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SHURE AONIC 40 im Test

Mit dem SHURE AONIC 40 verspricht der Hersteller einen Over-Ear Kopfhörer, welcher Musik in Studioqualität wiedergeben soll. Zudem soll er über bis zu 25 Stunden Akkulaufzeit und eine aktive Geräuschunterdrückung bieten. Der Kopfhörer kann sowohl über Bluetooth in der Version 5 sowie über ein Kabel mit 3,5 mm Audioklinke an Wiedergabegeräte angeschlossen werden. Natürlich werden auch die gängigen Audio-Codecs wie aptX, aptX HD, AAC und SBC unterstützt. Was der Kopfhörer wirklich zu leisten vermag wollen wir im folgenden Test herausfinden.

 

Verpackung, Inhalt & Daten

Verpackung

 

Der SHURE AONIC 40 kommen in einer dunklen Verpackung, welche über eine Abbildung sowie Herstellerlogo und Modellbezeichnung verfügt. Der Karton lässt sich seitlich aufklappen. Auf der Rückseite befinden sich die technischen Daten sowie Informationen zum Kopfhörer.

 

Inhalt

 

Nach dem Öffnen der Verpackung sehen wir zunächst nicht viel, nur die Bedienungsanleitung und eine Aufbewahrungstasche. In der Tasche befindet sich der SHURE AONIC 40 sowie ein USB-Kabel (USB-Typ-A zu USB-Typ-C), ein Audiokabel mit 3,5 mm Klinke sowie weitere Hinweise in Form eines Handzettels und eines Heftchens.

 

Daten

Technische Daten – SHURE AONIC 40  
Kopfhörertyp ohrumschließend
Bauart geschlossen
Spielzeit/ Ladezeit 25 Stunden
Schnellladefunktion 15 Min. Laden für 5 Std. Laufzeit
Wandler dynamisch
Kabellos Ja
Noise Cancelling Ja
Mikrofon Ja
Gewicht 313 g
Tasten On / Off / Bluetooth, ANC, Start / Stop / Sprachassistent, Laut, Leise
Faltbar Ja
Mitgeliefertes Zubehör 3,5-mm-Klinkenkabel, USB-C-Kabel
Garantie 2 Jahre

 

Details

 

Auf den ersten Blick wirkt der SHURE AONIC 40 sehr robust. Zwar besteht der überwiegende Teil der sichtbaren Flächen aus Kunststoff, doch wirkt dieser keineswegs minderwertig. Viele Teile sind auch mit einer Softtouch-Beschichtung versehen. Das fühlt sich gut an, aber es ist ein Magnet für Fingerabdrücke und Staub. Das Kopfband verfügt an der Innenseite über ein weiches mit Kunstleder bezogenes Polster. Die Aufhängung sowie die Verstellung ist aus Aluminium gefertigt. Die Aufhängung wirkt besonders robust und erlaubt nicht nur einen großen Verstellbereich, denn der Kopfhörer lässt sich dadurch angenehm kompakt zusammenfalten.


Die Ohrmuscheln verfügen über großzügig dimensionierte Polster, welche mit Kunstleder bezogen sind. Im Inneren schützt eine textile Einlage vor Staub und Schmutz. Zudem sind die Einlagen mit Buchstaben bedruckt, so dass der Nutzer stets sieht, wie er den Kopfhörer aufsetzen muss.


Nun kommen wir zu den Anschlüssen und Bedienelementen des SHURE AONIC 40. Auf der linken Seite sind der USB und der Audioanschluss untergebracht. Zudem befindet sich neben dem USB-Anschluss eine Status-LED, welche über den Status der Bluetooth-Verbindung informiert. Zur Bedienung sind hier insgesamt vier Tasten für die Steuerung der Lautstärke sowie Mediensteuerung verbaut. Auch Anrufe lassen sich hierüber entgegennehmen und beenden. Allerdings sind die Tasten recht klein.

Auf der rechten Seite befindet sich eine weitere Taste. Diese ist mehrfach belegt, somit lässt sich der Kopfhörer damit nicht nur ein- bzw. ausschalten, sondern auch die Bluetooth-Verbindung herstellen. Außerdem informiert eine Stimme über den Akkuladestand, wenn die Taste zweimal gedrückt wird.

 

Praxis

Software

Grundsätzlich ist keine App notwendig um die SHURE AONIX 40 zu betreiben, aber die von SHURE angebotene App namens „ShurePlus PLAY“ bietet einiges an Mehrwert. Die App ist sowohl für Android als auch iOS Geräte verfügbar. Mit der App lassen sich zahlreiche Konfigurationen treffen, zudem kann die App auch die Firmware des Kopfhörers auf den neuesten Stand bringen, was bei unserer ersten Inbetriebnahme nicht nötig war.

Weiter können wir in der App die Sprache der Systemansagen ändern, eine Abschaltfunktion einstellen und die Verstärkung für Umgebungsgeräusche in zehn Stufen einstellen. Letzteres ist für den „Umgebungsmodus“, so kann der Hörer die Umgebung besser wahrnehmen, teilweise geht das so weit, dass man andere Menschen etwas besser belauschen kann, wenn man es darauf anlegt.

Ein Equalizer ist auch vorhanden. Dieser bringt schon einige Voreinstellungen mit sich, lässt sich aber auch ganz den eigenen Vorlieben anpassen.

 

Bedienung

Die Inbetriebnahme des SHURE AONIC 40 ist denkbar einfach, es wird lediglich über die entsprechende Taste eingeschaltet, daraufhin muss der Kopfhörer nur noch im Menü des Smartphones gesucht und verbunden werden. Erst danach kann die App genutzt werden. Zum Ausschalten muss erneut die Taste betätigt werden. Die Steuerung über die Tasten ist festgelegt und in der Bedienungsanleitung genau beschrieben. Eine Anleitung befindet sich auch in der App, so muss die schriftliche Form nicht immer mitgenommen werden. Die Bedienung ist in der ersten Zeit gewöhnungsbedürftig, da wir die Tasten nicht ohne weiteres finden. Das liegt vor allem daran, dass diese recht klein ausgefallen sind.

 

Tragekomfort

Der SHURE AONIC 40 sitzt angenehm auf unserem Kopf. Fest genug, um auch hektischeren Bewegungen zu widerstehen, aber ohne dabei unangenehm zu drücken. Auch in Verbindung mit einer Brille ist der Tragekomfort gegeben. In wärmeren Umgebungen oder bei Anstrengungen fördert die geschlossene Bauweise in Verbindung mit dem Kunstlederbezug einen Hitzestau an den Ohren. Das kann dazu führen, dass der Nutzer an den Ohren schneller zum Transpirieren neigt.

 

Aktive Geräuschunterdrückung

Beim SHURE AONIC 40 handelt es sich um einen geschlossenen Kopfhörer, der durch seine Bauweise bereits einige Außengeräusche abhält. SHURE hat aber einen draufgesetzt und eine aktive Geräuschunterdrückung verbaut. Hierfür werden insgesamt vier Mikrofone eingesetzt (zwei je Seite). Bevor wir jedoch darauf zu sprechen kommen, müssen wir zwei Methoden erklären.

 

Forward ANC

Bei dem Feedforward-ANC (sinngemäß: Voraushörende Lärmunterdrückung) wird das Mikrofon außerhalb der Ohrmuschel platziert. Das Mikrofon „hört“ Geräusche, bevor diese das Ohr erreichen, und übermittelt diese Information an den ANC-Controller. Dieser verarbeitet dann das Rauschen und erzeugt das Anti-Rauschen (Antischall), bevor das resultierende Signal an die Membran gesendet wird. Dies geschieht in Bruchteilen einer Sekunde.

Der Vorteil daran ist, dass das Mikrofon an der Außenseite Störgeräusche frühzeitig aufnimmt, sodass mehr Zeit ist, darauf zu reagieren und das“ Gegen-Geräusch“ zu erzeugen.

Der Nachteil ist, dass diese Technik alleine keine Möglichkeiten hat, sich selbst zu korrigieren, da es nicht das Tonsignal erfasst, welches vom ANC-Controller ausgegeben wird. Wenn das Geräusch in einem ungünstigen Winkel einfällt, kann dieses Setup versehentlich zu einer Verstärkung führen. Darüber hinaus arbeitet Feedforward ANC in einem engen Frequenzbereich. Feedforward-ANC kann bei Frequenzen außerhalb seines Bereiches nur wenig Wirkung entfalten. Das Mikrofon an der offenen Außenseite reagiert auch empfindlicher auf Windgeräusche.

 

Feedback ANC

Beim Feedback-ANC (sinngemäß Rückinformation zum Tonsignal) ist der Sensor in der Ohrmuschel und vor dem Lautsprecher, sodass der ANC-Controller das resultierende Signal genauso „hören“ kann wie der Hörer.

Von Vorteil ist, dass das Feedback-ANC das Tonsignal überwacht, welches auch das Ohr hört und kann somit schon auf geringe Variationen reagieren. Feedback-ANC arbeitet auch mit einem größeren Frequenzbereich als Feedforward-ANC. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Winkel zur Schallquelle oder bei einer Tragweise, bei der die Ohren nicht ganz bedeckt werden, das Feedback-ANC trotzdem Lärm reduzieren kann.

Allerdings ist es bei höherfrequenten Tönen nicht so effektiv wie Forward-ANC. Es kann auch im seltenen Fall zu Rückkopplungsgeräuschen kommen, da Sensor und Membran baulich sehr nahe aneinander liegen. Feedback-ANC könnte auch etwas zu viel Bass als Störgeräusch filtern.

 

Hybrid ANC

Eine Kombination aus beiden Methoden soll die jeweiligen Nachteile ausschalten. Hybrid-ANC kombiniert Feedforward- und Feedback-ANC, indem ein Mikrofon an der Innenseite und an der Außenseite platziert werden. Somit sind die Vorteile beider Methoden kombiniert. Hybrid-ANC kann Rauschen bei einem breiteren Frequenzbereich unterdrücken, sich an Fehler anpassen und diese korrigieren und ist nicht so empfindlich gegenüber Schallwinkel und Trageweise. Wie man sich nun denken kann, ist das Hybrid ANC aufgrund der Anzahl an Mikrofonen und der Miniaturisierung teurer.

 

Hybrid ANC in der Praxis

Wie es sich in der Theorie anhört, so gibt es sich auch in der Praxis. Außengeräusche werden erheblich reduziert. Etwa das Motorengeräusch im Bus der öffentlichen Verkehrsmittel oder das Geräusch von Flugzeugturbinen, welches man in der Kabine sonst wahrnimmt, sind entweder nahezu oder sogar komplett ausgeblendet. Wer diese Technologie allerdings im öffentlichen Straßenverkehr nutzt, der sollte sich auch der Gefahren bewusst sein. Autos sind fast nicht mehr zu hören, sodass sich der Nutzer nur noch auf seine optischen Möglichkeiten verlassen kann. Einer Benutzung beim Radfahren raten wir dringend ab.

Weiter verfügt der SHURE AONIC 40 auch über einen Transparenzmodus, der sich in zehn Stufen einstellen lässt. In diesem Modus werden Geräusche durch die außenliegenden Mikrofone aufgenommen und durch die Lautsprecher im Inneren wiedergegeben. Somit kann sich auch mit angelegten Kopfhörern unterhalten werden. Mit einem Zwinkern stellen wir fest, dass sich der Kopfhörer auch ideal zum Belauschen eignet.

 

Klang

Nun wollen wir uns dem Kapitel Klangqualität widmen. Hierbei sei allerdings gesagt, dass es sich hier um eine rein subjektive Wahrnehmung handelt. Hier heißt es, was sich für den einen gut anhört, kann für den anderen ganz anders sein. Daher empfehlen wir nach Möglichkeit Audiogeräte immer Probe zu hören. So beginnen wir ohne irgendwelche Einstellungen vorzunehmen mit unserem Test. Hier stellen wir fest, dass sich Freunde von tiefen, kräftigen (aber nicht übertriebenen) und sauberen Bässen sowie hohe Pegel freuen werden, denn das macht der SHURE AONIC 40 ausgezeichnet.




Wir starten mit -Lose Yourself- von Eminem, einem klassischen Hip-Hop Track. Der SHURE AONIC 40 bildet die Bühne gut ab, so sind Gitarre und Klavier sehr klar und die Bässe kicken, was mit höheren Pegeln noch dynamischer wird.




Abrocken bei Metal Songs wie -Whiskey in the Jar- von Metallica ist bei diesem Kopfhörer absolut kein Problem. Die Gitarrenriffs kommen sauber im Gehörgang an, während uns E-Bass und Schlagzeug den Takt zum Rocken diktieren.

 

Akkulaufzeit

In unseren Tests entpuppt sich der SHURE AONIC 40 Kopfhörer als wahrer Dauerrenner in Sachen Akkulaufzeit. Der Hersteller gibt eine Spielzeit von 25 Stunden an, doch bei Zimmerlautstärke und aktiver Geräuschunterdrückung auf höchster Stufe lässt er sich knapp 36 Stunden betreiben. Das Aufladen von einem Akkustand von 5 % auf 100 % ist innerhalb von rund zwei Stunden bewerkstelligt.

 

Fazit

Die unverbindliche Preisempfehlung für den SHURE AONIC 40 liegt bei knapp 250 €. Im Preisvergleich ist dieser bereits schon für unter 180 € gelistet. Durch die zugehörige App werden viele Einstellungsmöglichkeit zum Anpassen der Funktionen und des Klangs gegeben. Weitere Pluspunkte zeichnen sich im angenehmen Sitz des Kopfhörers sowie die Tatsache ab, dass er sich sehr kompakt zusammenlegen lässt. Negativ hingegen finden wir das Fehlen des LDAC-Codecs. Insgesamt weiß der Kopfhörer zu überzeugen, so dass wir ohne schlechtes Gewissen unsere Empfehlung aussprechen können.


Pro:
+ Design
+ Verarbeitung
+ Lässt sich kompakt zusammenlegen
+ Umfangreiche App
+ Aufbewahrungstasche

Kontra:
– Kein LDAC


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Zuständig für die kleineren Wartungen am Hardware Inside Server und gleich Redakteur und Grafiker - sprich ein Allrounder.
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