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Silverstone Tundra TD03-LITE – Wasserkühlung mit Schönheitsfehler

Heute testen wir mit dem „TD-03 LITE“ schon die zweite Auflage der Tundra-Serie von „SilverStone“. Die Komplettwasserkühlungen sollen im Gegensatz zur ersten Generation nun deutlich preiswerter und kompakter ausfallen. Obwohl in den Abmessungen geschrumpft, soll die Leistung natürlich mindestens ebenbürtig sein. Wir werden das Set nun besonders im Hinblick auf Kühlleistung, Lautstärke und Montage überprüfen und eventuell eine Empfehlung aussprechen.

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Schauen wir uns zuerst die technischen Daten an:

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Autor:
Bastion​
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Wir danken SilverStone für die freundliche Bereitstellung der Testmuster und freuen uns auf eine weiterhin enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.​

Vorstellung und Lieferumfang

Vollständigkeitshalber noch die (technisch relevanten) Veränderungen gegenüber der ersten Tundra-Generation. Der Radiator ist nun von 45 mm in der Tiefe auf 27 mm geschrumpft und auch der Kühler hat etwas in seiner Höhe eingebüßt. Soweit so gut.

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Wie von einer Komplettwasserkühlung gewohnt ist auch bei der Tundra-Serie von SilverStone der Kühler schon völlig betriebsbereit aus der Verpackung zu entnehmen. Die Flüssigkeit ist schon in ausreichender Menge eingefüllt und auch Schläuche müssen nicht mehr verbunden werden.

Beim Auspacken des Kühlers ist uns sofort die kupferne Oberfläche des Kühlers aufgefallen. Sie ist gut verarbeitet. Auf dem Kühler ist auch die Pumpe befestigt, die bei Betrieb minimal blau leuchtet. Es handelt sich dabei um eine 12V Pumpe die etwa 2500 U/min erreicht.

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Der Radiator weist ebenfalls eine gute Verarbeitung auf. Nicht so gut gefallen hat mir die Lackierung der Lamellen, dort sind einige dieser Metallfarben geblieben. Bei entfernter Betrachtung und Installation des Lüfters ist es aber kaum zu sehen. Der Ventilator hört auf die Bezeichnung „APA1225M12“ und kommt aus eigenem Hause.

Im Lieferumfang enthalten ist der Kühler samt Radiator, der 120mm SilverStone Lüfter (APA1225M12), die Montageutensilien, die Wärmeleitpaste „SilverStone Thermal Grease“, ein 4-Pin zu 4-Pin Molex Adapter, eine Kurzanleitung sowie eigentlich ein 4-Pin Y-Kabel (laut Kurzanleitung, war bei uns aber nicht enthalten).

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Montage

Die Installation des „TD03-LITE“ erweist sich als sehr einfach. Da der Radiator und die Pumpe schon verbunden sind und auch die Flüssigkeit schon im System enthalten ist, muss man nur noch, wie bei einem beliebigen Luftkühler auch, den Kühler am Sockel befestigen.

In Bezug auf unser AMD-Testsystem geschieht das mithilfe einer mitgelieferten alternativen Backplate. Vorher müssen wir aber noch die schon vorinstallierten Halteklammern für Intel-Systeme durch Derivate für AMD-Systeme ersetzen. Das geschieht auf beiden Seiten mit dem Lösen von zwei kleinen Schrauben.

Danach können wir auch schon die Backplate unseres Standardsockels abschrauben und durch die von „SilverStone“ mitgelieferte ersetzen. Dazu gibt es für jedes der Vier Löcher eine Schraube und einen Abstandshalter.

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Nach dem Auftragen der SilverStone Thermal Grease können wir den Kühlkörper auch schon befestigen und sind fast fertig. Nun muss bloß noch der Lüfter (SilverStone APA1225M12) am Radiator befestigt werden und Platz für den Wärmetauscher im Gehäuse gefunden werden. Alles in Allem eine sehr einfache Montage ohne große Probleme.

Testsystem und Methodik

Als Testsystem kommt ein etwas betagtes System zum Einsatz, bei welchem ein Prozessor mit 90 Watt Verlustleistung verbaut ist. Die TDP ist zum Beispiel heutzutage Standard bei Gamer Prozessoren der Firma Intel und stellt somit auch einen gewissen Bezug zur Realität trotz des Alters dar.

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Wir haben jeweils die Temperatur im Leerlauf und unter Last bei verschiedenen Lüfterdrehzahlen gemessen. Jede Messung wurde nach fünfzehnminütigen Halten der Geschwindigkeit aufgenommen und zwischendurch das System heruntergefahren. Die Raumtemperatur betrug ungefähr 22°C. Zum Einstellen einer hundertprozentigen Prozessorlast nutzten wir das Programm „Prime95“, zum Auslesen der Prozessortemperatur „AIDA64“ und zum Einstellen der Lüftergeschwindigkeit „Speedfan“.

Einschätzung der Kühlleistung und Lautstärke

Zum besseren Verständnis hier eine Tabelle zur Zuordnung der Prozentzahlen zur Lüfterdrehzahl. Die Abweichungen der Maximaldrehzahl vom Herstellerwert sind normal, da erstens Messfehler des PWM-Signals vorliegen können und zweitens der Hersteller 10% für die Abweichung von der Maximaldrehzahl angibt.

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Vielleicht wird der ein oder andere schon in den technischen Daten herausgefunden haben, dass der mitgelieferte Lüfter eine sehr hohe Minimaldrehzahl von 1500 U/min aufweist und sich dadurch schon alleine von den technischen Daten nicht als Leisetreter ausweist. Letztendlich kann auch „SilverStone“ nicht zaubern und so ist der Betrieb des Lüfters über 1750 U/min für Menschen mit sensiblen Gehör eigentlich nicht zu empfehlen. Selbst bei Minimaldrehzahl ist der Lüfter schon gut wahrnehmbar. Deshalb würde ich schon fast behaupten, dass das Auswechseln des Lüfters Pflicht für jene Leute ist, die es wirklich ruhig haben wollen.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen die Lautstärke der Pumpe. Sie verrichtet sehr unauffällig ihren Dienst und säuselt mit einem tiefen Brummen vor sich hin. Sie gibt kein Fiepen oder ähnliches von sich.

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Wenn wir uns nun die Kühlleistung anschauen, sehen wir, dass der Kühler diesen hohen Luftdurchfluss (der durch die hohe Lüfterdrehzahl verursacht wird) gar nicht braucht. Die Temperaturen zeigen sich von der Reduktion unbeeindruckt und verharren beinahe auf dem gleichen Level. Letztendlich liegt es sicherlich auch etwas an unserem alten System, aber bei Prozessoren mit 125 Watt thermischer Verlustleistung würde die Temperaturveränderung bestimmt nicht viel anders aussehen.

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Im Vergleich mit den schon getesteten Luftkühlern „Cryorig H7“ und „Scythe Mugen Max“ rennt der Wasserkühler den wasserscheuen Probanden förmlich davon. Wie schon im letzten Absatz angesprochen ist auch eine Verringerung der Lüfterdrehzahl kein Problem für den „TD03-LITE“, für die Luftkühler schon. Eine Ursache ist natürlich auch, dass die Pumpe ja ununterbrochen mit ihren 12V und 2500 U/min weiter pumpt, egal wie schnell sich der Lüfter dreht.

Insgesamt kann man weniger im Leerlauf aber mehr bei Volllast den Unterschied sehr gut bemerken. Der „SilverStone TD03-LITE“ kann sich bis zu 5°C vom ungleichen Kontrahenten „Scythe Mugen Max“ absetzen. Letztendlich ist das Ergebnis nicht beachtlich, da wir hier Luftkühler gegen Wasserkühler gegenüberstellen, könnte aber den Aufpreis von etwa 25€ vom „Scythe“ zum „SilverStone“ Pendant rechtfertigen.

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Fazit

Abschließend können wir sagen, dass sich die „SilverStone Tundra TD03-LITE“Komplettwasserkühlung in Bezug auf die Kühlleistung keine Schwäche erlaubt. Die hochwertige Verarbeitung und auch die sehr gute Pumpe trüben nicht das Gesamtbild. Letztendlich ist es aber der Lüfter, der einige Fragen hinterlässt, besonders im Hinblick auf den Straßenpreis von etwa 65 €. Insgesamt ist der „TD03-Lite“ nur für jene, die sehr gute Kühlleistung benötigen und sich nicht an der hohen Lautstärke des Lüfters stören. Alle anderen tauschen entweder den Lüfter oder schauen sich bei einem anderen Hersteller um. Eigentlich sehr Schade, da die Kühlleistung stimmt aber der Lüfter Radau macht.

Pro

+ sehr gute Kühlleistung
+ angenehme Pumpenlautstärke
+ ansprechendes Design (z.B. leuchtender Kühlkörper)

Contra

– lauter Lüfter

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Wir danken SilverStone für die freundliche Bereitstellung des Testmusters und freuen uns auf eine weitere enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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