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SilverStone TD02-Lite – wirklich so Lite?

Mit dem Sommer steigt auch die Hitze – nicht nur im Sonnenschein, sondern auch im Rechner.
Dass eine Luftkühlung mit heißer Luft nur wenig Effizienz erweist ist jedem klar, weshalb der Wunsch nach einer bezahlbaren Wasserkühlung immer häufiger wird. So gibt es immer mehr Hersteller die günstige All In One (Aio) Systemen anbieten. Das heißt man muss sich nicht viel mit den einzelnen technischen Details beschäftigen, wie, welche Pumpe, Größe des Schlauches, des Radiators, sondern bekommt ein kompaktes fertiges System.

Dies greift SilverStone mit der neuen Tundra Lite Serie auf und bringt ein Remake des TD02-E/ TD03-E raus. Dabei steht das Lite hauptsächlich für die leichtere Bauweise, denn sie wiegt nur noch 1kg anstelle von 1,5kg. Um auch die Leistung zu vergleichen, wurde uns ein Exemplar des TD02 Lite von SilverStone bereitgestellt. An dieser Stelle ein besonderer Dank an SilverStone für diese Bereitstellung und die gute Zusammenarbeit.

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Autor: AlexJ.​

Verpackung und Lieferumfang

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Die Verpackung kann man als ökologisch und schlicht beschreiben. In ihr ist zuerst die Installationsanleitung, wie auch in der vorherigen Version für alle Sockel, zu finden. Diese lässt sich sonst auch online über SilverStone besorgen. Der Inhalt kommt plastikumwickelt in einer passgenauen Pappschale an, so kann nichts während des Transports verloren gehen und kommt auch heile an. Der Karton beinhaltet: Wasserkühlung, 2x 120mm Lüfter, Wärmeleitpaste der Marke SilverStone und Sockelhalterung/ Schrauben in einem weiteren kleinen Karton.

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Zusätzlich sind 1 Molex-, 1 Y-Adapter für 2 Lüfter, als auch hauseigene Wärmeleitpaste enthalten. Die Kabel und Kühlung sind im schlichten schwarz gehalten, welches zu fast jedem System auch optisch passen sollte. Sie haben trotz des geringen Gewichtes einen wertigen Eindruck.

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Die Lamellen der Radiatoren sind nicht mehr parallel angeordnet, sondern, wie oft zu sehen, wellenförmig (die paralleler Anordnung sollte in der E-Variante angeblich die Materialkosten reduzieren und die Wärmeleistung um bis zu 40% verbessern). Zusätzlich sind sie 5mm kürzer (nur noch 273mm) und 4mm schmaler (120mm). So sollte der Radiator ohne Probleme in vielen Midi-Tower passen, solange die Oberseite für den Einbau von 2 Lüftern ausgelegt ist. Falls einige Lamellen leicht verbogen sind, keine Panik, dies ändert nichts an der Kühlleistung und sehen wird man es sowieso nicht.

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Der Schlauch aus Gummi ist mit seinen 310mm gleich geblieben, was keine Probleme bei der Positionierung des Radiators an der Oberseite bereiten sollte. Da hingegen ist der Kühlerblock nicht mehr nur aus einer Kupferplatte und vernickelten Aluminium, sondern komplett aus Kupfer, was die Effizienz steigere. Zudem ist, wie auch schon zuvor, die Kontaktfläche nicht werkseitig mit Wärmeleitpaste bestückt.
Hier kann jeder selber entscheiden, welche ihm/ihr besser gefällt. Wir nahmen die beigelegte SilverStone Wärmeleitpaste. Die Pumpe ist andererseits gleichgeblieben und wird dementsprechend die bekannten lauten Pumpgeräusche beinhalten.


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Auf dem Kühlblock ist das Logo von SilverStone zu sehen, welches von einer Lücke mit blauen LEDS beleuchtet wird, sobald der Rechner startet. Leider ist das Logo aus Aluminium, weshalb die Beleuchtung nicht sonderlich hervorsticht (eine Plexiglasvariante wäre in dieser Hinsicht besser).

Angeschlossen wird der Kühler über einen 3-Pin Stecker.
Die beigefügten 4-Pin PWM Lüfter sind ebenfalls die gleichen aus der E-Variante: Sie laufen zwischen 1500 und 2500 Umdrehungen pro Minute, was schon einen gewissen Geräuschpegel vorahnen lässt.

Installation und Testsystem

Die Installation ist simpel gehalten und dauert nur ca. 10min. Als Testsystem kommt folgendes zum Einsatz:

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Hat man die Lüfter an den Radiator und den Radiator an das Gehäuse befestigt, muss der Kühlblock mittels Sockel und 4 Feder-/Schrauben an der CPU befestigt werden. Natürlich sollte man vorher eine dünne Schicht Wärmeleitpaste/pads auf die CPU auftragen. Die Lüfter sollte man nicht direkt am Netzteil betrieben, denn sonst drehen sie automatisch bei Höchstleistung und man hat keine Einstellmöglichkeiten mehr. Also mittels Y-Adapter beide Lüfter an einen der CPU-4-Pins anschließen. Natürlich auch die Pumpe anschließen, die kann aber zur Not auch ans Netzteil.

Getestet wird im offenen Case des Corsair Obsidian 750D Airflow Edition in einem Abstand von 1m, wobei alle anderen Lüfter abgetrennt sind. Die Raumtemperatur beträgt angenehme 22°C.

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Dabei wird der Lüfter bei 4 Einstellungen (1550rpm, 1700rpm, 2300rpm und 2500rpm) betrieben und die Temperatur nach 30min Tests mittels prime95 ausgelesen. Nach jedem Test wurde gewartet, bis sich das System auf idle-Temperatur abgekühlt hat, bevor der nächste Test gestartet wurde.

Zusätzlich wurde bei der langsamsten Lüftergeschwindigkeit der Metro Last Light Benchmark (alle Einstellung auf sehr hoch, ohne Nvidia PhysX und Full HD) durchgeführt und 60min The Witcher 3 (alle Einstellungen mindestens auf Hoch, ohne Bartwuchs, Full HD) gespielt und alle Messdaten mittels Core Temp RC6 und HWinfo64 abgelesen.
Leider lässt sich die Pumpe nicht manuell steuern.

Kühlleistung und Lautstärke

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Wie in der Grafik zu sehen ist, sollte man sich nicht viele Gedanken über die Geschwindigkeitsanpassung machen, denn ob 1500rpm oder 2500rpm – es wird effektiv nicht viel bringen.

Im Gegenteil ab 1900rpm macht die Pumpe hörbare Geräusche, welche sich mit steigenden Umdrehungen verschlimmern. Und dies kommt zu den laut rotierenden Lüftern hinzu (bis zu 49dB(A)), welche man bei jedem Start kurz auf höchster Stufe aufheulen hört. Somit tut euch und allen Mitbewohnern ein Gefallen und lasst die Umdrehungszahl bei unter 1900rpm.

Um eine genauere Auskunft über den Spielealltag zu gewinnen wurde bei 1500rpm und ca. 36dB(A) für etwas länger als 1 Stunde The Witcher 3 gespielt und anschließend noch 1-2 Spielebenchmarks (Metro Last Light) auf hohen bzw. teilweise sehr hohen Einstellungen bei Full HD durchgeführt. Das Ergebnis: Nur kurze Spitze an 50°C und das bei 4,4GHz. Zudem sollte man berücksichtigen, dass die Tests bei offenem Gehäuse durchgeführt wurden, weshalb das eine oder andere Dezibel noch einzusparen wäre. Die Temperatur sieht auch gut aus für weiteres Übertakten und für ein geschlossenes Gehäuse.

Im geschlossenen Gehäuse senkt sich der Lautstärkepegel subjektiv nur gering. Dabei laufen aber noch 4 weitere Lüfter. Positiv ist, dass man erst bei 2300rpm die Pumpgeräusche wahrnimmt.

Fazit

Das TD02-Lite überwiegt in den positiven Aspekten. So kann es nicht nur als Einsteiger-Wasserkühlung genutzt werden, wo z.B. kein Platz mehr ist, sondern auch für Full HD Gamer Enthusiasten. Deshalb verdient es den Silber Award.

Zudem ist es für Beginner zu empfehlen, weil es einen vergleichsweise geringeren Preis haben soll (momentan noch nicht in Deutschland erhältlich, voraussichtlich ca. 70-75€). Natürlich gibt es bessere (vor allem teurere) All-in-one Lösungen, doch auch dort hat man mit den typischen Problemen, wie den lauten Pumpgeräuschen zu kämpfen. So hat es auch den Preis/Leistungs- Award zu Recht verdient.
Dennoch ist es fragwürdig, wieso die Fehler oder eher negativen Aspekten des Vorgängers (E-Variante) nicht behoben wurden: Das beleuchtete Logo ist leider nicht mehr so gut beleuchtet, wie beim Vorgänger, was gerade fürs Casemodding schade ist. Außerdem wäre eine Farbanpassungsmöglichkeit eine gute Ergänzung, denn nicht überall passt das Blau.

Die Pumpgeräusche sind schon eher typisch für AIO-Lösungen, aber die Lüfter hätten auf jeden Fall verbessert oder ausgetauscht werden können. So braucht man für den normalen Betrieb des PCs keine 1500 Umdrehungen. Da sollte schon etwa die Hälfte reichen (bei geringer Erhöhung der Temperatur). Doch auch dies ist oft, auch im teureren Segment, anzutreffen. Solange man also keinen Silent-PC möchte, weil man sowieso Kopfhörer oder auf voller Lautstärke der Boxen spielt/ Musik hört, macht man mit dieser Wahl nichts falsch.

Zusammenfassend

Pro
+ weniger Gewicht als der Vorgänger
+ Kühlkörper komplett aus Kupfer
+ Gute Preis/Leistung

Contra
– Sehr laute Lüfter (lassen sich aber austauschen)
– Laute Pumpgeräusche
– LEDs haben nur wenig Sinn & Zweck

Awards
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