Viele wünschen sich ein minimalistisches und aufgeräumtes Setup. Vor allem bei Streamern, Content Creators und Technik-Begeisterten wird das Setup ziemlich schnell mit Tablet, Audio-Mixer, Mobiltelefon, Mikrofon und anderen Geräten vollgestellt. Der Hersteller Elgato liefert eine weitere Integration in seine Infrastruktur – das XLR DOCK MK.2 reiht sich zwischen das Elgato Stream Deck+ und ein XLR-Mikrofon, wie beispielsweise das Elgato WAVE DX, ein. So wird Platz für ein XLR-Audiointerface auf dem Schreibtisch gespart. Dieses Attachment wird anstelle des Standard-Standfußes des Elgato Stream Deck+ angeschraubt und wertet den Schreibtisch optisch auf. Hinzu kommt die Steuerung über die Stream-Deck-Software, die die Bedienung erleichtert. Sehen wir uns gemeinsam an, wie wir unser Audio und unser Setup mit dem XLR DOCK MK.2 bereichern können.
Verpackung, Inhalt, Daten
Verpackung


Die Verpackung des XLR DOCK besitzt einen hellblauen Hintergrund, der dafür sorgt, dass das schwarze Dock frontal-mittig gut zur Geltung kommt. Wir sehen hier die Rückseite des Docks mit einem angedeuteten Stream Deck+. Rundherum sind das Herstellerlogo, der Herstellerschriftzug, die Modellbezeichnung und die Modellbeschreibung in weißer Schriftfarbe zu lesen. Die Farbe der anderen Seiten der Verpackung verläuft leicht in ein dunkleres Blau. So ist auf der oberen Seite noch einmal das Herstellerlogo mit Modellbezeichnung und Herstellerschriftzug in Weiß zu finden. Die linke Seite der Verpackung zeigt das DOCK im Profil, verdeutlicht die Kompatibilität mit Mac und Windows 11 und verweist mit einem QR-Code auf die Produktseite für weitere Informationen. Auf der rechten Seite der Verpackung sind einige Features in englischer und französischer Sprache ebenfalls in Weiß aneinandergereiht. Weiter unten wird der Lieferumfang offenbart.
Inhalt

Der Inhalt beschränkt sich lediglich auf zwei Dinge – das XLR DOCK MK.2 und eine Kurzanleitung. Positiv hervorzuheben ist die kunststofffreie Verpackung, hier kommt nur leicht recycelbares Material wie Papier und Karton zum Einsatz.
Daten
| Technische Daten – Elgato XLR DOCK MK.2 | |
|---|---|
| Abmessungen | 115 x 137 x 76 mm (T x B x H) |
| Gewicht | 179 g |
| Auflösung | 24 bit |
| Abtastrate | 48 kHz |
| Frequenzgang | 20 Hz – 20 kHz |
| Dynamischer Bereich | 137 dB |
| Gain | 80 dB sauberer Gain |
| Anschlüsse | Mikrofon XLR, Mono Kopfhörer 3,5 mm Klinke, Stereo Host I/O USB-C |
| Stromaufnahme | Max. 900 mA |
| Phantom Power | +48 V |
| Wave FX Processor | Onboard Effekte Prozessor |
| Hardware Filter | Clipguard 2.0 Lowcut filter Expander Voice Tune Compressor Equalizer |
| Preis | 129,99 € |
Details
Der Korpus des Elgato XLR DOCK MK.2 besteht aus matt-schwarzem Kunststoff. Das Design ist überwiegend kantig und gut verarbeitet. Es gibt keine scharfen ober überspitzen Kanten. Die Vorderseite besitzt einen männlichen USB-C-Stecker und ist an die Form des Elgato Stream Deck+ angepasst. Der Halterungsmechanismus ist sofort durch zwei Bohrungen erkennbar – hier werden die Schrauben des Stream Deck+ eingesetzt, die zuvor den originalen Standfuß gehalten haben. Auf der Rückseite ist das Elgato-Logo in glänzendem Design eingearbeitet. Darunter befindet sich der XLR-Anschluss, an dem die Pins dezent nummeriert sind. Der XLR-Anschluss wird durch schwarze Innensechsrund-Schrauben im Gehäuse gehalten. Links daneben befinden sich der 3,5-mm-Klinken-Anschluss und ein weiblicher USB-C-Anschluss. An der unteren Kante der Rückseite sind diskrete Symbole zu den Anschlüssen angebracht.

Die Unterseite des Docks ist fast vollständig mit einer gummierten Oberfläche überzogen, die dafür sorgt, dass das Gerät bei der Bedienung nicht verrutscht. Je nach Material der Oberfläche gelingt das auch ganz gut.
Praxis
Wir bringen das Elgato XLR DOCK MK.2 an das Stream Deck+ an. Die Montage ist super leicht – die zwei originalen Kreuzschlitz-Schrauben werden im ersten Schritt vom originalen Standfuß abgeschraubt. Das XLR DOCK MK.2 wird vorsichtig über den USB-C-Anschluss an das Stream Deck+ angesteckt und anschließend über die Schrauben handfest fixiert. Schon ist die Kombination aus Elgato XLR DOCK MK.2 und Stream Deck+ einsatzbereit.
Durch das Aufsetzen des XLR DOCKs setzen sich die Einstellungen des Stream Deck+ aufgrund des integrierten Wave-FX-Prozessors zurück. Hier ist das Speichern eines Profils von Vorteil. Für die Einrichtung steht die Software Wave Link mit einem Tutorial zur Verfügung. Hierbei wird empfohlen, für das Feintuning ein Headset mit 3,5-mm-Klinke anzuschließen. Die Einrichtung erfolgt innerhalb weniger Minuten und der Nutzer wird dabei durch Hinweise unterstützt.
Einen interessanten Punkt stellt der FX Prozessor dar, denn viele Effekte werden hier hardwareseitig bewerkstelligt. Das minimiert die Latenz zum Monitoring enorm und sorgt beim User für ein vollumfängliches und kontrolliertes Sprachbild. Auch bei der Wahl des Audioeingangs in Windows wird die bereits mit Effekten belegte Spracheingabe direkt weitergeleitet, sodass die individuellen Ton-Anpassungen ohne Umwege in verschiedenen Kanälen und Anwendungen übernommen werden. Das bedeutet, dass kein oder kaum Routing und keine virtuellen Kanäle nötig sind. Softwareseitige Anpassungen und Effekte verursachen je nach Ausmaß eine geringe zusätzlihe Latenz, die für den Großteil der Nutzer und Streamer aber nicht bemerkbar ist.
Software
Das wahre Potenzial entfaltet die Software Wave Link in Kombination mit der Stream-Deck-Software. Nach der Einrichtung des XLR DOCK MK.2 befinden wir uns in der Rubrik Elgato devices. Hier wird das DOCK mit dem Stream Deck+ von der Rückseite illustriert und mit Modellbezeichnung in weißer Schrift hervorgehoben. Darunter ist ein Stereo-Lautstärkebalken mit einem grünen Ausschlag zu sehen, das Mikrofon ist bereit für den Einsatz. Die rechte Seite im Softwarefenster ist in drei Rubriken unterteilt. Im Input & monitoring sind die grundlegenden Funktionen für die Audioqualität des angeschlossenen Mikrofons zu finden. Hier kann der Gain für das Mikrofon individuell oder automatisch eingestellt werden.
Darunter kann der Gain Lock gesetzt werden, der verhindert, dass andere Anwendungen den eingestellten Mikrofon-Gain ändern. Als Nächstes kann die Phantomspannung aktiviert werden, die Kondensatormikrofone zur Funktion benötigen. Das dritte Feature ist Clipguard 2.0, das ähnlich wie ein Kompensator das Clippen des Mikrofons verhindert. Die unteren Einstellungen sind ausschließlich für das Monitoring des Mikrofons über ein an die 3,5-mm-Klinke angeschlossenes Ausgabegerät vorgesehen. Hier kann die Qualität des XLR-Ausgangs überprüft werden. Übrigens bieten die einzelnen Features ein blaues Informationszeichen mit englischer Erklärung zur Funktion.
Bei der Rubrik Effects werden viele weitere Features geboten, mit denen man die Qualität des Mikrofons perfektionieren kann. Einige der Features wie der Expander, der Compressor und der Equalizer bieten eine detailreiche Anpassung über ein Einstellungs-Symbol bei Cursor-Hovering. Hier sind die wichtigsten Feinjustierungen auf einer Seite samt Funktionshinweisen aufgelistet, obendrein können noch weitere Effekte implementiert werden. Es gibt Stimmverzerrer, Rauschunterdrücker und weitere Effekte im Elgato Marketplace, viele davon auch kostenlos. Das Beste an den Effekten ist die Steuerung über das Stream Deck+. Alle Funktionen, die die Effekte bieten, können auf einen Stream Deck-Button oder ein Dial gelegt werden. In der letzten Rubrik Settings kann der Name des Gerätes angepasst, die Firmware upgedatet und das Tutorial erneut gestartet werden.
Eine mächtige Funktion der Wave-Link-Software bietet links im Fenster die Rubrik Mixes. Hier wird ein Ausgabegerät gewählt, wobei wir uns wünschen würden, mehrere Ausgabegeräte gleichzeitig auswählen zu können, um weitere Software-Audio-Splits zu vermeiden. In den Mixes können einzelne Ausgabegeräte, virtuelle Ausgabegeräte und sogar jede Applikation einzeln als Kanal angewählt werden. Diese Kanäle können dann tabellenartig zugewiesen und einzelne Lautstärkeniveaus angepasst werden. Dieser virtuelle Soundmix ist für Live-Streams, Podcasts oder auch einfach nur für Sound-Enthusiasten ein mächtiges Tool. Durch die Integration der Wave-Link-Funktionen in das Stream Deck und das anschließende Belegen der einzelnen Tasten und Drehknöpfe ist die Soundumgebung stets unter Kontrolle. So können einzelne Kanäle durchgeschliffen, lauter und leiser gestellt und stummgeschaltet werden. Zusammengefasst ist die Wave-Link-Software ein professionelles Sound-Interface in freundlichem Einsteigerformat. Die Individualisierung sorgt für eine umfangreiche und einfache Bedienung.
Zuletzt befindet sich noch links unten im Software-Fenster ein Verweis auf den Elgato-Marktplatz für zahlreiche weitere Integrationen und die Einstellungen der Software selbst. In den Softwareeinstellungen steht bis jetzt nur Englisch als Sprache zur Verfügung. Außerdem werden hier weiterhin Updates und Hilfe über Discord, Reddit und das Hilfe-Center angeboten. Die Rubrik Effects in den Software-Einstellungen kann äußerst nützlich sein, da hier eigene VST-Plugins integriert werden können, falls die Wave-Link-Filter nicht ausreichen oder nicht zufriedenstellend sein sollten.


Ein großer Vorteil in der Software ist das Setup von mehreren Elgato-Produkten, die im Wave Link gemixt werden können. Hier erhalten auch Podcaster und mehrere Teilnehmer einer Aufnahme oder Online-Unterhaltung die volle Kontrolle über das Audiosystem. So kann auch für jeden Teilnehmer eine individuelle Anpassung der Effekte und des Monitorings erfolgen – praktisch ein Multi-Audio-System.
Mikrofonqualität
Wir testen die Mikrofonqualität über das Elgato XLR DOCK MK.2 mit dem dynamischen Elgato WAVE DX Mikrofon und dem Shure SM7B jeweils mit und ohne Filter. Das SHURE SM7B benötigt dank der großzügigen Verstärkung des XLR DOCK MK.2 keinen zusätzlichen FetHead und sorgt für eine mehr als ausreichend starke Mikrofon-Lautstärke. Für den Test stellen wir die Verstärkung der Mikrofone so ein, dass die Lautstärke leicht in den gelben Bereich ragt. Die Mikrofone platzieren wir jeweils etwa 20 cm von uns entfernt. Die VST-Plugins importieren wir bewusst über Light Host in Verbindung mit Voicemeeter. Hierbei können sie auch über die Einstellungen in der Software Wave Link integriert werden.
Test Elgato Wave DX ohne Filter
Test Elgato Wave DX mit Filter
Test Shure SM7B ohne Filter
Test Shure SM7B mit Filter
Test Shure SM7B custom VST Plugins
Die Filter bieten ein hohes Maß an Individualität. Da wir uns hierbei auf eine hohe Kommunikationsqualität konzentrieren, wählen wir dezente Einstellungen. Besonders gut gefallen uns die Funktionen Equalizer und Voice Focus ai-coustics, da hier auch bei Mikrofonen mit geringer Qualität ein hohes Potenzial herausgeholt werden kann.
Fazit
Das Elgato XLR DOCK MK.2 ist ein wertvolles Upgrade für die persönliche Elgato-Infrastruktur auf dem Schreibtisch oder im Gaming-Setup. Die XLR-DOCK-MK.2-Integration spart Platz für ein Audio-Interface auf dem Schreibtisch und vereint Funktionalität mit dem Stream Deck+ und der Stream-Deck-Software. Das DOCK fügt sich perfekt in ein Stream Deck+ Setup ein und erweitert die Funktionalität für ein XLR-Mikrofon. Die Wave-Link- und die Stream-Deck-Software ermöglichen die volle Kontrolle über das Audiosetup. Die Verstärkung über das Audiointerface ist mehr als ausreichend, sodass keine weiteren Verstärker wie FetHeads nötig sind. Das Elgato XLR DOCK MK.2 für das Stream Deck+ gibt es derzeit für 129,99 €. Der Mehrwert, den das XLR DOCK MK.2 für das Stream Deck+ bietet, ist für uns eine Empfehlung mit dem Spitzenklasse-Award wert.
Pro:
+ Top Verarbeitung
+ Platzeinsparung auf dem Schreibtisch
+ Reibungslose Stream-Deck-Integration
+ Mächtige Software
+ Hohes Maß an Individualisierung
+ Gute Filter
+ Elagto Marketplace bietet auch kostenlose Filter an
Kontra:
– Wave Link nur in englischer Sprache verfügbar












































