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OpenPOWER Foundation präsentiert neue offene Hardware-Lösungen

Hannover/Stuttgart-Ehningen, 19.03.2015 – Anlässlich des OpenPOWER Summits kündigt die OpenPOWER Foundation mehr als zehn neue Hardware-Lösungen an, dazu gehören Server, Boards, Karten und ein Mikroprozessor speziell für den chinesischen Markt. Die Angebote wurden gemeinsam von den OpenPOWER-Mitgliedern entwickelt und nutzen die POWER-Architektur, um individuelle Kundenwünsche besser zu erfüllen und eine gesteigerte Leistung zu bieten, unter anderem auch hochskalierbare Rechenzentren.

Die OpenPOWER Foundation ist ein Zusammenschluss technologischer Unternehmen und Organisationen, die sich für den Einsatz offener Serverarchitekturen in Rechenzentren einsetzt und zählt inzwischen 110 Mitglieder aus 22 Ländern. Die POWER-Architektur von IBM ist der Eckpfeiler der Innovation für die OpenPOWER Foundation und schafft eine für alle verfügbare Rechenplattform.

Mitglieder und Kunden schätzen die technischen Vorzüge der POWER-Architektur. Der POWER8-Mikroprozessor ist der erste seiner Art, der speziell für Big-Data- und Analytics-Aufgaben geschaffen wurde. Während vergleichbare Chips bis zu 50 Prozent mehr kosten [1], liefert der von den OpenPOWER-Mitgliedern eingesetzte POWER8-Prozessor zudem eine höhere Leistung – umgerechnet eine 60-prozentige Steigerung pro ausgegebenem Euro[2].

„Seit unserer ersten öffentlichen Veranstaltung vor mehr als einem Jahr ist die OpenPOWER Foundation enorm gewachsen und hat die Entwicklung neuartiger Technologien für Rechenzentren vorangetrieben“, sagt der Vorsitzende Gordon MacKean. „Durch die individuellen und gemeinsamen Anstrengungen bringen wir neuen Schwung in den Markt. Wir liefern Innovationen, die Rechenzentrumstechnologien weiterentwickeln, eine größere Auswahl bieten und die Markteffizienz verbessern.“

Zu den neu angekündigten Produkten gehören unter anderem:

– Prototyp „Firestone“, ein neuer Hochleistungsserver auf dem Weg Richtung Exascale – IBM und Wistron entwickeln gemeinsam und unter Mitwirken der Technologien von NVIDIA und Mellanox einen Hochleistungsserver mit dem Codenamen Firestone. Firestone ist die erste aus einer Reihe von Lösungen, die auf der IBM Roadmap für technical computing stehen. Dazu gehören auch die Entwicklung von zwei Systemen für die Lawrence Livermore und Oak Ridge National Labore. Diese Systeme sollen fünf bis zehn Mal schneller sein als die heute führenden Supercomputer.

– Der erste kommerziell erhältliche OpenPOWER-Server, der TYAN TN71-BP012 – Die TYAN TN71-BP012-Server wurden für anspruchsvolle Cloud-Anwendungen und gemäß dem erfolgreichen OpenPOWER-Kundenreferenzsystem entwickelt, das Tyan im Oktober 2014 vorgestellt hat. IBM wird als eines der ersten Unternehmen die neuen Server als Teil der SoftLayer-Infrastruktur in Betrieb nehmen und sie als Bare-Metal-Service anbieten. Die Server sollen ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein.

– Die erste GPU-beschleunigte OpenPOWER-Entwicklerplattform „Cirrascale RM4950“ – Die Cirrascale RM4950 ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen NVIDIA, Tyan und einem der neuesten OpenPOWER-Mitglieder, Cirrascale. Die Plattform unterstützt die Entwicklung von GPU-beschleunigten Big-Data-Analysetechniken, Deep Learning und Computeranwendungen für die Wissenschaft. Cirrascale RM4950 wird beginnend ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein.

– Open-Server-Spezifikation und Motherboard, das OpenPOWER, Open Compute und OpenStack verbindet – Das Cloud-Unternehmen Rackspace enthüllt ein neues Design für einen offenen Server inklusive Motherboard-Prototyp und verbindet dabei OpenPOWER- und Open-Compute-Designkonzepte. Ziel des neuen Designs sind das Anbieten von OpenStack Services und der Einsatz in Rackspace Rechenzentren. Unter Einsatz einer großen Bandbreite an Innovationen profitieren die Nutzer von einer verbesserten Leistung, Wertigkeit und Features.

Weitere von Mitgliedern entwickelte Lösungen nutzen Coherent Accelerator Processor Interface (CAPI), ein einzigartiges Interface-Feature, das in die POWER-Architektur integriert ist. CAPI gibt Mitgliedern und anderen Technologieunternehmen die Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die direkt auf der POWER-Architektur aufsetzen. Zu diesen neuen CAPI-basierten Lösungen gehören unter anderem die ConnectX-4-Adapter-Karte von Mellanox, die Virtex-7-Adapter-Karte von Convey und Xilinx sowie Shared Virtual Memory zwischen einem Stratix V FPGA Accelerator und einer POWER8-CPU, entwickelt von Altera und IBM. Diese OpenPOWER und CAPI-basierten Lösungen stehen in einer Reihe mit dem Nallatech OpenPOWER Developer Kit, das Altera und IBM gemeinsam entwickelt und im November 2014 auf den Markt gebracht haben.

OpenPOWER für China

Die Mitglieder der OpenPOWER Foundation präsentieren außerdem speziell für China entwickelte Produkte. Das OpenPOWER-Ökosystem gibt chinesischen Technologieunternehmen die Möglichkeit, individuelle Lösungen zu entwickeln und lokale Innovationen zu beschleunigen.

Im Mittelpunkt des derzeit entstehenden OpenPOWER-Ökosystems in China steht CP1, der erste POWER-Chip für den chinesischen Markt, hergestellt vom chinesischen Chipdesigner PowerCore. Die ersten OpenPOWER-Systeme mit CP1 werden dieses Jahr auf den Markt kommen. Zoom Netcom wird CP1 für eine neue Server-Reihe namens RedPower einsetzen – Chinas erstes OpenPOWER Two-Socket-System, das ebenfalls dieses Jahr erscheint. Weitere chinesische OpenPOWER-Mitglieder – unter anderem ChuangHe – legen Designs für OpenPOWER-Systeme mit POWER8-Prozessoren vor, die planmäßig noch in diesem Jahr erhältlich sein werden.

Die Ankündigungen beruhen auf der Empfehlung für OpenPOWER durch die chinesische Regierung im letzten Herbst und der Formierung der China POWER Technology Alliance (CPTA), einer Publick-Private- Partnerschaft. Die Mission der CPTA ist es, unter Anweisung der Regierung lokale und aus dem OpenPOWER-Ökosystem stammende Ressourcen zu integrieren, um Chinas Industriestruktur zu optimieren und chinesischen Unternehmen Chancen für Innovationen zu schaffen. Mithilfe der POWER-Technologie möchte CPTA Weltklasse-Technologielösungen kreieren, die aktueller Big-Data- und Cloud-Rechenleistungen mächtig sind und diese in Branchen und Bereichen wie Bankwesen, Telekommunikation, Energie, Transport, Internet und in Smarter-City-Technologie-Initiativen in China einsetzen.

Zusammenarbeit mit anderen Communities für offene Entwicklung

Die OpenPOWER Foundation kündigt außerdem die Formation der OpenPOWER Advisory Group an – ein formaler Schritt, um mit anderen Organisationen für offene Entwicklung in Kontakt zu treten. Zu den Antrittsmitgliedern der Advisory Group zählen die Linux Foundation, das Open Compute Project und die China POWER Technology Alliance (CPTA). Die Advisory Group wird dem OpenPOWER-Vorstand beratend zur Seite stehen und als Forum für Unterstützung und Zusammenarbeit zwischen Communities der offenen Entwickkung von Infrastruktur und Software dienen.

Über die OpenPOWER Foundation

Das Ziel der OpenPOWER Foundation ist die Schaffung eines offenen Ökosystems auf Grundlage der POWER-Architektur, um Expertise, Investitionen und geistiges Eigentum zur Sever-Entwicklung zur besseren Befriedigung der Kundenwünsche zu teilen.

– OpenPOWER ermöglicht auf Zusammenarbeit beruhende Innovation zur Schaffung gemeinsamer Bausteine
– OpenPOWER unterstützt unabhängige Innovationen von Mitgliedern
– OpenPOWER nutzt branchenweit führende Technologien als Fundament
– OpenPOWER thrives als Community für offene Entwicklung

Weitere Details, eine vollständige Liste der Mitglieder und Hinweise zum Beitritt der OpenPOWER Foundation sind erhältlich unter www.openpowerfoundation.org.

Stimme aus Deutschland:

„Wir erwarten von OpenPOWER die Erweiterung des Angebots von Supercomputing-Lösungen und -Produkten – das ist zentral für uns als führende Anbieter von Supercomputing-Ressourcen. Die Integration von POWER-Prozessortechnologien und Hochleistungs-GPUs eröffnet einen spannenden Weg in Richtung energieeffizientes Exascale-Computing.“ – Dr. Dirk Pleiter, Jülich Supercomputing Center

Original-Fußnoten (Zuordnung unklar)

[1] Based on the Linley Group December 29, 2014 report POWER8 Hits the Merchant Market which states „Pricing is no contest. We estimate that IBM’s 12-core Power8 will list for $2,500; add $180 or $360 for two or four buffer chips. Intel hasn’t published a list price for the Xeon E5-2699v3, but after surveying some Internet re-sellers, we estimate it lists for about $4,100.“

[2] Performance is based in SPECint_rate2006 projections based on performance results published as of February 13, 2015. Individual results will vary depending on individual workloads, configurations and conditions. Based on IBM Power System S824 published results with 24 cores / 192 threads, POWER8; 3.5GHz, 512 GB memory, RHEL 7.1 Results were extrapolated to a single socket OpenPOWER based 12 cores / 96 threads POWER8;3.1 GHz / 1-socket. Competitive result: NEC Corporation Express5800/R120f-1M (Intel Xeon E5-2699 v3) with (per socket) 18 cores / 36 threads; Intel E5-2699 c3; 2.3 GHz; 128 GB, RHEL 6.5. The results were obtained under laboratory conditions, and not in an actual customer environment. IBM’s internal workload studies are not benchmark applications, nor are they based on any benchmark standard. As such, customer applications, differences in the stack deployed, and other systems variations or testing conditions may produce different results and may vary based on actual configuration, applications, specific queries and other variables in a production environment.