Mit XYRAS betritt ein noch junges Unternehmen aus Köln die Gaming-Hardware-Bühne und verfolgt dabei ein ambitioniertes Ziel: Die klassische Steuerung mit Maus, Tastatur oder Controller um eine intuitive Kopfbewegungssteuerung zu erweitern. Statt auf VR-Headsets oder komplexe Tracking-Systeme zu setzen, möchte XYRAS mit seinem Headtracker eine Lösung bieten, die sich unkompliziert in bestehende Setups integrieren lässt – ganz gleich ob am PC, an der PlayStation oder an der Xbox.

Der kompakte Sensor wird direkt am Headset befestigt und fungiert als Bindeglied zwischen Spieler und Spielgeschehen. Er erfasst Kopfbewegungen in Echtzeit und setzt sie – ähnlich der Funktion des rechten Analogsticks – in Blickbewegungen um. Laut Hersteller setzt XYRAS dabei auf geringe Latenz, präzise Sensorik und ein Plug-and-Play-Konzept, das ohne aufwendige Softwareinstallation oder Treiberchaos auskommen soll. Ergänzt wird das Ganze durch eine App, mit der sich Sensitivität, Totzonen und Profile für verschiedene Spiele individuell anpassen lassen.

Doch kann ein vergleichsweise simples Zusatzgerät tatsächlich für mehr Immersion sorgen – oder sogar einen echten spielerischen Vorteil bringen? Und ist Head-Tracking mit dem XYRAS Headtracker eine sinnvolle Ergänzung für den Alltag von Gamern oder nur ein interessantes Nischenprodukt?

Verpackung, Inhalt, Daten

Verpackung

Bereits die Verpackung des XYRAS Headtrackers vermittelt einen klaren Eindruck davon, wohin die Reise geht. Der überwiegend schwarze Hintergrund wirkt bewusst minimalistisch und rückt das Produkt selbst in den Fokus: Zentral auf der Vorderseite platziert, ist der Headtracker prominent in Szene gesetzt und sofort als Herzstück des Pakets erkennbar.

Aufgelockert wird das dunkle Grunddesign durch hellblaue Farbakzente, die gezielt für Linien, Highlights und Schriftzüge eingesetzt werden. Diese Farbdetaillierung verleiht der Verpackung einen technischen, modernen Look und unterstreicht den Anspruch, ein zukunftsorientiertes Gaming-Produkt in den Händen zu halten. Die Farbwahl erinnert dabei bewusst an klassische Sci-Fi- und HUD-Elemente, wie man sie aus futuristischen Benutzeroberflächen kennt.

Ein weiterer Blickfang ist die futuristische Typographie. Klare Kanten, moderne Schriftformen und eine reduzierte Gestaltung sorgen dafür, dass wichtige Informationen schnell erfasst werden können, ohne die Vorderseite zu überladen. Insgesamt wirkt das Verpackungsdesign durchdacht, hochwertig und klar auf eine technikaffine Zielgruppe zugeschnitten.

XYRAS gelingt es damit, bereits vor dem Auspacken Neugier zu wecken und den Eindruck zu vermitteln, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Zubehör, sondern um ein innovatives Eingabegerät handelt.

Nach dem Öffnen der Verpackung fällt auf den ersten Blick ein aufgelegtes Overlay ins Auge, das einen übersichtlichen Eindruck vom gesamten Verpackungsinhalt vermittelt. Grafisch klar dargestellt, zeigt es alle enthaltenen Komponenten und erleichtert so die Orientierung direkt nach dem Auspacken. Ebenfalls integriert ist ein QR-Code, über den sich der Nutzer direkt zum Apple App Store beziehungsweise Google Play Store weiterleiten lässt. Dort steht die notwendige Installations- und Konfigurationssoftware für den XYRAS Headtracker zum Download bereit – ein sinnvoller Schritt, um die Inbetriebnahme möglichst unkompliziert zu gestalten.

Darunter offenbart sich die eigentliche Innenverpackung, in der sämtliche Komponenten sicher in passgenauem Schaumstoff gelagert sind. Jeder Bestandteil hat seinen festen Platz, wodurch ein Verrutschen während des Transports zuverlässig verhindert wird. Die Schaumstoffeinlage vermittelt einen hochwertigen Eindruck und unterstreicht den Anspruch von XYRAS, nicht nur beim Produkt selbst, sondern auch bei der Präsentation auf Sorgfalt und Schutz zu setzen.

Inhalt

Ein Blick auf den eigentlichen Lieferumfang zeigt, dass XYRAS alle grundlegenden Komponenten für den Betrieb des Headtrackers beilegt. Zentrales Element ist der USB-Dongle, der als Schnittstelle zwischen dem jeweiligen Übertragungsmedium – PC, PlayStation 5 oder Xbox – und dem Sensor fungiert. Über diesen Dongle werden die Bewegungsdaten zuverlässig an den Headtracker weitergeleitet und anschließend in entsprechende Eingaben umgesetzt. Zur Befestigung des Sensors am Headset legt der Hersteller zwei Paar Klettstreifen bei. Diese ermöglichen eine flexible Montage an unterschiedlichen Headset-Modellen und sorgen dafür, dass der Tracker sicher und zugleich rückstandslos wieder entfernbar angebracht werden kann.

Weniger erfreulich ist allerdings, dass der Hersteller für die Inbetriebnahme zwingend ein USB-C-auf-USB-A-Kabel voraussetzt, dieses jedoch nicht zum Lieferumfang zählt. Gerade bei einem Produkt, das mit einem Plug-and-Play-Ansatz wirbt, wäre ein entsprechendes Kabel wünschenswert gewesen, um den Headtracker ohne zusätzliche Anschaffungen direkt nutzen zu können.

Daten

Details

USB-Dongle

Der mitgelieferte USB-Dongle hinterlässt bereits beim ersten Kontakt einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet, ist angenehm kompakt und fällt durch sein geringes Gewicht im Alltag kaum auf. Die futuristische Formgebung fügt sich optisch gut in moderne Gaming-Setups ein und unterstreicht den technischen Anspruch des Produkts, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Technisch fungiert der Dongle als zentrales Bindeglied zwischen dem Übertragungsmedium – PC, PlayStation oder Xbox – und dem Sensor. Er verfügt über einen USB-A-Input sowie einen USB-A-Output, wodurch er direkt in das jeweilige System eingesteckt wird und gleichzeitig die notwendige Datenkommunikation ermöglicht. Über diesen Weg werden die vom Sensor erfassten Kopfbewegungen in Echtzeit verarbeitet und an das System weitergegeben.

Der Nutzen des Dongles liegt klar auf der Hand: Er sorgt für eine stabile und latenzarme Kommunikation mit dem Headtracker und ermöglicht dessen systemübergreifende Nutzung ohne tiefgreifende Eingriffe in die bestehende Hardware. Ohne diesen Adapter wäre die präzise Übertragung der Bewegungsdaten nicht realisierbar, weshalb der USB-Dongle eine essenzielle Komponente des gesamten XYRAS-Ökosystems darstellt.

Head Tracker

Der eigentliche Headtracker, der als Sensor dient, bildet das Herzstück des XYRAS-Systems. Im Inneren kommt ein Gyroskop zum Einsatz, das die Kopfbewegungen des Nutzers präzise erfasst und in entsprechende Steuersignale umwandelt. Auch hier bleibt XYRAS seiner Designsprache treu: Die futuristische Formgebung wirkt modern und funktional zugleich und fügt sich optisch unauffällig in nahezu jedes Headset-Design ein.

Ein zentrales visuelles Element ist die integrierte LED-Leiste, die dem Nutzer jederzeit Auskunft über den aktuellen Gerätestatus gibt. Leuchtet die LED grün, befindet sich der Tracker im Idealzustand – die Verbindung ist hergestellt und das Gerät ist einsatzbereit. Eine blaue LED-Farbgebung signalisiert hingegen, dass sich der Headtracker aktuell im Verbindungs- bzw. Kopplungsmodus befindet. Diese klare visuelle Rückmeldung erweist sich im Alltag als äußerst praktisch, da der Status auf einen Blick erkennbar ist.

Mit seinem sehr geringen Gewicht fällt der Sensor beim Tragen kaum auf und beeinträchtigt weder den Tragekomfort noch die Balance des Headsets. Dank der beiliegenden Klettstreifen kann der Headtracker nahezu an jeder Position am Headset befestigt werden. In der Praxis empfiehlt es sich jedoch, den Sensor an einem festen Bauteil zu montieren. Bewegliche Elemente wie schwenkbare Ohrmuscheln oder flexible Bügel könnten ansonsten zu unsauberen Tracking-Ergebnissen führen, da bereits kleinste Relativbewegungen die Erfassung verfälschen können.

Praxis

Montage

Die Befestigung des XYRAS Headtrackers am Headset gestaltet sich denkbar einfach und ist in wenigen Minuten erledigt. Hierfür wird jeweils ein Klettstreifen am Headset sowie ein passendes Gegenstück am Tracker selbst angebracht. Nach dem Zusammenfügen sorgt die Klettverbindung für einen sehr festen Halt, der den Sensor zuverlässig an seiner Position fixiert.

In der Praxis zeigt sich, dass der Headtracker auch bei ruckartigen Kopfbewegungen sicher sitzt und selbst bei intensiveren Spielsituationen nicht verrutscht. Auch alltägliche Handgriffe wie das Ablegen des Headsets oder ein unbeabsichtigtes Streifen des Trackers mit der Hand führen nicht dazu, dass sich der Sensor löst oder seine Position verändert. Damit bleibt die einmal gewählte Ausrichtung stabil und gewährleistet ein konsistentes Tracking.

Für die Stromversorgung ist der Headtracker mit einem integrierten Akku ausgestattet. Über ein USB-C Anschluss kann der Headtracker bequem geladen werden, was sowohl zeitgemäß als auch praktisch ist. Ein separates Batteriewechseln entfällt somit vollständig, und der Sensor lässt sich problemlos an gängige Ladegeräte oder Powerbanks anschließen.

Inbetriebnahme XBOX

Die Erstinbetriebnahme des XYRAS Headtrackers beginnt mit dem Download der XYRAS-App, die über den Apple App Store oder den Google Play Store erhältlich ist. Nach dem Start der App werden auf dem Titelscreen sowohl der USB-Dongle als auch der Headtracker angezeigt. Bevor es mit den weiteren Einrichtungsschritten weitergehen kann, müssen die Komponenten zunächst mit der jeweiligen Konsole gekoppelt werden,.

Im nächsten Schritt wird der USB-Dongle mit dem Übertragungsmedium – in unserem Fall der Xbox Series X – verbunden. Hierbei ist zwingend ein separates USB-C-Kabel erforderlich, das nicht im Lieferumfang enthalten ist. Anschließend wird der Controller über ein USB-C auf USB-A-Kabel mit dem USB-Dongle verbunden. In unserem Test kam dabei der Standard-Controller der Xbox Series X zum Einsatz. Wichtig zu beachten ist, dass zum Zeitpunkt des Tests ausschließlich die Standard-Controller der PlayStation 5 und der Xbox Series unterstützt werden. An weiteren Controller-Modellen arbeitet XYRAS bereits.

Sobald der Headtracker erfolgreich verbunden ist, wird zunächst ein erstes Firmware-Update durchgeführt. Dieser Schritt läuft automatisiert ab und stellt sicher, dass Sensor und Dongle auf dem aktuellen Stand sind. Im Anschluss beginnt die eigentliche Sensorkonfiguration. Dabei wird das Headset – und damit der Sensor – in verschiedene Positionen innerhalb eines dreidimensionalen Raums bewegt. Anhand dieser Bewegungen zeichnet das System die notwendige Kalibrierung auf und passt das Tracking präzise an die Montageposition des Sensors an.

Den Abschluss der Einrichtung bildet die Kalibrierung der Vertikalachse. Hierzu genügt es, den Kopf mehrfach nach oben und unten zu nicken. Nach diesem letzten Schritt ist der XYRAS Headtracker vollständig einsatzbereit und bereit für den ersten Praxistest im Spiel.

Inbetriebnahme Windows

Die Inbetriebnahme unter Windows hingegen funktioniert sehr problemlos und flüssig. Hierzu laden wir uns lediglich die Windows-Software herunter und Starten anschließend die Installation. Auch hier verbindet sich der Headtracker zu erst mit dem Dongle und führt anschließend vollautomatisch alle weiteren Schritte der Installation durch. Es ist im Anschluss ratsam, eine kurze Sensorkonfiguration durchzuführen.

Im Gegensatz zur Applikation gefällt uns die Oberfläche des Reiters „Profil“ außerordentlich gut. Hier können wir nämlich genau nachvollziehen, wie sich der Headtracker verhält. Ist der Punkt mittig im Kreis, so wissen wir, dass der Headtracker optimal ausgerichtet ist. Ein Kreisen unseres Kopfes bewirkt, dass sich der Punkt innerhalb des Kreises auf dem Screen bewegt. Auch die Kopfneigung kann über dem Kreis getrackt werden. Dies stellt ein wirklich hervorragendes Feedback dar und kann im Feintuning weiter optimiert werden.

Gaming

Im Praxistest zeigt sich, dass XYRAS derzeit bereits eine Handvoll moderner sowie einige ältere AAA-Titel aktiv unterstützt. Für jedes Spiel ist eine kurze individuelle Konfiguration notwendig, die jedoch lediglich wenige Sekunden in Anspruch nimmt und den Spielfluss kaum unterbricht. Der Headtracker kann im Anschluss direkt im jeweiligen Titel genutzt werden.

Zur Bewertung der Tracking-Genauigkeit auf der XBOX haben wir uns für die Halo: The Master Chief Collection entschieden und darin konkret Halo 2 Anniversary getestet. Die erste Mission eignet sich hervorragend, da der Master Chief hier mehrfach gezwungen ist, Leuchtpunkte in einem zweidimensionalen Raum gezielt anzuvisieren. Diese Aufgabe haben wir bewusst ausschließlich über Kopfbewegungen durchgeführt, um das System isoliert bewerten zu können.

Zur Bewertung der Tracking-Genauigkeit auf unserem PC zocken wir eine kurze Runde Apex Legends.

Praxistest

Schnell wird deutlich, dass der XYRAS Headtracker auf der XBOX auf der horizontalen Achse sehr gut skaliert. Seitliche Kopfbewegungen werden präzise umgesetzt und lassen sich intuitiv kontrollieren. Deutlich problematischer gestaltet sich jedoch die Vertikalachse. Ein kontinuierliches Hochneigen des Kopfes führt nicht zu einem ebenso kontinuierlichen Hochblicken im Spiel. Stattdessen sind wir gezwungen, den Kopf mehrfach auf und ab zu bewegen, um schrittweise nach oben oder unten blicken zu können. Dieses Verhalten wirkt unnatürlich und erschwert präzises Zielen erheblich.

Glücklicherweise konnten wir unter Windows dieses Verhalten nicht feststellen. In Apex Legends funktioniert das Headtracking höchstpräzise. Ist der Screen-Mittelpunkt erst einmal Softwareseitig zentriert, leistet der XYRAS Headtracker einen ausgezeichneten Job. Ein kleineres Feintuning in der XYRAS-Software sorgt sogar für ein sehr intuitives und natürliches Tracking, sodass auch kleinere Bewegungen des Kopfes ordnungsgemäß übersetzt werden. Hilfreich ist es, und das geben wir euch gerne als Tipp mit, die Abtastrate von 66 Hz auf 133 Hz im Bluetooth zu erhöhen.

Alles in allem leistet der XYRAS Headtracker unter Windows einen hervorragenden Job in der Anwendung unter Windows. Bezüglich des Anwendungsfalls unter XBOX-Konsolen, wollen wir kein voreiliges Fazit ziehen. Da die Anzahl an kompatiblen Spielen für die Xbox noch ausgebaut wird, werden wir uns dem Thema zeitnah erneut widmen. Hinzu kommt, dass wir aktuell in der Version 0.9 unsere Tests durchführen – Das bedeutet, wir testen noch nicht unter Bedingungen der Serienreife. Jedenfalls haben wir uns für die Zukunft noch Battlefield 6, Gothic 3, Forza und Avatar vorgenommen.

Fazit

Der XYRAS Headtracker zeigt eindrucksvoll, wie sich Head-Tracking als ergänzende Steuerungsmethode in bestehende Gaming-Setups integrieren lässt. Mit einem Preis von zirka 170 € richtet sich das Gerät an technikaffine Spieler, die neue Wege der Immersion ausprobieren möchten und bereit sind, sich auf eine noch junge Technologie einzulassen. Schließlich befindet sich der Headtracker derzeit noch in der ersten Revisionsphase. Das bedeutet, dass sowohl Software als auch Sensorik noch weiter optimiert werden.

Für Spieler, die präzises und wettbewerbsfähiges Zielen erwarten, ist der Tracker aktuell nur für Windows gut geeignet und kann nach einer kurzen Eingewöhnung einen Mehrwert für kompetitive Spieler bringen. Das System funktioniert hervorragend bei sanften bis mittelschnellen, horizontalen und vertikalen Bewegungen. Bei zu schnellen Bewegungen kann es zu Übersetzungslücken kommen. Auch die Notwendigkeit eines separaten USB-C-Kabels, das nicht im Lieferumfang enthalten ist, stellt einen kleinen Hinderungsgrund dar. Insgesamt liefert XYRAS mit diesem ersten Headtracker einen vielversprechenden Einstieg in das Thema Head-Tracking für Konsolen und PC. Wenn ihr bereit seid ein wenig Geduld mit Kalibrierung und Optimierung mitzubringen, erhaltet ihr innovatives Zubehör, das das Spielgefühl merklich erweitert – auch wenn es aktuell noch nicht perfekt ist.

Pro:
+ Innovative Steuerung
+ Gute Horizontalpräzision
+ Einfache Montage
+ Geringes Gewicht
+ Integrierter Akku

Kontra:
– Liste der kompatiblen Games ist derzeit noch begrenzt

Software
Herstellerseite

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