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HIKMICRO Mini2Plus V2 im Test

Leistungsstarke Smartphone-Wärmebildkamera für iPhone & Android
BlackgenVon Blackgen12. Februar 2026Updated:12. Februar 2026Keine Kommentare9 Mins Read
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HIKMICRO Mini2Plus V2

Früher waren Wärmebildkameras nur als große und unhandliche Profi-Werkzeuge erhältlich. Mittlerweile bieten mehrere Hersteller auch handlichere Varianten für den Heimgebrauch an. HIKMICRO ist einer dieser Hersteller. Neben speziellen Wärmebildkameras für den industriellen Einsatz bietet das Unternehmen auch einige kompakte Varianten an, die zusammen mit einem Smartphone verwendet werden. In puncto Leistung müssen sich die Smartphone-gebundenen Varianten allerdings keineswegs verstecken, ganz im Gegenteil: Durch die Verbindung mit dem Smartphone bieten sie einige interessante Funktionen, die sonst fehlen würden oder nur in Verbindung mit einem PC-Programm verfügbar wären.

Mit der HIKMICRO Mini2Plus V2 betrachten wir eine Wärmebildkamera für iPhone und Android-Smartphones, die aus mehreren Gesichtspunkten überzeugen möchte. Alle Details zur Mini2Plus V2 findet ihr in den folgenden Absätzen.

  • Verpackung, Inhalt, Daten
    • Verpackung
    • Inhalt
    • Daten
  • Details
  • Praxis
    • App
    • Anwendungsszenarien
    • Videoaufnahme
    • Genauigkeit der Temperatur
  • Fazit

Verpackung, Inhalt, Daten

Verpackung

Verpackung der HIKMICRO Mini2Plus V2

Die HIKMICRO Mini2Plus V2 wird in einem äußerst stabilen Karton geliefert. Dieser besteht aus zwei ineinander gesteckten Schalen und wird mit einem bedruckten Kartonband zusammengehalten. Auf der Vorderseite ist die Kamera zu sehen, an den Seiten sind Anwendungsbeispiele abgedruckt.

Inhalt

HIKMICRO Mini2Plus V2 - Tragetasche und Lieferumfang.

Der Lieferumfang des HIKMICRO Wärmebildkamera enthält alles, was zur Nutzung der Wärmebildkamera erforderlich ist. Die Kamera kommt in einer Tragetasche, in der sie und ihr Zubehör sicher fixiert sind. Neben der Kamera sind ein Adapter für den iPhone-Lightning-Anschluss, ein USB-C-Verlängerungskabel und ein USB-C-Verlängerungsanschluss in der Tragetasche enthalten. Zudem ist eine Anleitung vorhanden.

Daten

Technische Daten – HIKMICRO Mini2Plus V2
Auflösung256 × 192 Pixel
Bildwiederholungsrate25 Hz
Sichtfeld25° × 18.8°
SchnittstelleUSB Typ-C (Lightning mit Adapter)
KompatibilitätiOS 14 & neuer, Android 7 & neuer, Windows
Größe26.6 × 26.6 × 25 mm
Gewicht24 g
NETD / thermische Sensibilität< 40 mK (@ 25 °C, F#=1.0)
BesonderheitenManueller Fokus
KI Upscaling

Details

HIKMICRO Mini2Plus V2
HIKMICRO Mini2Plus V2
HIKMICRO Mini2Plus V2
HIKMICRO Mini2Plus V2
HIKMICRO Mini2Plus V2
HIKMICRO Mini2Plus V2

Die HIKMICRO Mini2Plus V2 ist eine äußerst kompakte Wärmebildkamera, die für die Verwendung mit einem Smartphone gedacht ist. Den USB-C Stecker mal außen vor gelassen, ist die Kamera gerade einmal 26,6 x 26,6 x 25 mm groß, das matte Metallgehäuse ist dunkelgrau. Sie lässt sich mit aktuellen Smartphones mit USB-C und mit dem beigefügtem Adapter auch mit älteren iPhones mit Lightning-Anschluss nutzen.

Sensor der HIKMICRO Mini2Plus V2
Sensor der HIKMICRO Mini2Plus V2

Auf der Front fällt der große Sensor vor allem durch sein Fokusobjektiv schnell ins Auge, dieser bietet bei einem Sichtfeld von 25° × 18.8° eine Auflösung von 256 × 192 Pixel. Es handelt sich dabei um ein schmales Sichtfeld, das für Detailaufnahmen sowie Aufnahmen in größerer Entfernung gut geeignet ist, für großflächige Aufnahmen innen je nach Raumgröße aber schlechter geeignet sein kann. Für diese Anwendungsfälle bietet der Hersteller alternative Modelle mit einem größeren Blickwinkel an. Um in jedem Szenario ein scharfes Bild zu erzeugen, kann am Objektiv eine manuelle Fokussierung vorgenommen werden.

Praxis

Zur Verwendung der HIKMICRO Wärmebildkamera wird ein kompatibles Smartphone oder ein Windows PC zwingend benötigt. Der Hersteller bietet eine Begleit-App für Android– und iPhone-Smartphones an, auch für den PC gibt es eine Software. Nach der Installation der App und der Verbindung der Kamera werden wir direkt gefragt, ob wir die App „HIKMICRO Viewer” verwenden möchten.

Die Wärmebildkamera wird über die USB-C-Schnittstelle mit Strom versorgt und soll maximal 360 mW verbrauchen. Wir haben dies mit einem USB-C-Leistungsmessgerät überprüft: In unseren Tests hat die Wärmebildkamera nicht mehr als 40 mW Leistung genutzt.

App

Als erste Ansicht wird eine Übersicht der verfügbaren Geräte angezeigt, hier lassen sich auch die Firmware aktualisieren, Aufnahmen ansehen und ein paar grundlegende Einstellung vornehmen. Wir wählen die verbundene Kamera aus und finden uns direkt in einer vertrauten Kameraansicht wieder. In der Liveansicht stehen viele Modi und Optionen zur Verfügung, so können die automatische Kalibrierung gesteuert werden, Messpunkte definiert und Farbmodi konfiguriert werden.
Unter der Funktion „SuperScene“ stehen einige KI-Funktionen zur Verfügung, mit denen verdächtige Stellen zum Beispiel in Hinblick auf Wasserschäden oder Wärmebrücken optisch hervorgehoben werden. In unseren Tests mit der Wasserschaden-Funktion zeigte die App an praktisch jeder Wand mehrere verdächtige Stellen, keine Stelle war ein echter Wasserschaden. Die Funktion zeigt zu viele Stellen, um sinnvoll eingesetzt zu werden. Hier hilft im Zweifel nur ein Fachmann.
Sehr nützlich hingegen ist die „SuperIR“ Funktion. Mit künstlicher Intelligenz optimiert diese Funktion das Bild, indem es die Sensordaten auf 512 x 384 Pixel hochrechnet und so ein deutlich schärferes Bild erzeugt. Das entstehende Bild ist detailreicher und schärfer.

Davon abgesehen, dass man die App für den Betrieb der Kamera benötigt, ist sie auch durchaus brauchbar, aber nicht ohne Schwächen. Ein paar kleinere Bugs, wie dass aufgenommene Bilder nicht der eingestellten Drehung angepasst werden, werden bestimmt noch gefixt. Die „SuperScene“-Funktionen funktionieren unserer Meinung nach nur mäßig gut und erzeugen zu viele falsche Meldungen.
Für die Messung ist die App bestens geeignet, auch für mehrere Messpunkte gleichzeitig. Aufnahmen auf Bild und Video funktionieren (bis auf den genannten Bug) einwandfrei. Während der Messung kalibriert sich die Kamera von Zeit zu Zeit automatisch. Diese Funktion kann deaktiviert und manuell durchgeführt werden. Die Kalibrierung ist für die Ausgabe einer korrekten Temperatur und die Schärfe des Bildes erforderlich.

Anwendungsszenarien

HIKMICRO Mini2Plus V2 Wärmebild einer Tür
Wärmebild einer Haustür, zwischen Tür und Rahmen kommt Kälte ins Haus
HIKMICRO Mini2Plus V2 Wärmebild einer Heizungsteuerung
Wärmebild einer Heizungsteuerung

Die HIKMICRO Mini2Plus V2 kann überall dort eingesetzt werden, wo unsichtbare Wärmestrahlung sichtbar gemacht werden soll. Sie eignet sich beispielsweise dazu, sogenannte Wärmebrücken an Fenstern, Türen und in der Gebäudedämmung zu finden. Betrachten wir mit der Wärmebildkamera eine Dachschräge von innen, können wir die Dachbalken erkennen und kalte Stellen in der dazwischenliegenden Dämmung identifizieren.
Auch zum Aufspüren von Lecks in Leitungen kann die Kamera genutzt werden. Allerdings ist es ohne viel Erfahrung in diesem Bereich nicht sehr leicht, eine kalte Stelle ohne Dämmung von einem Leck sicher zu unterscheiden.

HIKMICRO Mini2Plus V2 Wärmebild einer Heizung
Eine nicht entlüftete Heizung
HIKMICRO Mini2Plus V2 Wärmebild einer Heizung
Radiometric Image

Hier ein Beispiel aus der Praxis: Das linke Bild zeigt einen Heizkörper, der nicht warm werden sollte. Im Wärmebild sehen wir deutlich, dass sich nur die linke Seite erwärmt. Auch der Auslass des Heizkörpers ist deutlich erhitzt, während der rechte Teil fast auf Raumtemperatur abgefallen ist. Das Problem bei diesem Heizkörper war angestaute Luft. Nachdem er entlüftet wurde, wird er wieder gleichmäßig von oben nach unten warm.

Wärmebild einer FireCuda 520N NVMe SSD
Wärmebild einer FireCuda 520N NVMe SSD

Hier sehen wir die Wärmeentwicklung einer FireCuda 520N NVMe SSD. Im Wärmebild der Hikmicro Mini2Plus sind die einzelnen Komponenten auf der Platine sehr deutlich erkennbar. Es lässt sich auch leicht erkennen, welche Komponenten wirklich heiß sind und welche nicht. In diesem Fall erscheint der Controller (blau/grünes Rechteck) selbst nicht sehr heiß, der Flash-Baustein darüber jedoch wesentlich wärmer. Am wärmsten wurden jedoch die kleinen Bausteine links vom Controller. Auch die App erkennt dies als Hotspot und zeigt einen Marker an dieser Stelle an.

Wärmebild eines Raspberry Pi 3B mit Defekt
Wärmebild eines Raspberry Pi 3B mit Defekt

Auf diesem Bild sehen wir einen defekten Raspberry Pi 3B mit Kurzschluss. Das Board ist bereits seit Längerem kaputt. Mithilfe der Wärmebildkamera lässt sich die defekte Komponente in der Nähe der Ladebuchse schnell ausfindig machen.

Videoaufnahme

Die HIKMICRO Mini2Plus V2 nimmt mit einer Bildfrequenz von 25 Hz auf und reagiert dabei sehr schnell. Die Reaktionszeit des Wärmebilds ist mit der einer normalen Smartphone-Kamera vergleichbar. Auch bei Bewegung der Kamera bleibt das Bild stabil und ist deutlich zu erkennen. Im Beispielvideo zeigen wir, wie sich die Heizungsrohre im Boden und in den Wänden mithilfe der Wärmebildkamera finden lassen.

Genauigkeit der Temperatur

In Bezug auf die Genauigkeit des Wärmebildes sind zwei Aspekte zu berücksichtigen: die thermische Empfindlichkeit und die ausgegebenen Temperaturen. Der verbaute Sensor hat eine thermische Empfindlichkeit von <40 mK bei 25 °C. Das bedeutet, dass Temperaturunterschiede von 0,04 °C erkannt werden können. Somit kann die Kamera ein sehr feines Bild erzeugen und auch leichte Temperaturänderungen darstellen.

Eine andere Frage ist allerdings, ob die erfassten Temperaturen auch den echten Temperaturen entsprechen. In Umgebungen mit mindestens 15 °C liefert die Wärmebildkamera gute Messwerte. Laut Herstellerangaben weicht die gemessene Temperatur maximal um 2 °C von der tatsächlichen Temperatur ab. Bei Temperaturen unter 0 °C kam es bei uns allerdings zu Messungen, die weiter von der Realität entfernt waren. So wurden bei Außentemperaturen von -6 °C teilweise -15 °C und bei der Temperatur einer Hauptwasserleitung im Keller -4 °C angezeigt. Wir vermuten, dass dies an der Temperatur der Kamera liegen könnte. Für die Messungen sollte sie mindestens 15 °C warm sein. Vermutlich nutzt die Kamera die eigene Temperatur als Referenz für die Kalibrierung und kann bei winterlicheren Temperaturen weniger genau arbeiten.

Unterm Strich können wir festhalten, dass die HIKMICRO Mini2Plus V2 einen sehr genauen Sensor besitzt und akkurate Wärmebilder erzeugen kann. Die Messwerte sind bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt gut zu gebrauchen. Für viele Zwecke ist die Visualisierung der Unterschiede zwischen warmen und kalten Stellen ausreichend, die genaue Temperatur ist dabei eher nebensächlich.

Fazit

Mit der HIKMICRO Mini2Plus V2 hat der Hersteller eine äußerst kompakte und vielseitige Wärmebildkamera auf den Markt gebracht. In unserem Test überzeugte die Wärmebildkamera durch ein scharfes und sehr reaktives Wärmebild. Lediglich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kam es zu einigen deutlichen Messungenauigkeiten, das gezeigte Wärmebild war aber auch in diesem Temperaturbereich sehr fein und detailreich. Die Leistung wird durch eine gut funktionierende, KI-gestützte Hochskalierung des Sensorbildes weiter verbessert. Die App lässt sich intuitiv bedienen und bietet viele Funktionen, von denen bis auf wenige Ausnahmen alle sehr gut funktionieren. Interessenten sollten sich über die Eigenschaften des spitzen Sichtfeldes im Klaren sein. Wir sind mit der HIKMICRO Mini2Plus V2 sehr zufrieden und können sie gerne weiterempfehlen.

Pro:
+ Sehr feines Wärmebild, gute Auflösung
+ Hohe Bildrate
+ Geringe Latenz
+ Manueller Fokus für klare Bilder
+ Kompakt und Stabil
+ App mit vielen Funktionen und Optionen

Kontra:
– Temperaturmessung in sehr kalten Umgebungen ungenau

Herstellerlink
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