Die integrierte Wetter-App von Windows 11 sorgt derzeit für Diskussionen. Wie Messungen von Windows Latest zeigen, kann die standardmäßig mitgelieferte Anwendung bereits beim einfachen Anzeigen der Wettervorhersage mehr als 1 GB Arbeitsspeicher belegen.
Wird die Wetter-App geöffnet, steigt der RAM-Verbrauch auf nahezu 1,2 GB – und das, obwohl weder gescrollt noch geklickt oder anderweitig mit der Anwendung interagiert wird. Standardmäßig setzt Microsoft bei Windows 11 auf die MSN-Wetter-App, die neben ihrem vergleichsweise hohen Ressourcenverbrauch auch Werbung anzeigt.

Gerade bei einem kostenpflichtigen Betriebssystem sorgt die Kombination aus hohem Speicherverbrauch und eingeblendeten Anzeigen für Kritik. Nutzer erwerben schließlich eine Windows-Lizenz und müssen sich dennoch innerhalb einer vorinstallierten Microsoft-Anwendung mit Werbung auseinandersetzen.
Wetter-App beansprucht rund 15 Prozent bei 8 GB RAM
Besonders problematisch wird der hohe Speicherverbrauch auf Systemen mit nur 8 GB Arbeitsspeicher. Microsoft hatte erst kürzlich seine bisherigen Empfehlungen überarbeitet und entsprechende Hinweise auf 32 GB RAM für neue PCs aus seinen Dokumentationen entfernt.
Stattdessen betont der Konzern inzwischen, dass Windows 11 auch auf Systemen mit 8 GB RAM optimiert sei und dort flüssig laufen könne.
Allein die Wetter-App beansprucht bei einer solchen Konfiguration jedoch bereits rund 15 Prozent des gesamten verfügbaren Arbeitsspeichers. Und das wohlgemerkt, bevor weitere Windows-Dienste, Programme oder alltägliche Anwendungen überhaupt Speicher benötigen.
macOS-Wetter-App benötigt deutlich weniger Speicher
Ein Vergleich mit Apples macOS zeigt, dass es auch deutlich genügsamer geht. Die dort integrierte Wetter-Anwendung benötigt laut den vorliegenden Messungen ungefähr fünfmal weniger Arbeitsspeicher als ihr Windows-Pendant.
Hinzu kommt ein weiterer Unterschied: Während die Windows-11-Wetter-App Werbung einblendet, bleibt die entsprechende Anwendung unter macOS werbefrei.
Microsoft sollte bei integrierten Apps nachbessern
Microsoft hat sich zuletzt verstärkt darauf konzentriert, Windows 11 hinsichtlich Performance und Ressourcenverbrauch zu optimieren. Gerade deshalb wirkt der hohe Speicherbedarf einer vergleichsweise einfachen Anwendung wie der Wetter-App besonders unglücklich.
Natürlich dürfte eine einzelne Anwendung mit rund 1,2 GB RAM auf einem modernen Rechner kaum ins Gewicht fallen. Auf Systemen mit lediglich 8 GB Arbeitsspeicher kann sich der zusätzliche Verbrauch jedoch durchaus bemerkbar machen – insbesondere wenn gleichzeitig Browser, Office-Anwendungen oder andere Programme laufen.
Microsoft sollte daher nicht nur den Kern von Windows 11 optimieren, sondern auch die zahlreichen vorinstallierten Anwendungen unter die Lupe nehmen. Eine einfache Wetter-App sollte möglichst wenig Ressourcen verbrauchen und gleichzeitig auf Werbung verzichten – insbesondere auf einem Betriebssystem, für dessen Nutzung viele Anwender eine Lizenz bezahlen.
*Quelle: Windows Latest



