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Tt eSports Shock 3D – Großzügiges Gamer-Headset mit LED-Effekt

[nextpage title=“Einleitung“ ]

Durch die seit Jahren anhaltende Popularität von Online-Games mit kooperativen Inhalten ist die teaminterne Kommunikation für viele Spieler unerlässlich. Wer dabei seine Mitspieler nicht mit dem Wiederhall seiner Lautsprecher im drittklassigen Webcam-Mikrofon vergraulen will, macht sich üblicherweise auf die Suche nach einem geeigneten Headset. Doch ab hier ist guter Rat teuer, denn man kann aus einer unüberschaubaren Menge von Herstellern und Modellen wählen. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern, haben wir uns bereits einige Headsets angeschaut und bewertet und auch heute besetzt eines unsere Testbank. Das kommt aus dem Hause Thermaltake und hört auf den Name Tt eSports Shock 3D 7.1. Anders als bei den bisherigen Modellen der Shock-Reihe hat sich bei der Optik einiges getan. Für die Wiedergabe finden weiterhin 40mm Neodym-Membranen im Stereo-Layout Verwendung, wobei sie ab sofort von einer integrierten USB-Soundkarte mit simuliertem Surround-Sound versorgt werden.

Ob dieses Headset seinem Namen gerecht wird und uns im positiven Sinne schockt und ob es seine 80€ wert ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Für die freundliche Bereitstellung des Testsamples und das uns dadurch entgegengebrachte Vertrauen geht unserer besonderer Dank an Thermaltake. Wir hoffen weiterhin auf eine ergiebige Zusammenarbeit.

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Autor: Kim

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[nextpage title=“Verpackung und technische Daten“ ]

Verpackung und technische Daten

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Verpackt ist das Shock 3D in einem schwarzen Karton mit roten Akzenten. Durch ein Plastik-Fenster in der Ecke kann man einen ersten Blick auf die linke Ohrmuschel mit Mikrofonarm werfen. Ansonsten finden sich Hinweise zu den Besonderheiten des Headsets. Dazu zählen:

  • weiches Kopfpolster
  • einklappbare Ohrmuscheln
  • Kunstleder-Ohrpolster
  • Größenverstellbar mit 10 Rasterstufen
  • Kontroll-Elemente für 3D-Simulation, 4 Equalizer-Presets und Volume direkt an der Ohrmuschel
  • rot beleuchtetes Drachenlogo von Tt eSports auf beiden Ohrmuscheln
  • automatisches Abschalten beim Hochklappen des biegsamen Mikrofons

 

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Löst man einen Klebestreifen an der oberen Kante des Kartons, lässt sich der Deckel aufklappen und das Headset in einer Plastikschale herausziehen. Es ist zusätzlich mit zwei Kabelbindern auf der Rückseite der Schale gesichert, was das Auspacken etwas fummelig macht.

Neben dem Headset mit fest verbundenem Kabel finden sich im Karton noch eine Garantie-Bestimmung, zwei Aufkleber mit Tt eSports-Logo und eine praktische Transporttasche mit Zugband.

Technische Daten:

Kopfhörer
Maße: 218x213x97mm
Gewicht: 355g
Membran: 40mm
Wiedergabefrequenz: 20Hz – 20kHz
Wiederstand: 32Ohm
Empfindlichkeit: 92dB bei 1kHz
Kabel: 2m Textilgeflecht
Stecker: vergoldeter USB

Mikrofon
Ausrichtung: Omni-direktional
Noisecancelling: Ja
Impedanz: 2,2kOhm
Abtastfrequenz: 100Hz-10kHz
Empfindlichkeit: -35dB +/- 3dB

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[nextpage title=“Erster Eindruck“ ]

Erster Eindruck

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Was an diesem Headset besonders ins Auge sticht, sind die wirklich tief ausgelegten Ohrmuscheln. Von außen trumpfen sie mit asymmetrischen Formen und schwarz-grauer Farbgebung auf. Anders als das offene Mesh-Gitter vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen offenen Kopfhörer, sondern hinter dem Mesh schimmert das LED-Logo durch. Durch die großen Plastikflächen gelingt der wertige Eindruck aber nicht so ganz. Ganz anders dagegen die sehr weich und tief ausgelegten Ohrpolster aus schwarzem Kunstleder, die ein weiches Aufliegen versprechen. Im Gegensatz zu einem Stoffbezug bietet dieses Material eine schlechtere Belüftung, schirmt Umgebungsgeräusche aber deutlich besser ab. Im Inneren findet sich eine Stoffschicht in der roten Akzentfarbe.

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Beide Ohrmuscheln lassen sich für einen schmaleren Transport nach innen drehen.

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In der linken Ohrmuschel verbirgt sich die USB-Soundkarte, die bei diesem Headset so nicht nervig auf halber Kabellänge baumelt. Durch die USB-Verbindung wird der LED-Effekt ermöglicht, allerdings verhindert die integrierte Soundkarte die Nutzung der PC-eigenen Karte. Das ist besonders für Spieler mit einer teuren Soundkarte mit guter Surround-Simulation ein Nachteil. Zur Bedienung gibt es an der Außenseite der linken Ohrmuschel zwei Schalter für die Equalizer-Settings und die 3D-Simulation, sowie ein Drehrad für die Lautstärke. Leider vermitteln alle drei eine billige Haptik.

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Unter zu wackeliger Auslegung leidet auch das Drehgelenk zum Hochklappen des Mikrofons. Der biegbare Mikrofonarm lässt sich hingegen hervorragend und ohne Zurückfedern in Position bringen.

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Der matt schwarze Kopfbügel ist relativ breit gestaltet und hat einen roten Tt eSports-Schriftzug. Darunter sitzt ein dickes Schaumstoffpolster mit rotem Textilüberzug, das nach einer angenehmen Auflage aussieht.

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Über den Drehgelenken der Muscheln lässt sich der Rahmen zur Größeneinstellung auseinander ziehen. Dabei kommt eine schöne, 3cm lange Metall-Schiene mit Rasterstufen in 5mm-Abständen zum Vorschein. Die Rasterstufen könnten unserer Meinung nach aber gleichmäßiger und präziser greifen.

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Verbunden wird das Headset mit einem 2m langen USB-Kabel mit vergoldetem Anschluss. Die Verkleidung aus Textilgeflecht wirkt leicht und edel, ist aber auch etwas steif. Der Knickschutz sieht danach aus, als würde das Kabel lange überleben.

Als erster Eindruck bleibt ein Headset mit gelungener Optik, die nur von dem vielen Plastik getrübt wird. Polster und Kabel wissen zu gefallen, während Bedienelemente und Größenraster keine gute Haptik vermitteln.

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[nextpage title=“Handhabung und Komfort“ ]

Handhabung und Komfort

Bevor man das Headset in vollem Umfang nutzen kann, muss man sich die entsprechende Treibersoftware hier von der Herstellerseite herunterladen. Nach einer kurzen Installation und einem Neustart stellen wir ernüchtert fest, dass die Software nicht automatisch im Autostart landet, wodurch man das händisch erledigen muss, wenn man die Software nicht jedes Mal manuell starten will.

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Ist das erledigt, lässt sich die UI über ein kleines, rot-schwarzes Tt eSports-Icon im Tray aufrufen. Obwohl der Download von Software-Version 1.1 sprach, steht in der Oberfläche seltsamerweise 1.00 . Auch sonst kann die Benutzeroberfläche nicht sehr beeindrucken. Neben zwei deaktivierbaren Slidern für die Stärke der Surround-Simulation und Bassanhebung finden sich die vier Equalizerprofile Default, RTS, FPS und MMO RPG. Deren Charakteristika werden unten links in einem 10-Band-Equalizer visualisiert. Was uns doch sehr enttäuscht, ist, dass es über besagten Equalizer nicht möglich ist, Regler individuell zu verschieben, geschweige denn eigene Profile zu definieren. Anstatt eigener Equalizer-Settings gibt es dafür zwölf ziemlich unnötige Hall-Effekte für Gummi-Zelle, Theater usw. Da liegen unserer Meinung nach die Prioritäten an der völlig falschen Stelle. Außer Testtönen für rechte und linke Ohrmuschel und einen Link zur Herstellerwebsite hat die Software nichts mehr zu bieten und unterm Strich einen sehr kleinen Funktionsumfang.

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Schauen wir uns das nun einsatzbereite Headset an. Sobald Sound wiedergegeben wird, fangen die LED-Logos unter dem Mesh-Gitter auf der Außenseite in einem schönen Rot zu leuchten an und blinken sogar im Takt der Musik. Auch wenn das wenig praktischen Nutzen bringt, hat es auf jeden Fall Eye-Candy-Qualitäten.

Auf dem Kopf angekommen machen sich die dicken Polster bezahlt und die Auflage ist sowohl auf dem Kopf als auch an den Ohren angenehm. Beim längeren Spielen merkt man, dass das Kopfpolster etwas nachgiebiger sein könnte, sodass es auf einer größeren Fläche aufliegt. Auch die Kunstlederohrpolster offenbaren das übliche Problem mit der Wärmestauung dieses Materials, was allerdings durch die bessere Isolierung von Umgebungsgeräuschen aufgewogen wird. Insgesamt empfanden wir das Shock 3D als vergleichsweise sehr angenehmes Headset, was das Tragegefühl betrifft.

Die beiden Knöpfe lassen sich mit der linken Hand erst mit etwas Suchen treffen. Der Vordere aktiviert die 3D-Simulation und leider gleichzeitig die völlig überzogene Bass-Verstärkung. Das macht den Knopf für uns unbrauchbar, weil wir jedes Mal die Software öffnen müssen, um die Bassverstärkung zu deaktivieren. Hier offenbart sich ein weiterer Bug. Jedes Mal, wenn man die UI mit einem Klick auf OK schließt und wieder aus dem Tray aufruft, setzen sich beide Slider auf ihren Ausgangswert bei 2/3 zurück. Da muss dringend nachgebessert werden. Der hintere Knopf schaltet im Uhrzeigersinn durch die vier Equalizer-Profile. Der Volume-Regler steuert nicht sehr präzise und überspringt gerne mal einen Rasterschritt. Hat man die UI noch offen und dreht auf 100%, ertönt ein nicht enden wollendes Info-Geräusch, das eigentlich nur ein Mal ertönen sollte. Auch hier: Bitte nachbessern!

Der Mikrofonarm lässt sich leicht nach oben klappen. Hier ist eigentlich nur anzumerken, dass er ein Stück nach unten fällt, wenn man ihn nur zur Hälfte nach oben schiebt. Die Links-Rechts-Positionierung über das biegbare Element funktioniert hervorragend.

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[nextpage title=“Audioqualität“ ]

Audioqualität

Der wichtigste Aspekt ist und bleibt natürlich die Audio-Qualität. Und da schlägt sich dieser Vertreter von Tt eSports im Vergleich zu vielen Konkurrenten sehr ordentlich. Wie bereits erwähnt hat das Headset keinen Hardware-Surround-Sound sondern nur eine Surround-Simulation mit Stereo-Hardware. Das klingt für weniger erfahrene Nutzer zwar schlechter, de facto muss der Schall aber sowieso durch nur zwei Gehörgänge, egal aus wie vielen Richtungen der Schall kommt. Daher ist eine gute Simulation der Laufzeitunterschiede viel entscheidender für ein räumliches Gefühl in einem Headset, als mehr Wiedergabequellen. Außerdem bietet das Stereo-Layout Vorteile beim Musik hören.

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Musik:
Ohne Hall, Bassverstärkung, Surround-Simulation und Equalizer bietet sich bei Musik ein aufgeräumtes Klangbild, das sich keine großen Schwächen leistet. Am besten gefällt uns der Bassbereich, der zwar etwas stark gezeichnet ist, aber nicht zu aufgebläht wirkt und an einigen Passagen einen schönen Punch entwickelt. Mitten und Höhen wirken nicht so betont, werden aber auch nicht verschluckt. Lediglich die fehlenden Feinheiten und Details bei der Wiedergabe sind zu bemängeln, was für einen Kopfhörer in dieser Preisklasse aber auch völlig normal ist. Bei den Equalizer-Modi gefiel uns der RTS-Modus am besten, da er die oberen Bereiche klarer hervorhebt. Der FPS-Modus dagegen wirkt zu dumpf und MMO-RPG brachte nicht ganz so viel Klarheit wie RTS. Musikalisch eignet sich das Shock 3D besonders für elektronische Musik und Rock. Auch akustische Musik und Klassik kann man sich anhören, wenn man keine starken Ansprüche an Feinheiten hat und die Tiefenbetonung nicht stört.

Filme:
Bei der Filmwiedergabe haben wir natürlich die Surround-Simulation ausprobiert, mussten aber ernüchtert feststellen, dass diese den Sound je nach Slider-Stellung deutlich hohler werden lässt, ohne für großartige Räumlichkeit zu sorgen. Also wieder zurück zu einfachem Stereo, das sich gleich gut wie bei der Musikwiedergabe schlägt. Von der Bass-Verstärkung raten wir vollends ab, da dieses Headset bereits bassbetont ist und durch die Verstärkung der Sound zu dumpf wird.

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Games:
Da es sich um ein Spielerheadset handelt, ist dieser Bereich natürlich von besonders großem Interesse und wir haben das Headset in Genres mit verschieden Anforderungen getestet.

In Titanfall und anderen Ego-Shootern tritt das Headset klanglich wie auch schon zuvor ordentlich auf. Maschinerie und Waffen klingen kräftig, hin und wieder werden ein paar Details im Effektfeuerwerk verschluckt. Durch das Aktivieren der Surround-Simulation gibt es spürbare Vorteile bei der Ortung. Der hohler werdende Klang stört hier nicht ganz so sehr, jedoch würden wir den Slider nicht über die vordere Hälfte hinaus bewegen, da danach die Räumlichkeit nicht großartig zunimmt, dafür aber die Klangverschlechterung. Bevorzugt spielen wir mit dem klaren RTS-Equalizer.

In Rollenspielen wie The Witcher 3 und Skyrim spielt Räumlichkeit eine weniger entscheidende Rolle, dafür aber Dialoge und der Soundtrack. Hier kann das Headset durch seine guten Stereo-Qualitäten überzeugen. Eine eingeschaltete, geringe Surround-Simulation bringt etwas mehr Räumlichkeit mit etwas schlechterem Klang.

In atmosphärisch dichten Adventures wie der Amnesia-Reihe ist eine ebenso dichte und atmosphärische Soundkulisse ein zentraler Aspekt. Hier punktet das Shock 3D mit seinem kraftvollen Sound und auch die Ortung der nahenden Monster funktioniert mit Surround-Simulation gut.

Zuletzt darf sich das Headset noch in Flatout: Ultimate Carnage behaupten, wo sich brummende Motor-Geräusche mit fetzigem Rock-Soundtrack mischen. Hier offenbart das Shock 3D ein paar Schwächen, da sich durch die fehlende Transparenz Motorengeräusche und Soundtrack stellenweise verschlucken und eine Ortung des Gegners schwierig machen.

Kommunikation:
Das Mikrofon macht ebenso wie die Stereo-Wiedergabe eine sehr gute Figur. Die Stimme kommt klar und unverzerrt rüber und außer einem leichten Hintergrundrauschen gibt es keine Störgeräusche. Hintergrundgeräusche werden leise mit abgebildet. Beim Test mit Teamspeak, Skype und lokal hatten wir keine Probleme.

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[nextpage title=“Fazit“ ]

Fazit

Das Tt eSports Shock 3D 7.1 kann in den Kerndisziplinen Audio-Qualität und Tragekomfort im Gegensatz zu den meisten anderen Headsets in seinem Preisbereich überzeugen. Die reine Stereo-Wiedergabe bietet einen schönen Sound und die Surround-Simulation verbessert die Räumlichkeit, auch wenn wir das schon besser simuliert gehört haben. Leider ist man an dieser Stelle auch auf die integrierte Soundkarte angewiesen und kann keine eigene verwenden. Die Aufnahmequalität des Mikrofons ist sehr gut für IP-Telefonie geeignet. Kopf- und Ohrpolster liegen weich auf und drücken nicht unangenehm. Besonders Polster, Formgebung und LED-Effekt begeistern auch Freunde der hübschen Optik, die das Headset durch die faltbaren Ohrmuscheln und den Transportbeutel angenehm zur nächsten LAN-Party mitbringen können.

Große Abstriche gibt es dafür an einer Stelle, wo sie eigentlich nicht sein müssten. Und zwar bei der Software. Kein automatischer Autostart, keine eigenen Equalizer-Settings und 3D- und Bass-Slider werden beim erneuten Aufrufen der UI zurückgesetzt. Auch dass der Knopf für die 3D-Simulation am Headset automatisch die völlig überzogene Bass-Verstärkung aktiviert, ist uns ein Dorn im Auge. Ansonsten wäre noch eine wertigere Haptik der Bedienelemente wünschenswert.

Dementsprechend ist das Headset empfehlenswert für optikbewusste Nutzer, die gerne bei gutem Tragekomfort Musik hören oder spielen und telefonieren, ohne sich allzu viel um die Einstellungen zu kümmern. Für all diejenigen, die Wert auf viele Einstellungen und eine exzellente 3D-Simulation legen, gibt es geeignetere Kandidaten. Ein Software-Patch könnte hier aber einiges verbessern.

Das Tt eSports Shock 3D 7.1 bietet viele Stärken, kann aber auf Grund der angesprochenen Mängel nicht gänzlich überzeugen. Dank den starken Kernqualitäten verleihen wir dem knapp 80€ teuren Headset unseren Silber-Award.

Pro:
+ Guter Stereo-Klang
+ Mikrofon mit klarer Sprachaufnahme
+ Sehr guter Tragekomfort
+ Hübsche Optik mit LED-Effekt
+ Faltbare Ohrmuscheln und Transportbeutel

Contra:
– Schlechte Steuersoftware
– Bedienelemente und Größenrasterung unpräzise
– Bindung an integrierte Soundkarte

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