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Thermaltake View 27 im Test

Bereits mit der Core Serie hat Thermaltake gezeigt, dass außergewöhnliche Gehäuse mit viel Blickfeld durchaus marktfähig sind. Nun bringt der renommierte Hersteller mit dem View 27 ein weiteres Gehäuse auf den Markt, das sehr viel der teuren Hardware zeigt.

Anders als bei einem 0815-Window-Gehäuse erstreckt sich das „Gull-Wing Window“ nicht nur über die Seitenwand, sondern auch bis über die Oberseite. Außerdem kann die Grafik- oder Soundkarte mittels Riserkabel direkt vor dem Fenster platziert werden, sodass man den meist sehr aufwändig designten Kühler direkt begutachten kann.

Wie das „Flügeltür“-Gehäuse konzipiert ist und was alles in ihm steckt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Wir wünschen viel Spaß beim lesen!

 An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei Thermaltake für die Bereitstellung und das damit entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Wir hoffen auch weiterhin auf eine sehr angenehme Zusammenarbeit.

Autor: Alexander Löwe (L10n)​

Verpackung / Lieferumfang / Technische Daten

Verpackung:

Thermaltake verpackt das View 27, wie viele andere Hersteller, in einem umweltfreundlichen Recyclingkarton mit schwarzem Druck. Im Elektronikfachgeschäft ist es durch eine Abbildung und eine Explosionszeichnung, sowie die wichtigsten Spzifikatinonen sofort erkennbar und auch die wichtigsten Fragen sollten so bereits geklärt sein.

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Auch die innere Verpackung weicht nicht vom bewährten Standartschema ab:
So ist das Gehäuse in einer Plastikhülle vor Staub und durch Styroporhalterungen vor Transprtschäden geschützt. Unserem Testsample ist selbstverständlich durch diese Vorsichtsmaßnahmen nichts auf dem Transportweg passiert. Alle Zubehörteile befinden sich in einer kleinen Schachtel und der Lüfter ist bereits vormontiert.

Lieferumfang:

Das außergewöhnliche Gehäuse kommt selbstverständlich mit dem benötigten Montagematerial: Von Schrauben, über einem Error-Beeper, bis hin zu vier Kabelbindern ist alles dabei, um den PC aufzubauen. Wir müssen hier jedoch darauf hinweisen, dass das Gehäuse nicht so geliefert wird, wie es auf dem Bildern der Website oder den News-Meldungen aussieht:
So ist von den dort abgebildeten Riing Lüftern keine Spur zu sehen und auch das Riser-Kabel ist optional. Bei einem Preis von unter 70€ ist das jedoch verständlich, denn dieses Zubehör kostet mehr als das Gehäuse an sich. Da das Riser-Kabel nicht sehr einfach zu finden ist stellen wir euch gerne einen Link zur Verfügung: Link (https://www.alternate.de/Thermaltake/PCI-e-x16-Riser-Cable-Kabel/html/product/1251339?).

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Im weiteren Verlauf des Tests werden wir auch die Zubehörteile genauer unter die Lupe nehmen.

Technische Daten:

Technische Details:

  • Maße: 201 x 508 x 479 mm (B x H x T)
  • Gewicht: ca. 6,4 kg
  • Material: Stahl (SPCC), Kunststoff
  • Farbe: Schwarz
  • Formfaktor: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
  • Lüfter insgesamt möglich:
    3x 120 mm (Vorderseite)
    1x 120 mm (Rückseite)
  • Davon vorinstalliert:
    1x 120 mm (Rückseite, 1.000 U/min., 16 dB(A))
  • Radiator-Mountings (bei Verzicht auf Lüfter-Slots):
    1x max. 360 mm (Front)
    1x max. 120 mm (Rückseite)
  • Filter: Vorderseite, Netzteil (entnehmbar)
  • Laufwerksschächte:
    2x 2,5/3,5 Zoll (intern; HDD-Käfig, werkzeugfreie Montage)
    4x 2,5 Zoll (intern, hinter dem MB-Tray)
  • Netzteil: 1x Standard ATX (optional)
  • Erweiterungsslots: 8 + 2
  • I/O-Panel:
    1x USB 3.0
    2x USB 2.0
    1x jeweils Audio In/Out
  • Maximale Grafikkartenlänge: 410 mm (ohne Front-Lüfter)
  • Maximale Netzteillänge: 180 mm
  • Maximale CPU-Kühler-Höhe: 155 mm

Detailansicht Außen

Betrachtet man das Thermaltake View 27 von Außen, wird sofort klar: Hier möchte sehenswerte Hardware hinein. Dem Anwender bleiben bei der Farbwahl alle Möglichkeiten offen, denn die einzigen Vorgaben lauten: Schwarze Basis und viel Sicht.

Vorderseite:

Nach dem Entfernen der vorderen Folie bleibt wohl die Frage im Raum: Wie kann Thermaltake ein so edel aussehendes Gehäuse für nur 70€ verkaufen? Ein sehr dunkles Plexiglas mit glänzendem Finish verleiht dem Thermaltake View 27 seinen eigenen gewissen Touch.

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Darüber befinden sich zwei aluminium-ähnliche Knöpfe für Reset und Start des PCs, sowie zwei USB 2.0-, ein USB 3.0-, sowie zwei 3,5mm Klinke-Buchsen. Vom Herstellerlogo fehlt jede Spur, sodass man eine kleine edle Gehäusemanufaktur als Hersteller vermuten könnte.

Für was ist die Front eines Gehäuses wichtig, außer für Power-Button und Anschlüsse? Richtig! Für die Luftzufuhr. Hier hat Thermaltake die Seiten der Frontabdeckung mit kleinen Luftschlitzen versehen, die den bis zu 360mm großen Radiator mit Frischluft versorgen können.

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Durch kräftiges Anziehen am Griff unterhalb der Front kann selbige vom Stahlgerüst gelöst und der Lüfter und ein Radiator verschraubt werden. Hier befindet sich auch der feinmaschige Staubfilter.

Oberseite / Seitenwände:

Auf der Oberseite gibt es viel zu sehen: Das Konzept, ein Seitenfenster zu verbauen, welches nach einer 90° Biegung gleichzeitig auch als „Top-Window“ ist einzigartig und lädt geradezu dazu ein, einen optisch ansprechenden „Build“ anzufangen.

Der Hersteller nennt sich selbst mit einem kleinen aufgedruckten Schriftzug an der Oberseite des Frontpanels, lässt das Gehäuse ansonsten aber zu 100 Prozent den Wünschen des Anwenders offen.

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Trotz des besonderen Seitenfensters und der dunklen Plexi-Front ist und bleibt das View 27 ein normales Computergehäuse. Dies zeigt sich besonders durch die ganz normale rechte Seitenwand, mit deren Hilfe wir später viele Kabel verstecken können.

Rückseite:

Neben den acht waagerecht angeordneten PCIe-Slot kommt das Thermaltake View 27 mit zwei weiteren, senkrecht angeordneten PCIe-Blenden. Hier kann später eine Grafikkarte direkt von dem Window ihren Platz finden. Verbunden wird diese durch ein optional erhältlichen Riser-Kabel, doch dazu später mehr.

Ein solches Casemod-Gehäuse hätten wir uns mit bereits verbauten Schlauchdurchführungen gewünscht. Leider müssen diese bei Bedarf selbst hinzugefügt werden. Dafür bietet die Rückseite des View 27 Platz für einen verschiebbaren 120mm Lüfter, sowie mehr als ausreichend Meshgitter zur Luftzirkulation.

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Das Netzteil wird, wie üblich, am Boden des Gehäuses montiert. Es kann sowohl nach oben, als auch nach unten saugend montiert werden. Wir empfehlen ausdrücklich, den Lüfter die benötigte Frischluft durch den im Boden montierten Luftfilter ansaugen zu lassen.

Boden:

Den Abstand zum Boden und einen sicheren Halt gewährleisten zwei Plastikschienen, die mit Gummifüßen ausgestattet sind. Hier wird leider eindeutig sichtbar, dass das Gehäuse kein Preiswunder ist. Die Plastikschienen wirken, entgegen dem Eindruck des Gehäuses und dessen Gesamtkonzept, etwas billig und fehl am Platz. Mehr dazu im Bereich Verarbeitung.

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Detailansicht Innen:

Wer etwas genauer hinsieht, kann erkennen, dass ähnlich wie beim NZXT H440 eine Netzteil- und Kabelabdeckung verbaut ist und ebenfalls auf 5,25“ Laufwerkschächte verzichtet wird. Letztere werden in der Zeit von Netflix und Steam wohl kaum noch für ein DVD- oder BluRay-Laufwerk benötigt. Mit dieser baulichen Veränderung will Platz für eine nett anzusehende und leistungsstarke Wasserkühlung geschaffen sein.

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Netzteilabdeckung:

Dieses praktische „Schmankerl“ ist beim View 27 besonders gut durchdacht: So kann der Festplatten-Tray und eine Mesh-Abdeckung herausgenommen werden, um Platz für Wasserkühlungskomponenten zu schaffen. Die Mesh-Abdeckung stellt bei Entfernung Platz für bis zu 7,5cm (Rundungen sind zu beachten!) tiefe Radiatoren zur Verfügung.

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Falls 3,5“-Festplatten im Computer verbaut werden, beugt Thermaltake mittels Vibrationsdämpfern um die Schlitten eventuellen Störenfrieden vor.

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Ebenfalls herausnehmbar prangert die Halterung für das Riserkabel auf der Netzteilabdeckung. Hier kann später, gut sichtbar, eine Grafikkarte montiert werden.

Mainboard-Tray:

Thermaltake zeigt bei der Planung beziehungsweise eigentlichen Ausführung des Mainboardtrays seine langjährige Erfahrung im Bereich Gehäusebau: Ein unsichtbarer und drei teilweise sichtbare 2,5“ Halterungen für SSDs finden hinter dem Mainboardtray Platz. Außerdem wurde an einen großen Auschnitt für Kühlerwechsel und an Kabeldruchführungen gedacht. Letztere könnten jedoch mit Gummiabdeckungen versehen sein, doch das ist eher ein kleineres Manko.

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Auf der Rückseite findet sich neben den SSD-Halterungen viel Platz, um Kabel ordentlich zu führen und zu verstecken. Das Fenster sitzt schließlich auf der anderen Seite.

Einbau / Praxistest

Einbau:

In unserem heutigen Test verbauen wir optionale Zubehörteile in Form von vier 120mm Thermaltake Riing White Lüftern, sowie dem passenden Thermaltake Riser-Kabel. Im Praxistest werden diese Kompnenten extra behandelt.

Insgesamt läuft der Einbau wie gewohnt ab: Das Netzteil lässt sich einfach von der Seite einfädeln, es ist genügend Platz auf der Rückseite des Mainboard-Trays vorhanden und auch alle anderen Teile können gut verbaut werden.

Leider bekommen wir Probleme mit unserem großen Thermalright Macho Direct CPU-Kühler. Dieser darf erst nach der Montage der Grafikkarte seinen Platz auf dem Mainboard finden, da es dort sonst zu Komplikationenen führt. Außerdem kollidiert der massive CPU-Kühler mit unserem Seitenfenster, sodass es zwar schließbar ist, bei häufigem Öffnen und Schließen mit Sicherheit aber Beschädigungen mit sich trägt.

Alle Lüfter werden von einer alten Zalman 5,25“-Lüftersteuerung reguliert, welche wir unter der Netzteilabdeckung platzieren.

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Praxistest:

Thermaltake Riser Kabel:

Eine große Ernüchterung zeigte sich, als wir den PC zum ersten Mal starten möchten. Er fährt Windows hoch, doch es ist kein Bild zu sehen. Erste Diagnose: Das Problem muss an der Grafikkarte liegen. Nach einem kurzen erfolgreichen Boot über die iGPU konnten wir dies weiter eingrenzen.

Letzten Endes testeten wir das Riser-Kabel auch auf dem zweiten PCIe-Slot des Mainboards, doch wieder blieben die Monitore im Standby-Modus. Nachdem die Grafikkarte direkt auf dem Board montiert ist, funktioniert alles wieder wie gewohnt.

Leider funktioniert auch diese, neue Version des Kabels nicht, weshalb wir keine Wertung abgeben werden und auf einen außergewöhnlichen Produktionsfehler hoffen. Auch schon im Februar beim Test des Thermaltake Core P5 hatten wir Probleme mit dem Riser-Kabel, jedoch war dieses laut Thermaltake eine alte Version.

Thermaltake 120mm Riing White Lüfter:

Da wir das View 27 in seiner vollen Pracht testen möchten, nehmen wir auch die optionalen Riing 12 Lüfter in der weißen Version etwas genauer unter die Lupe.

Diese haben ein eigenes, patentiertes System, das Licht ansprechend zu verteilen: Während die meisten LED-Lüfter das Licht einfach richtung Lüfterschaufen leuchten, wird es bei Thermaltake auf einem Ring aus Plexiglas verteilt. Daher auch der Name Riing.

Zur Performance der etwa 13,50€ teuren Lüfter lässt sich nur folgendes sagen:

Sie sind sowohl leise, als auch leistungsfähig. Wenn also nur ein leichter Luftzug durch das Gehäuse wandern soll, sind sie nahezu unhörbar. Bei vollen 12 Volt ist der Luftstrom jedoch deutlich zu hören, was aber nicht weiter schlimm ist, denn so ist genügend Reserve in der Kühlleistung für einen warmen Sommer und eventuelles Overclocking.

Wer etwas leise treten möchte, kann das mitgelieferte Low-Noise Kabel verwenden, welches die Drehzahl um 33% auf etwa 1000 U/Min reduziert. Natürlich können die Dreipin-Lüfter dann immer noch über eine Aquaero oder andere Lüftersteuerung geregelt werden. Lüfterklackern oder ähnliche Störfaktoren konnten wir bei keinem unserer Samples feststellen.

Insgesamt sind wir mit den Riing Lüftern sehr zufrieden und würden sie auch weiterhin gerne in kommen „Builds“ verbauen.

Thermaltake View 27 Gehäuse:

Nun zum Praxistest des eigentlichen Gehäuses. Hier können wir hauptsächlich die Verarbeitungsqualität betrachten, welche leider an manchen Stellen nicht optimal gewährleistet ist.

So empfinden wir die beiden Sockelleisten aus Plastig als billig und die Qualität der Lackierung nicht auf dem höchsten Grad. Außerdem lassen die Spaltmaße an manchen Stellen zu wünschen übrig.

Bei stolzen 65€ Kaufpreis (Stand: 12/2016) wäre eine Dämmung auf der fensterlosen Seitenwand oder mindestens ein Riing-Lüfter wünschenswert. Außerdem sollte die Festplatten-Entkopplung etwas besser funktionieren, denn wir konnten unsere Test-Festplatte deutlich aus dem System heraushören.

Gut gefallen hat uns das Design und seine Umsetzung, sowie die Mainboardabdeckung oder der Mainboard-Tray. Die Planung und das Gesamtkonzept sind also in sich stimmig und sehr gut ausgeführt, doch bei der Verarbeitungsqualität sind wir anderes von Thermaltake gewohnt.

Einige der Fehler sind uns erst nach genauerem Betrachten unter Fotolampen aufgefallen.

Wer also ein außergewöhnliches Gehäuse möchte, das nicht allzu kritisch betrachtet wird, kann mit dem View 27 durchaus glücklich werden.

Fazit

Thermaltake zeigt mit dem View 27 wieder einmal, wie ein außergewöhnliches Gehäuse aussehen kann, ohne dabei aus der Kategorie herauszufallen. Mit einem durchdachten Prinzip und vielen optischen „Schmankerln“ erfreut es den Anwender und sieht dabei ausgesprochen gut aus.

Wer Geld in Form einer Wasserkühlung und in optional erhältliche LED-Lüfter investiert, schöpft das volle Potenzial des Flügeltüren-Gehäuses aus. Hier schmiegen sich die Hauseigenen Riing-Lüfter optimal in das Gesamtkonzept ein.

Die Thermaltake Riing-Lüfter decken die Bereiche „flüsterleise“ bis „deutlich warnehmbar, dafür sehr leistungsstark“ optimal ab und lassen, gekoppelt mit einer Lüftersteuerung keine Wünsche mehr offen.

Aber leider gibt es auch eine Kehrseite der Medallie: Die Verarbeitungsqualität lässt auch ohne Einprägung auf der Rückseite in die Richtung „Made in China“ schließen. Bei unserem Testsample hat der Lackierer teilweise nicht sehr ordentlich gearbeitet, Spaltmaße stimmen nicht und die Fußleisten wirken etwas billig.

Alles in allem sind diese Mankos aber erst bei genauerem bzw. sehr genauen Hinsehen ersichtlich.

Pro:
-Design
-Außergewöhnliches und durchdachtes Konzept
-Farbwahl steht dem Anwender offen
-Geeignet für Wasserkühlung

Contra:
-Verarbeitungsqualität an manchen Stellen
-keine Schlauchdurchführungen

Alles in Allem hinterlässt das Thermaltake View 27 einen positiven Eindruck, weshalb wir dem außergewöhnlichen Gehäuse gerne acht Punkte und unseren Silber-Award, sowie unseren Design-Award vergeben.

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  • Könnte mein neuer Tower werden. Sieht sehr schön aus. Leider wüsste ich nicht wo ich meine zwei Radiatoren hinbauen soll. Überlege ob ich mir nicht vielleicht den Suppresor F31 oder F51 hole.

    Muss sagen Thermaltake baut mittlerweile richtig gute Gehäuse, vor allem sind sie ein Freund von großen Radiatoren :D
    <p>Och, ich finde die haben aber auch schon früher mit den Soprano, Shark, Tsunami, Armor etc. richtig nette Teile produziert.</p><p>Also kreativ waren sie schon immer. Das View ist ganz okey. Ich bin eher ein Freund der X71 Tempered Glass Edition. :)</p>
    Hab ich gerade gesehen, sehr geiles teil, schade das es das nicht als Bigtower mit Hotswap gibt
    S