Pragmata ist der aktuelle Titel aus dem Hause Capcom. Schon auf der Gamescom 2025 konnten wir ihn ausprobieren, nun ist er endlich verfügbar. Pragmata ist im Kern ein First-Person-Shooter, dessen Gameplay durch Echtzeit-Hacking-Minispiele zu einem interessanten Erlebnis gestaltet ist, das Multitasking abverlangt.
Story:
Wir schlüpfen in dem Titel in die Rolle von Hugh, einem Astronauten der mit anderen auf einer Mondbasis ankommt. Bereits kurz nach der Ankunft kommt es zu einem gewaltigem Mondbeben, wodurch wir von unseren Kameraden getrennt und ausknockt werden. Angeschlagen erwachen wir in einem unbekannten Areal, während uns ein kindlicher Androide, genannt Diana, zusammenflickt. Dann geht das Schlamassel aber auch weiter, die künstliche Intelligenz, die für die Sicherheit der Mondbasis zuständig ist, erkennt uns als Feind und hat es sich zur Aufgabe gemacht und alle Sicherheitsandroiden auf den Hals zu hetzen. Mithilfe von Dianas Hackingfertigkeiten liegt es nun an uns die Gegner auszuschalten, die Kontrolle über die Areale wiederzuerlangen und herauszufinden was auf der Mondstation vor sich geht.
Weite Teile der Story und ihrer Wendungen sind ziemlich vorhersehbar, bieten aber genug Motivation und Spannung um über die Laufzeit zu unterhalten.
Eine zentrale Rolle spielt das sogenannte Lunafilament, einem Grundstoff mit dem praktisch alles herstellt werden kann. Die riesige Mondbasis bietet dank des Lunafilaments, und der autonom agierenden Fertigungsroboter, viele große und vor allem abwechslungsreiche Areale. Angefangen in einer typischen Umgebung, wie wir sie auf einer Mondstation erwarten würden, geht es durch eine Nachbildung einer Großstadt wie New York und weiterer, einzigartiger Gebiete.
Gameplay: Hack, Shoot, repeat


Vom Gameplay her handelt es sich um einen klassischen Shooter, mit einem interessanten Twist. Hugh kann zu jeder Zeit neun eine begrenzte Anzahl Waffen mit sich tragen, die bis auf die Basiswaffe nur wenige Schuss Munition haben. Da die Gegner sehr gut gepanzert sind, können unsere Waffen alleine kaum etwas ausrichten und würden uns schnell im Stich lassen, hier kommt der Twist ins spiel. Während der Gefechte kann Diana simultan die Gegner hacken, wobei es ein kleines Hacking-Minispiel zu lösen gilt. Einmal gehackt offenbaren die Gegner ihre Schwachstellen und sind wesentlich anfälliger für unsere Waffen. Weitere Spieltiefe bringen Hacking-Modifikatioren, mit denen zB alle Gegner im Umkreis ebenfalls gehackt werden können, oder Gegner kurzzeitig deaktiviert werden können. Diese Modifikatoren müssen wir bei uns haben, dann erscheinen sie im Hacking-Minispiel und lassen sich so aktivieren – allerdings sind auch sie auf wenige Ausführungen begrenzt und sollten daher mit bedacht eingesetzt werden.


Abseits von des Shooter-Gameplays und der Story bietet das Spiel vor allem viel zu entdecken. Wie bereits erwähnt: Die Areale sind wirklich groß und bieten abseits der vorgesehenen Pfade allerhand kleine wie große Belohnungen zu finden. Mit dem gefundenen Loot können wir uns und unsere Ausrüstung upgraden oder zeug für unsere Basis finden. In jedem Areal sind ein paar besondere Gegenstände der „echten Welt“ zu finden, die wir dann als Kopie in der Basis errichten können, so kann zum Beispiel eine Art Spielzimmer für Diana zusammengesammelt werden.
Performance
In puncto Performance macht Pragmata eine durchaus positive Figur. Wir haben den Titel auf einem ROG Ally X mit einer Auflösung von 900p gespielt. Während das Spiel im Standard-Grafikmodus noch etwas ruckelig lief, konnten wir durch Einstellung des mittleren Presets stabile 30–40 FPS auf dem Handheld darstellen, ohne aktive Frame-Generierung. Auch unter Linux auf dem Tuxedo Sirius S1 läuft das Spiel ohne Kompatibilitätsprobleme dank der Proton-Kompatibilitätsebene.
Fazit
Pragmata überzeugt mit einer spannenden Mischung aus klassischem Shooter und cleveren Hacking-Mechaniken, die den Kämpfen eine erfrischende Dynamik verleihen. Das Zusammenspiel zwischen Hugh und Diana funktioniert nicht nur spielerisch hervorragend, sondern trägt auch die Geschichte, wenngleich viele ihrer Wendungen recht vorhersehbar sind. Die abwechslungsreichen Areale laden zum Erkunden ein und belohnen neugierige Spieler mit sinnvollen Upgrades und kleinen Sammelobjekten.
Technisch hinterlässt der Titel ebenfalls einen guten Eindruck. Sowohl auf leistungsstarker Hardware als auch auf einem Handheld wie dem ROG Ally X oder unter Linux via Proton läuft Pragmata solide und ohne größere Probleme.
Kleine Schwächen, wie die stellenweise vorhersehbare Handlung oder der mitunter hektische Kampfablauf, ändern nichts daran, dass Capcom mit PRAGMATA eine neue Marke geschaffen hat, die mit eigenen Ideen überzeugt. Wer Spaß an actionreichen Shootern hat und bereit ist, während der Gefechte gleichzeitig zu hacken und zu schießen, bekommt mit „PRAGMATA” ein abwechslungsreiches und gelungenes Sci-Fi-Abenteuer, das Lust auf mehr macht.









