In der Vergangenheit haben viele Menschen auf traditionelle Antivirenprogramme vertraut, wenn es um die effektive Abwehr von Bedrohungen aus dem Internet ging. Doch Angreifer nutzen heutzutage immer raffiniertere Methoden. Sie versuchen, ihre Schadsoftware mithilfe von Social Engineering und KI (Künstliche Intelligenz) zu verbreiten. Das stellt neue Herausforderungen an ein modernes Antivirenprogramm.
Dieser Artikel wirft einen Blick auf mögliche Risiken und welche Art von Antivirenprogramm in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Mit den praktischen Tipps am Ende lässt sich hoher Schutz auch weiterhin gut gewährleisten.
Wie hoch sind die Gefahren eines Virenbefalls?
Viele Menschen unterschätzen das Risiko eines Virenbefalls. Und das, obwohl sich Cybercrime 2025 in Deutschland auf ein Rekordhoch belief. Hierzu gehören alle möglichen Arten von Attacken, angefangen bei DDoS-Angriffen hin zur sogenannten Ransomware. Letztere ist eine besonders tückische Schadsoftware, die zu hohen Schäden führen kann.
Es handelt sich nämlich um einen Virus, der alle Daten auf einem Datenträger bzw. einem System verschlüsselt und somit unbrauchbar macht. Zeitgleich melden sich die Kriminellen mit einer Lösegeldforderung, um die Daten wieder zu entschlüsseln. Von Privatpersonen verlangen sie hunderte Euro, Unternehmen müssen hingegen oft bis zu eine Million Euro zahlen.
Info-Stealer (Identitätsdiebstahl) und Key-Logger (Tasten-Protokollierer) gehören ebenfalls zu gängigen Bedrohungen. Sie greifen sensible Daten ab oder zeichnen im Hintergrund alle Eingaben auf, um sie dann unbemerkt über das Internet an die Kriminellen zu schicken. So gelangen sie an Informationen und Konten für weitere Missbrauchsversuche.
Bietet ein traditionelles Antivirenprogramm genug Schutz?
Ein traditioneller Antivirenscanner arbeitet nach einem bewährten Prinzip und kann soliden Schutz gegen die meisten (bekannten) Bedrohungen bieten. Hierzu vergleicht das Antivirus eingehende Dateien und Programme mit einer riesigen Datenbank an bereits bekannter Schadsoftware (mithilfe sogenannter Signaturen oder Hashes).
Das bedeutet aber auch, dass es warten muss, bis eine Datei heruntergeladen oder ausgeführt wird, ehe es eine mögliche Gefahr erkennen und blockieren kann. Für bekannte und ältere Bedrohungen ist das eine zuverlässige Methode, bei brandneuen Gefahren stoßen traditionelle Antivirenprogramme jedoch schnell an ihre Grenzen.
Und genau hier kann KI (Künstliche Intelligenz) das Problem verschärfen. Kriminelle könnten die neue Technologie dazu nutzen, um mit wenig Aufwand neue und unbekannte Viren zu erstellen, die ein traditioneller Antivirenscanner anfangs nicht erkennt. Zudem besteht noch die Gefahr von dateilosen Angriffen, die Systemprogramme oder RAM infiltrieren können.
Was macht ein Next-Generation-Antivirus anders?
Ein Next-Generation-Antivirus (kurz: NGAV) geht bei der Gefahrenabwehr noch einen Schritt weiter. Anstatt nur bekannte Dateisignaturen abzugleichen, nutzt es auch künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Verhaltensanalysen, um Bedrohungen, Zero-Day-Exploits und dateilose Angriffe in Echtzeit blockieren zu können.
Das NGAV konzentriert sich dabei auf das Verhalten, indem es Prozesse und Aktivitäten kontinuierlich überwacht. Hierbei lernt es zu unterscheiden, was ein „normales“ Verhalten ist und was im Gegenzug bösartige Aktivitäten darstellen könnte. So lassen sich sogar völlig neue bzw. unbekannte Viren und Angriffe frühzeitig stoppen.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Kriminellen steht selbst bei neuer Schadsoftware kein Zeitfenster mehr zur Verfügung. Ein NGAV ist nämlich nicht mehr einzig und allein auf eine Datenbank an bekannten Dateisignaturen angewiesen, sondern kann mithilfe von Verhaltensanalysen frühzeitig eingreifen und Schlimmeres verhindern.
Weitere Tipps zur Abwehr von Viren und Schadsoftware
Vorsicht vor Phishing-Versuchen
Phishing bleibt nach wie vor eine beliebte Methode, wie Angreifer ihre Schadsoftware verbreiten. Sie geben sich dabei gerne als Paketzusteller oder als Unternehmen mit einer offenen Rechnung aus. Ein NGAV kann auch solche Versuche erkennen und Nutzer warnen, noch bevor sie auf einen irreführenden Link klicken oder einen schädlichen Anhang öffnen.
Software nur von seriösen Quellen beziehen
Einige Kriminelle verbreiten ihre Schadsoftware über eigens dafür erstellte Webseiten. Oft locken sie mit kostenlosen Downloads von bezahlpflichtigen Programmen. Das kann speziell viele Kinder und Jugendliche zum Herunterladen verleiten. Besser ist: Software sollte nur aus offiziellen App-Stores oder von offiziellen Webseiten bezogen werden.
Regelmäßige Backups machen
Ransomware-Angriffe und Viren zielen oft auf sensible und wichtige Daten ab. Wer jedoch regelmäßige Backups macht, hat selbst bei einem erfolgreichen Angriff wenig zu verlieren. Man muss sich dann nicht auf die Erpressungsversuche einlassen, sondern kann das System zurücksetzen oder formatieren. So haben die Angreifer kein Druckmittel mehr.
Zu neuen Gefahren auf dem Laufenden halten
Kriminelle entwickeln ständig neue Betrugsmaschen, mit denen sie versuchen, alle Sicherheitsmaßnahmen auszutricksen. Hierbei wird oft der Mensch als schwächstes Glied in der Kette anvisiert (Stichwort: Social Engineering). Es ist also wichtig, sich auf dem Laufenden zu halten, um neue Betrugsversuche möglichst schnell erkennen zu können.
Fazit: Traditionelle Antivirenprogramme bietet guten Schutz, ein Next-Generation-Antivirus erkennt auch neue Gefahren
Grundsätzlich bieten traditionelle Antivirenscanner einen soliden Schutz gegen alle bekannten und gängigen Schadprogramme. Cyberkriminelle passen jedoch ihre Angriffe dank neuer Technologien wie KI zunehmend an, was ebenso eine neue Form der Gefahrenabwehr erfordert. Genau hier kann ein Next-Generation-Antivirus alle Vorteile ausspielen.
Anstatt einzig und allein auf einen Datenbankabgleich zu setzen, lernt es auch, neue Gefahren eigenständig zu erkennen. Das kann in Zukunft den entscheidenden Unterschied ausmachen und zu einer hohen Sicherheit vor neuen Angriffen beitragen.




