFT-Runs von Prime selbst mit Wasserkühlung die 100°C erreichte und zu throtteln begann. Das könnte daran liegen, dass Intel in seinen letzten Nicht-Sockel-2011-CPUs die Heatsink nicht mehr mit dem Kern verlötet, sondern über eine Wärmeleitpaste verbindet. Das bringt viele Bastler dazu, ihre CPU zu köpfen (Heatsink ablösen und anderes Wärmeleitmaterial verwenden), was unter Last 10°C bis 15°C bessere Temperaturen bringen soll. Und wir hatten tatsächlich das Gefühl, dass uns dieser zusätzliche Puffer die 5GHz ermöglicht hätte. So blieb es aber bei nur Benchmark-stabilen 4,9GHz. Unser RAM wurde zunächst nur mit 2133MHz eingebunden. Sobald man im BIOS das integrierte XMP-Profil aktiviert hat, lief er auch bei übertakteter CPU ohne Probleme mit 3000MHz.

Energie-effizientes OC:
Hat man nun eine stabile Spannung zu seinem gewünschten Takt gefunden, würden viele sich daran machen, Turbo-, EIST- und C-States wieder zu aktivieren, sodass der Rechner nur unter Last viel Strom verbraucht. Doch auch nach dem Probieren aller verfügbaren Möglichkeiten ist das mit diesem Board nicht möglich. EIST und C-States funktionieren nur, wenn der Vcore auf „Auto“ steht und dann kann man seine ermittelte Spannung nicht mehr festlegen. Die beiden Spannungseinstellungen „Adaptive“ (sollte nur in den Turbo-States von den Spannungen der VID abweichen) und „Override“ (fester Wert) produzieren identische Spannungsergebnisse. Ist der Vcore auf „Auto“, gehen sie nach VID, legt man den Vcore fest, behalten sie diesen einen Wert bei. Die „Offset“-Option wird bei beiden ignoriert, wenn ihr Vcore festgelegt wurde. Stehen beide auf „Auto“, wird der eingestellte Offset in jedem Lastzustand zum VID-Wert addiert. Das war auch im aktuellsten BIOS 1.2 so und macht energie-effizientes Übertakten mit Hilfe der C-States unmöglich. Auch hier hoffen wir auf ein Update. Sehen wir uns im nächsten Abschnitt die Ergebnisse an.