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Teufel Cage 2020 im Test


Der deutsche HiFi-Hersteller Lautsprecher Teufel ist trotz seines Namens nicht nur für seine Lautsprecher, sondern auch für hochwertige Kopfhörer bekannt. 2017 haben sie mit dem Teufel Cage das erste Mal den Markt für Gaming Headsets betreten – und auch gleich gute Rezensionen abgeräumt. Einige Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Mikrofonplatzierung wurden jedoch bemängelt, sodass Teufel 2020 die Weiterentwicklung, das Cage 2020 herausbrachte und Verbesserungen am alten Design sowie Neuheiten vereinen soll. Ob ihnen das gelungen ist und ob sich das Cage 2020 genügend vom Cage (2017) absetzen kann, lest ihr in diesem Test.


Inhalt, Daten


Inhalt



Der Lieferumfang ist für einen Kopfhörer durchschnittlich. In der Verpackung befindet sich das Mikrofon, das Headset selbst, ein Klinkenanschlusskabel sowie ein USB zu Micro-USB Verbindungskabel. Beide Kabel sind mit Textilstoff ummantelt, letzteres zudem noch sehr lang, sodass die Distanz zum PC (fast) keine Rolle spielt.


Technische Daten
Teufel Cage 2020  
Typ Over-Ear Gaming-Headset
Impendanz 32 Ohm
Material Kunstleder, Textil, Aluminium, Kunststoff
Frequenzbereich 20 Hz – 20 kHz
Treiber 40 mm
Verbindungsmöglichkeiten USB, Klinke
Mikrofon beweglicher Mikrofongalgen, Pop-Schutz, Mikrofon abnehmbar
Besonderheiten Konsolen-Kompatibilität, LED Beleuchtung, umfangreiche Software
Preis 169,99 €

 

Details

 
 

Beim ersten Hands On fällt uns bereits die stabile und hochwertige Verarbeitung auf, die unter anderem von den Aluminiumgelenken verstärkt wird. Die Ohrpolster sind aus Kunstleder und ebenfalls einwandfrei verarbeitet. Um nicht groß überlegen zu müssen, wie herum man das Headset aufzusetzen hat, hat Teufel in den roten Stoff in den Ohrmuscheln ein unübersehbar großes R beziehungsweise L aufdrucken lassen. An dem Kopfhörerbügel befindet sich eine Polsterung, welche ebenfalls mit Kunstleder bezogen ist. Bei näherem Hingucken bestätigt sich unser erster Eindruck: Beim Cage 2020 wurde Verarbeitungs- sowie Materialtechnisch alles richtig gemacht. Egal wie man es dreht und wendet, es gibt kein Knarzen, Wackeln oder andere, oberflächliche Beschädigungen.

 

Um sich an die verschiedenen Kopfgrößen und Formen anpassen zu können, gibt es beim Teufel Cage 2020 einen verstellbaren Kopfbügel, welcher trotz sichtbarer Markierungen stufenlos funktioniert. Durch diese Anpassbarkeit in Kombination mit den sehr weichen Ohrpolstern soll auch bei größeren Köpfen kein unangenehmes Druckgefühl aufkommen, was wir absolut bestätigen können – immerhin hatten wir im Rahmen des Testes dieses Headset bis zu 12 Stunden am Stück auf. Auch bei den aktuellen Temperaturen kommt man mit dem Teufel Cage buchstäblich nicht ins Schwitzen, was für ein Over-Ear Headset durchaus eine beachtliche Leistung ist.


 
 

Anders als beim Vorgänger, kann man das Mikrofon beim Teufel Cage 2020 ausschließlich an der linken Seite anschließen. Dafür wurde der Winkel, in dem das Mikrofon ins Gesicht ragt so abgeändert, dass es nicht mehr störend auffällt, was einer der größten Kritikpunkte am Cage 2017 war. Auch ist der Mikrofongalgen nicht mehr ganz so „weich“, sodass er leichter die Position hält und auch bei schnellen und abrupten Kopfbewegungen nicht wackelt. Der Mikrofonanschluss selbst ist quasi zweistufig versenkt, sodass das Mikrofon, wenn es einmal eingesteckt ist, gut abgeschirmt ist und auch keinerlei Spiel aufweist.
Auf der gleichen Seite wie das Mikrofon befindet sich auch der USB-Anschluss. Dieser ist ebenfalls versenkt angebracht, mit den selben Vorteilen wie schon beim Mikrofon. Und um die Verbindungsmöglichkeiten zu komplettieren, hat Teufel, ebenfalls auf der linken Seite, im Aluminiumgelenk die Klinkenaufnahme verbaut – sodass wir das Cage 2020 auch wahlweise mit dem Smartphone, der Konsole oder anderen Abspielgeräten ohne USB Anschluss verbinden können. Beachten muss man bei der Verbindung via Klinke, dass weder die LEDs (exklusiv für USB Verbindung) noch Software funktionieren und man daher „nur“ Stereosound wahrnehmen kann, was der Qualität der Musikwiedergabe jedoch keinen Abbruch tut.


Praxis

 
 

Mit dem Teufel Cage 2020 bekommt nicht nur die „Hardware“ ein Upgrade spendiert, auch die zugehörige Software wurde runderneuert bzw. komplett neu aufgesetzt. So gibt es jetzt verschiedene Klangverbesserungsmodi wie „XEAR Audio Brilliant“, um die Präzision der Tonwiedergabe zu erhöhen, „XEAR Dynamic Bass“ um den Bass abseits des Equalizers anzuheben, „Smart Volume“ um den Lautstärkebereich einzugrenzen und vieles mehr. Alle Einstellungen sind mit informativen Kurztexten, welche vollständig deutsch lokalisiert sind, versehen, um etwaige kryptische Bezeichnungen verständlich zu machen. Eine vollständige Bilderreihe der Software mit allen Unterpunkten und Menüs findet ihr bei uns in der Galerie. Hier möchte ich allerdings auf die wichtigsten Einstellungen kurz eingehen.
Das XEAR Environmental Noise Cancelling macht einen guten Job beim Herausfiltern von Umgebungsgeräuschen (in unserem Fall beispielsweise den Tastaturanschlaggeräuschen in hektischen Spielsequenzen), sodass immer eine klare Verständigung via Voice-Chat möglich ist. Für Leute, die ihre eigene Stimme beim Aufnehmen von Vlogs, Streams etc. hören möchten, gibt es die Möglichkeit des Mikrofon Monitorings, welches die Sprachausgabe vom Mikrofon zusätzlich auf die Kopfhörer umleitet. Im Audiobereich haben wir hauptsächlich Gebrauch vom Dynamic Bass und Audio Brilliant gemacht, um unsere Musikwiedergabe zu verbessern. Der virtuelle 7.1 Surround Sound lässt sehr detailliert einstellen, um eine möglichst genaue Ortung von Geräuschen/Klängen zu ermöglichen – Was noch nicht bei allen Herstellern von Headsets angekommen ist. Auch der Equalizer ist sehr umfangreich mit Presets bestückt, zusätzlich können wir aber auch bis zu zwei eigene Presets erstellen und speichern. Leider lassen sich verschiedene Gesamteinstellungen nicht auf ein Makro bzw. auf die Funktionstaste binden – so gefällt uns bei elektronischer Musik beispielsweise XEAR Audio Brilliant Stufe 5, Dynamic Bass Stufe 3, Surround Klang ein, mittelgroßes Zimmer sowie Manuelles Preset 1 und bei Hardrock komplett andere Einstellungen – die müssen wir dann einzeln umstellen. Das hätte man auch eleganter lösen können.

Aber genug von der Software, kommen wir zum Praxisteil und dem (subjektiven!) Klangerlebnis.

Wir haben das Teufel Cage 2020 in mehreren Szenarien getestet. Für den Klangtest haben wir uns verschiedene Interpreten und Musikstücke angehört:

Queen – Bohemian Rhapsody
In Flames – Deliver Us
Genesis – Jesus he knows me
David Garett – Flight of the Bumblebee
Wagner – Walkürenritt
Eminem – Mockingbird
Korn – Get Up feat. Skrillex

Schließlich runden wir das Ganze noch mit Multiplayersessions in Battlefield, Call of Duty und World of Warcraft ab.

Der Test zog sich über mehrere Tage hinweg, wobei wir diese Musikstücke mehrfach gehört haben, um auch ein gewisses „Einspielen“ zu gewährleisten.
Wir haben im Alltag keinen signifikanten Klangunterschied zwischen den Verbindungsmöglichkeiten (Klinkenkabel und USB-Kabel) ausmachen können (wenn man die potentielle Abstimmung auf einzelne Musikstücke via Software-Equalizer im USB Modus außer Acht lässt), weswegen wir die Ergebnisse hier zusammengefasst darstellen.
Der Klang des Headsets ist sehr neutral abgestimmt, sodass keine Frequenz betont wird.
Auch die für Gaming-Kopfhörer typische Badewanne ist nicht wahrzunehmen, was die Neutralität des Klanges noch einmal hervorhebt.
Bei den verschiedenen Musikstücken waren die Instrumente sehr differenziert dargestellt. Die Stimmen, egal ob hoch oder tief, waren zu jeder Zeit gut verständlich; einer Nutzung als Hi-Fi Kopfhörer steht also unserer Meinung nach nichts entgegen. Wie nicht anders erwartet, liefert Teufel hier eine einwandfreie Arbeit im Bezug auf den Klang.
Wem die neutrale Abstimmung nicht ganz so gut gefällt, kann durch die, auf der Homepage von Teufel, herunterladbare Software natürlich auch noch Feinabstimmungen vornehmen. Zudem lassen sich hier auch verschiedene Einstellungen für das Mikrofon finden.
Um in vielen Shootern wie Call of Duty und Battlefield kompetitiv zu sein, muss man fast schon mit Surround-Sound spielen, um die Gegner möglichst genau orten zu können. Diese Aufgabe erledigt das Teufel Cage 2020 absolut zufriedenstellend, von Schrittgeräuschen, über Granatenexplosionen und MG-Feuer, alle Sounds werden sauber dargestellt und können sehr zuverlässig der entsprechenden Richtung, aus der sie ertönen, zugeordnet werden.
Ähnlich wichtig wie die Ortbarkeit von Geräuschen ist im Multiplayer eine klare Verständlichkeit – welche mit dem Cage 2020 absolut einwandfrei möglich ist, wie ihr anhand der Mikrofon-Sounddatei auch hören könnt. Somit ist das Teufel Cage 2020 auch im Gaming Bereich uneingeschränkt zu empfehlen.


Fazit

Nach unserem ausführlichen Test bleibt uns eigentlich nur eines: Teufel für die gelungene und konsequente Evolution des ursprünglichen Cage Headsets zu gratulieren. Auf den wichtigsten Kritikpunkt, die Positionierung des Mikrofons wurde eingegangen und die aktuelle Lösung ist einwandfrei. Die weiteren Neuerungen sind subtil, aber nichtsdestotrotz willkommen. So ist das neue Teufel Audio Center sehr responsiv und mit allerhand nützlichen Funktionen (und Gimmicks wie die Sprachverzerrung) versehen. Leider kann man keine „Gesamt-„Profile speichern und per Schnelltaste wechseln, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die saubere Verarbeitung in Kombination mit den hochwertigen Materialien sorgt für einen hohen Tragekomfort und vermittelt ein inhärentes Gefühl der Langlebigkeit. Klanglich spielt das Teufel Cage auf einem sehr hohen Niveau mit und mit der guten Mikrofonqualität ist auch der Verständigung via Voice-Chat nichts entgegenzusetzen. Die gute 7.1 Umsetzung sorgt für viel Spaß in kompetitiven Multiplayer-Shootern.

Pro:
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Gute Materialwahl
+ Sehr guter Klang
+ Gutes Mikrofon
+ Umfangreiche Software
+ Kompatibel zu Smartphone, Konsole und PC

Kontra:
– Keine Schnelltasten-Belegung für Profile möglich

Wertung: 9,0/10

Software
Herstellerseite
Preisvergleich

+1
  • Ich kann den positiven Eindruck aus meinen Praxistest (6 Monate) leider nicht bestätigen. Der Kopfhörer produziert ein klar hörbares und penetrantes Hintergrundfiepen, sobald eine Anwendung (ohne abgespielten Ton) geöffnet wird (z.B. Webseite, Audio-Systemsteuerung). Ohne gestartete Anwendung ist kein Ton zu hören (also kein Kabelproblem oder ähnliches). Das Geräusch tritt bei mir auf 2 Rechnern mit unterschiedlichen Software-Konfigurationen auf. Ist also definitiv ein Problem des Headsets. Ich würde mir das Headset auf keinen Fall noch einmal kaufen.
    A