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Phobya-Lüftersteuerungen im Vergleichstest

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Früher gehörte eine gute Lüftersteuerung noch zu jedem guten Gaming-PC dazu, heute findet man sie meist nur noch als kleines Gimmick wie zum Beispiel bei unserem zuvor getesteten Aerocool DS 200. Heutzutage verfügt jedes normale Mainboard über eine intelligente Lüftersteuerung, die vielen vollkommen genügt. Warum also Geld und Platz für ein zusätzliches Gerät investieren? Und bieten heutigen Lüftersteuerungen überhaupt noch nennenswerte Vorteile?

Dieser Frage sind wir für euch auf den Grund gegangen und haben drei 5,25″-Lüftersteuerungen mit Touchbedienung des Kühlerspezialisten Phobya getestet. Wie diese sich im Vergleich zueinander und zu Onboard-Steuerungen schlagen, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

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Für die Bereitstellung der Testsamples und das uns damit entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns bei Aquatuning. Wir freuen uns weiterhin auf eine ergiebige Zusammenarbeit.

Autor: Kim

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[nextpage title=“Verpackung und technische Daten“ ]
Die drei Geräte unterscheiden sich vom Verpackungsdesign doch sehr. Offenbar hat man sich noch nicht auf eine einheitliches Größenformat geeinigt.

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Der ältere Phobya Touch 6 Controller kommt in einem blau-schwarzen Karton daher, der nicht viele Informationen Preis gibt. Auf dem Deckel finden sich Name und eine kleine Abbildung des Produkts, auf den Seiten nur die Web-Adresse des Herstellers. Auf dem Boden findet man eine kurze Beschreibung und eine Liste der enthaltenen Komponenten.

Klappt man den Deckel auf, erwarten einen die kurze Bedienanleitung auf Englisch und darunter Kabel und Controller, sowie sechs kleine Klebestreifen und vier Halterungsschrauben. Die Kabel sind jeweils ein Sechserbündel aus Lüfter-Anschlüssen und eins aus Temperatursensoren gefasst. Der Controller ist extra in eine antistatische Tüte verpackt und seitlich durch zwei Kunststoffschalen gesichert.

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Technische Daten:
Ausgänge: 6x 3Pin Molex
Temperatureingänge: 6x 2Pin (10kOhm)
Ausgangsspannung: 5 – 12V DC
Max. Leistung pro Kanal: 30W
Anschluss: 4Pin Molex 12V DC
Formfaktor: 5,25 Zoll
Abmessungen: 148,5 x 42 x 79,9mm
Displaymaße: 112,5 x 22,2mm
Frontmaterial: Aluminium

Die Verpackung des Phobya Touch 530 sieht ähnlich aus. Blau-Schwarz, Name und Bild auf dem Deckel, Website an den Seiten. Ergänzende Infos fehlen hier allerdings komplett. Außerdem ist der Karton nur halb so lang.

Dementsprechend gequetscht sieht es im Inneren aus. Kabelbündel, Controller und Kleber- und Schraubentütchen liegen in derselben Tüte. Zum Glück wirkt alles unbeschädigt.

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Technische Daten:
Ausgänge: 5x 3Pin Molex
Temperatureingänge: 5x 2Pin (10kOhm)
Ausgangsspannung: 4 – 12V DC
Max. Leistung pro Kanal: 30W
Anschluss: 4Pin Molex 12V DC
Formfaktor: 5,25 Zoll
Abmessungen: 149 x 42,7 x 70mm
Displaymaße: 112,5 x 22,2mm
Frontmaterial: Aluminium

Die Verpackung des Phobya Touch 630 ist dagegen größtenteils weiß. Nur auf dem Deckel findet sich das Blau-Schwarz wieder. Außerdem sind noch Name, Foto und technische Spezifikationen vorzufinden, während alle anderen Seiten leer sind.

Im Inneren ist dafür wieder mehr Platz. Unter der Bedienungsanleitung finden wir den Controller eingetütet und passgenau in einer Pappschale. Die bekannten zwei Kabelbündel, Schrauben und Kleber finden sich unter der Pappdecke. Das macht mit Abstand den ordentlichsten Eindruck.

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Technische Daten:
Ausgänge: 6x 3Pin Molex
Temperatureingänge: 6x 2Pin (10kOhm)
Ausgangsspannung: 5 – 12V DC
Max. Leistung pro Kanal: 30W
Anschluss: 4Pin Molex 5V / 12V DC
Formfaktor: 5,25 Zoll
Abmessungen: 149 x 42,7 x 70mm
Displaymaße: 112,5 x 22,2mm
Frontmaterial: Aluminium

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[nextpage title=“Erster Eindruck und Einbau: Phobya Touch 6″ ]

Die Phobya Touch 6 ist das älteste aller drei Modelle und quasi der Vorgänger von 530 und 630. Die Frontverkleidung aus Aluminium sieht edel aus, auf dem Display zeichnen sich aber deutlich sichtbar Rechtecke der Grafikeinheiten ab. Hinter dem Display sitzt das PCB, das einen ordentlichen Eindruck vermittelt und nach hinten die nötigen Anschlüsse bereitstellt. Montiert wird das Ganze über einen Plastikrahmen, der über die nötigen Bohrungen für den 5,25″-Schacht verfügt. Gerade für die Montage eines Gerätes, auf dem viel herumgedrückt wird, wäre Metall an dieser Stelle natürlich wünschenswert.

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Es gibt sechs Kabel mit 3pin-Lüfteranschluss am einen Ende und dem kleineren 3pin-Stecker, den man vielleicht aus einigen Lüftersteuerungen kennt, am anderen. Diese werden hinten auf das PCB gesteckt. Durch den verwendeten Anschluss ist es leider nicht möglich, Lüfter direkt auf das PCB zu stecken. Es muss immer ein Anschlusskabel dazwischen, wodurch im Zweifelsfall unnötig lange Kabel im Gehäuse herumschwirren. Die Kabel sind mit FAN1-FAN6 durchnummeriert und sollten an die entsprechend beschrifteten Anschlüsse gesteckt werden.

Außerdem gibt es sechs Kabel mit Temperatursensoren, die über einen Widerstand und metallische Ausdehnung die Umgebungstemperatur ermitteln. Der Messfühler vorne können mit dem mitgelieferten doppelseitigen Klebeband im Computer an die gewünschte Stelle geklebt werden. Dabei sind sie mit TEMP1-TEMP6 durchnummeriert und man sollte auch sie mit ihren einfachen 2pin-Anschlüssen an die entsprechend gekennzeichneten Anschlüsse des PCBs stecken.

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Nun kommt nämlich der größte Vorteil des Controllers zum Vorschein. Durch die eindeutige Zuordnung von Messpunkt und Lüfter kann der individuelle Lüfter für den heißen Bereich hochdrehen. Dafür müssen die Messpunkte natürlich plausibel im Luftstrom des zugehörigen Lüfters platziert werden.

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Kommen wir zum Einbau. Wie bei allen Controllern für den 5,25″-Schacht sollte man zu Anfang alle benötigten Kabel anstecken und diese mit dem Controller durch die Front in den Schacht setzen. Ansonsten ist blindes Gefummel in dem engen Schacht vorprogrammiert. Ärgerlich ist hierbei die geringe Länge des Stromanschlusses. Er reicht nur knapp bis zum Ende des Schachtes und führt bei mir dazu, dass ich ein weiteres Kabel-Modul mit 4pin-Molex-Steckern an mein Netzteil stecken muss, obwohl andernorts noch welche frei waren. Außerdem ist das Kabel nicht durch eine Klemme am PCB gesichert und kann durch das bekannte Geruckel für die 12V-Stecker aus dem Sockel rutschen. Das ist besonders ärgerlich, wenn man das Ganze deswegen wieder ausbauen und neu anschließen muss.

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Immerhin sind alle Kabel schön ummantelt und sehen wertig aus. Die Länge der Sensorkabel reicht etwa, um in meinem Midi-Tower den Bereich von unten vorne bis oben hinten abzudecken.

Der Controller wird mit vier Schrauben im Laufwerksschacht gehalten. Diese lassen sich etwas schwierig eindrehen, halten aber gut. Dabei lässt sich der Controller nach vorne gedreht in die Front bauen, aber auch unsichtbar nach hinten ins Gehäuse, wenn man die Einstellungen sowieso auf einem Wert belassen will.

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[nextpage title=“Praxis und Zwischenfazit: Phobya Touch 6″ ]

Ist alles wie gewünscht verkabelt, kann die Lüftersteuerung in Betrieb gehen. Beim Booten des PCs leuchtet sie sofort Blau auf und die Lüfter drehen mit. Zunächst sieht man eine kreisförmige Anordnung aller sechs Lüfterslots, die jeweils mit einem Druck ausgewählt werden können. Auffällig ist dabei ein schrilles Piepen, das bei jedem Druck ertönt. Das Piepen dient auch als Alarmsignal, sollte eine Temperatur über 70°C steigen. Deaktivieren lässt es sich nur umständlich über einen Jumper auf der Rückseite.

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Nach der Lüfterauswahl erscheint dessen individuelle Ansicht. Die größte Fläche nimmt dabei ein animiertes Lüfter-Icon ein, dass den Betrieb verdeutlicht, darunter die Lüfternummer. Oben links ist eine Anzeige der aktuellen Drehzahl und oben rechts die aktuelle Temperatur. Ein Druck darauf wechselt zwischen °C und Fahrenheit. Die eigentliche Steuerung findet in der Leiste ganz unten statt. Hier ist eine Reihe aus 10 Balken, die links und rechts durch einen Halbmond geschlossen wird. Ein Druck auf den Halbmond rechts oder links vergrößert oder verkleinert die prozentuale Drehgeschwindigkeit und damit die blauen Balken jeweils um 20% bzw. 2. Dabei ist 40% das Minimum und 100% das Maximum. Ist der gewünschte Wert gewählt, nähert sich die Drehzahl langsam diesem Wert an. Leider kann man die Lüfter nicht ganz abschalten.

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Rechts und links neben den Halbmonden sind zwei Pfeile, die zu den anderen Lüftern umschalten können. Drückt man sie, kommt man zur nächsten Lüfternummer, wo wieder individuelle Werte angezeigt werden und die gewünschte Drehzahl eingestellt werden kann. Drückt man auf das „M“ in der linken Mitte, wird es zu einem „A“ und der automatische Modus ist aktiviert. Jetzt wird die Drehzahl aller Lüfter automatisch entsprechend der jeweiligen gemessenen Temperaturen geregelt. Dabei wird diese Einstellung für alle Lüfter übernommen und es ist leider nicht möglich, einige im manuellen und andere im automatischen Modus zu betreiben. Auffällig ist auch hier, dass sich die Lüfter sehr langsam runterregeln.

Der „Zurück“-Pfeil unten rechts bringt einen wieder auf die Auswahl der sechs Lüfter. Auch die Helligkeit kann hier in drei Stufen über ein kleines Lampen-Icon auf der linken Seite geregelt werden und mit dem Power-Button schaltet man das Display ganz ab, während die Lüfter weiterdrehen. Diese Übersichtsansicht kommt mir ziemlich überflüssig vor und hätte leicht in die individuelle Ansicht integriert werden können. Da im Zentrum extrem viel Platz frei ist und nur Mitte und Ränder genutzt werden, weist das Interface noch viel Optimierungsbedarf auf. Auch nicht möglich ist die Ablesbarkeit aus einer schrägen Perspektive. Um etwas zu erkennen, muss man sich frontal vor dem Display befinden.

Der Phobya Touch 6 ist eine mächtige Lüftersteuerung, die Cooling-Liebhabern eine gute Kontrolle über die Lüfter in ihrem Gehäuse ermöglicht. Mit 30W pro Kanal können gleich mehrere Lüfter an einem Anschluss betrieben werden, was sich besonders für Radiatoren eignet. Leider wirken viele Features noch unausgereift, was die Bedienbarkeit einschränkt. Das kurze, lockere Stromkabel und das umständliche Interface sind hier in Besonderem zu nennen. Wir hoffen, dass man diese Kritikpunkte bei den Nachfolgermodellen angegangen ist.

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[nextpage title=“Erster Eindruck und Einbau: Phobya Touch 530″ ]

Bei der Phobya Touch 530 fallen zunächst die geänderten Kabel auf. Diese sind nicht mehr schön ummantelt wie beim Vorgänger, sondern einfach isolierte Aderstränge. Für die richtige Länge muss man die Temperatursensoren entsprechend aus ihrem Breitbandkabel lösen.

Die Alu-Front des Controllers sieht identisch aus, nur die Rechtecke im Display sind nicht mehr so auffällig. Bei der Justierung wurde der erste Kritikpunkt angegangen, indem man den Plastikrahmen durch zwei schwarze Metallschienen ersetzt hat. Dieser macht einen deutlich langlebigeren Eindruck.

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Wie der Name bereits vermuten lässt, gibt es jetzt nur noch fünf Lüfteranschlüsse, was den meisten aber genügen dürfte. Es gibt fünf Verlängerungskabel für Lüfter, denn diese können jetzt direkt auf das PCB gesteckt werden. Sie sehen jetzt durch die fehlende Ummantelung nicht mehr so gut aus, sind aber auch dünner und lassen sich leichter verlegen. Die Kabel sind mit FAN1-FAN5 gekennzeichnet und sollten auf die entsprechenden Ports des PCBs gesteckt werden.

Die zugehörigen fünf Temperatursensoren lassen sich je nach Bedarf auftrennen und an die gewünschte Stelle verlegen. Dafür gibt es jetzt kein doppelseitiges Klebeband mehr, sondern neun einfache Klebestreifen, die etwas schwieriger in der Benutzung sind. Die Kabelenden haben entsprechend die Kennzeichnung TEMP1-TEMP5.

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Vor dem Einbau sollten wieder alle benötigten Kabel angeschlossen werden. Das Stromkabel hat jetzt eine vernünftige Länge, die bis zum Gehäuseboden reicht und auch einen Stecker mit Clip, der diesen gegen unbeabsichtigtes Ziehen sichert. Sehr gut! Danach schiebt man die Kabelstränge und den Controller in den 5,25″-Schacht und zieht seitlich die vier Schrauben fest. Die wehren sich auch bei diesem Controller wieder, bis sie richtig greifen.

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Zusammen mit der Länge der Lüfterkabel reichen die Verlängerungen für jede erdenkliche Position in meinem Midi-Tower. Wer trotzdem Probleme kommt, kann auch die zwei Verlängerungen zurückgreifen. Die Sensorkabel decken wieder den wichtigen Bereich über die Mainboardvorder- und Oberkante ab. Außerdem gibt es zwei separate Temperatursensoren, die nicht im Breitbandkabel hängen. Bei der Platzierung ist natürlich weiterhin darauf zu achten, dass die Sensoren im Luftstrom des zugehörigen Lüfters positioniert werden.

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[nextpage title=“Praxis und Zwischenfazit: Phobya Touch 530″ ]

Auch hier leuchtet das Display sofort nach dem Einschalten auf. Dieses Mal bleibt uns die 3D-Übersicht erspart und wir erblicken einen kompakten Infoscreen auf der blauen Hintergrundbeleuchtung. Von hier aus hat man Zugriff auf alle Elemente, die man vorher noch durch umständliches Navigieren aufsuchen musste.

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Oben links befindet sich der Umschalter für „AUTO“ und „MANUAL“. Rechts davon befindet sich oben eine Leiste mit den Ziffern 1-5, über die man die Lüfter direkt anwählen kann. Der momentan betrachtete Lüfter ist dabei eingekreist. Darunter ist wieder eine Reihe von 10 Balken, die die Drehgeschwindigkeit visualisieren. Eine Zeile tiefer finden sich dazu passend momentane Temperatur und die Drehzahl in U/min. Auf der rechten Seite befindet sich ein animiertes Lüfter-Icon, das den Betrieb kennzeichnet und daneben ein Lautsprechersymbol, mit dem das Piepen bei Bedarf deaktiviert werden kann. Kein umständlicher Jumper mehr nötig! Der Powerbutton schaltet nach langem Druck das Display ab.

Möchte man die Drehzahl eines Lüfters manuell einstellen, schaltet man oben links auf „MANUAL“ und drückt dann auf das Lüfter-Icon auf der rechten Seite, das darauf zu blinken beginnt. Nun kann man mit „+“ und „-“ unten links die gewünschte Drehzahl in % einstellen. Nach kurzer Zeit stoppt das Blinken des Icons und die Drehzahl nähert sich langsam dem Wunschwert an. Es ist jetzt auch möglich, den Lüfter auf 0% zustellen und ihn so abzuschalten. Beim Wechsel von „AUTO“ und „MANUAL“ wird die Einstellung aber weiterhin für alle fünf Lüfter übernommen. Im „AUTO“-Modus regelt der Controller die Lüfterdrehzahl automatisch an Hand der gemessenen Temperaturwerte.

Durch die hohe Ausgangsleistung von 30W pro Kanal ist es auch hier wieder möglich, gleich mehrere Lüfter über einen Kanal zu steuern, was sich besonders für Radiator-Verbände anbietet. Was bei diesem Modell fehlt, ist eine Regelung der Helligkeit. Diese ist fest gesetzt. Auch die Ablesbarkeit aus einer schrägen Perspektive ist nicht möglich. Man muss frontal darauf schauen, um etwas zu erkennen.

Bei dem Phobya Touch 530 handelt es sich um eine gelungene Weiterentwicklung, die viele der Schwächen des Touch 6 angegangen ist. Lüfter können nun direkt auf das PCB, die Halterungen sind aus Metall und das Stromkabel reicht bis zum Netzteil und ist gegen versehentliches Ziehen gesichert. Außerdem ist das Interface deutlich verbessert worden und für das Piepen braucht man keinen Jumper auf der Rückseite mehr.

Das ganze gibt es für denselben Preis von 43€. Dafür müssen aber auch Abstriche gemacht werden. Statt sechs gibt es hier nur noch fünf Lüfteranschlüsse und Temperatursensoren. Die Kabel haben keine hübsche Ummantelung mehr und auch das Display kann nicht mehr in der Helligkeit verstellt werden. Trotzdem ist der Touch 530 vor allem durch das Interface vorzuziehen und erkämpft sich unseren Silber-Award.

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[nextpage title=“Erster Eindruck und Einbau: Phobya Touch 630″ ]

Wie zu erwarten ist der Touch 630 Controller seinem kleinen Bruder sehr ähnlich. Es kommt wieder die bekannte Alu-Front zum Einsatz und auf dem Display zeichnen sich schwache Rechtecke ab. Auch die Halteschienen sind baugleich.

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Das PCB wirkt etwas aufgeräumter. Der größte Unterschied besteht darin, dass hier wieder sechs Lüfter und Temperatursensoren angeschlossen werden können. Dabei kommen die gleichen dünnen Kabel zum Einsatz, wie beim 530. Schade, für die 20€ Aufpreis hätten wir hier gerne eine wertigere Kabeloptik gesehen. Die Kabel sind wie gehabt mit FAN1-6 und TEMP1-6 beschriftet. Sie sollten entsprechend der PCB-Kennzeichnung angeschlossen und Sensor und Lüfter jeweils passend zueinander angeordnet werden.

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Auch hier empfiehlt es sich, alle benötigten Kabel vorher anzuschließen und vor dem Controller von vorne durch den Laufwerksschacht zu schieben. Das Stromkabel ist genau so lang, wie beim 530, besitzt anstatt eines reinen 4pin-MOLEX-Anschlusses aber einen Adapter, der zwischen den MOLEX und ein anderes Gerät geschlossen werden kann. Dadurch kann der Stecker auch von weiteren Geräten genutzt werden. Der Stecker für das PCB sieht aus wie beim 530 mit drei Adern und einem Clip zum Halten. Der entscheidende Unterschied hier ist aber, dass der Stecker um 180° bei der Polung gedreht ist und man Stecker von Touch 530 und 630 auf keinen Fall vertauschen darf!

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Da die Halterung mit der des Touch 530 identisch ist, finden auch hier die Schrauben nur schwer ins Loch, halten aber gut. Für die Temperatursensoren wurde hier wieder einfaches Klebeband beigelegt, was die Platzierung etwas fummelig macht. Die Kabellänge reicht wie bei den anderen Controllern auch für den Großteil des Gehäuses, bis auf den Bereich hinten unten. Es liegen zwei separate Sensorkabel bei.

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[nextpage title=“Praxis und Zwischenfazit: Phobya Touch 630″ ]

Beim Booten leuchtet sofort der übersichtliche Infoscreen in kräftigem Blau auf. Alle Eingaben können erst nach einem Druck auf das kleine Vorhängeschloss mittig links passieren. Das Schloss beginnt zu blinken und die Displaysperre ist für die Dauer der Eingabe aufgehoben. Über dem Schloss befindet sich der Power-Button zur Displayabschaltung und darunter ein Button für die Helligkeit, die sich in drei Stufen regeln lässt. Der Controller leuchtet kräftiger als seine beiden Brüder und lässt sich dadurch besser aus der Schräge ablesen.

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Zentral werden auf dem Display Temperatur und Lüfterdrehzahl angezeigt, links davon wählt man zwischen manuellem und automatischem Modus, die bei diesem Controller für alle Lüfter separat gesetzt werden können! Auf der rechten Seite findet die manuelle Steuerung statt. Man kann die sechs Lüfter einzeln anwählen und mit dem Prozentbalken in der Mitte per Druck auf „+“ und „-“ die Lüftergeschwindigkeit manuell einstellen. Dabei haben wir bei Lüfter 2 seltsamerweise das Problem, dass stattdessen Lüfter 3 ausgewählt wird, wenn man das Kreis-Icon zu tief mit dem Finger trifft. Das gleiche gilt für Icon 5, der am oberen Rand gerne zu Icon 6 springt. Alle anderen Lüfter lassen sich ohne Probleme anwählen. Die Geschwindigkeitsanpassung erfolgt hier schneller als bei den anderen beiden Controllern. Was bei diesem Modell fehlt, ist ein Piep-Alarm.

Wie auch bei den beiden anderen Lüftersteuerungen hat bei der Touch 630 mit 30W pro Kanal reichlich Saft, um auch Lüfterverbände an Radiatoren zu befeuern. Das Interface ist übersichtlich und funktional und die Lüfterdrehzahl lässt sich schneller regulieren, als mit den beiden anderen Modellen. Vor allem die bessere Ablesbarkeit aus der Schräge und die Möglichkeit, Auto und Manual für jeden Lüfter separat festzulegen, heben den Touch 630 in eine andere Güteklasse und machen die 20€ Aufpreis mehr als bezahlt. Dementsprechend belohnen wir ihn mit einem Gold-Award.

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[nextpage title=“Fazit“ ]

Die Frage, ob Lüftersteuerungen bei heutigen intelligenten Mainboards überhaupt noch sinnvoll sind, kann auf jeden Fall bejaht werden. Mainboards bieten zwar eine automatische Lüftersteuerung, die auf Temperaturänderungen der Sensoren reagiert, doch sie können nicht wissen, welchen Luftstrom die angeschlossenen Lüfter erzeugen. Die von uns getesteten Lüftersteuerungen verfügen alle über frei positionierbare Temperatursensoren, die den jeweiligen Lüftern zugeordnet werden können. Dadurch kann eine deutlich plausiblere Steuerung des Luftstroms realisiert und somit die Kühlleistung verbessert werden.

Ein weiterer Vorteil ist das sofort zugängliche Steuerungspanel. Wer schon mal mit Mainboardsoftware zur Lüftersteuerung gearbeitet hat, weiß, dass diese bei der Bedienung nicht unbedingt Spaß machen. Mit dem Panel hingegen hat man vor allem bei den verbesserten Interfaces des Touch 530 und 630 sofort alle wichtigen Daten und Bedienelemente zur Hand und kann eingreifen.

Doch es gibt auch Nachteile. Zum Ablesen von den beiden kleineren Steuerungen muss man sich am besten frontal vor dem Display befinden, was für viele bedeutet, sich vor ihren PC bücken zu müssen. Auch eine vernünftige Steuerung von CPU- und GPU-Kühler ist nicht überzeugend möglich, da die Chip-internen Sensoren deutlich verlässlichere Werte liefern. Hier wäre eine Lösung interessant, die z.B. über USB die jeweiligen Temperaturen ermittelt und an den Controller weitergibt. Ein weiteres Manko ist die fehlende Temperatur-Drehzahl-Kurve zum Anpassen der automatischen Steuerung. Hier muss man mit dem vordefinierten Preset auskommen, das sich aber keine Schwächen leistet.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass sich die Lüftersteuerungen vor allem für Cooling-Enthusiasten und High-End-PCs eignen. Leute, die sich nicht auf die festen Positionen der Mainboard-Sensoren verlassen wollen oder denen die geringe Zahl von oft nur drei anschließbaren Gehäuselüftern nicht reicht, kriegen von Phobya das, was sie brauchen. Gerade für Leute mit Lüfterverbänden an großen Radiatoren sind die Controller mit 30W pro Kanal besonders interessant. Auch optisch beeindruckt das blaue Display im schwarzen, gebürsteten Alu-Rahmen, auch wenn sich viele Casemodder sicherlich eine größere Farbpalette wünschen.

Die 35€ für Touch 6 (Preisvergleich) bzw. 43€ für Touch 530 (Preisvergleich) machen nicht arm, wobei wir hier wegen der deutlich besseren Bedienung den neueren Touch 530 empfehlen. Wer nicht auf regelbare Displayhelligkeit und einen sechsten Kanal verzichten und außerdem automatischen und manuellen Modus für jeden Lüfter separat festlegen möchte, wird bei dem 60€ teuren Phobya Touch 630 (Preisvergleich) fündig. Auch die Regulierung der Drehzahl geht beim 630 deutlich schneller vonstatten, der aus diesem Vergleich als Sieger hervorgeht und mit unserem Gold-Award ausgezeichnet wird.

Phobya Touch 6: Score 6/10

Pro:
+ Individuelle Steuerung von sechs Lüftern oder Lüftergruppen
+ Schicke Optik und verkleidete Kabel
+ Individuelle Temperaturmesspunkte

Contra:
– Unausgewogenes Interface
– Nur frontal ablesbar
– Lüfter nicht einzeln abschaltbar
– Umständliche Piep-Steuerung mit Jumper
– Sehr kurzes, lockeres Stromkabel

Phobya Touch 530: Score 7.5/10

Pro:
+ Individuelle Steuerung von fünf Lüftern oder Lüftergruppen
+ Schicke Optik
+ Individuelle Temperaturmesspunkte
+ Einfach bedienbares Interface
+ Lüfter abschaltbar

Contra:
– Nur frontal ablesbar
– Keine Helligkeitseinstellung
– Kabel wirken nicht sehr wertig

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Phobya Touch 630: Score: 8.1/10

Pro:
+ Individuelle Steuerung von sechs Lüftern oder Lüftergruppen
+ Schicke Optik
+ Individuelle Temperaturmesspunkte
+ Einfach bedienbares Interface
+ Automatischer und manueller Modus für jeden Lüfter separat wählbar
+ Lüfterdrehzahl passt sich schnell dem manuellen Wert an
+ Lüfter abschaltbar

Contra:
– Kein Piep-Alarm
– Ungenauigkeit beim Drücken von Lüfter-Icon 2 und 5
– Kabel wirken nicht sehr wertig

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