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XFX R9 390X DD Black Edition

Mit der R9 290 und 290X hat AMD Ende 2013 Schlagzeilen geschrieben. Gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis und Mantle für Battlefield 3 sorgten für reichlich Gesprächsthema in Bezug auf die neue Hawaii-Architektur. Mit der neuen R9 390 und 390X bringt AMD ein Rebrand der vorherigen Reihe mit leicht angehobenen Taktraten und 8GB GDDR5 Speicher inklusive schnellerer Anbindung.

Ob AMD dieser Rebrand gelungen ist und wie sich die nochmals übertaktete XFX R9 390X DD Black Edition schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

An dieser Stelle möchten wir uns bei unserem Partner XFX für die Bereitstellung des Testsamples und das damit entgegen gebrachte Vertrauen bedanken.​

Autor: Alex Lion

Verpackung / Lieferumfang / Technische Daten

Verpackung:

Bei der Verpackung gibt es nichts wirklich besser oder anders zu machen, als bisher. Deshalb bleibt XFX bei der gewohnten Verpackungsmethode, die auch viele andere Hersteller verwenden: Auf der dünnwandigen Umverpackung sind zahlreiche Visualisierungen und natürlich Features und Eckdaten zu sehen. Im Inneren befindet sich ein Karton aus Recycling-Pappe, der alle Zubehörteile und natürlich die Grafikkarte selbst enthält. Diese wird selbstverständlich von einer Anti-Statik-Hülle umgeben, damit sie nicht möglicherweise durch Ladungen beim Entnehmen zerstört wird.

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Lieferumfang:

Um eine sofortige Benutzung gewährleisten zu können, legt XFX der R9 390X DD Black Edition alles bei, was eventuell benötigt wird: Installationsanleitungen für Treiber und die Karte im System, eine Treiber-DVD, sowie einen 2×6-Pin auf 8-Pin PCIe und einen 2×4-Pin Molex auf 6-Pin PCIe Stromadapter schließen Internet-Probleme und mangelnde Netzteilstecker aus. Adapter für mini-Display-Port werden nicht mini-HDMI werden nicht benötigt, da die R9 bereits die jeweiligen Full-Size Ports verbaut hat.

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Technische Daten:

Einen groben Überblick über die Technischen Daten zu den architektonischen Daten im Vergleich zu dem Vorgänger R9 290X gab es zwar, aber hier nochmal alles ausführlich:

Die R9 390X bietet 2.816 Shadereinheiten aus einer in 28 nm gefertigten GPU mit 6,2 Milliarden Transistoren. Der acht Gigabyte große GDDR5 Speicher wird über ein 512 Bit breites Speicherinterface angebunden und taktet mit stolzen 1500 MHz. Ein besonderes Merkmal der hier getesteten Black Edition ist der um 40 MHz angehobene Chiptakt von 1090 MHz, das sind ganze 90MHz mehr, als eine Referenz R9 290X. Weitere Merkmale sind die 176 Textureinheiten sowie die 64 ROPs.

Architektur: Grenada XT (GCN 1.1)
Chiptakt: bis 1090MHz
Speicher: 8GB GDDR5, 1500MHz, 512bit, 384GB/s
Shader-Einheiten/TMUs/ROPs: 2816/176/64
Rechenleistung: 6139GFLOPS (Single), 767GFLOPS (Double)
Fertigung: 28nm
Leistungsaufnahme: >275W (TDP), 3W (ZeroCore-Power)
DirectX: 12.0 (Feature-Level 12-0)
OpenGL: 4.5
OpenCL: 2.1
Shader Modell: 5.0
Schnittstelle: PCIe 3.0 x16
Bauweise: Dual-Slot
Kühlung: 2x Axial-Lüfter (90mm)
Anschlüsse: 2x DVI, HDMI 1.4a, DisplayPort 1.2
Externe Stromversorgung: 1x 8-Pin PCIe, 1x 6-Pin PCIe
Abmessungen: 295 x 143 x 42mm
Besonderheiten: AMD FreeSync, AMD TrueAudio, AMD Eyefinity, 4-Way-CrossFireX (XDMA)
Herstellergarantie: zwei Jahre

Detailansicht

Von oben betrachtet, fällt uns sofort eines auf: XFX hat definitiv an die Kühlung gedacht: Der DD-Kühler (Double Dispassion, doppelte Wärmeabführung zu dt.) ragt ein wenig über das PCB hinaus und trägt durch seine größere Kühlflache in Verbindung mit den beiden 90 mm Lüftern zu einer besseren Kühlung bei. Noch dazu sieht der Kühler mit seinem Muster und den silbernen Akzenten sehr edel aus.

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Nach einem Blick auf die Seiten der R9 390X DD Black Edition fällt sofort auf: Das ausgeklügelte Kühlsystem will seine Leistung auch mit seinen Kupfernen Heatpipes und den eng beieinanderliegenden Aluminiumfinnen zeigen. Eins hat XFX leider nicht bedacht: Wie bei großen Aftermarket-Kühlern befinden sich die Kühlrippen auch über den Stromanschlüssen, was beim Einbau zunächst nicht stört, doch soll die Grafikkarte einmal aus dem System ausgebaut werden, wird das ein unnötig aufwendiges Verfangen.

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Das Backpanel bietet alle wichtigen Anschlüsse, die eine aktuelle Grafikkarte benötigt: HDMI und Display Port sind sofort durch einen Fullsize-Anschluss erreichbar und für die Multi-Monitor Freunde unter uns spendiert XFX zwei DVI-D Anschlüsse.

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Auf der Rückseite schützt eine schwarze Backplate die Karte. Besonders markant sind hier das weiße XFX-Logo und die ebenfalls weiß hervorgehobenen Verschraubungen für den Kühler. Die sechseckigen Aussparungen lassen die rückseitigen Komponenten natürlich auch an etwas Frischluft.

Praxistest

Einbau:

Der Einbau selbst verlauft relativ einfach, doch sollte beachtet werden, dass die ca. 28 cm ab IO-Panel für manche Gehäuse zum Problem werden können. Bei unserem Sharkoon BW9000-W mussten wir die Karte „einfädeln“, um den Festplattenkäfig im Gehäuse belassen zu können.

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Ist die Karte verbaut und alle Kabel verbunden, können wir mit der Installation des Treibers beginnen. Diesen laden wir in der neuesten Version direkt von der AMD-Homepage herunter. Die Installation ist selbsterklärend und läuft wie gewohnt recht einfach ab.

Benchmarks:

Die Komponenten in unserem Testsystem lauten wie folgt:

CPU: Intel Core i7 4790K @ 4,5 GHz
Board: MSI Z97S SLI Krait Edition
RAM: 8 Gb Corsair Vengeance 1600 MHz CL9
GPU: XFX R9 390X DD Black Edition
SSD: SanDisk X400 256 Gb M.2 SSD
HDD: Samsung Spinpoint F1 750GB 7200 U/Min
PSU: Seasonic Platinum Series 860W

Unter Furmark erreicht die XFX R9 390X DD Black Edition bei geschlossenem Gehäuse nach etwa 15 Minuten ihre Maximaltemperatur von 82°C und die Lüfter drehen mit deutlich hörbaren, fast schon störenden 3170 U/min.

Bei GTA 5 sinkt die Kerntemperatur auf etwa 80°C und die Drehzahl auf 3000 U/min ab. Dabei sind die Lüfter zwar immer noch deutlich durch das Gehäuse hörbar, stört aber nicht explizit. Wenn die Spielsounds über Lautsprecher oder besser Kopfhörer abgegeben werden, gliedert sich die Frequenz gut in den Gesamtpegel ein.

Im Idle sinkt die Temperatur der GPU drastisch auf nur noch 32°C im Single-Monitor Betrieb und 48°C im Dual-Monitor Betrieb. Dabei laufen die Lüfter mit 1350 U/min und sind auch bei abgeschalteter HDD nicht aus dem PC heraushörbar.

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Wie die Benchmarks zeigen liegt die leicht übertaktete R9 390X von XFX etwas über dem Level der Nvidia GTX 970 und kann bei 1440p durch den größeren Speicher von acht Gigabyte einen minimal höheren Vorsprung erreichen.

Stromverbrauch:

Um den Stromverbrauch zu messen, lasten wir die Grafikkarte in unserem Testsystem mit Furmark zu 100% aus. Gemessen wird anschließend der Verbrauch des gesamten Computers an der 230V Steckdose mittels eines Voltcraft Messgeräts.

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Beim Stromverbrauch unter Last sieht es leider etwas anders als bei den Benchmarks aus, denn hier verbraucht die R9 390X von XFX aufgrund AMDs Architektur bei weitem mehr als ihre NVidia Konkurrenten. Wohlgemerkt sind die Angaben durch Furmark (100% GPU-Auslastung) produziert, im Spielealltag verbraucht das System natürlich weniger Strom.

Fazit

Mit steigenden Spielanforderungen und möglicherweise auch steigender Auflösung muss jede in die Jahre gekommene Grafikkarte irgendwann einmal durch eine neue ersetzt werden. Die XFX R9 390X DD Black Edition ist besonders für User mit einer Auflösung von 1440p empehlenswert oder gleich zwei davon für 4K, denn mit 8GB Grafikspeicher ist man auch bei 4K bestens bedient.
Negativ ist unüblicherweise der Preis, denn AMD Grafikkarten waren bisher in der Regel günstiger als ihre vergleichbaren NVidia Pendate. So kostet die hier getestete XFX als eine der günstigsten R9 390X etwa 400€ und eine vergleichbare NVidia GTX 970 300€ (Stand: 02/2016).
Unsere Empfehlung liegt daher eher bei einer R9 390 die mit dem selben Kühler und ebenfalls 8GB GDDR5 nur etwa 315€ kostet oder eben einer Stromsparenden und deswegen auch leiseren NVidia GTX 970.
Bei mehr benötigter Leistung halten wir einen Blick in Richtung R9 Fury Nano für empfehlenswert.

Pro:
+ Leistung, v.a. unter 1440p
+ Design
+ 8GB Speicher für hohe Auflösungen

Contra:
– Preis
– Unter Volllast und im Gaming deutlich hörbar bis störend laut
– Hoher Stromverbrauch

Alles in allem können wir der XFX R9 390X leider nur 7 Punkte und folglich einen Silber-Award bei unserer Bewertung geben, denn das Preis-/Leistungsverhältnis spricht aktuell nicht für einen R9 390X- Grafikchip.

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