Ein Besitzer einer GeForce RTX 5090 hat ein Open-Source-Tool veröffentlicht, das das Risiko einer länger anhaltenden Überhitzung des 12VHPWR-Stromanschlusses bei bestimmten Grafikkarten von ASUS reduzieren soll. Die Software trägt den Namen 12VHPWR Guard und richtet sich derzeit ausschließlich an ausgewählte Modelle der ROG-Astral-Serie.
Das Tool nutzt die vom verbauten ITE-IT8915FN-Monitoring-Controller bereitgestellten Telemetriedaten. Dadurch kann die Software die Stromstärke an den einzelnen 12VHPWR-Pins überwachen. Werden über einen längeren Zeitraum ungewöhnlich hohe oder ungleichmäßig verteilte Ströme festgestellt, kann 12VHPWR Guard den Rechner automatisch über Windows herunterfahren.
Abschaltung bei 9,5 Ampere pro Pin
Standardmäßig ist die Software so konfiguriert, dass sie bei einem Strom von 9,5 Ampere pro Pin über einen Zeitraum von 15 Sekunden eine automatische Abschaltung auslöst. Beide Werte lassen sich vom Nutzer anpassen.
Die zeitliche Verzögerung ist dabei entscheidend: Kurzzeitige Lastspitzen der Grafikkarte sollen nicht unmittelbar zu einem Shutdown führen. Erst wenn die erhöhte Strombelastung über einen definierten Zeitraum bestehen bleibt, greift die Schutzfunktion ein.
Die Kommunikation mit der Grafikkarte erfolgt direkt über NVAPI/I²C. Optional kann die Software auch auf Telemetriedaten aus dem HWiNFO Shared Memory zurückgreifen. 12VHPWR Guard läuft im Windows-Systemtray, protokolliert Ereignisse und versucht automatisch, die Verbindung zu den Sensoren wiederherzustellen, falls diese unterbrochen wird.
Nur für ausgewählte ASUS-ROG-Astral-Modelle
Die Kompatibilität ist derzeit stark eingeschränkt. Grund dafür ist, dass die meisten RTX-Grafikkarten keine individuellen Messwerte für die einzelnen 12VHPWR-Pins bereitstellen.
Unterstützt werden derzeit unter anderem folgende Modelle:
- ASUS ROG Astral RTX 5090 OC
- ASUS ROG Astral RTX 5090D OC
- ASUS ROG Astral RTX 5090 Matrix
- ASUS ROG Astral RTX 5090 LC
- ASUS ROG Astral RTX 5080 OC
Das Tool lässt sich daher nicht einfach auf jeder beliebigen RTX 5090 einsetzen.
Keine Garantie gegen Schäden
12VHPWR Guard sollte allerdings nicht als garantierte Lösung gegen beschädigte oder überhitzte Stromstecker verstanden werden. Die Software arbeitet auf Betriebssystemebene und kann erst reagieren, nachdem eine entsprechende Stromabweichung anhand der Telemetriedaten erkannt wurde.
Eine korrekt eingerastete Steckverbindung, hochwertige und geeignete Kabel, unbeschädigte Stecker sowie ein ausreichend dimensioniertes Netzteil bleiben daher unverzichtbar.
Trotzdem stellt die Kombination aus individueller Strommessung pro Pin und automatischer Systemabschaltung eine interessante zusätzliche Schutzebene dar – insbesondere bei extrem leistungsstarken und entsprechend teuren Grafikkarten wie der RTX 5090.
Als Open-Source-Projekt könnte 12VHPWR Guard zudem für technisch versierte Nutzer interessant sein, die die Stromversorgung ihrer High-End-Grafikkarte besonders genau überwachen möchten.
*Quelle: GitHub





