Mit dem Air 5400 bringt Corsair ein Gehäuse auf den Markt, das sich klar von bekanntenTower-Layouts abheben möchte. Statt eines klassischen Innenaufbaus setzt Corsair auf ein Mehrkammer-Konzept, bei dem Komponenten räumlich getrennt werden, um den Luftstrom zu optimieren. Gleichzeitig verspricht das Gehäuse viel Platz für Radiatoren, flexible Lüfterpositionen und eine saubere Kabelführung.

Doch kann das Konzept im Alltag überzeugen oder bleibt es nur eine interessante Idee auf dem Papier? In unserem Test werfen wir einen genaueren Blick auf Aufbau und Praxis.

Verpackung, Inhalt, Daten

Verpackung


Das Gehäuse wird in einem stabilen Karton mit aufgedruckter Modellbezeichnung geliefert.
Im Inneren wird das AIR 5400 durch großzügige Polsterungen geschützt. Weiche Schaumstoffelemente sowie eine zusätzliche Schutzfolie verhindern Transportschäden und sorgen dafür, dass insbesondere die Glasflächen unversehrt bleiben.

Inhalt

Zum Lieferumfang des Gehäuses gehört eine übersichtliche Zubehörbox mit allen notwendigen Komponenten für den Systemaufbau. Corsair liefert dabei:

  • Kabelbinder für ein sauberes Kabelmanagement
  • Montageschrauben und diverses Einbauzubehör
  • Frontpanel-Adapter
  • Magnetstreifen
  • Staubfilter für die Radiator-Kammer
  • 120-mm-Lüfterblende
  • Sicherheitshinweise sowie Garantieheft

Der Lieferumfang fällt insgesamt zweckmäßig aus und bietet alle notwendigen Komponenten für einen schnellen und unkomplizierten Aufbau. Besonders die zusätzlichen Elemente wie Magnetstreifen und separate Staubfilter unterstreichen den modularen Ansatz des Gehäuses.

Daten

Technische Daten – CORSAIR AIR 5400 RS-R
FormfaktorMid-Tower
Mainboard-KompatibilitätmITX, mATX, ATX, EATX – Auch Back-Connect-Mainboards
Abmessungen240 mm x 467 mm x 470 mm (B x H x T)
FarbenSchwarz, Weiß
Enthaltene Lüfter3x RS-R ARGB oder 3x LX-R
MaterialStahl, Tempered Glass
Max. GPU-Längeca. 360 mm (Herstellerangabe)
Max. CPU-Kühlerhöheca. 180 mm (Herstellerangabe)
Lüfterplätzebis zu 10 x 120 mm
Radiator-Unterstützung240 mm und 360 mm
Laufwerke2x SSD, 1x HDD
Front I/O2x USB-C (5 Gbit/s), 1x USB-C (10 Gbit/s), HDA, Power
Preis279,90 € (UVP)

Details

Außen


Auf den ersten Blick könnte man das AIR 5400 für eines der aktuell weit verbreiteten „Fishbowl“-Gehäuse halten. Die gewölbte Glasfront geht mit einem kleinen Spaltmaß in das ebenfalls gebogene Glasseitenteil über und gibt so den Blick auf die Hauptkammer frei, wodurch die verbaute Hardware optimal präsentiert wird.

Auffällig ist jedoch die ungewöhnlich luftige Gestaltung der rechten Frontseite. Hinter einem großflächigen Stahlgitter verbirgt sich keine klassische Lüfteraufnahme, sondern gezielt eine Halterung für Radiatoren. Hier lässt sich idealerweise ein 360-mm-Radiator verbauen. Dieser sitzt in einer eigenen Kammer und kann Frischluft direkt von außen ansaugen. Ein transparenter Kunststoffeinsatz sorgt dafür, dass die erwärmte Luft nicht in die Mainboard-Kammer gelangt, sondern seitlich über eine große Öffnung direkt wieder aus dem Gehäuse abgeführt wird. Diese Öffnung bleibt auch bei installiertem Frontstaubfilter vollständig nutzbar. Der Staubfilter selbst wird einfach hinter das Mesh-Element eingesetzt.
Das Front-Meshelement lässt sich werkzeuglos vom Gehäuse abziehen. Auch der transparente Luftkanal ist modular aufgebaut und kann nach dem Lösen einer Rändelschraube entfernt werden –+ etwa, um Schläuche einer AiO- oder Custom-Wasserkühlung zu verlegen. Diese werden über einen Bürsten-Durchlass geführt. Corsair setzt hier bewusst auf Bürsten statt klassischer Gummidurchführungen, sowohl zwischen Mainboard- und Radiatorkammer als auch zur Netzteilkammer, da diese viel flexibler sind und deutlich mehr verdecken können.

Im Deckel befinden sich die Front-I/O-Anschlüsse. Corsair geht hier einen ungewöhnlichen aber modernen Weg und verbaut gleich drei USB-C-Ports sowie eine kombinierte Audio-Buchse. Zwei der USB-C-Anschlüsse arbeiten intern über USB 3.0 mit 5 Gbit/s, während der dritte über den dedizierten USB-C-Header mit bis zu 20 Gbit/s angebunden wird. Der Deckel selbst ist als Stahlpanel ausgeführt und verzichtet auf einen Staubfilter. Er wird lediglich aufgeclipst und lässt sich entsprechend leicht entfernen. Darunter wird die Aufteilung in die drei Kammern besonders deutlich sichtbar.

Das Gehäuse steht auf stabilen Kunststofffüßen mit Gummierung. Am Boden sind bereits drei 120-mm-Lüfter vormontiert, die durch einen herausziehbaren Staubfilter geschützt werden.

An der Rückseite kann optional ein 120-mm-Lüfter installiert werden, wobei dieser Platz teilweise vom gebogenen Glasseitenteil verdeckt wird. Insgesamt ist das Gehäuse klar auf einen vertikalen Airflow ausgelegt. Zudem stehen sieben horizontale Erweiterungsslots zur Verfügung.

Das Netzteil wird in der hinteren Kammer vertikal montiert. Direkt darunter befindet sich ein modularer Laufwerkskäfig, der über Schrauben gesichert ist. Die Seitenteile selbst kommen ohne klassische Schrauben aus und öffnen sich als Türen. Nach dem Lösen einer Sicherungsschraube lassen sie sich vollständig aus den Scharnieren herausnehmen.

Innen

Auch das Frontglas lässt sich wie eine Tür öffnen und ermöglicht schnellen Zugriff auf den Innenraum. Die drei Glaselemente sorgen insgesamt für eine sehr komfortable Wartung. Beim Entfernen der Schutzfolien sollte jedoch Vorsicht geboten sein, da sich neben den eigentlichen Schutzfolien auch eine fest aufgebrachte Laminierung auf dem Glas befindet, die nicht entfernt werden sollte.

Der Innenraum des AIR 5400 hebt sich deutlich von klassischen Gehäusen ab. Besonders prägend sind die sogenannten Air Ducts, trichterförmige Kunststoffelemente, die den Luftstrom gezielt lenken. Sie unterstützen einen vertikalen Airflow, bei dem Frischluft von unten angesaugt und nach oben abgeführt wird. Die Grafikkarte profitiert dabei direkt von den Bodenlüftern, wird jedoch durch den unteren Air Duct in der Nutzung des untersten PCIe-Slots eingeschränkt. Der Mainboard-Träger ist als sogenanntes „Pegboard“ ausgeführt und bietet zahlreiche Öffnungen für flexible Kabelführung. Kabelbinder und Klettverschlüsse lassen sich frei positionieren, wodurch ein individuelles Kabelmanagement möglich ist. Zudem werden Back-Connect-Mainboards wie ASUS BTF, MSI Project Zero oder Gigabyte Project Stealth vollständig unterstützt.

In der RS-R-Variante sind drei 120-mm-RS120-R-Lüfter im Boden vormontiert. Diese verfügen über einen gedrehten Rotor und ARGB-Beleuchtung, sind jedoch nicht Teil des iCUE LINK-Ökosystems. Stattdessen erfolgt die Ansteuerung klassisch über PWM und 3-Pin-ARGB, was eine etwas aufwendigere Verkabelung bedeutet.

Die Erweiterungskarten werden über Rändelschrauben befestigt. Für schwere Grafikkarten steht eine höhenverstellbare GPU-Stütze zur Verfügung. Die Air Ducts sind modular und lassen sich bei Bedarf entfernen, etwa für den Einbau größerer Radiatoren. Sowohl im Deckel als auch am Boden kann auch jeweils ein 360-mm-Radiator installiert werden. Trotz der zusätzlichen Radiatorkammer bleibt die Netzteil- und Laufwerkskammer großzügig dimensioniert. Sie bietet ausreichend Platz für ein ATX-Netzteil, den Laufwerkskäfig sowie umfangreiche Verkabelung. Ein schräg positioniertes Stahlblech dient als Kabelkanal und ist mit mehreren Klettverschlüssen ausgestattet. Hier verlaufen auch die Gehäusekabel.

Das Netzteil wird auf einer entkoppelten Stahlablage montiert und anschließend mit der Rückwand verschraubt. Der modulare Laufwerkskäfig nimmt zwei 2,5-Zoll-Laufwerke auf, während zusätzlich eine 3,5-Zoll-Festplatte außen montiert werden kann. Alternativ, wie bei uns der Fall, lässt sich diese Position auch für einen iCUE LINK System Hub nutzen.

Im Testsystem zeigt sich, dass das Gehäuse ausreichend Platz für leistungsstarke Hardware bietet. Besonders im Zusammenspiel mit einer AiO-Wasserkühlung wird das Konzept deutlich: Die Schläuche lassen sich sauber durch die Bürstendurchführungen in die separate Radiatorkammer führen. Insgesamt ergibt sich ein sehr aufgeräumtes und funktionales Systemlayout, das sowohl optisch als auch technisch überzeugt.

Praxis

Testsystem

Testsystem
CPUAMD Ryzen 7 7800X3D
GPUGIGABYTE GeForce RTX 5070 Ti Gaming OC
MainboardASUS ROG B650E-F Gaming Wifi
KühlungCORSAIR iCUE LINK TITAN 360 RX LCD
ArbeitspeicherCorsair Vengeance RGB 64 GB DDR5-6000
SSD 1Crucial T710 M.2 2 TB
SSD 2NETAC NV7000-t M.2 2 TB
GehäuseCORSAIR AIR 5400 RS-R Schwarz
NetzteilLian Li SX Platinum SX0850P 850 W

Einbau

Der Einbau eines Systems im Corsair AIR 5400 RS‑R ARGB gestaltet sich dank des durchdachten Innenraumkonzepts angenehm unkompliziert. Corsair setzt hier auf ein Triple-Chamber-Layout, bei dem die Hauptkomponenten klar voneinander getrennt sind. Mainboard, CPU-Kühler und Grafikkarte befinden sich in der zentralen Kammer, während Netzteil und ein Großteil der Verkabelung in eine separate Kammer ausgelagert werden. Zusätzlich existiert eine eigene Radiator-Kammer, wodurch sich Kühlungskomponenten sauber vom restlichen System trennen lassen.

Die Seitenteile lassen sich schnell entfernen und ermöglichen einen freien Zugang zum Innenraum. Besonders beim Einbau des Mainboards zeigt sich, dass Corsair ausreichend Platz rund um den Tray eingeplant hat. Abstandshalter sind bereits vormontiert und die Aussparungen für Kabeldurchführungen sind großzügig dimensioniert.

Grafikkarten lassen sich ebenfalls problemlos installieren. Das Gehäuse bietet ausreichend Platz für moderne High-End-Modelle, sodass selbst größere Karten ohne Einschränkungen verbaut werden können. Durch die offene Bauweise bleibt zudem genügend Abstand zu Lüftern oder Radiatoren bestehen.

Beim Kabelmanagement spielt das Gehäuse seine Stärken aus. Hinter dem Mainboard-Tray steht viel Platz zur Verfügung, sodass sich auch dickere Kabelstränge problemlos verstauen lassen. Mehrere Kabeldurchführungen sowie Befestigungspunkte erleichtern zusätzlich eine saubere Verkabelung.

Auch die Integration der Wasserkühlung gelingt problemlos. Durch die separate Radiator-Kammer können größere Radiatoren verbaut werden, ohne dass sie direkt im Hauptluftstrom der Grafikkarte sitzen. Das erleichtert nicht nur den Einbau, sondern kann auch die thermische Trennung einzelner Komponenten verbessern.

Insgesamt zeigt sich das Gehäuse im Aufbau sehr benutzerfreundlich. Selbst umfangreiche Systeme mit mehreren Lüftern oder Radiatoren lassen sich ohne großen Aufwand realisieren.

Beleuchtung

Wie vorher bereits benannt, ist das Gehäuse ab Werk mit drei RS-R-ARGB-Lüftern ausgestattet. Diese nutzen ein Reverse-Blade-Design, wodurch die Lüfter Frischluft ins Gehäuse fördern, während die beleuchtete Lüfterseite sichtbar bleibt. Gerade bei Glasgehäusen ist das ein Vorteil, da so sowohl Optik als auch Airflow erhalten bleiben.

Die RGB-Beleuchtung lässt sich über kompatible Mainboard-Software steuern. Alternativ können entsprechende Controller eingesetzt werden, um umfangreichere Beleuchtungseffekte zu realisieren. Durch das große Glasfenster wird die verbaute Hardware gut in Szene gesetzt. Besonders Systeme mit RGB-Arbeitsspeicher oder beleuchteten Grafikkarten profitieren von der offenen Darstellung im Innenraum. Da Netzteil und ein Großteil der Kabel in der dritten separaten Kammer untergebracht sind, bleibt der sichtbare Bereich sehr aufgeräumt. Dadurch wirkt die Beleuchtung im System insgesamt ruhiger und gleichmäßiger.

Gaming und Optik


Für den Praxistest wurde das System in mehreren Spielen getestet, darunter Fortnite, Valorant, Counter‑Strike 2 sowie auch Call of Duty: Black Ops 7 bzw. Warzone.

Während längerer Gaming-Sessions zeigt sich, dass das Gehäuse von seinem offenen Layout profitiert. Die Grafikkarte erhält konstant Frischluft, wodurch die Kühlung auch bei längerer Last stabil bleibt. Optisch macht das System im Gehäuse ebenfalls eine gute Figur. Das große Glasfenster gibt den Blick auf die Hardware frei, während die getrennten Kammern dafür sorgen, dass Kabel und Netzteil nicht sichtbar sind. Dadurch wirkt das gesamte System deutlich aufgeräumter als in vielen klassischen Gehäusen.

Gerade bei Builds mit RGB-Beleuchtung entsteht so ein sehr cleanes Gesamtbild, bei dem der Fokus klar auf den verbauten Komponenten liegt.

Temperaturen und Lautstärke

Der Fokus des Gehäuses liegt klar auf einer effizienten Kühlung. Durch die getrennten Kammern beeinflussen sich einzelne Komponenten thermisch weniger stark als in klassischen Layouts.

In der Praxis profitiert besonders die Grafikkarte von der direkten Frischluftzufuhr durch die unteren Lüfter. Gleichzeitig kann warme Luft über die Oberseite des Gehäuses entweichen, wodurch ein kontinuierlicher Luftstrom entsteht. Auch bei längerer Gaming-Last bleiben GPU-Temperaturen stabil. Die separate Radiator-Kammer verhindert zudem, dass die Abwärme einer Wasserkühlung direkt in den Hauptluftstrom der Grafikkarte gelangt. Die Lautstärke hängt dabei stark von den verbauten Lüfterprofilen ab. Bei niedriger Drehzahl bleibt das System im Idle-Betrieb angenehm leise. Unter höherer Last steigen die Lüfterdrehzahlen erwartungsgemäß an, bewegen sich jedoch im Rahmen vergleichbarer Airflow-Gehäuse.

Insgesamt präsentiert sich das Gehäuse als sehr airflow-orientierte Lösung, die besonders für leistungsstarke Gaming-Systeme ausgelegt ist.

Fazit

Das Corsair AIR 5400 RS-R ARGB Triple-Chamber Mid-Tower PC Case setzt mit seinem Triple-Chamber-Design klar auf maximale Kühlleistung und ein aufgeräumtes System. Die getrennten Kammern für Mainboard, Netzteil und Radiator sorgen in der Praxis für eine saubere Optik und eine effiziente Luftführung.

Besonders positiv fallen der großzügige Innenraum, die hohe Flexibilität bei der Kühlung sowie das durchdachte Kabelmanagement auf. Auch optisch überzeugt das Gehäuse durch die gebogenen Glasflächen und den klar strukturierten Innenraum. Kleine Schwächen wie der fehlende Staubfilter im Deckel, die klassische Lüfterverkabelung und das etwas gewöhnungsbedürftige Layout trüben den Gesamteindruck nur leicht.

Unterm Strich ist das AIR 5400 ein starkes Gehäuse für Enthusiasten, die Wert auf Airflow, Optik und ein modernes Innenraumkonzept legen.

Pro:
+ sehr gutes Airflow- und Kühlkonzept
+ großzügiger Innenraum
+ innovatives und ausgereiftes Triple-Chamber-Design

Kontra:
– Spaltmaß zwischen beiden Scheiben
– Kein Staubfilter im Deckel

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