Aktuelle Tests & Specials auf Hardware-InsideEntertainmentKomponentenSpiele PC

Shuttle XPC nano NC01U3

Vor einiger Zeit hatten wir bereits einen kleinen Shuttle PC gegen den Intel NUC getestet. In beiden wurden relativ günstige Intel Celeron CPUs verbaut und der Shuttle war mehr ein Think-Client oder Messe-PC als ein HTPC. Das hat sich alles mit der neuen NC01U-Serie geändert. Für nur ca. 140€ (Stand: 12/2015) ist das Basismodell erhältlich. Gegen Aufpreis verbaut Shuttle einen Broadwell i3 bis hin zum i7. Auch das Design ist jetzt sehr viel Wohnzimmerfreundlicher geworden, doch dazu später mehr.
Was der kleine Shuttle leistet und wie er sich im Wohnzimmerbetrieb schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei unseren Partnern Shuttle bedanken und freuen uns auch weiterhin auf eine gute und lange Zusammenarbeit.

[​IMG]

Autor: Alexander Löwe (L10n)​

Verpackung / Lieferumfang / Technische Daten

Verpackung:

Ganz unscheinbar versteckt sich der kleine Shuttle XPC nano in einem wenig bedruckten Recyclingkarton. Außen ist ein Aufkleber zu Identifikation des Namen und der wichtigsten Merkmale wie Prozessor, Ram-Kompatiblität, Wlan-Geschwindigkeit und USB-Anschlüsse.
Nach einem Blick in das Innere der Verpackung fällt uns auf, dass der Shuttle in seiner Verpackung wahrscheinlich auch einen Sturz aus dem 3. Stock unbeschadet überstehen würde: Der kleine HTPC ist in zwei Schaumstoffhüllen verpackt, die quasi in der Mitte des Kartons halten. Daneben befindet sich ein schmaler Karton mit den Zubehörteilen.

[​IMG] [​IMG]

[​IMG]

Lieferumfang:

Im Paket befinden sich mehr Teile, als man am Anfang vielleicht denkt: Ein Standfuß, eine Vesa-Halterung, zahlreiche benötigte Schrauben und ein spezielles Sata-Kabel, falls keine M.2 SSD verwendet wird. Wer mehr Lieferumfang möchte, sollte sich beim Kauf ein Bundle mit einem 50″ TV zusammenstellen lassen.

[​IMG]

Technische Daten:

  • Prozessor: Intel Core i3 5005U, 2x 2.00GHz, 3MB Cache, 15W TDP
  • Arbeitsspeicher: DDR3L 1600 SO-Dimm x2, max. 16Gb
  • Festplatte: 1x SATA 6Gb/s (2,5″ 7mm), 1x M.2/B-M-Key (SATA, M.2 2242)
  • Grafik: Intel HD Graphics 5500 (IGP)
  • Anschlüsse: 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x Gb LAN (Intel I218-LM), 1x Klinke, 1x seriell, Cardreader (SD/SDHC/SDX), HDMI 1.4, Mini DisplayPort 1.2
  • Wireless: WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • Abmessungen (BxHxT): 141x29x141mm

Detailansicht

Auf den ersten Blick denkt man sich sofort: Wie passt dort ein PC inklusive 2,5″ Festplatte hinein?
Doch auch in dieser kleinen Form kann der Shuttle mit seinem Design durchaus überzeugen: Schwarz mit Hochglanz- und Kupferelementen. Diese Kombination sieht man sehr selten, wirkt beim Shuttle XPC nano NC01U3 besonders edel.

Bereits auf der Vorderseite des kleinen Shuttle finden sich die ersten Kupferakzente: Das Shuttle-Logo und der Powerbutton mit integrierten LEDs für Power und HDD-Aktivität.
Außerdem lassen sich zwei USB-3.0 und eine SD-Karte mit dem HTPC verbinden.

[​IMG] [​IMG]

An den beiden Seiten können wir Ein- und Auslässe, sowie einen serielllen Anschluss finden. Außerdem ist die rechte Seite zum Großteil geriffelt. Die Oberseite zeigt das kupferfarbene XPC-Logo auf einer Hochglanzoberfläche und trägt wirklich viel zum edlen Look bei.

[​IMG] [​IMG]

Die Rückseite lässt uns alle Geräte verbinden, die wir an einen HTPC anschließen möchten: Neben zwei USB-2.0 Anschlüssen finden wir hier einen Gigabit-LAN-Anschluss, sowie einen HDMI- und Displayport-Slot und natürlich der Eingang für das 19V Netzteil.

[​IMG] [​IMG]

[​IMG] [​IMG]

Auf der Unterseite befinden sich selbstverständlich die kleinen Standfüße, aber auch vier Gewinde zum Beispiel zur Befestigung der Vesa-Halterung. Außerdem sehen wir hier ein besonderes Feature: der Anschluss für die ab Q1/2016 erhältlichen Zusatzmodule. Eines dieser Zusatzmodule ist eine externe Grafikkarte.

Praxistest und Benchmarks

Praxistest:

Freundlicherweise hat und Shuttle SSD und RAM bereits vorinstalliert, doch trotzdem zeigen wir euch den Innenraum des NC01U3:
Nach dem Lösen zweier Schrauben unter den Füßen kann der Deckel angehoben werden. Darunter befindet sich die Seite des Boards, die einen DDR3L SO-Dimm Riegel und eine 2,5″ 7mm SSD beherbergen kann. Falls ihr die WLAN-Karte durch eine andere ersetzen wollt, müsst ihr das Board nicht ausbauen.

[​IMG] [​IMG]

[​IMG] [​IMG]

Anders sieht es jedoch für den zweiten RAM-Riegel und die M.2 SSD aus. Hierfür muss das Mainboard ausgebaut werden, was aber wirklich kein Problem darstellt.

Ist alles eingebaut, kann es schon zur Installation übergehen. Windows 7 ist in unserem Fall schnell installiert. Es bietet sich an, vorher einen Installationsstick mit allen Updates zu erstellen, da Windows 7 bereits sehr viele Updates mit sich bringt. Wenn der kleine Shuttle vor uns steht, ist ein leises Luftrauschen zu vernehmen. Mit etwas Entfernung ist er jedoch nicht mehr zu hören.

Benchmarks:

Hier bei unserem Leistungstest kann der Shuttle NC01U3 mit seinem i3-5005U erst einmal beweisen, was er wirklich kann. Dazu schicken wir ihn durch einen Testparkours.

Technische Daten Shuttle NC01U3:
CPU: Intel Core i3 5005U
GPU: Intel HD5500
RAM: 8GB Crucial DDR3L SO-DIMM 1600 CL11
SSD: Transcend MTS400 128GB @ 6GB/s Sata 3

Zu allererst der Test der M.2 Sata-Schnittstelle: Hierfür verwenden wir die kostenfreie Benchmark CrystalDiskMark 5.1.0.

[​IMG]

Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen, eine SSD zeigt bei diesen Werten sehr gute Performance. Mehr als ausreichend für den Alltagsgebrauch in einem HTPC, aber man nimmt doch, was man bekommen kann.

Nun zur Leistung der CPU und GPU: Cinebench R15 ist immer eine zuverlässige Benchmark, wenn es um Leistung außerhalb des Gaming-Bereiches geht.

[​IMG]

Auch hier können sich die Werte sehen lassen. Die GPU ist um 50% schneller als das Vorgängermodell HD4400 und die Rechenleistung des Prozessors kommt beinahe an den i5 4210U der Haswell-Generation heran. Im Vergleich zum Celeron 3205U, der sowohl in der Basisversion des NC01U und im DS57U (hier zum Test) verbaut ist, steigt die Rechenleistung der CPU um etwa 80% an.

Da Full-HD schon für den NUC kein Problem darstellte, versuchen wir es einmal mit 4K.
Zuerst spielen wir den James Bond Skyfall Trailer in 4K mit einer Bitrate von etwa 10000 kBit/s ab. Das Ergebnis: Etwa 25% CPU-Auslastung, da geht noch mehr.

[​IMG]

An seine Grenzen konnten wir den Shuttle NC01U3 mit einer 4K Demo* mit einer durchschnittlichen Bitrate von 27,9 mBit/s bringen. Doch ab Q1/2016 kann der kleine HTPC auch solche Datenmengen bewältigen, denn dann kann er durch die optional erhältiche AMD R7 M370 unterstützt werden.

[​IMG]

* 4K Demo 101 Fireworks:
https://www.demo-world.eu/2d-demo-trailers-uhd/

Fazit

Mit dem NC01U bringt Shuttle quasi den perfekten HTPC auf den Markt: Klein, schnell und schön anzusehen. Zur Auswahl stehen vier Modelle, die sich jeweils nur durch den Prozessor unterscheiden: Intel Celeron 3205U (140€), Intel Core i3 5005U (270€), Intel Core i5 5200U (377€), Intel Core i7 5500U (500€). Mit dem Shuttle DS57U hatten wir bereits den Celeron 3205U im Test und mit dem NC01U3 nun auch den i3 5005U. Zur Auswahl zwischen diesen beiden Prozessoren können wir sagen: Für FullHD reicht der Celeron, wer auf Zukunftssicherheit und 4K setzen möchte, ist mit dem i3 oder dem i5 besser bedient. Der i7 ist für einen HTPC schlichtweg zu teuer und unnötig. In dieser Konfiguration würden wir den Shuttle eher als kleine Workstation einsetzen.
Das wohl interessanteste Feature des NC01U ist aber nicht die Prozessorwahl, sondern die Möglichkeit, dem HTPC ab Q1/2016 Grafikpower per externer GPU einzuhauchen. Dadurch kann der Shuttle eine richtige Gefahr für sämtliche Steam-Machines werden. Uns ist lediglich ein kleiner Negativpunkt aufgefallen: Der Shuttle NC01U ist nicht passiv. Wer als in einer Filmpause ganz genau hinhört, kann vielleicht ein leises Luftrauschen vernehmen.

Preislich spielt der NC01U3 ganz vorne mit: Mit etwa 270€ ist er etwa gleichauf mit dem Gigabyte Brix, der ebenfalls einen Broadwell i3 an Bord hat.

Pro:
+ Leistung
+ Design
+ Klein
+ Optionale AMD R7 M370 (ab Q1/2016)

Kontra:
– Leichtes Luftrauschen

Wenn wir nun alles in einer Punktzahl zusammenfassen, kommen wir auf 9,5 Punkte. Somit bekommt der Shuttle NC01U3 unseren Gold- und Design-Award.

[​IMG] [​IMG]