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Lian Li A4-H2O im Test

Das Lian Li A4-H2O kommt mit 11-Litern in einem kompakten Formfaktor. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit DAN Cases. Basierend auf dem ursprünglichen DAN A4-SFX-Gehäuse-Sandwich-Layout-Konzept, setzt das A4-H2O den minimalistischen und kompakten Formfaktor mit verbesserter Hardware-Kompatibilität (einschließlich AIO-Wasserkühlung) fort und soll die Installation einfach halten. Was wir alles in das kleine Gehäuse unter bekommen, erfahrt ihr nun in unserem Test. Für dieses Review hat uns der Hersteller ein Muster zur Verfügung gestellt.

 

Verpackung, Inhalt & Daten

Verpackung



Das Lian Li A4-H2O kommt in einem Karton aus brauner Wellpappe. Auf der Vorder- und Rückseite befinden sich die Logos der beiden Hersteller sowie die Modellbezeichnung. Weiter Angaben sind auf der Verpackung nicht auszumachen.

 

Inhalt

 

Das Gehäuse kommt gut verpackt bei uns an. Beim Auspacken finden wir oben im Paket sofort die Bedienungsanleitung. Kabelbinder und alle nötigen Schrauben befinden sich in einem kleinen Kunststoffbeutel. Die Standoffs zur Aufnahme des Mainboards sind bereits im Gehäuse montiert.

 

Daten

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Das Lian Li A4-H2O ist unter vier verschiedenen Modellbezeichnungen verfügbar. Es gibt jeweils eine schwarze und eine silberne Variante und diese dann noch mal jeweils mit PCIe 3.0 oder PCIe 4.0 Riser Kabel. Ansonsten sind die Gehäuse identisch zueinander.

 

Details




Der Hersteller hat uns die silberne Variante mit PCIe 4.0 Riserkabel zukommen lassen. Wie auch bereits die vorherige Generation dieses Gehäuses, ist das Äußere schlicht gehalten. Die Front wird verdeckt von einer in Silber eloxierten Aluminiumplatte ohne jegliche Öffnungen. Anders sieht dies beim linken Seitenteil aus, denn dieses verfügt über zahlreiche Belüftungsöffnungen zur Kühlung der Hardware. Zudem befindet sich hier auch das I/O Panel mit einem USB-Typ-A und einem USB-Typ-C sowie die beiden Audioanschlüsse nebst Ein-/Aus-Schalter.




Die Seitenabdeckung ist über zwei Rändelschrauben mit dem Gehäusekorpus verbunden. Wir lösen diese Schrauben und ziehen das Seitenteil ein Stück nach hinten, um es zu entfernen. Hinter der Abdeckung finden wir den Einbauort für das Mini-ITX Mainboard. Das Riserkabel für die Grafikkarte ist bereits vormontiert. Im vorderen Bereich ist eine Art Käfig verbaut, welcher das Netzteil aufnimmt.




Auf der Rückseite sind die Öffnung für das I/O des Mainboards sowie drei Slots für die Grafikkarte untergebracht. Zudem ist im oberen Bereich der Anschluss für das Stromkabel angeordnet.


 

Das Seitenteil auf der rechten Seite ist identisch mit dem der linken Seite. Es lässt sich auch auf die gleiche Art entfernen. Hinter der Abdeckung finden wir die Möglichkeit, ein 2,5“ Laufwerk sowie eine Grafikkarte bis zu einer Länge von maximal 322 mm zu verbauen. Hier finden wir auch das andere Ende des Riserkabels.


 

Der Deckel besteht ebenfalls aus Aluminium und verfügt über zahlreiche Belüftungsöffnungen. Anders als die Seitenteile ist der Deckel über eine Steckverbindung mit dem Gehäusekorpus verbunden. Das gilt im Übrigen auch für die Frontabdeckung. Das gesamte Gehäuse lässt sich in seine Bestandteile zerlegen, was den Einbau von Hardware erleichtern sollte.

 

Praxis

Testsystem

Mini-ITX Testsystem  
Mainboard GIGABYTE Z590I VISION D
Prozessor Intel Core i7-11700
Arbeitsspeicher 2x 16 GB TeamGroup T-Force Xtreem ARGB White
DDR4 @3.600 MHz, CL18-22-22-42
Grafikkarte NVIDIA GeForce GT1030
Netzteil Corsair SF Series SF750 80+ Platinum
Speicher 1 TB Western Digital Black SN750 SE NVMe PCIe 4.0

 

Montage


 

Um zu demonstrieren was mit dem Lian Li A4-H2O möglich ist, zeigen wir euch direkt die beiden Möglichkeiten bezüglich der Prozessorkühlung. Im ersten Aufbau verwenden wir einen Thermalright AXP-X47 und im zweiten eine Cooler Master MasterLiquid ML240 Illusion White Edition. Wir haben uns für diesen Luftkühler entschieden, da die Platzverhältnisse einen konventionellen Turmkühler nicht zulassen. Grundsätzlich dürfte aber jeder Top-Blower problemlos funktionieren. Anders sieht das bei der Wasserkühlung aus, die von uns gewählte All in One Lösung mit einem 240 mm großen Radiator stellt das Maximum dar. Wichtig ist nur, dass die Lüfter so montiert werden sollten, dass sie durch den Radiator hindurch nach oben hin ausblasen. So entsteht im Inneren ein Schornsteineffekt, der auch die anderen Komponenten kühlt.

Auch bei der Grafikkarte müssen wir auf die Abmessungen achten, denn diese darf nur maximal 322 mm lang und 3 Slots hoch sein. Das ist allerdings kein Grund zur Sorge, der Markt gibt viele Modelle von AMD als auch von NVIDIA her. Dabei muss auch nicht auf die Highend-Modelle verzichtet werden. Aufgrund der schwierigen Lage in Sachen Verfügbarkeit aktueller Modelle, mussten wir auf eine passiv gekühlte NVIDIA GeForce GT1030 ausweichen.

 

Temperaturen




Den Anfang machen wir mit der Cooler Master MasterLiquid ML240 Illusion. Wir testen nun die Temperaturen des Prozessors, dazu nutzen wir drei Testszenarien in den Kategorien Office, Gaming und Prime95. Jede Kategorie lassen wir jeweils 30 Minuten laufen und nehmen die Temperaturen anschließend aus der Software HWInfo und mittels Temperatursensor direkt am Sockel. Daraus ermitteln wir dann einen Durchschnittswert. Die Platzverhältnisse und die Wärmeentwicklung wirken sich merklich auf die Temperaturen des Prozessors aus.




Weiter machen wir mit dem Thermalright AXP-X47. Hier wird sich der geneigte Leser vermutlich fragen, wie es sein kann, dass der Temperaturunterschied zwischen der All in One Wasserkühlung und diesem Top-Blower Kühler so gering ist. Die Erklärung liegt in der Anordnung, denn beim Aufbau mit der Wasserkühlung sitzt der Radiator im Deckel, daher wird hier nicht nur die Abwärme des Prozessors, sondern auch die Abwärme der restlichen Systemkomponenten durch den Radiator geleitet. Dadurch verliert die Wasserkühlung etwas an Leistungspotential, andererseits sorgt sie aber dafür, dass die Luft sich in beiden Kammern des Gehäuses bewegt. Beim Thermalright Kühler wird nun die Luft in der einen Kammer bewegt. Davon profitieren vor allem die SSD und die Spannungswandler des Mainboards. Etwas kompensieren kann man dies, indem zwei weitere Lüfter ausblasend im Deckel montiert werden.

 

Fazit

Das Lian Li A4-H2O in der uns vorliegenden Version mit dem PCIe 4.0 Riserkabel kostet derzeit 149,90 €. Die Variante mit dem PCIe 3.0 Riserkabel kostet dagegen nur 119,90 €. Das Gehäuse ist somit, wie eingangs erwähnt, mit zwei verschiedenen Generationen an Riserkabeln und dann jeweils in Schwarz oder Silber erhältlich. Das Gehäuse folgt einem ausgeklügelten Konzept und lässt sich nahezu vollständig zerlegen. Der Einbau der Hardware stellt für geübte Schrauber kein Problem dar. Die Verarbeitung ist tadellos, die Materialien sind ausreichend dick und scharfe Kanten oder Lackabplatzer finden wir nirgends. Zu bedenken ist, dass man sich vorher Gedanken um die Art der Kühlung und die Größe der Grafikkarte macht. Wer das beherzigt, kann mit diesem kleinen Gehäuse einen wahren Powerzwerg bauen. Wir vergeben unsere Empfehlung für ein Produkt der Spitzenklasse.


Pro:
+ Verarbeitung
+ Design
+ Kompaktes Design
+ Platz für performante Hardware
+ Riserkabel inklusive


Kontra:
– Etwas komplizierte Montage


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Zuständig für die kleineren Wartungen am Hardware Inside Server und gleich Redakteur und Grafiker - sprich ein Allrounder.
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1 Kommentar
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clove31
clove31
1 Monat zuvor

sieht eher aus wie ein toaster, als ein Gehäuse