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Micron Crucial GAMING DDR5 Pro OC Memory im Test

phil.bVon phil.b17. Januar 2026Keine Kommentare8 Mins Read
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Mit der Entscheidung, die Marke Crucial in ihrer bisherigen Form einzustellen, hat Micron die eigene Consumer-Sparte zuletzt spürbar zurückgefahren. Künftige Speicherprodukte erscheinen damit nicht mehr als Teil einer breit aufgestellten Produktfamilie, sondern eher als gezielt platzierte Lösungen für bestimmte Einsatzbereiche. Die Pro Memory: OC Serie zählt zu diesen verbleibenden Vertretern und richtet sich weiterhin an Anwender, die Wert auf solide Technik und reproduzierbare Leistung legen.

Das hier getestete DDR5-6400-Kit mit 32 GB und CL32-Timings ordnet sich entsprechend als konsequente Weiterentwicklung ein. Statt den Fokus auf immer höhere Taktraten zu legen, setzt Micron auf gestraffte Latenzen und eine möglichst breite Plattformkompatibilität über Intel XMP und AMD EXPO. Gerade auf aktuellen Systemen kann dieser Ansatz sinnvoller sein als eine weitere Steigerung der Frequenz.

  • Verpackung, Inhalt, Daten
    • Verpackung
    • Inhalt
    • Daten
  • Details
  • Praxis
    • Testsystem
    • Benchmarks
    • Synthetische Benchmarks mit AIDA64 und 3D Mark
      • Stock
      • Profil 1
      • Profil 2
      • OC
  • Fazit

Verpackung, Inhalt, Daten

Verpackung

Im Gegensatz zu früheren Ausführungen setzt Crucial nun nicht mehr ausschließlich auf eine einfache Blisterverpackung. Stattdessen sind die Speichermodule zusätzlich von einer wertig wirkenden Umverpackung umgeben, die den ersten Eindruck deutlich aufwertet. Farblich dominiert Schwarz, passend zu den ebenfalls dunklen UDIMM-Modulen, während violette Akzente für eine gewisse optische Auflockerung sorgen. Das Gesamtdesign wirkt funktional und modern, mit einem leicht sportlichen Charakter, ohne dabei überladen zu erscheinen.

Auf der Rückseite finden sich ergänzende Produktinformationen sowie ein QR-Code, der direkt auf die Herstellerseite verweist. Dort stellt Crucial die wichtigsten Eigenschaften des Speichers sowie dessen Vorteile gegenüber vergleichbaren Modulen der Konkurrenz übersichtlich dar. Die Rückseite dient damit weniger der reinen Gestaltung, sondern erfüllt vor allem einen informativen Zweck.

Inhalt

Im Inneren befinden sich ausschließlich die beiden 16-GB-Speichermodule, sicher im Blister untergebracht. Darüber hinaus liegt dem Paket kein weiteres Zubehör bei. Auf Beilagen wie Anleitungen, Hinweise zur Inbetriebnahme oder separate Garantiebestimmungen verzichtet der Hersteller vollständig.

Daten

Technische Daten – Crucial DDR5 6400 Pro Memory: OC Gaming Edition Schwarz 32 GB Kit (2x 16 GB)
ProduktbezeichungCP2K16G64C32U5B
DIMM-TYPUnbuffered
ModultypUDIMM
SpeichertypDDR5
Gesamtkapazität32GB (2x 16 GB)
Kit-TypDual Channel Kit (2 Module)
Geschwindigkeit (XMP / EXPO)6400 MT/s
Latenz (XMP / EXPO)32-40-40-103
Betriebsspannung (XMP/EXPO)1,35 V
SPD Geschwindigkeit (JEDEC)32-40-40-103
BesonderheitenIntel XMP 3.0 (Intel 600 + 700 Chipsatz)
– Profil 1 6400 MT/s 32-40-40-103
– Profil 2 6000 MT/s 36-38-38-80

AMD EXPO (AMD 600 Chipsatz)
– Profil 1 6400 MT/s 32-40-40-103
– Profil 2 6000 MT/s 36-38-38-80
GarantieLimited Lifetime
Preis449,99 €

Details

Beim Design bleibt Crucial der sachlichen Linie der Pro-OC-Serie treu, setzt diese jedoch mit einigen feinen Details um. Der schwarz eloxierte Aluminium-Heatspreader fühlt sich angenehm kühl und hochwertig an und weist eine leicht strukturierte Oberfläche auf, die nicht nur optisch, sondern auch haptisch wahrnehmbar ist. Auffällig ist die kantige Grundform, die durch mehrere gezielte Reliefkanten und Faltungen aufgelockert wird und dem Modul eine technisch-funktionale Anmutung verleiht.

Die Beschriftung fällt bewusst zurückhaltend aus: Das Crucial-Logo ist in der Optik gebürsteten Aluminiums aufgebracht, während die Typografie klar und schnörkellos bleibt. Farblich verzichtet der Hersteller auf Kontraste am Modul selbst und setzt stattdessen auf ein durchgehend dunkles Erscheinungsbild, das sich unauffällig in unterschiedliche Systemkonfigurationen einfügt. Wer genau hinschaut, der erkennt ein Camouflage-Muster, welches sich nicht durch Farbkontraste, sondern durch die Haptik hervorhebt.

Auf der Rückseite erkennen wir einen kleinen Aufkleber mit der genauen Artikelbezeichnung, der Kapazität und weitere technische Details wie die Latenzzeit.

Insgesamt wirkt das Design eher industriell als dekorativ, was gut zum Verzicht auf RGB-Beleuchtung passt und den Fokus klar auf Funktionalität legt.

Praxis

Testsystem

Technische Daten – Testsystem
CPUIntel Core i7 12700K @ 5 GHz
GPUKFA2 GeForce RTX 5070Ti HOF
MainboardMSI Z690 Carbon WiFi
Arbeitsspeicher2x16GB-6400 CL32 DDR5 Crucial Pro Memory: OC Gaming Edition Black
NVMESamsung 980 Pro
KühlungCorsair iCUE LINK TITAN 420 RX RGB
Zusätzliche Lüfter3 x Lian Li UNI FAN SL 140
3 x Lian Li UNI FAN SL 120
GehäuseCorsair 678 Carbide

Nachdem wir die Crucial DDR5 Speichermodule in die RAM-Slots unseres Mainboards eingebaut haben, werden die Module sofort beim Start von Windows korrekt erkannt. Anschließend starten wir die Software CPU-Z und vergleichen die Werte mit denen der Herstellerangaben. 

Benchmarks

Für die Bewertung der Speicherleistung setzen wir bewusst auf eine Kombination aus Analyse-, Diagnose- und praxisnahen Benchmark-Tools.

AIDA64 kommt zum Einsatz, um die reine Speicherperformance messbar zu machen. Die Software erlaubt eine reproduzierbare Erfassung von Lese-, Schreib- und Kopierraten sowie der Speicherlatenz und eignet sich damit besonders gut, um Unterschiede zwischen Stock-Betrieb, Profilen und manuellen Anpassungen objektiv darzustellen.

Ergänzend nutzen wir 3DMark, um die Messergebnisse in einen praxisnäheren Kontext zu setzen. Die dort ermittelten Punktzahlen zeigen zwar keine isolierte Speicherleistung, geben aber Aufschluss darüber, wie sich unterschiedliche Speicherkonfigurationen auf die Gesamtperformance eines Systems auswirken können – insbesondere in gamingnahen Szenarien.

Synthetische Benchmarks mit AIDA64 und 3D Mark

Stock

Im Auslieferungszustand arbeitet der Speicher mit DDR5-5600 und vergleichsweise hohen Timings. Entsprechend fallen die Messergebnisse in AIDA64 auf unserem B760 Mainboard solide aus. Die Transferraten bewegen sich im erwartbaren Bereich für diese Taktklasse, während die Speicherlatenz deutlich höher liegt als bei den OC-Profilen. Als Referenzwert eignet sich dieses Profil gut, zeigt aber bereits, dass der Speicher sein eigentliches Potenzial erst nach Aktivierung eines Profils entfaltet.

Deutlich hervorheben möchten wir darüber hinaus, dass der Arbeitsspeicher auf unserem Intel Ökosystem völlig anders skaliert als auf einem AMD-System. Hier würdet ihr massive Diskrepanzen in der Lesegeschwindigkeit feststellen. Schaut euch dazu das Beispiel unseres Crucial DDR5 6400 Pro CL36 an. Während wir sowohl auf einem Z690 Board als auch auf einem B760 Board eine Lese-Rate von etwas über 86.000 MB/s erhalten, liegen auf dem AMD Board 58.707 MB/s an. Während der integrierte IMC des i7 bei Lesezugriffen einen sehr hohen Speicherdurchsatz, aggressives Prefetching und breite Datenpfade bietet, liegt der Fokus auf dem Ryzen auf einer niedrigen Latenz und vor allem die Cache-Nutzung. Der X3D ist nicht darauf ausgelegt, maximale DRAM-Bandbreite auszureizen, sondern Zugriffe möglichst im 3D-V-Cache abzufangen. AIDA jedoch misst genau den Rohdurchsatz zum DRAM – und genau dort wirkt Intel klar überlegen, dafür im L3 Cache klar unterlegen.

Profil 1

Das DDR5-6400-CL32-Profil markiert den leistungsstärksten Betriebspunkt des Kits. In AIDA64 erreichen die Transferraten ihr Maximum bei 97814 MB/s, während die Latenz und Lesegeschwindigkeit gerade im L3 Cache reduziert wird. Gerade dieser Punkt unterstreicht den Vorteil der CL32-Auslegung, da sich die höhere Frequenz nicht negativ auf die Zugriffszeiten auswirkt, sondern im Gegenteil einen klaren Fortschritt gegenüber den niedrigeren Profilen darstellt. Diese Ergebnisse konnten wir in Etwa auch auf einem Z690 Board verifizieren.

In Steel Nomad profitiert die Leistung in sehr begrenztem Umfang vom XMP-Profil, was typisch für speicherabhängige, aber nicht speicherlimitierte Szenarien ist. Hier verzeichnen wir einen Anstieg der Punktzahl von unter einem Prozent. Insgesamt bestätigen die Benchmarks, dass das Kit insbesondere durch die Kombination aus hohem Takt und niedriger Latenz überzeugt.

Profil 2

Mit aktiviertem DDR5-6000-Profil sinkt die Speicherbandbreite um etwa zehn Prozent ggü. des XMP1-Profils, bei gleichzeitig identischen Latenzzeiten. AIDA64 zeigt hier einen guten Kompromiss aus Durchsatz und Reaktionszeit, die insbesondere im L3-Cache spürbar ist, was insbesondere auf aktuellen Intel- und AM5-Plattformen als praxisnaher Sweetspot gelten kann.

In Steel Nomad hingegen nehmen wir kein Veränderung in den Leistungskennwerten mehr wahr.

OC

Ein weiteres Custom-Overclocking war in unserem Fall nicht mehr möglich. Bereits eine Erhöhung der Speichertaktrate um 200 MHz führte zu Instabilitäten, unabhängig davon, ob Timings oder Spannungen angepasst wurden. Das System ließ sich zwar teilweise noch booten, zeigte unter Last jedoch reproduzierbar Fehler oder Abstürze. Ursächlich dafür ist sehr wahrscheinlich die Plattformbeschränkung des B760-Chipsatzes. Zwar erlaubt Intel auf B-Boards offiziell Speicher-Overclocking, im Vergleich zu Z-Chipsätzen fallen jedoch die Spielräume bei Spannungsversorgung, Signalqualität und Feintuning-Optionen im BIOS spürbar geringer aus. In Kombination mit hohen DDR5-Taktraten und straffen Timings wie CL32 stößt das System damit früh an seine Stabilitätsgrenze, sodass über die Herstellerprofile hinaus kaum noch Reserven vorhanden sind.

Fazit

Mit dem DDR5-6400 Pro Memory: OC in der CL32-Ausführung liefert Micron ein technisch sauberes und in sich stimmiges Speicherkit, das klar auf niedrige Latenzen und reproduzierbare Leistung ausgelegt ist. Die Messergebnisse zeigen deutlich, dass das Kit insbesondere auf Intel-Plattformen von einem hohen Speicherdurchsatz profitiert, während auf AMD-Systemen – speziell mit X3D-CPUs – andere architektonische Schwerpunkte greifen. Die hinterlegten XMP- und EXPO-Profile arbeiten zuverlässig und ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg ohne manuelles Feintuning.

Das Design fällt bewusst zurückhaltend aus, wirkt hochwertig verarbeitet und verzichtet konsequent auf RGB-Elemente. Die aufgewertete Verpackung unterstreicht diesen Anspruch, ohne funktional über das Notwendige hinauszugehen. Ein weitergehendes Custom-Overclocking war auf unserer B760-Plattform allerdings nicht mehr realisierbar, was die Grenzen dieser Chipsatzklasse in Kombination mit hohen DDR5-Taktraten klar aufzeigt.

Mit einem aktuellen Preis von rund 450 Euro bewegt sich das Kit im oberen Segment. Diese Einschätzung relativiert sich jedoch im Kontext der aktuellen Marktsituation: DDR5-Arbeitsspeicher ist derzeit generell teuer, was unter anderem auf hohe Produktionskosten, begrenzte IC-Verfügbarkeit und eine anhaltend starke Nachfrage zurückzuführen ist. Wer gezielt nach einem latenzoptimierten DDR5-Kit sucht und die hohen RAM-Preise verkraften kann, erhält hier eine technisch überzeugende Lösung – preisbewusste Käufer müssen hingegen Abstriche machen oder auf günstigere Alternativen ausweichen.

Pro:
+ Aufgewertete Optik
+ Jeweils zwei OC Profile für EXPO und XMP
+ Niedrige Latenzzeiten

Kontra:
– Preis

Herstellerseite
Preisvergleich

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