Sony verteidigt sich in einer geplanten Sammelklage gegen den Vorwurf, Kunden über den Besitz digitaler Spiele zu täuschen. Die Argumentation des Unternehmens ist ungewöhnlich deutlich: Kein vernünftiger Käufer könne davon ausgehen, ein digitales Spiel tatsächlich zu besitzen.
Hintergrund ist eine Klage in Kalifornien, bei der Sony vorgeworfen wird, beim Kauf im PlayStation Store nicht ausreichend darauf hinzuweisen, dass Kunden lediglich eine Lizenz erwerben. Sony verweist dagegen auf die Nutzungsbedingungen, denen Käufer vor dem Kauf zustimmen. Dort steht ausdrücklich, dass die Software „lizenziert und nicht verkauft“ wird.
Um zu verdeutlichen, warum ein echter Eigentumsübergang aus Sicht des Unternehmens nicht plausibel sei, verweist Sony auf die Kaufhistorie zweier Kläger: Einer kaufte Resident Evil Requiem, nur elf Tage später erwarb ein weiterer Kläger dasselbe Spiel. Sony argumentiert, bei tatsächlichem Eigentum hätte der zweite Käufer das Spiel nicht noch einmal erwerben können.
Die weitere Entwicklung des Falls wird für den 1. Oktober erwartet. Pikant ist dabei Sonys eigene Zukunftsstrategie: Ab Januar 2028 sollen für neue PlayStation-Spiele keine physischen Discs mehr produziert werden. Damit könnten digitale Lizenzen langfristig zur einzigen Möglichkeit werden, neue Titel zu erwerben.
Die Diskussion zeigt einmal mehr den Unterschied zwischen „ein Spiel kaufen“ und „eine Nutzungslizenz erwerben“ – und dürfte mit dem zunehmenden Abschied von physischen Medien noch wichtiger werden.
*Quelle: The Game File





