JBLs TOUR PRO 3 In-Ear-Kopfhörer stehen sinnbildlich für erstklassigen Klang, smarte Features und ein durchdachtes Design für den Alltag. Der Hersteller JBL, als Teil des Harman-Konzerns, gehört seit Jahrzehnten zu den etablierten Größen im Audiobereich und hat sich sowohl im Consumer- als auch im professionellen Segment einen Namen gemacht. Besonders im Bereich kabelloser Kopfhörer hat JBL in den letzten Jahren sein Portfolio stark ausgebaut und bietet vom Einsteiger- bis zum Premiumsegment eine breite Auswahl.
Das aktuelle Lineup deckt nahezu jeden Bedarf ab. Während die Tune-Serie preisbewusste Nutzer anspricht, richtet sich die Tour-Reihe klar an anspruchsvolle Anwender, die Wert auf Klangqualität, Verarbeitung und innovative Features legen. Die TOUR PRO 3 positionieren sich dabei als Flaggschiff unter den True-Wireless-In-Ears und bringen einige spannende Funktionen mit, die über den Standard hinausgehen. Im Fokus stehen vor allem die vielseitigen Features, die den Alltag erleichtern und das Hörerlebnis individualisieren. Dazu gehört eine adaptive Geräuschunterdrückung (ANC), die sich dynamisch an die Umgebung anpasst, ebenso wie ein transparenter Modus, der wichtige Außengeräusche durchlässt. Besonders hervorzuheben ist das intelligente Ladecase mit integriertem Display, das nicht nur Akkustand und Verbindungen anzeigt, sondern auch als Steuerzentrale fungiert. Somit legt JBL mit diesem Feature eine Messlatte, die man so in dieser Form bislang nur selten gesehen hat.
Verpackung, Inhalt, Daten
Verpackung


Die Verpackung der JBL TOUR PRO 3 Kopfhörer ist nicht gerade minimalistisch gestaltet. JBL versucht hier ein Lifestyle-Produkt zu vermarkten und die Masse an Features, die das Produkt mitbringt, sauber und geordnet auf der Verpackung zu illustrieren. Dazu nutzt JBL alle Flächen aus. Auf der Front sehen wir links einen Bereich, der das Smart-Charging Case thematisiert. Unten finden wir die interessantesten Funktionen und Kompatibilitäten. Rechts die wichtigsten Daten zur Akkulaufzeit und -kapazität.
Auf der Rückseite werden vier Kernfeatures und der Aufbau des Treibers näher erläutert, sowie die Ladeleistung spezifiziert. Ein Fenster ermöglicht uns den direkten Blick auf das Case. Das gibt uns ein sehr gutes Gefühl für Größe, Verarbeitung, Haptik und Design.

Seitlich sind weitere Informationen abgedruckt. Diese beziehen sich auf den Screen, den Audio-Transmitter, den Lieferumfang und die Kompatibilität zu Bluetooth V5.3


Sobald wir den Schuber aus der Verpackung herausziehen springen uns diverse Installations- und Initialisierungsanleitungen vor die Augen. Wir ignorieren diese gekonnt, da wir bereits Erfahrung mit JBL-Systemen haben.
Inhalt

Der Lieferumfang ist üppig. Neben dem Ladecase und den JBL TOUR PRO 3 Kopfhörern legt JBL ein USB-A- auf USB-C-Ladekabel bei, sowie ein USB-C- zu Klinkekabel. Beide Kabel dienen auch dem Audiotransmitter zur Quellverknüpfung. Neben verschiedenen Guides und Informationsmaterial legt JBL 5 Paar Silikon-Stöpsel und 1 Paar schwarze Foam Ear-Tips dazu. Diese sind etwas luftiger und haben eine stoffartige Oberfläche.
Daten
Details
| Technische Daten – JBL Tour Pro 3 | |
|---|---|
| Treibergröße Treiberempfindlichkeit bei 1 kHz / 1 mW (dB) Dynamischer Frequenzgang Impedanz | 10.2 mm Dynamic Driver + 5.1 mm Balanced Armature 104 20 Hz – 40 kHz 32 Ohm |
| Gewicht Ladebox Gewicht Ohrhörer Anzahl der Mikrofone Bluetooth-Version | 71,8 g 5,6 g 6 5.3 |
| Maximale Wiedergabezeit Maximale Musikwiedergabezeit mit ANC an Maximale Musikwiedergabezeit mit ANC aus Ladezeit (leerer Akku in Stunden) | 44 h 8 h 11 h 2 h |
| Spatial Sound Water Resistant Smart case Echt adaptives Noise-Cancelling Speed charge Ergonomische Ohrstöpsel Multipoint-Verbindung Berührungssteuerung Smarte Ladestation | Ja IP55 Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja |

Bei der Konstruktionsweise setzt JBL auf ein modernes, ergonomisches In-Ear-Design mit leicht angewinkelten Schallauslässen, die eine natürliche Anpassung an den Gehörgang ermöglichen und so sowohl den Tragekomfort als auch die passive Geräuschisolierung verbessern. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und alltagstauglich, während die kompakte Bauform auch bei längeren Sessions nicht störend auffällt. Ein klarer Pluspunkt sind die insgesamt 5+1 Paar Ohrstöpsel, die dem Nutzer eine besonders feine Anpassung erlauben. Egal ob kleine oder große Gehörgänge, hier findet praktisch jeder die passende Größe. Das sorgt nicht nur für besseren Halt, sondern wirkt sich auch direkt positiv auf die Klangqualität und die Effektivität der Geräuschunterdrückung aus. Die Ohrstöpsel bestehen aus einem weichen Silikon, der mittig einen kleinen Schmutzfilter aufweist. Dieser dient dazu, das darunter liegende Akustikgitter, oder auch „Wax Guard“ genannt, nicht zu blockieren. Dies würde einen dumpferen KIang verursachen. Diese Lösung finden wir sehr gut, denn es ist wesentlich leichter, die Ohrstöpsel kurz unter Wasser zu halten, als mit einem feinen Draht oder einer Zahnbürste das Akustikgitter zu reinigen.


Im Inneren der JBL TOUR PRO 3 steckt trotz der kompakten Bauform eine erstaunlich komplexe technische Architektur, die weit über das hinausgeht, was man auf den ersten Blick vermuten würde. Herzstück ist ein dynamischer Treiber, der für die Klangwiedergabe zuständig ist und durch präzise abgestimmte Akustikkammern unterstützt wird, um ein ausgewogenes Klangbild zu erzeugen. Auch im Bereich Sensorik sind die In-Ears gut ausgestattet. Näherungssensoren erkennen, ob die Hörer im Ohr sitzen, und pausieren die Wiedergabe automatisch beim Herausnehmen. Zusätzlich kommen Druck- bzw. Touchsensoren an der Außenseite zum Einsatz, über die sich Wiedergabe, Lautstärke oder Anrufe direkt steuern lassen.


Zwei äußere Beamforming-Mikrofone an jedem Ohrhörer, unterstützt durch den JBL Crystal AI-Algorithmus, erfassen die eigene Stimme und übertragen sie so klar wie möglich, während ein Mikrofon innen Geräusche isoliert. Die JBL Tour Pro 3 verfügen über zwei Treiber in jedem Ohrhörer. Der Balanced-Armature-Treiber sorgt für Klarheit bei höheren Frequenzen, während der 10.2-mm-Lautsprecher-Treiber für dynamischen Sound, einen sauberen, kraftvollen Bass und lebendigen Gesang zuständig ist. Sie liefern auch kabelloses Hi-Res-zertifiziertes Audio mit LDAC, dem 24-Bit High Resolution Audio-Codec von Android, der dreimal mehr Daten als Bluetooth für außergewöhnliche Audioqualität überträgt.


Geladen werden die JBL TOUR PRO 3 klassisch über ihr mitgeliefertes Ladecase, in das die Ohrhörer magnetisch eingesetzt werden. Sobald die In-Ears korrekt in ihren vorgesehenen Aussparungen sitzen, werden sie automatisch ausgerichtet und beginnen unmittelbar mit dem Ladevorgang – ein manuelles Justieren ist dabei in der Regel nicht notwendig. Die Energieübertragung erfolgt über kleine, vergoldete Kontaktpins im Inneren des Cases, die auf korrespondierende Ladekontaktflächen an der Unterseite bzw. Innenseite der Ohrhörer treffen. Diese Kontaktstellen sind so positioniert, dass sie beim Einlegen zuverlässig zusammengeführt werden, während die Magneten im Case für den nötigen Anpressdruck sorgen und gleichzeitig ein Verrutschen verhindern.

In puncto Verarbeitungsqualität hinterlassen die JBL TOUR PRO 3 einen durchweg hochwertigen Eindruck. Die verwendeten Materialien wirken robust und sauber verarbeitet, Spaltmaße sind gleichmäßig und nichts knarzt oder wirkt billig. JBL setzt hier klar auf ein Premiumgefühl, das sich sowohl optisch als auch haptisch bemerkbar macht. Die Oberfläche der Ohrhörer kombiniert matte und leicht glänzende Elemente, was ihnen eine moderne und zugleich elegante Anmutung verleiht.
Obwohl JBL auch auf eine schwarze und blaue Variante setzt, sticht besonders die Farbvariante Latte hervor. Der warme, helle Beigeton, der sich leider auf einigen Bildern nicht originalgetreu abbilden lässt, hebt sich angenehm vom üblichen Schwarz oder Weiß ab und verleiht den In-Ears einen stilvollen, fast schon modischen Charakter. Dadurch wirken die Kopfhörer weniger technisch und fügen sich harmonisch in den Alltag ein. Im Büro sind sie angenehm unauffällig, unterwegs oder beim Sport zeichnen sie sich durch einen ausreichenden Halt aus und auch der audiophile Hörer hat nur wenig an der Optik auszusetzen, denn das anmutige Design versprüht Autorität und Eleganz. Gleichzeitig ist die Oberfläche angenehm griffig, wodurch die Ohrhörer sicher in der Hand liegen und sich gut einsetzen lassen.
Auch haptisch überzeugen die TOUR PRO 3 mit einer durchdachten Formgebung und einer angenehmen Materialwahl. Die Übergänge sind weich, nichts drückt unangenehm, und die Touchflächen reagieren präzise auf Eingaben. Insgesamt entsteht ein stimmiges Gesamtbild aus Komfort, Wertigkeit und Alltagstauglichkeit.
Ein echtes Highlight ist jedoch das Ladecase. Dieses steht den Ohrhörern in Sachen Verarbeitung in nichts nach und greift die Designsprache konsequent auf. Kompakt gebaut, stabil verarbeitet und ebenfalls in der schicken Latte-Farbe gehalten, macht es nicht nur optisch etwas her, sondern fühlt sich auch hochwertig an. Das absolute Alleinstellungsmerkmal ist jedoch der integrierte Screen auf der Vorderseite. Dieser ist in dieser Form alles andere als selbstverständlich und hebt die TOUR PRO 3 klar von vielen Konkurrenzprodukten ab.
Der Bildschirm ermöglicht eine direkte Interaktion mit den Kopfhörern, ohne dass zwingend ein Smartphone benötigt wird. Einstellungen, Statusinformationen oder Steuerungsoptionen lassen sich bequem direkt am Case abrufen und anpassen. Das bringt im Alltag einige spürbare Vorteile mit sich, gerade unterwegs oder in Situationen, in denen man nicht ständig zum Smartphone greifen möchte. Auf die konkreten Funktionen und den praktischen Nutzen dieses Features gehen wir im folgenden Praxisteil noch ausführlich ein.
Praxis
Überblick & Initialisierung


Das Ladecase der JBL TOUR PRO 3 ist weit mehr als nur eine mobile Energiequelle – es fungiert als eigenständige Steuereinheit mit integrierter Technik, die man so in dieser Form nur selten bei True-Wireless-Systemen findet. Im Kern vereint es klassische Ladeelektronik mit einer kleinen, aber leistungsfähigen Benutzeroberfläche.
Zentraler Bestandteil ist der integrierte Touchscreen auf der Vorderseite. Dabei handelt es sich um ein kapazitives Display, das Eingaben ähnlich wie bei einem Smartphone erkennt. Wischgesten und Taps ermöglichen die Navigation durch Menüs, das Anpassen von Einstellungen oder das Anzeigen von Statusinformationen wie Akkustand, Verbindungsstatus oder aktuellem Wiedergabemodus. Der Screen ist dabei hell genug für den Außeneinsatz und reagiert präzise auf Eingaben, was die Bedienung angenehm intuitiv gestaltet.
Darüber hinaus befindet sich zum Laden des Cases ein USB-C Port auf der Unterseite sowie ein Control- bzw. Reset-Knopf mit Status-LED-Anzeige.

Das Smart Charging Case lässt sich nicht nur klassisch per USB-C aufladen, sondern unterstützt auch kabelloses Laden nach Qi-Standard. Im Alltag erweist sich das als äußerst praktisch, da das Case einfach auf ein entsprechendes Ladepad gelegt werden kann – ganz ohne Gefummel mit Kabeln. Gerade im Zusammenspiel mit modernen Schreibtisch-Setups oder Nachttischen mit integrierter Ladefläche ist das ein klarer Komfortgewinn.

Die JBL TOUR PRO 3 fahren ein echtes Feature-Feuerwerk auf und heben sich damit klar von klassischen True-Wireless-In-Ears ab. Gerade im Zusammenspiel aus Smart Case, Audioverarbeitung und Konnektivität merkt man schnell, dass JBL hier bewusst ein „Tech-Flaggschiff“ positioniert hat. Eines der spannendsten Features ist ohne Frage der integrierte Audio-Transmitter im Ladecase. Das Case kann per USB-C oder 3,5-mm-Klinke an nahezu jede Audioquelle angeschlossen werden – etwa im Flugzeug, am Laptop oder an älteren Geräten ohne Bluetooth und überträgt das Signal dann kabellos an die Ohrhörer.
Das ist ein echter Gamechanger für Vielreisende: Statt klobiger Adapter oder Kabel reicht das Case allein, um z. B. das Inflight-Entertainment kabellos zu nutzen. Zusätzlich wird sogar Auracast unterstützt, wodurch sich Audio theoretisch auch mit anderen kompatiblen Geräten teilen lässt.
OSD-Einstellungen & -Funktionen
Das OSD-Menü umfasst 18 Hauptmenüs, die nach dem Entsperren durch eine Wischbewegung direkt auf dem Screen zugänglich werden. Selbstverständlich sind alle Optionen eines Abspielgerätes vorhanden. Track-Auswahl, Lautstärkesteuerung, Soundvoreinstellungen für unterschiedliche Ohrstöpsel, Quellauswahl oder Equalizer. Aber damit noch nicht genug:
Denn das Case verfügt über einige Sonderfunktionen, die wir hier nicht unerwähnt lassen möchten:
Einstellungen für Umgebungsgeräusche können wir zwischen ANC, Ambient Aware und Talk-Through variieren. Auch der Raumklang ist individualisierbar. Dafür stehen uns weitere drei Modi bis hin zu 3D-Klang zur Verfügung. Ein eingebauter Timer lässt sich in 5-Minuten-Schritten einstellen, so wie auch ein Ruhemodus, bzw. „Nicht-Stören-Modus“. Eine integrierte Taschenlampe ist wohl eines der außergewöhnlichsten Features, aber um ehrlich zu sein, haben wir diese Funktion schon häufiger nutzen müssen, falls mal ein Ohrstöpsel in der Dunkelheit unter das Kissen oder die Decke fällt. Da wir gerade von verlorenen Ohrstöpseln reden: Das Case der Tour Pro 3 hat auch eine Funktion, mit der man jeweils einen Kopfhörer auffinden kann. Dazu ertönt dann jeweils aus dem Kopfhörer ein lauter Piep-Ton.
Neben den vielen Audio-Features und zusätzlichen Funktionen verfügt das Case selbstverständlich über herkömmliche Einstellungsmöglichkeiten wie die Sprachauswahl, die Bildschirmhelligkeit, die Variation des Bildschirmhintergrundes und weitere Komforteinstellungen.
Klang
Für unseren Soundcheck haben wir uns für einen breiten Genre-Mix entschieden. Darunter wollen wir die Performance von Klassik bis Metal für euch abbilden. Wir streamen auf den höchsten Klangeinstellungen, die unter Tidal zu finden sind und testen verschiedene Übertragungstechnologien vom herkömmlichen Bluetooth 5.3 bis hin zu der Möglichkeit des Audiotransmitters via USB-C. Vorab sei auch erwähnt, dass das ANC der TOUR PRO 3 zu den besten gehört, die wir jemals im Test hatten. Natürlich haben wir weit aus mehr Tracks während unserer Testphase abgespielt, doch den folgenden Ausschnitt möchten wir euch nicht vorenthalten, wir hoffen, es ist für jeden etwas dabei. Freut euch auf die folgenden Tracks in unserem Praxisteil:
- Aerials – System Of A Down
- Astronaut in the Ocean – Masked Wolf
- Berghain – Rosalia, Björk, Yves Tumor
- Bring me to Life – Evanescence
- Vois sur ton chemin (Techno Mix) – Bennett
- Sixteen tons – Geoff Castellucci
Bei „Aerials“ von System of a Down liegt der Fokus klar auf dem Zusammenspiel von E-Gitarre, Bass und den ruhigeren akustischen Passagen. Die TOUR PRO 3 liefern hier ein hervorragend aufgelöstes Klangbild. Die E-Gitarre hat Biss und Struktur, ohne zu scharf zu wirken, während die Bass-Gitarre druckvoll und sauber konturiert bleibt. Daraus zeichnet sich eine besonders beeindruckende Differenzierung zwischeneinander aber auch zur Akustikgitarre, die fein und klar im Raum steht. Die Trennung der einzelnen Elemente gelingt mühelos.
„Astronaut in the Ocean“ von Masked Wolf dient als Härtetest für den Tieftonbereich und genau hier zeigen die TOUR PRO 3, was in ihnen steckt. Der Subbass reicht tief hinab, bleibt dabei aber stets kontrolliert und präzise. Kein Dröhnen, kein Überlagern der Mitten, stattdessen ein satter, sauberer Punch, der gerade bei modernen Hip-Hop-Produktionen überzeugt. Die Energie des Tracks wird authentisch transportiert, ohne an Präzision zu verlieren.
Mit „Berghain“ von Rosália, Björk und Yves Tumor geht es in eine völlig andere Richtung. Komplexe Arrangements, klassische Instrumente und hohe chorale Frauenstimmen. Die TOUR PRO 3 brillieren hier mit einer beeindruckenden Feinauflösung. Streicher wirken lebendig, fast greifbar, während die hohen Stimmen klar, luftig und frei von Schärfe dargestellt werden. Gerade im Hochtonbereich zeigt sich die Stärke des Dual-Treiber-Systems, da Details nicht verloren gehen, sondern präzise herausgearbeitet werden.
In „Bring Me to Life“ von Evanescence steht die Räumlichkeit im Vordergrund. Die TOUR PRO 3 bauen eine überraschend breite Bühne auf, die für In-Ears dieser Bauform alles andere als selbstverständlich ist. Instrumente sind klar im Raum positioniert, die Stimme hebt sich sauber vom Mix ab und wirkt zentral verankert. Die Tiefenstaffelung ist gut nachvollziehbar, wodurch der Track an Atmosphäre gewinnt und nicht flach wirkt.
„Vois sur ton chemin (Techno Mix)“ von Bennett fordert maximale Dynamik von leisen, fast sphärischen Passagen bis hin zu treibenden Drops. Die TOUR PRO 3 setzen diese Dynamiksprünge souverän um. Leise Elemente bleiben detailreich und präsent, während die intensiven Peaks mit Druck und Kontrolle wiedergegeben werden. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit, auch bei hoher Lautstärke die Kontrolle zu behalten. Man merkt innerhalb der ersten 20 Sekunden, dass nichts verzerrt oder einbricht.
Zum Abschluss liefert „Sixteen Tons“ von Geoff Castellucci die perfekte Bühne für tiefe Männerstimmen. Hier zeigen die TOUR PRO 3 eindrucksvoll ihre Stärken im unteren Frequenzbereich der Mitten. Die Stimme wirkt voll, körperhaft und gleichzeitig klar umrissen. Die Tiefe wird nicht nur hörbar, sondern regelrecht spürbar transportiert, ohne dabei an Präzision einzubüßen. Gerade bei solch markanten Stimmen ist das keine Selbstverständlichkeit.
Wir haben schon so einige Kopfhörer oder Lautsprecher hier im Test gehabt. Egal ob groß oder klein, teuer oder günstig, oft bleibt die Musik auf der Ebene des Entertainments stehen, doch die eigentliche Aufgabe, die Musik erfüllen sollte, bleibt auf der Strecke. Jedoch nicht mit den JBL Tour Pro 3, die es seit längerer Zeit wieder einmal schaffen, dass wir uns mit einem breiten Grinsen nur noch der puren Musik widmen können. Die Tour Pro 3 transportieren eine wahnsinnige Atmosphäre unterschiedlichster Gefühle. Während uns Vois sur ton chemin ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert, geraten wir bei der Stimmgewalt von Amy Lee in eine ernsthafte Gänsehaut-Stimmung. Das Gefühl, dass Aerials direkt über die Kopfhörer vermittelt, ist unbeschreiblich tief auf der einen Seite und zugleich melancholisch, hoffnungsfroh auf der anderen Seite. Die Tour 3 Pro schaffen es einfach jedes mal, dass das Hören wieder zum Erlebnis wird, anstatt als Nebentätigkeit oder Hintergrundrauschen zu versickern.
Reichweite und Akkulaufzeit
Was die Bluetooth‑Signalübertragung betrifft, arbeiten die TOUR PRO 3 mit Bluetooth 5.3, was für eine besonders stabile, effiziente und sichere Verbindung sorgt. In der Praxis konnten wir eine störungsfreie Übertragung über eine Fläche von fast 160 qm in einer normalen Wohngebäudearchitektur realisieren – also eine deutlich über dem durchschnittlichen Nutzbereich liegende Reichweite, bei der Musik, Calls und Steuerbefehle ohne Unterbrechung durchkamen. Diese Alltagserfahrung bestätigt, dass die Kopfhörer auch in größeren Wohnungen oder offenen Räumen eine sehr zuverlässige Verbindung aufbauen und halten. Das ist wirklich ein Komfortgewinn, der im täglichen Einsatz spürbar ist.
Die Ohrhörer selbst erreichen bis zu ca. 8 Stunden Musikwiedergabe mit aktiviertem ANC, bzw. ca. 11 Stunden ohne ANC, bis sie wieder an das Ladecase müssen. Über alle drei zusätzlichen Ladevorgänge im Smart Case kommt man so auf insgesamt bis zu etwa 44 Stunden Laufzeit, bevor das Case wieder an eine Stromquelle muss. Die Ladezeit des leeren Cases beträgt rund 2 Stunden, wobei dank Speed-Charge‑Funktion schon nach einer kurzen Aufladezeit spürbar Energie zurückkommt. Kabelloses Laden des Smart Case ist ebenfalls möglich, was im Alltag zusätzlichen Komfort bietet, wenn ein Qi‑Pad genutzt wird.
Fazit
Die JBL TOUR PRO 3 hinterlassen im Test einen durchweg exzellenten Eindruck und rechtfertigen damit den Preis von rund 220 €. Klanglich bewegen sich die In-Ears auf einem hohen Niveau: Tiefe, saubere Bässe, klare Mitten, fein aufgelöste Höhen und eine beeindruckende Räumlichkeit machen sie zu einem audiophilen Allrounder. Besonders die Dual-Treiber, die adaptive Geräuschunterdrückung True ANC 2.0 und der Spatial 360 Sound mit Head Tracking sorgen dafür, dass sowohl Musikliebhaber als auch Vielreisende oder Pendler ein außergewöhnliches Hörerlebnis erhalten. Das integrierte Smart Case mit Touchscreen und Audio-Transmitter bietet zusätzliche Komfort- und Nutzungsvorteile, die man so selten bei True-Wireless-Systemen findet. Auch die Akkulaufzeit von bis zu 44 Stunden inklusive Case, die Möglichkeit des kabellosen Ladens und die stabile Signalübertragung über knapp 160 qm runden das Paket ab.
Die TOUR PRO 3 eignen sich besonders für Nutzer, die bereit sind, etwas mehr zu investieren und Wert auf High-End-Klang, umfangreiche Features und hohe Verarbeitungsqualität legen. Perfekt sind sie für Pendler, Vielreisende, Technik-Enthusiasten und Musikfans, die auch unterwegs nicht auf Detailtreue und Dynamik verzichten wollen. Weniger geeignet sind sie für preisbewusste Käufer, die lediglich einfache Kopfhörer für gelegentliches Musikhören suchen, da die Vielzahl an Features und der Preis für Einsteiger-Ansprüche überdimensioniert sein kann.
Insgesamt bieten die JBL TOUR PRO 3 eine starke Preis-Leistungs-Balance für das Premiumsegment. Der Aufpreis gegenüber Standard-In-Ears wird durch Klangqualität, Funktionsumfang und Alltagstauglichkeit klar gerechtfertigt, sodass sie zu den derzeit empfehlenswertesten True-Wireless-In-Ears in dieser Preisklasse zählen.
Pro:
+ Hervorragende Klangqualität
+ Umfangreiche Features & Smart Case
+ Eine der besten ANC, die wir im Test hatten
+ Große Reichweite und stabile Verbindung
+ Lange Akkulaufzeit & vielseitige Ladeoptionen
Kontra:
– Preis und Feature-Overkill für Gelegenheitsnutzer
























