Die brasilianischen Reparatur-Spezialisten Paulo Gomes und SidNelson haben wiederkehrende Defekte an Gigabyte GeForce RTX 4060-Grafikkarten untersucht. Im Fokus stand dabei die RTX 4060 Aero, bei der starke Schäden an der Platine in der Nähe des HDMI-Anschlusses festgestellt wurden.
Nach ihren Analysen liegt die Ursache jedoch nicht in einer Überspannung über den HDMI-Port, sondern in der Spannungsversorgung (VRM) der Grafikkarte. Messungen mit dem Oszilloskop zeigten, dass die vier Spannungsphasen einer Vergleichskarte von Inno3D gleichmäßig mit rund 207 kHz arbeiteten. Die Gigabyte-Karte hingegen wies deutliche Unterschiede bei Taktfrequenz und Tastverhältnis auf – eine Phase schwankte sogar zwischen 150 und 300 kHz.

Die Techniker vermuten, dass abweichende Widerstands- und Kondensatorwerte im Feedback-Kreislauf des PWM-Controllers zu einer ungleichmäßigen Lastverteilung führen. Dadurch kann eine einzelne Leistungsstufe überlastet werden, bis ein MOSFET ausfällt und die Platine beschädigt.
Eine stark beschädigte Karte konnte durch den Austausch mehrerer MOSFETs, die Reparatur der Feedback-Schaltung, den Einbau einer 12-Volt-Sicherung sowie die Deaktivierung einer defekten Phase wieder instand gesetzt werden und bestand anschließend einen Belastungstest.

Ob es sich dabei um ein generelles Problem aller Gigabyte RTX 4060-Modelle handelt, ist derzeit jedoch nicht geklärt. Die untersuchten Karten stammen aus dem Jahr 2023, und bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass alle Platinenrevisionen betroffen sind. Betroffene Nutzer sollten Schäden dokumentieren und zunächst eine Garantieprüfung in Anspruch nehmen, anstatt selbst Änderungen an der Grafikkarte vorzunehmen.
*Quelle und Bilder: Paolo games





