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Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint im Test

Seit dem Release von Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint im Oktober letztes Jahr sind mittlerweile etwas über sechs Monate ins Land gezogen. Und der Start war sehr holprig, denn schauen wir zurück auf die Berichterstattung, konnte der Titel sich nicht mit Ruhm bekleckern. Ubisoft lenkte seiner Zeit schnell ein, entschuldigte sich und versprach Besserung. Was aus diesem Versprechen geworden ist wollen wir euch hier zeigen.

Systemvoraussetzungen


Testsystem

Testsystem  
Prozessor Intel Core i9-7900X
Mainboard ASUS ROG STRIX X299 E-GAMING
Arbeitsspeicher 4x 8 GB Thermaltake WaterRam RGB 3.600 MHz
Grafikkarte ASUS ROG STRIX RTX 2070 Gaming OC
Speicher 1x 512 GB Plextor M9Pe(G)
1x 1.000 GB Crucial P1
Netzteil Seasonic Focus Platinum 750 W
Gehäuse Cooler Master Cosmos C700M
Kühlung Custom Wasserkühlung

Mit der Leistung unseres Testsystems sollte das Spielen von Ghost Recon Breakpoint in der Full HD Auflösung mit etwa Ultra-Settings keine großen Probleme bereiten. In der Praxis erreichen wir zwischen 60 bis 70 FPS.

Story

Zuvor steigen wir in die Geschichte von Ghost Recon Breakpoint ein. In unserer ersten Mission verschlägt es uns auf die südpazifische Insel Auroa. Nachdem vor der Insel ein US-Frachter vom Radar verschwunden ist, werden wir in der Rolle des Elitesoldaten Nomad mit einer Handvoll Leute ausgesandt, um nach dem Frachter zu suchen. Denn auf der vermeintlich friedlichen Insel herrscht Chaos und Unterdrückung durch Militäreinheiten. Zumal ein ehemaliger Freund und Kamerad namens Cole D. Walker uns ordentlich Probleme bereitet. Er hat auf der Insel die Kontrolle über die dort ansässige Hightechfirma Skell Tech übernommen und möchte mit deren Technologie die Welt mit Drohnen und Waffen terrorisieren.



Direkt zu Anfang merken wir schnell, dass unsere Mission zum Scheitern verurteilt ist. Denn ziemlich schnell werden wir von fliegenden Objekten beschossen und stürzen mitten im Urwald der Insel mit dem Helikopter ab. Schwer verletzt und nur notdürftig verarztet bringen wir uns in Sicherheit während Walker mit seiner Söldnertruppe namens „Wolves“ Jagd auf uns macht. Nachdem wir uns einen fahrbaren Untersatz geschnappt haben, flüchten wir uns nach Erewohn, einer Art letzter Zuflucht mitten im Wald.




Und genau diese Zuflucht war oder ist ein Aspekt, welcher die Stimmung beeinträchtigt. Denn in Erewohn finden wir nicht nur eine Basis, sondern zeitgleich einen Communityhub wo wir anderen Spielern begegnen die sich hier mit Ausrüstung, Fahrzeugen sowie Waffen versorgen und sich Aufträge abholen. Auf uns warten zum Beispiel Fraktionsmissionen auf uns, mit denen wir das Vertrauen der „Einwohner“ erlangen können, aber auch Missionen, mit denen wir Walker das Handwerk legen, die Ereignisse auf Auroa erforschen oder Spezialevent gegen den Terminator antreten, der auf der Insel erschienen ist. Alles lässt sich entweder alleine offline bestreiten oder im Team mit anderen Spielern. Dies gestaltet sich allerdings eher schwierig, denn wenn wir kein festes Squad haben, werden wir nur selten mit mehr als einem Spieler zusammengesetzt.

Die guten und die schlechten Seiten

Wir beginnen zunächst mit den guten Aspekten von Ghost Recon Breakpoint, wobei das letzte Update auch dazu beigetragen hat. So sind mit dem Update ein paar Negativpunkte wie das nervige Lootsystem und die Überzahl an Primärwaffen kein Problem mehr. Denn Ersteres lässt sich seit dem Update deaktivieren und die Primärwaffen wurden in der Anzahl reduziert. Zudem bietet das Spiel neue Realismusoptionen. Gut finden wir, dass es hier nicht nur auf die Ausrüstung, sondern auch um das taktische Handeln geht. Weiter ist es dann auch möglich, zusammen mit anderen Spielern im Vier-Spieler-Koop-Modus zusammen zu spielen. Damit ergeben sich noch viele andere Möglichkeiten in der schönen Open World von Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint. Denn die Outdoor-Atmosphäre bekommt das Spiel technisch wie künstlerisch wirklich gut hin.



Die andere Seite der Medaille

In Clancy’s Ghost Recon Breakpoint erwartet uns eine große Open World Landschaft. Wie es sich gehört gibt es viel zu entdecken und zu erbeuten – das geht von neuen Waffen, Mützen, Westen über Handschuhe bis zu Tarnungen. Allerdings liegen diese Gegenstände meist nur in irgendeiner Box, irgendwo auf der Insel – ganz ohne irgendeine Aufgabe, Herausforderung oder sonst irgendwas. Die Insel ist zudem nur sehr rar bevölkert und der Spieler weiß auch nie, woran er bei diesen Einwohnern ist. Somit erwartet den Spieler hier kaum bis gar keine Spannung, von einer Story ganz abgesehen. Da ist auch allgemein die KI keine große Hilfe, denn diese agiert meist recht träge. Zumindest gilt dies für die menschlichen Charaktere, aber wehe ihr infiltriert ein Lager klammheimlich und werdet dann von einer der zahlreichen Drohnen erspäht die sich auf der Insel herumtreiben. Die Dinger fressen Kugeln, so kam es nicht selten vor, dass wie gute drei Magazine in eine Büchse geschossen haben, bis diese schließlich vom Himmel stürzte. Das ist natürlich alles andere als lautlos und versaut einem so jegliche Heimlichkeit.

Fazit

In Ansätzen merken wir, dass Ubisoft sich mit Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint Mühe geben wollte. Letztendlich ist es ein schönes Spiel geworden, dem aber unserer Meinung nach Seele und Spannung fehlen. Noch vor dem Update war es eine wahre Loot-Grinding-Orgie, was sich nun aber geringfügig verbessert hat. Eine KI mit fehlender Intelligenz und nahezu unzerstörbare Roboter sowie Drohnen machen unsere Schleicheinlagen und Infiltrationsversuche zunichte. Hier hat Ubisoft einiges an Potenzial vergeudet. Das Spiel ist derzeit im Angebot für 19,79 € (bis 11.06.2020) erhältlich.

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