Das Elgato WAVE XLR MK.2 verspricht, die Lücke zwischen klassischem XLR-Mikrofon und moderner Streaming-Workstation zu schließen. In unserem Test prüfen wir, ob das Interface mit sauberer Vorverstärkung, zuverlässiger Signalverarbeitung und praxisgerechten Features wie Monitoring und Software-Integration wirklich hält, was Elgato verspricht – für Streamer, Podcaster und Content Creator mit hohen Ansprüchen an Klang und Bedienkomfort. Auch das optische Potenzial einer Integration in das System macht das Audio-Interface interessant.

Verpackung, Inhalt, Daten

Verpackung

Auf der Vorderseite der blauen Verpackung ist das WAVE XLR mit grüner und roter Beleuchtung abgebildet. Daneben finden wir Herstellerlogo, Modellbezeichnung, Herstellerschriftzug und Modellbeschreibung in weißer Schrift. Die rechte Seite der Verpackung nehmen Features und Lieferumfang mit passenden Symbolen ein. Linksseitig gibt es eine Abbildung im Profil des WAVE XLR sowie eine Abbildung von der Rückseite des WAVE XLR.

Die Verpackung ist plastikfrei und das Produkt besteht aus mindestens 60 % recyceltem Kunststoff. Die Oberseite trägt eine Schlaufe zur Aufhängung und die Rückseite listet eine Menge weiterer Features in Englisch und Französisch auf. Zudem sehen wir das WAVE XLR in Aktion mit einem WAVE DX, einem WAVE MIC ARM PRO und der laufenden Elgato Software im Hintergrund. Für weitere Informationen und eine Anleitung befindet sich hier außerdem ein QR-Code.

Inhalt

Als Inhalt befindet sich neben dem Elgato WAVE XLR MK.2 ein USB-C-Kabel in 150 cm Länge, eine Schnellstartanleitung sowie eine Gebrauchsanweisung.

Daten

Technische Daten – Elgato WAVE XLR MK.2
Abmessungen93 x 118 x 73 mm (T x B x H)
Gewicht320 g
Auflösung24 bit
Abtastrate48 kHz
Frequenzgang20 Hz – 20 kHz
Dynamischer Bereich135 dB
Eingangsrauschen (A-Bewertung)-130 dB
Maximaler Eingangspegel6 dBV
AnschlüsseMikrofon (XLR)
Kopfhörer (3,5-mm-Klinke, Stereo)
Host I/O (USB-C)
StromaufnahmeMax. 900 mA
Phantom Power+48 V
BesonderheitenFrontale Abdeckung und Drehregler in verschiedenen Farben
Preis169,99 €

Details

Das Elgato WAVE XLR MK.2 besitzt Abmessungen von 93 x 118 x 73 mm mit einem Gewicht von 320 g. Das Audiointerface trägt also auf dem Schreibtisch nicht zu dick auf. Auch die schwarze Farbe des Korpus unterstreicht das bescheidene Design, denn eines der Ziele des MK.2 ist es, ein dezenter und praktischer Begleiter in Sachen Audiokontrolle zu sein. In der Anleitung finden wir zwar Hinweise zur optischen Individualisierung, konnten jedoch leider keine offiziellen Angebote auf der Herstellerseite wahrnehmen. Trotzdem ist es möglich, den großen Drehregler an der Front sowie die frontale Abdeckung mit Leichtigkeit zu entfernen und Customizing zu betreiben. An der Front befindet sich neben dem großzügigen Drehregler noch die Modellbezeichnung in weißer Schriftfarbe an der oberen Kante, sowie mehrere weiße Symbole an der unteren Kante. Den weißen Symbolen an der Unterkante sind jeweils mindestens eine LED zugewiesen, das Mikrofonsymbol besitzt vier zugewiesene LEDs. Um den großen Drehregler, der auch als große Taste fungiert, ist ein LED-Streifen in das Gehäuse eingearbeitet.

Die Rückseite trägt einen 3-poligen XLR-Anschluss, der mit zwei Sechs-Bogenzahn-Schrauben im Gehäuse befestigt ist. Daneben befindet sich eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und ein USB-C-Anschluss. Jeder Anschluss trägt außerdem weiße Symbole. An der Oberseite befindet sich eine Touch-Oberfläche mit einem glänzenden „MUTE“-Schriftzug.

An der Unterseite ist ein Gummipad eingearbeitet, sodass das WAVE XLR MK.2 einen rutschfesten Halt auf der Oberfläche des Schreibtisches findet. Das Design des Elgato WAVE XLR MK.2 besitzt ein rundes und überwiegend kantiges Zusammenspiel, wobei die Verarbeitung sehr gut gelungen ist – keine scharfen Kanten und eine perfekte Auftragung der Farbe.

Praxis

Wir schließen das WAVE XLR MK.2 mit dem mitgelieferten, 1,5 m langen USB-C- auf USB-C-Kabel an einen Rechner. Das Elgato-Kabel ist robust, besitzt eine Nylon-Ummantelung und wirkt dabei trotzdem flexibel. An den Enden des Kabels ist das Elgato-Logo eingearbeitet, wobei die Anschlüsse hochwertig wirken. Nach direktem Anschluss an den Rechner leuchtet ein Teil der LED-Leiste um den Drehregler – dieser zeigt den Gain-Level des Mikrofons an. Außerdem leuchtet die LED rechts unten an der Front mit dem 48V-Symbol. Im Auslieferungszustand ist die Phantom-Speisung aktiviert und sollte bei Nutzung eines dynamischen Mikrofons deaktiviert werden. Die Einstellung kann in der Wave Link Applikation getätigt werden.

Links unten leuchtet eine weitere LED bei dem Mikrofon-Symbol. Dem Mikrofon-Symbol sind drei weitere LEDs zur Signalisierung der Stimmen-Verbesserung zugeordnet. Durch Drücken des Drehreglers kann zwischen den Modi Mikrofon Gain, Stimmen-Verbesserung, Kopfhörer Lautstärke und Mic/PC Mix gewechselt werden. Das Drücken des Drehreglers erzeugt ein deutliches haptisches und akustisches Feedback. Der Drehregler ist dabei etwas empfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Auch ein Drehen des Drehreglers gibt dem Nutzer ein deutliches haptisches Feedback durch Rastungen, wobei es sich um einen Endlosdrehgeber handelt.

Elgato XLR DOCK MK 2

Wird der Endlosdrehgeber gedreht, wandert das weiße Licht in der LED-Leiste im Kreis und zeigt den Status des aktuell gewählten Modus. Parallel dazu füllt sich die LED-Leiste mit grünem Licht, je nach Aufnahme des angeschlossenen Mikrofons. Am rechten Ende der LED-Leiste wird der Clipping-Bereich durch orange und rote Farbe dargestellt. So kann der Gain mit dem Drehgeber schnell und einfach angepasst werden. Der MUTE-Touchbereich an der Rück- bzw. Oberseite lässt die LED-Leiste komplett in einer roten Farbe leuchten, was die Stummschaltung des angeschlossenen Mikrofons signalisiert. Die Farbe der Mute-Funktion kann in der Wave Link Software angepasst werden. Die Touch-Fläche funktioniert tadellos und mutet den Signaleingang sofort – ein wirklich praktisches Feature, vor allem, wenn man softwareseitig eine untergeordnete Soundverteilung hat. So kann man sichergehen, dass die Hauptaufnahmequelle sofort stummgeschaltet ist.

Neben der Einrichtung und Bedienung der Lautstärken in den einzelnen Modi durch den Drehregler gibt es noch ein weiteres praktisches Feature, die automatische Lautstärkeanpassung des Mikrofon-Eingangs. Durch Drücken des Drehreglers für 5 Sekunden wird der automatische Anpassungsmodus gestartet. Dabei muss für einige Sekunden in das Mikrofon gesprochen werden und das Elgato WAVE XLR MK.2 übernimmt den Rest. Bei nicht erfolgreicher Lautstärke-Einstellung fordert der Prozess ein erneutes Einsprechen durch eine Signalgebung über die LED-Leiste. Die automatische Anpassung wird aber auch optional in der Wave-Link-Software angeboten.

Erweitert wird das Elgato WAVE XLR MK.2 auch durch das umfangreiche Monitoring, das vor allem in der Software bis ins Detail gemixt werden kann. Hierbei kann das Audio des Computers, die Ein- und Ausgabe des Mikrofons und das Monitoring komplett voneinander entkoppelt werden, sodass die Lautstärke individuell angepasst werden kann. In der Wave-Link-Software können zudem die Filter und Effekte wie Equalizer, Compressor und weitere im Monitoring hinzugefügt oder entfernt werden.

Software

Der komplette Funktionsumfang für das Elgato WAVE XLR MK.2 eröffnet sich durch die Software Wave-Link. Beim ersten Start werden wir durch eine optionale Einrichtung durchgeführt. Hier können wir die einzelnen Bestandteile des WAVE XLR MK.2 kennenlernen und den Gain automatisch anpassen, falls dies nicht schon geschehen ist.

Das linke Drittel des Wave-Link-Fensters, das auch eingeklappt werden kann, zeigt die angeschlossenen Geräte, den Mixer, sowie die Einstellungen und den Elgato-Marktplatz. Im zweiten Drittel wird das aktuell ausgewählte Gerät dargestellt. Neben Echtzeit-Audioausschlag kann das Gerät hier zusätzlich stummgeschaltet werden. Das rechte und letzte Drittel ist in drei Rubriken aufgeteilt und erlaubt zahlreiche Anpassungen. Im „Input & monitoring“ wird die ausgegebene Lautstärke des Mikrofons angepasst oder erneut automatisch eingerichtet. Der Gain Lock verhindert die Steuerung des Mikrofon-Gains dritter Apps, so bleibt die Lautstärke des Mikrofons stets gleich. Darunter befindet sich die Aktivierung der Phantom-Spannung. Der Clipguard sorgt für eine gleichmäßige Audioausgabe durch eine Abschwächung von besonders lautem Pegel. Der Monitoring-Teil bezieht sich auf den rückseitigen 3,5-mm-Klinkenanschluss, besonders zur Feinjustierung des Signaleingangs.

In der Rubrik Effects befinden sich viele interessante Anpassungen wie der Low-Cut-Filter, Expander, Voice Tune, Compressor, Equalizer und AI-Voice Focus sowie die Möglichkeit, weitere Effekte hinzuzufügen. Der Voice Tune und der AI-Voice-Focus sind mit einem Regler ausgestattet, der die Effektivität bei Aktivierung der Filter anpasst. Expander, Compressor und Equalizer können über ein separates Fenster im Detail angepasst werden. Zudem sind die Einstellungen in den zwei Rubriken mit Ausrufezeichen ausgestattet, die bei Cursor-Hovering eine Erklärung zur Funktion liefern.

In den Settings des Gerätes kann der Gerätename geändert, die Serien- und Firmware-Version abgerufen werden. Nach einem Update wird uns derzeit eine Firmware-Version von 0.0 angezeigt, was mit einem Bug der Wave-Link-Software zusammenhängt. Die Funktion des Elgato WAVE XLR MK.2 ist hierbei nicht eingeschränkt. Zudem lassen sich hier die Farbe der LED-Leiste bei Stummschaltung und die Helligkeit der LED-Anzeigen anpassen. Zu erwähnen ist auf jeden Fall noch die gleichzeitige Erkennung der verschiedenen Elgato-Produkte, sodass ein Multi-Audio-System entsteht. Hierbei können Endgeräte an verschiedene Personen mit individuellen Effekten und Filtern angepasst werden, was besonders für Podcasts, Gesprächsaufnahmen oder Online-Kommunikation interessant ist.

Die Stärke der Wave-Link-Software liegt im Mixer. Hier können beliebige Kanäle erstellt und anderen Kanälen tabellenartig zugewiesen werden. Sogar einzelnen Apps können Kanäle zugewiesen und in Echtzeit über ein Elgato Stream Deck kontrolliert und gesteuert werden. So erhält der Nutzer die volle Kontrolle im Podcast, im Stream oder in der einfachen Online-Kommunikation. Die einzelnen Kanäle tauchen anschließend auch in den Windows-Sound-Einstellungen auf und können so in anderen Programmen genutzt werden. Wir würden uns beim Mixer bei der Auswahl des Ausgabegerätes noch weitere Kanäle wünschen, sodass mehrere Ausgabegeräte gleichzeitig bespielt werden können. Das funktioniert zwar umständlich auch über die Programmierung, würde jedoch viel Arbeitsaufwand ersparen – solch eine Funktion ist allerdings für den Großteil der Nutzer irrelevant und spricht eher Podcaster an.

Sound-Test

Den Soundtest führen wir mit dem Elgato WAVE DX und dem Shure SM7B durch. Dabei deaktivieren wir im ersten Durchlauf alle Filter und Effekte und vergleichen die Qualität mit aktiven Filtern im zweiten Durchlauf. Den Gain stellen wir für jedes Mikrofon so ein, dass der gelbe Bereich knapp erreicht wird. Bei der Aufnahme befinden wir uns etwa 20 cm vom Mikrofon entfernt.

Elgato WAVE DX ohne Filter

https://www.hardwareinside.de/wp-content/uploads/wpforo/default_attachments/1775047384-Elgato-WAVE-DX-Test-3.m4a

Shure SM7B ohne Filter

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Elgato WAVE DX mit Filter

https://www.hardwareinside.de/wp-content/uploads/wpforo/default_attachments/1775047395-Elgato-WAVE-DX-Test-4.m4a

Shure SM7B mit Filter

https://www.hardwareinside.de/wp-content/uploads/2026/04/Elgato-WAVE-XLR-MK.2-SHURE-SM7B-mit-Filtern.mp3

Der AI-Voice-Focus gefällt uns besonders gut. Hierbei wird unsere Stimme hervorgehoben und Störgeräusche im Hintergrund werden verhindert. Für eine reine Kommunikation ist der AI-Voice-Focus die erste Anlaufstelle, wenn es um die Verbesserung der Mikrofonqualität geht. Besonders hervorzuheben ist, dass das Shure SM7B keinen zusätzlichen Boost wie beispielsweise einen Fethead benötigt, die Verstärkung des WAVE XLR MK.2 ist völlig ausreichend. Zusätzlich stehen noch weitere automatisierte Filter im Elgato Marketplace zur Vefügung – hier kann man also mit der Soundqualität und der Aufnahme- bzw. Ausblendeschwelle herumspielen.

In erster Linie helfen die Filter enorm, wenn die Umgebung des Mikrofons dynamisch ist, das bedeutet viele Störgeräusche aufweist. Besonders fordernd ist die Anpassung der Aufnahmeschwelle, wenn im Hintergrund weitere Stimmen zu hören sind. Hierbei haben automatische Filter wie beispielsweise KI-Filter, je nach Raumgröße und Hall, noch Schwierigkeiten. Aus diesem Grund ist es auch von Vorteil, zahlreiche individualisierbare Einstellungen vornehmen zu können. Mit ein wenig Geduld, kann die eigene Mikrofonqualität über das Elgato WAVE XLR MK.2 bestens angepasst werden.

Fazit

Das Elgato WAVE XLR MK.2 ist ein äußerst solides und kompaktes Audiointerface, passend sowohl für dynamische Mikrofone als auch Kondensatormikrofone. Das WAVE XLR MK.2 sorgt für einen sorgenfreien Einstieg in die Welt der XLR-Mikrofone und ermöglicht durch LED-Signalisierung und eine mächtige Software eine einfache Bedienung und Kontrolle der Audioeingabe. Zudem bietet das WAVE XLR MK.2 ein dezentes Design gepaart mit einer kompakten Bauweise. Die Touch-Oberfläche zur Stummschaltung des Audioeingangs entpuppt sich als sehr praktisch und verlässlich. Das Bedienen und Drücken des Drehreglers zeigt sich als besonders angenehm, auch wenn der Endlosdrehgeber anfällig für Fingerabdrücke ist.

Die Wave-Link-Software erlaubt zahlreiche Filter und Effekte zur Verbesserung der Audioeingabe. Der Mixer ermöglicht die volle Kontrolle über simple Programmierung und Zuweisung von Audiokanälen mit Lautstärkeregelung. Abgerundet wird das WAVE XLR MK.2 durch die Elgato Infrastruktur in Verbindung mit dem Elgato WAVE DX, dem Elgato XLR-Kabel und einem Elgato WAVE MIC ARM PRO, die separat erhältlich sind. Durch die umfangreichen Funktionen und Anpassungen sowie das Gesamtpaket hat sich das Elgato WAVE XLR MK.2 bei einem Preis von 169,99 € den Spitzenklasse-Award verdient.

Pro:
+ Top Verarbeitung
+ Dezentes und kompaktes Design
+ Einfache Bedienung
+ Smarte LED-Signalisierung
+ Starke Software
+ Kraftvolle Signalverstärkung
+ Erstklassige Audioqualität
+ Hochwertige Integration in Elgato-Infrastruktur

Kontra:
– Leicht anfällig für Fingerabdrücke

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